Personaldienstleistung im Gesundheitswesen. Geschichtlicher Hintergrund, aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven


Hausarbeit (Hauptseminar), 2020

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Abbildungsverzeichnis

2. Einleitung

3. Geschichtlicher Hintergrund

4. Definition

5. Aktuelle Situation

6. Zukunftsperspektive

7. Fazit

8. Quellen
8.1 Literaturquellen
8.2 Internetquellen
8.3 Bilderquellen

1. Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Motive der Zeitarbeit

Abbildung 2 Verteilung Zeitarbeitnehmer

2. Einleitung

Fast kein anderes Thema pragt derzeit das Gesundheitswesen so sehr, wie der Pfle- gekraftmangel und der damit zusammenhangende. steigende Anteil der Zeitarbeit in der Pflege; abgesehen von der Covid-19-Pandemie. Dass seit mehreren Jahren ein Fachkraftemangel in der Pflege in Deutschland herrscht, ist schon lange kein Geheim- nis mehr. Woran liegt es, dass sich immer mehr Festangestellte fur andere Arbeitszeit- modelle entscheiden oder sogar ganz in die Zeitarbeit wechseln? Liegt es an der at- traktiveren Vergutung oder an der besseren Planbarkeit der Arbeitszeit, weswegen viele Pflegekrafte als eine sogenannte „Leasing-Kraft“ arbeiten? Wie sieht dann die Zukunft des deutschen Gesundheitssystems in diesem Bereich aus?

Mit fast 2,8 Millionen Mitarbeitern im Gesundheitswesen ist dieser Bereich ein sehr bedeutender Bereich fur Beschaftigung, der dazu noch standig wachst. Laut dem Sta- tistischen Bundesamt (2017) stellen die Pflegekrafte mit einer Million Fachkrafte die groBte Berufsgruppe im Gesundheitswesen dar. Doch durch die stets neuen Heraus- forderungen, welche die Branche betreffen, verandern sich auch die Rahmenbedin- gungen fur die Beschaftigung. Um steigende Kosten auszugleichen, wurde vor allem beim festangestellten Pflegepersonal gespart. Nicht nur die Qualitat der Patientenver- sorgung, sondern auch die Arbeitsbedingungen verschlechtern sich dadurch. Stand 2020 fehlen schon 230.726 Vollzeitstellen in der stationaren Versorgung und jahrlich steigt diese Zahl. Laut dem Institut der deutschen Wirtschaft wird der Bedarf an Pfle- gekraften bis 2035 auf knapp 500.000 Stellen steigen.1

Der Arbeitsmarkt des Gesundheitswesens benotigt deshalb mehr Flexibilitat und dabei spielt die Zeitarbeit eine Schlusselrolle. Wie genau die Zeitarbeit FuB im Gesundheits- wesen gefasst hat und welche Bedeutung diese heutzutage hat, wird im weiteren Ver- lauf der wissenschaftlichen Arbeit ersichtlich. Folgende Fragenstellung werden insbe- sondere untersucht:

- Wie und von wem werden die Zeitarbeit in Anspruch genommen?
- Welche Vorteile ergeben sich durch die Zeitarbeit in der Pflege?
- Welche Alternativen gibt es derzeit und wie sieht die mogliche Zukunft der Zeit- arbeit aus?

Wichtig zu erwahnen ist auch, dass sich diese wissenschaftliche Hausarbeit auf die Pflegerische Personaldienstleistung konzentriert hat.

3. Geschichtlicher Hintergrund

Die Grunde fur die Einfuhrung der Arbeitsnehmeruberlassung bzw. Zeitarbeit waren der Arbeitgeber, schnelle Uberbruckungen von Unterbesetzungen und schnelle Flexi- bilitat bei Veranderungen in der Arbeitnehmerschaft zu erreichen. Durch erfahrendes und ausgebildetes Personal von externen Anbietern wollten die Arbeitgeber auf den Bedarf an Arbeit reagieren konnen.

Das heutige Modell der Zeitarbeit findet seinen Ursprung in den 1920er Jahren und wurde erst nach dem zweiten Weltkrieg konkret umgesetzt. Durch das Arbeitsnach- weisgesetz wurde 1922 das entgeltliche Vermitteln von Arbeitskraften geregelt. Schon damals war die Zusammenarbeit mit medizinischem Personal aus den Landern wie der Schweiz und Osterreich bedeutsam, mit Hinblick auf den Krieg. Dieses wurde jedoch d von den Nationalsozialisten wieder auBer Kraft gesetzt.

1948 wurde die erste Zeitarbeitsfirma in den USA gegrundet, Paris und London haben solche Firmen 1956 gegrundet. Erst 1960 fasste der Speditionskaufmann Gunter Bindan mit einem Zeitarbeitsunternehmen FuB in Deutschland. Mit dem Recht der freien Berufswahl hat das Bundesverfassungsgericht am 4. April 1967 fur die Zukunft der Leiharbeit die Weichen gestellt.2

Mit dem ersten Gesetz zur Zeitarbeit wurde 1972 ein wichtiger Grundstein gelegt. Das „Gesetz zu Regelung der gewerbsmaBigen Arbeitnehmeruberlassung“ regelte den Austausch von Zeitarbeitern.3 Die Anzahl der Pflegekrafte in einer Leiharbeitsfirma hat sich zwischen den Jahren 2005 bis 2017 verachtfacht.4

Die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) teilt im Februar 2020 mit, dass sie die Situation der Pflege spurbar verbessern mochte. Dafur soll kein Einsatz durch Leiharbeitsfirmen mehr erfolgen. Die Leiharbeit soll kunftig verboten werden. Durch die Corona Pandemie wurde dieser Vorschlag nun erstmal verschoben.5

4. Definition

Die Zeitarbeit ist eine gewerbliche Arbeitnehmeruberlassung, die sich unterscheidet von herkommlichen Beschaftigungsformen, da die zu errichtende Arbeit des Arbeitneh- mers nicht im eigentlichen Unternehmen des Arbeitsnehmers erfolgt. Der Arbeitnehmer wird mittels eines Personaldienstleisters an ein Kundenunternehmen vermittelt. Dabei handelt es sich um ein sozialversicherungspflichtiges Beschaftigungsverhaltnis zwi- schen Personaldienstleister und dem Leiharbeiter. Die Weisungsbefugnis obliegt je- doch dem Entleiher.6

Oftmals wird der Leiharbeiter auch „Leasing“-Kraft genannt. Dieses Wort stammt aus dem englischen und bedeutet: Vermietung oder auch zeitlich begrenztes Nutzungs- recht.7

Die Personaldienstleistungen im Gesundheitssystem werden ganz unterschiedlich ge- handhabt. Heutzutage kann man viele Bereiche eines Krankenhauses durch externe Firmen ersetzen oder „Outsourcen. Das bedeutet, dass Dienstleistungen in Form von Personal durch externe Unternehmen ubernommen werden. Ublich sind zum Beispiel die Reinigungskrafte oder die Wascherei durch Dritte zu beanspruchen. Dadurch kon- nen vor allem Kosten gesenkt werden.8

5. Aktuelle Situation

Mit der Uberschrift „Immer mehr Krankenpfleger wechseln von ihrer Festanstellung in die Leiharbeit, weil sie sich als feste Krafte uberlastet fuhlen“ hat NDR 1 Niedersachen am 18.06.2017 einen Bericht eingeleitet. Solche Artikel findet man des Ofteren in ak- tuellen Medienbeitragen.9

Laut der Statistik der Agentur fur Arbeit waren 2018 knapp 22.000 Pflegekrafte in einer Zeitarbeitsfirma gemeldet. Im Gegensatz dazu waren es 2014 rund 12.000 Krafte. Die- ser Trend setzte sich allerdings 2019 nicht in diesem MaBe fort. Auf die starke Nach frage nach Arbeitskraften haben sich die Krankenhauser oftmals an Zeitarbeitern be- dient. Dies fuhrte zwar zunachst zu einem Ausgleich der fehlenden Pflegekraft, jedoch auch zu enormen Kosten. Laut der Arbeitsagentur kostet eine Leihkraft zwischen 60 und 80€ pro Stunde, eine interne Mitarbeiterin lediglich zwischen 12 und 20€.10

Wie schon in der Einleitung erwahnt, fehlen derzeit circa 270.000 Pflegekrafte in Deutschland. Viele Schichten werden deshalb mit Leiharbeitern ersetzt, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Durch die derzeitigen Bedingungen in der Pflege, haben sich aber immer mehr Pflegekrafte dazu entschieden, in eine Zeitarbeitsfirma zu wechseln. Be- dingt durch besser Arbeitsbedingungen, hohere Vergutung und bessere Planbarkeit. Anhand der Abbildung 1 wird deutlich gemacht, welche Grunde dafur entscheidend waren, um als Leiharbeiter zu arbeiten.

Motive fur Zeitarbeit

Was waren Grunde fur die Befragten, in die Zeitarbeit zu gehen bzw. dort zu bleiben? (in Prozent)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Mehrfachnennung moglich. Anzahl der Befragten: 2.662

Quelle: Pflegekammer Niedersachsen

Abbildung 1 Motive der Zeitarbeit

Die Vergutung der Pflegekrafte ist hier eindeutig der groBte Faktor, gefolgt von der Selbstbestimmten und flexiblen Arbeitszeiten. Auch das spontane Einspringen bei Dienstplananderungen ist hier ein wichtiger Faktor. Oftmals werden die Festangestell- ten zuerst gebeten, die fehlenden Dienste zu ersetzen, wenn es zu einem Mangel an Arbeitskraften kommt. Diese Stunden werden dann zusatzlich geleistet. Somit sam- meln sich Uberstunden, zu Unzufriedenheit fuhren. Erst wenn dieses Potenzial ausge- schopft ist, muss der Arbeitgeber zu einem Ersatz in Form eines Leiharbeiters greifen.11

Mit dem Artikel „das zersplitterte Krankenhaus“ von Ver.di wurde auf die zunehmende Ausgliederung, Leiharbeit und Werkvertrage aufmerksam gemacht. Alle Angestellten arbeiten im selben Krankenhaus, haben jedoch nicht den gleichen Arbeitgeber, ge- schweige denn die gleichen Arbeitsbedingungen.

Die Patienten und Beschaftigen leiden unter der im Durchschnitt 20% ausgegliederten Belegschaft. Kommunikationsprobleme, Unzufriedenheit und unterschiedliche Vorstel- lungen uber die Arbeitsverrichtung sind Begleiterscheinungen. Dies kann zu Spannun­gen zwischen allen beteiligten Berufsgruppen, aber auch untereinander fuhren. Alle arbeiten unten den gleichen Bedingungen, werden jedoch unterschiedlich vergutet. Und der zum Wechsel in die Zeitarbeit halt an.12

[...]


1 Vgl.: Institut fur deutsche Wirtschaft

2 Vgl.: Zeitarbeit

3 Vgl.: Promedis24

4 Vgl.: Pflege Online

5 Vgl.: Pflege-Online

6 Vgl.: Schmied.A, Zeitarbeit in der Pflege, S.4.

7 Vgl.: bwl-wissen

8 Vgl.: Grin

9 Vgl.: Labournet

10 Vgl.: Arbeitsagentur

11 Vgl.: Arzteblatt

12 Vgl.: Ver.di

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Personaldienstleistung im Gesundheitswesen. Geschichtlicher Hintergrund, aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven
Hochschule
bbw Hochschule
Note
1,3
Autor
Jahr
2020
Seiten
13
Katalognummer
V1030610
ISBN (eBook)
9783346453266
ISBN (Buch)
9783346453273
Sprache
Deutsch
Schlagworte
personaldienstleistung, gesundheitswesen, geschichtlicher, hintergrund, situation, zukunftsperspektiven
Arbeit zitieren
Alina Flum (Autor:in), 2020, Personaldienstleistung im Gesundheitswesen. Geschichtlicher Hintergrund, aktuelle Situation und Zukunftsperspektiven, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030610

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