Rassismus in der deutschen Komik. Die Nutzung rassistischer Wörter und ihre Wirkung auf den Diskurs


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

16 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EinleitungundGleiderung

2 Rassismus: Definition, Funktion und Merkmale
2.1 Biologismus (Klassischer Rassismus) vs. Kulturalismus (Neorassimus)
2.2 N-Wort

3 Komik: Definition, Funktion und Merkmale
3.1 Humor als Legitimationsinstrument
3.2 Rassistische Komik und deren Wirkung

4 Komik über Rassismus und die Technik des ,Geusenwort'

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung und Gleiderung

Otto Walkes: „Hey. Du Neger?

Günther Kaufmann: Hä?

Otto Walkes: „Äh, du Neger. Schwarzer Kopf, schwarzer Bauch, schwarze Füß."

Günther Kaufmann: Schwarze Füß?

Otto Walkes: „Warte ich zeig's dir..."

Otto Walkes zieht sich die Socken aus und zeigt seine dreckigen Füße. Daraufhin lacht Günther Kaufman, der in „Otto - der Film" einen schwarzen Soldaten verkörpert und fragt:

„Ah, du Neger?"

Otto Walkes: „Ha nein, jetzt mal im Ernst - komm mal mit..."

...anschließend verkauft er Günther Kaufmann als Sklaven an eine ältere weiße Dame (Schwarzenberger & Walkes, 1985).

Handelt es sich hierbei um einen Witz über Rassismus oder um einen rassitischen Witz? Oben zitiert ist eine Szene aus dem 1985 veröffentlichten deutschen Kinofilmklassiker Otto der Film, der damals 15 Millionen Zuschauer in die Kinos lockte. Letztes Jahr (2020), ca. 35 Jahre später, entbrannte im Internet eine Rassismus-Debatte über diesen Film, bei der die Meinungen und Ansichten auseinander gingen (Tholl, 2020). Der Drehbuchautor Bernd Eilert äußerte sich zu den Rassismus-Vorwürfen wie folgt:

„Ich kann ja damit leben, dass Leute das nicht mögen. Aber die Leute müssen auch damit leben, dass bestimmte Sachen existieren, die wir nicht mögen. Man wird das nicht nachträglich bereinigen können. Ich hörte schon, dass der Film umgeschnitten werden müsse oder überhaupt nicht mehr gezeigt werden dürfe; solche Zensurforderungen kenne ich eigentlich nur aus totalitären Staaten, wo man im Nachhinein versucht, die Geschichte zu bereinigen und Trotzki aus Bildern entfernt, weil Stalin Trotzki nicht mehr mochte" (Heitkamp, 2020).

Die Pressesprecherin des Vereins Initiative Schwarze Menschen in Deutschland Tahir Deila (dpa.) bezieht eine oppositionelle Stellung:

„Dass selbst bei solch offenkundigen rassistischen Inhalten noch geleugnet wird beziehungsweise eine anti-rassistische Intention ,reingezaubert' wird, ist symptomatisch für das mangelnde Rassismusverständnis. [...] Aus meiner Sicht muss beim Aufarbeiten beziehungsweise Abbau rassistischer Verhältnisse auch der Bereich Humor in den Blick genommen werden" (FrankfurterRundschau, 2020).

Problem oder Dilemma? Wie wiegt man Komik und somit auch die freie Meinungsäußerung gegen Diskriminierung ab? Muss/ sollte/ kann/ darf man der Komik Grenzen auferlegen? Dies ist eine essenzielle Frage, denn Komik prägt durch zeitgenössische Medien, wie den Film, die öffentliche Kultur1 und somit auch gesellschaftlich akzeptierte Normen (Lockyer & Pickering, 2005, S. 3). Unter diesem Gesichtspunkt setzt sich diese Arbeit kritisch mit der Leitfrage „Inwiefern ist die Nutzung des N-Wortes von weißen Komikern als Rassismus zu verstehen?" auseinander und hinterfragt den Einfluss der Komik auf das Rassismusverständnis in Deutschland.

Um sich einer Antwort auf die Leitfrage zu nähern, wird zunächst die Herausforderung wie auch der Disput bezüglich der Formulierung einer einheitlichen und universellen Definition für Rassismus dargestellt. Zur Untersuchung der Merkmale und Funktion von Rassismus erfolgt eine Gegenüberstellung der Forschungsansätze zum Biologismus (klassischer Rassismus) und Kulturalismus (Neorassismus). Dabei konzentriert sich die vorliegende Arbeit auf einen synthetischen Ansatz der Rassimusforschung. Auf dieser Basis wird die Historie des N-Wortes näher beleuchtet und auf die etymologische Definitionsschwierigkeit des Begriffs aufmerksam gemacht. Im darauffolgenden Kapitel werden die Komikforschung und ihre grundlegenden Theorien vorgestellt, um das Entstehen und die Funktion von Komik begreifen zu können und der Frage nachgegangen, warum Humor meist innerhalb eines kulturellen Deutungsrahmen zu verstehen ist. Hieran anschließend wird auf Rassistischen Humor' eingegangen. Hierbei wird sich insbesondere aufdie Prejeduce Norm Theory von Ford und Ferguson gestützt, um die mögliche Wirkung von Rassistischem Humor' auf die heutige gesellschaftliche Norm und somit die Beständigkeit der white supremacy zu verdeutlichen (vgl. Ford & Ferguson, 2004). Die vorgestellten Theorien werden zum Schluss auf das Beispiel Otto der Film (1985) angewendet und mit der Satire-Sendung Die Anstalt verglichen. Im Fazit beleutet die Arbeit den Rahmen der freien Meinungsäußerung und den möglichen Missbrauch von Komik für rassistische Zwecke.

2 Rassismus: Definition, Funktion und Merkmale

Eine universell akzeptierte Definition von Rassismus gibt es derzeit aufgrund der multiinterdiziplinären (historisch, psychologisch, soziologisch, kulturell, politisch, ökonomisch usw.) Forschungsgebiete und vielseitigen Wirkungsebenen (individueller, interaktiver, struktureller und institutionaller), die den Rassismusdiskurs prägen, nicht (Rommelspacher, 2009, S. 30). „Kaum ein anderes Feld wissenschaftlicher Arbeit ist komplizierter, verwirrender und belasteter als jenes des Rassismus" (Terkessisdis, 1998, S.255 zitiert nach Zuber, 2015, S. 23). Demnach ist es umso wichtiger, die in den 90er Jahren stark vernachlässigte Rassismus-Forschung in Deutschland wieder zu intensivieren, um zu ermitteln, wie sehr Rassismus auch heute in den kulturellen und strukturellen Wurzeln der deutschen Gesellschaft verankert ist. Ethnozentrismus, so heißt es in einem Artikel von Lenka Svejda-Hirsch, ist die Mutter des Rassimus (Svejda- Hirsch, o.D., S. 17). Ethnozentrismus ist als jene Weltanschauung zu verstehen nach der die eigene Gruppe das Zentrum aller Dinge ist und alle anderen im Hinblick auf sie einstuft und bewertet'" (Sumner, 1906, S.3 ff. zitirt nach Svejda-Hirsch, o.D., S. 17) werden. Auf diese Weise verschafft sich das Individuum eine Gruppenidentität, die zwangsläufig mit dem Ein- und Ausgrenzen von Anderen einhergeht (Simmel, 1950, S. 1 ff.). Auf diesem Fundament wirkt auch der Rassismus2. Rassismus hat über Jahrhunderte hinweg in Form von Sprache, Kultur, Handlungen und institutioneilen Strukturen das ,Wissen' der Menschheit geprägt und Institutionen geformt, die den Rassismus bzw. Rassismen bis heute reproduzieren und manifestieren. Laut Susan Arndt ist Rassismus als eine „[...] Verknüpfung von Vorurteil mit institutioneller Macht [...]" zu verstehen und nicht als „[...] persönliche oder politische Einstellung, sondern ein institutionalisiertes System, in dem soziale, wirtschaftliche, politische und kulturelle Beziehungen für die weiße Alleinherrschaftserhalt wirken" - white supremacy (Arndt & Ofuatey-Alazard, 2011, S. 36). Wendet man diesen Ansatz an, kann also rassistische Komik auch als etwas verstanden werden, das von einem System erschaffen wurde und das dieses System wiederum immer wieder neu erschafft. Es ist zu beobachten, dass etablierte Institutionen der Komik (s. Filme, Fernsehshows, Theater usw.) sich immer wieder Vorurteilen und Stereotypen bedienen, um so - je nach kulturellen Deutungsrahmen - Komik zu erzeugen (Saucier et al., 2016, S. 76).

Wenn Rassismus thematisiert wird, sollte immer auch die Bedeutung und Nachwirkung der Histiorie von Rassismus betrachtet werden, besonders im Lichte des Kolonialismus. Denn die Geschichte des Rassimsus hat das Fundament der bis heute bestehenden Machtasymmetrie gelegt, wie beispielsweise die racial wealth gap zeigt (vgl. Oliver & Shapiro, 2019). Obwohl die Sklaverei von Schwarzen vor langer Zeit abgeschafft wurde, so wirkt der Rassismus bis heute hierarchisierend, polarisierend und homogenisierend auf struktureller wie auch auf ideologischer Ebene (Rommelspacher, 2009, S. 29). Die Ideologie der vermeintlich überlegenen weißen ,Rasse'3 implimentierten die Weißen, um die Unterdrückung und Versklavung von Menschen zu Jegitimieren'. Willkürlich gewählte biologische Gegebenheiten, wie die Farbe der Haut oder die Haarstruktur, erhoben den einen Menschen in die Vorherrschaft und den Anderen in die Unterlegenheit. Alle Mythen der biologischen Überlegenheit der weißen ,Rasse' sind heute wissenschaftlich widerlegt, sodass sich die heutige Rassismusforschung primär auf die vermeindlich Unvereinbarkeiten von Kulturen konzentriert und nicht auf biologische Unvereinbarkeiten (Diefenbach, 2016, S. 837 f.). Inwiefern die Unterscheidung zwischen biologischen und kulturellen Unvereinbarkeiten eine entscheidene Rolle bei der Defintion von Rassismus spielt bzw. ob man diese überhaupt voneinandertrennen kann, soll im Folgenden untersucht werden.

2.1 Biologismus (Klassischer Rassismus) vs. Kulturalismus (Neorassimus)

Öffentlich über Rassismus in Deutschland zu sprechen war in der Nachkriegszeit bis in die 1990-er Jahre eine Seltenheit. Denn Rassismus wurde nach dem Nationalsozialismus als ein historisches Phänomen verstanden, das man glaubte überwunden zu haben (ebd., S. 837 f.). Rassismus istjedoch nach Hall:

„[...] keine einmalige, statische Ideologie, die sich an Hand spezifischer Vorstellungen, Bilder und Stereotypen idenifizieren ließe. Empirisch hat es viele Rassismen gegeben, wobei jeder historisch spezifisch und in unterschiedlicher Weise mit den Gesellschaften verknüpft war, in denen er aufgetreten ist (Hall 1978, 26 vgl. auch 1980, 342)" (Miles, 1991, S. 26).4

Dennoch sprechen auch heute deutsche Politiker primär von Fremdenfeindlichkeit, Ethnozentrismus oder Xenophobie, anstatt Rassismus beim Namen zu nennen. Nduka- Agwu und Hornscheidt bezeichnen dies auch „[...] als terminologische Oberflächenveränderung [...]", die den Rassismus noch schwerer zu greifen macht (Nduka-Agwu & Hornscheidt, 2014, S. 25). Ein Phänomen, das die Tarnungsfähigkeit bzw. Flexibilität des Rassismus verdeutlicht, die sich auch später im Bereich der Komik demonstrieren lässt (Zuber, 2015, S. 49). An dieser Tarnungsfähigkeit setzt der Forschungsansatz des Neorassismus an, der einen ,neuen Rassismus' beschreibt (vgl. Barker, 1981). Anders als der Biologismus5 fokussiert der Kulturalismus6 sowohl auf echte als auch auf fiktive kulturelle Merkmale und geht von einer vermeintlichen Unvereinbarkeit der Lebensweisen und Kulturen aus. Man spricht aus diesem Grund auch von Rassismus ohne Rasse (vgl. Balibar, 1990). Manche neo-rassistischen Ansätze gehen sogar so weit, den biologischen Ansatz ganz zu verneinen (Scherr, 2017, S. 233). Es ist jedoch auffällig, dass auch Sozialwissenschaftler des Neorassismus wieder auf die Terminologie ,Rasse' zurückgreifen - ein Begriff der laut Miles, „[...] endgültig auf den Müllhaufen analytisch nutzloser Ausdrücke geworfen werden sollte" (Miles, 1991, S. 20). Sie missbrauchen den Begriff und naturalisieren auf diese Weise kulturelle und soziale Merkmale (Zuber, 2015, S.45). Laut Zuber dient der Neorassismus zur „[...] Tarnung und Verschleierung biologischer Charakteristika der rassistischen Ideologie: Aus ,Rasse' wird Kultur oder Ethnie, aus Rassismus Fremden- oder Ausländerfeindlichkeit, aus Blut und Genen eine spezifische kulturelle oder soziale Herkunft" (ebd., S. 347 f.). Für Miles ist aus diesem Grund ein zu weit gefasster Rassismusbegriff, wie dem des Neorassismus, zu kritisieren, und er legt Wert auf die Unterscheidung zwischen Rassenkonstruktion7 und Rassismus (rassistischer Rassenkonstruktion).

„[...] anders als im Prozeß der Rassenkonstruktion, wo Personen etwa durch die Bedeutung der Hautfarbe zugleich ein- und ausgeschlossen werden, funktioniert der Rassismus als ein Spiegel, in dem die negativen Merkmale des Anderen als positive Merkmale des Selbst zurückgeworfen werden. Rassismus setzt also Rassenkonstruktion voraus, geht jedoch darüber hinaus, indem er explizit negativ bewertete Elemente benutzt" (Miles, 1991, S. 24).

Das Problem einer universell geltenden Definition von Rassismus bleibt somit, das Phänomen nicht zu eng zu umfassen und somit seine Flexibilität und Tragfähigkeit zu unterschätzen, aber auch nicht zu weit und so eine Verschleierung von rassistischem Handeln und die Absprechung der biologischen Konnotation in Kauf zu nehmen (Zuber, 2015, S. 45). Da im Humor Kultur bzw. der kulturelle Deutungsrahmen zwar entscheidend ist, der biologische Ansatz aus den verdeutlichten Gründen aber nicht außer Acht gelassen werden soll, wird sich in dieser Arbeit einer synthetischen8 Definition, wie Memmi sie vertritt, angenommen. Er definiert Rassismus als eine „[...] verallgemeinerte und verabsolutierte Wertung tatsächlicher oder fiktiver Unterschiede zum Vorteil des Anklägers und zum Nachteil seines Opfers, mit der seine Privilegien oder seine Aggressionen gerechtfertigt werden sollen" (Memmi, 1992, S. 103). Doch obgleich biologisch oder kulturell begründet, der Rassismus bleibt immer menschengemacht (Nduka-Agwu & Hornscheidt, 2014, S. 21). Die damalige Nutzung des N-Wortes in Otto der Film (1985) soll fortführend analysiert werden, um nachzuvollziehen, ob hier bewusst oder unbewusst ein natürliches Verständnis von ,Rasse' propagiert wird.

2.2 N-Wort

„The word nigger to colored people [...] is like a red rag to a bull. Used rightly or wrongly, ironically or seriously, of necessity for the sake of realism, or impishly for the sake of comedy, it doesnt't matter. [...] The word nigger, you see sums up for us who are colored all the bitter years of insult and struggle in America" (Kennedy, 1999-2000, S. 88 f.).

Zahlreiche Rassentheoretiker betonten immer wieder die angebliche Minderwertigkeit der ,schwarzen Rasse', die sie anhand willkürlicher Faktoren (z.B. Schädelgröße oder Haarstruktur) festlegten. Sie gestanden ihnen keine Kultur zu und trauten ihnen auch einen Aufstieg zur ,höheren Kultur', d.h. der westeuropäischen weißen Kultur, aufgrund ihrer ,Unfähigkeit' nicht zu (Schubert, 2003, S. 63). Das N-Wort trägt eine lange und menschenverachtende Geschichte in sich, die auf eine von weiß-europäischen Kolonialmächten regierte Welt zurückzuführen ist. Weiße erlaubten sich über Jahrhunderte hinweg, Schwarze aus ihrem Herkunftsland zu entwurzeln, sie zu enteignen und auszubeuten, sie als Sklaven zu halten oder gar zu vernichten (ebd., S. 93)9. Das N-Wort kann somit kaum eine ,objektive' Beschreibung eines Schwarzen sein, sondern ist immer auch als eine symbolische Art der Unterdrückung zu verstehen, da dieser Begriff von Weißen als Zeichen der Minderwertigkeit aufgedrückt wurde. Im dtv- Lexikon heißt es noch im Jahr 1995 unter dem Stichwort des N-Wortes: „die der nigriden Rasse angehörenden Menschen" (Sow, 2018, S. 128 f.). Nach langjähriger Sprachkritik wird das N-Wort zwar seit 1970 in deutschen Wörterbüchern als problematisch makiert, jedoch nicht explizit auf die rassistische Bedeutung hingewiesen. So heißt es beispielsweise im Langenscheidt: Power Französisch (2013), dass das N-Wort als „abwertend empfunden" werden kann - begreift es somit nicht gleich als Aggression, sondern verordnet den Rassismus in die Gefühlslage des Opfers (Der braune mob e.V, 2013). Im online Duden wird heute jedoch explizit auf die diskriminierende Bedeutung des Wortes verwiesen - „stark diskriminierend" (Neger, o.J.). Es ist jedoch auffällig, dass auch hier der Begriff Rassismus gemieden wird und stattdessen von Diskriminierung im Allgemeinen gesprochen wird. Das N-Wort ist jedoch immer als eine rassistische und nicht als mögliche Diskriminierung zu verstehen. Alle Gegenargumente können somit als „[...] Leugnung von rassistischen Sprachpraktiken" verstanden werden (Nduka-Agwu & Hornscheidt, 2014, S. 18 f.). Mit rassistischen Begriffen muss sich aus diesem Grund immer kritisch auseinandergesetzt werden, um eine Rehabilitierung solcher Begriffe wie sie im Beispiel von Otto der Film (1985) statt gefunden hat, nicht mehr ohne weiteres stattfinden kann. „A word is not a crystal, transparent and unchanged. It is the skin of a living thought and may vary greatly in color and comment according to the circumstances and the time in which it is used" (Holmes, 1992, S. 287). Somit ist es wichtig herauszustellen, dass rassistische Begriffe wie das N-Wort nicht als 'neutral' zu verstehen sind, " [...] dass die Geschichte haben, dass sie Kontext haben und das sie für Hass verwendet warden" (Laing, 2020).

[...]


1 (vgl. Busche, 2018)

2 „Die entscheidende Differenz zwischen beiden Phänomenen besteht darin, dass im Rassismus die Verschiedenheit anderer Gruppen als nicht oder kaum veränderlich angesehen wird, während beim Ethnozentrismus die Übernahme der eigene Werte durch die Fremdgruppen als durchaus möglich erachtet wird" (Zuber, 2015, S. 50).

3 „'ein Produkt menschlicher Erfindung' (Hobsbawn, 1983,13 f.)" (Miles, 1991, S.31)

4 Rassismus ausschließlich als Ideologie zu verstehen, birgt die Gefahr, die strukturellen, historischen und institutioneilen Charaktereigenschaften unbetont zu lassen. Ideologien, so Kurt Lenk, bestehen „[...] vornehmlich darin, die Struktur einer Gesellschaftsordnung zu verdenken (1971: 58)" (Jörke, 2011, S. 169).

5 Biologismus begründet sich aus derAnnahme, dass phäno-und genotypische Eigenschaften mit sozialen und psychischen Merkmalen verknüpft werden und diese als .Legitimation' dienen, bestimmte Menschengruppen rassistisch zu diskriminieren (Naguib, 2014, S. 14)

6 Im folgenden wird die Terminiologie Neorassismus verwendet, die mit dem Kulturalismus gleichzusetzen ist.

7 Den Begriff Rassenkontruktion nutzt Miles, wenn „[...] soziale Beziehungen dadurch strukturiert werden, daß biologische Merkmale die Bedeutung bekommen, unterschiedliche soziale Gruppen zu konstruieren" (Miles, 1991, S.21)

8 D.h. schließt sowohl Kulturalismus als auch Biologismus mit ein.

9 Ab ca. 1879 im Kaiserreich sprach man auch von der „Erziehung des Negers zurArbeit und Kultur" (Schubert, 2003, S. 93).

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Rassismus in der deutschen Komik. Die Nutzung rassistischer Wörter und ihre Wirkung auf den Diskurs
Hochschule
Zeppelin University Friedrichshafen
Note
1,7
Autor
Jahr
2020
Seiten
16
Katalognummer
V1030555
ISBN (eBook)
9783346441980
ISBN (Buch)
9783346441997
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rassimus, Komik, N-Wort, Geschichte
Arbeit zitieren
Antonia Schueler (Autor:in), 2020, Rassismus in der deutschen Komik. Die Nutzung rassistischer Wörter und ihre Wirkung auf den Diskurs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030555

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