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Critical Whiteness Studies und ihre Adaption auf den deutschen Kontext

Title: Critical Whiteness Studies und ihre Adaption auf den deutschen Kontext

Seminar Paper , 2020 , 11 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lisa Madeleine Halter (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Die Critical Whiteness Studies, zu deutsch kritische Weißseinsstudien, entstanden in den 1980er Jahren in den USA und waren mit dem Ziel verbunden, politische Impulse in die Wissenschaft zu integrieren. Antirassistische identitätspolitische Bewegungen forderten, dass Weißsein in der Forschung zu ‚Rasse' und Ethnizität thematisiert wird. Sie kritisierten, dass der Fokus vorwiegend auf nicht-weißen Bevölkerungsgruppen liegt und die Attribute ‚rassisch' und ethnisch oft nur auf nicht-weiße Personen bezogen werden. Des Weiteren kritisierten sie, dass weiße Personen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur unsichtbaren weißen Norm scheinbar von einer ‚rassischen' oder ethnischen Markierung befreit sind. Dies ist problematisch, da sich Nicht-Weiße unweigerlich mit ihrer Markierung, mit ihrer Abweichung von der weißen Norm auseinandersetzen müssten, während es Weißen möglich sei, „die eigene »rassische« und ethnische Position und die hieraus erwachsenden Privilegien auszublenden“. Rassismus betrifft somit primär rassierte und ethnisierte Personen.

Anklang in Deutschland fanden die Critical Whiteness Studies in den 1990er Jahren. Insbesondere im Jahr 2005 gab es eine Vielzahl an Veröffentlichungen. Die Forschungen und Veröffentlichungen fokussierten die Privilegienkritik, dass sich Weiße nicht mit dem Thema ‚Rasse' beschäftigen müssten.

Aufgrund der vielfältigen Definitions- und Verwendungsmöglichkeiten des Begriffs Rassismus erfolgt im zweiten Kapitel eine kurze definitorische Einführung. Anschließend wird die amerikanische Rassismusgeschichte der deutschen gegenübergestellt, um deren Unterschiede aufzuzeigen, da dies Auswirkungen auf die Anwendung der Critical Whiteness Studies der USA auf den deutschen Kontext hat. Denn die Rassismusgeschichte hat Auswirkungen auf die heutige Auslegung und Deutung von Rassismus in den jeweiligen Ländern und bestimmt, wie Rassismus gefasst wird bzw. worauf er beruht und was damit gemeint ist. Dadurch werden auch unterschiedliche Fokusse bei den Untersuchungen gesetzt. Anschließend werden die Critical Whiteness Studies in den USA näher beschrieben, ehe eine Adaption auf den deutschen Kontext stattfindet. Die Ausarbeitung schließt mit einem Fazit und einer Darstellung von Impulsen, die der Text und das Seminar gegeben haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Definition des Begriffs Rassismus

3 Rassismus in der amerikanischen und der deutschen Geschichte

3.1 Rassismus in der amerikanischen Geschichte

3.2 Rassismus in der deutschen Geschichte

4 Critical Whiteness Studies in den USA

5 Adaption der Critical Whiteness Studies auf den deutschen Kontext

6 Fazit

7 Impulse, die der Text und das Seminar mir gegeben haben

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit der Adaption der in den USA entstandenen „Critical Whiteness Studies“ auf den deutschen gesellschaftlichen Kontext auseinander, um die Übertragbarkeit theoretischer Konzepte zu prüfen und die Besonderheiten rassistischer Strukturen in Deutschland zu beleuchten.

  • Ursprung und theoretische Grundlagen der Critical Whiteness Studies.
  • Vergleichende Analyse der Rassismusgeschichte in den USA und Deutschland.
  • Diskussion der Übertragbarkeit US-amerikanischer Forschungsansätze auf den deutschen Kontext.
  • Reflexion über die Notwendigkeit einer multidimensionalen rassismuskritischen Perspektive.
  • Bedeutung der Selbstreflexion weißer Personen und struktureller Veränderungen.

Auszug aus dem Buch

3 Rassismus in der amerikanischen und der deutschen Geschichte

Da sich die Rassismusgeschichte der beiden Länder sehr voneinander unterscheidet und sie bedeutsam für die Analyse des Weißseins sowie der Adaption der Critical Whiteness Studies auf den deutschen Kontext ist (vgl. Kerner 2013: 283), wird die jeweilige Geschichte des Rassendenkens der beiden Länder kurz angerissen und erläutert.

3.1 Rassismus in der amerikanischen Geschichte

Die Geschichte des Rassismus in den USA lässt sich in drei Phasen einteilen. Die meiste Zeit wurde ‚Rasse‘ dabei als biologisch fundierte Kategorie konstruiert. Abhängig von der Hautfarbe wurde Menschen entweder Über- oder Unterlegenheit zugeschrieben. Menschen mit einer weißen Hautfarbe wurde Überlegenheit zugeschrieben. Diese wurde genutzt, um rassistisch motivierte politische und ökonomische Praktiken zu legitimieren, darunter die Siedlungskolonialismus und die Sklaverei (vgl. Frankenberg 1993: 13).

In den 1920er Jahren wurde Rasse nicht mehr (ausschließlich) als biologische Kategorie konstruiert, sondern (auch) als kulturelle und soziale Kategorie (vgl. ebd.). Der Begriff der Rasse wurde durch Konzepte der Ethnizität erweitert, die eine farbenblinde Assimilationspolitik begründeten. Anstatt einer auf konstruierten biologischen Merkmalen basierenden Differenz wurde die Gleichheit der Menschen unterstellt, wobei ethnischen Minderheiten die Annäherung oder gar Angleichung an die Mehrheitsgesellschaft empfohlen wurde (vgl. Kerner 2013: 280 f.). Antirassistische Bewegungen, wie beispielsweise Black Power oder La Raza, machten ab den späten 1960er Jahren darauf aufmerksam, dass sich nicht weiße Personen von der dominanten Gruppe der Weißen unterscheiden und dass damit eine Ungleichheit einhergeht, die das soziale Leben strukturiert (vgl. Frankenberg 1993: 13 f.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Entstehungsgeschichte der Critical Whiteness Studies und Erläuterung des methodischen Vorgehens der Arbeit.

2 Definition des Begriffs Rassismus: Herleitung einer umfassenden Definition von Rassismus als Machtverhältnis, das soziale Differenzierungen konstruiert.

3 Rassismus in der amerikanischen und der deutschen Geschichte: Gegenüberstellung der historischen Entwicklung rassistischer Kategorisierungen in den USA und Deutschland.

4 Critical Whiteness Studies in den USA: Darstellung der Kernpunkte der amerikanischen Forschung zur Konstruktion und Reproduktion von Weißsein.

5 Adaption der Critical Whiteness Studies auf den deutschen Kontext: Kritische Prüfung der Übertragbarkeit US-amerikanischer Konzepte und Diskussion deutscher Spezifika.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Ausblick auf die Notwendigkeit umfassender gesellschaftlicher Wandlungsprozesse.

7 Impulse, die der Text und das Seminar mir gegeben haben: Reflexion über die persönliche Sensibilisierung für Sprachgebrauch und Rassismusformen.

Schlüsselwörter

Critical Whiteness Studies, Rassismus, Weißsein, Rassismuskritik, Privilegien, Machtverhältnisse, Deutschland, USA, Diskriminierung, Identitätspolitik, soziale Konstruktion, Rassendenken, Antirassismus, Machtstrukturen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die theoretischen Ansätze der „Critical Whiteness Studies“ und analysiert, wie diese Erkenntnisse auf den spezifischen historischen und gesellschaftlichen Kontext in Deutschland übertragen werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die historische Genese von Rassismus in den USA und Deutschland, die wissenschaftliche Erforschung von „Weißsein“ als soziale Kategorie sowie die Möglichkeiten und Grenzen einer rassismuskritischen Selbstreflexion.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass eine reine Übernahme US-amerikanischer Konzepte aufgrund unterschiedlicher Rassismusgeschichten in Deutschland problematisch ist und eine spezifische Anpassung der kritischen Weißseinsforschung erforderlich macht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Aufarbeitung und vergleichende Analyse bestehender akademischer Literatur zu Rassismus und Weißseinsforschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, den historischen Vergleich der Rassismuskonstruktionen, die Vorstellung US-amerikanischer Forschungsansätze und deren kritische Anwendung auf die deutsche Situation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie „Weißsein“, „Rassismus“, „Privilegien“, „Adaption“ und „Machtverhältnisse“ charakterisiert.

Warum ist die Unterscheidung zwischen dem US-amerikanischen und dem deutschen Kontext so wichtig?

Da Deutschland und die USA unterschiedliche koloniale und nationale Vergangenheiten aufweisen, lassen sich US-amerikanische Klassifizierungssysteme nicht eins zu eins übertragen, ohne den spezifischen deutschen Hintergrund – etwa den Nationalsozialismus – zu ignorieren.

Welche Rolle spielt die Selbstreflexion in dieser Arbeit?

Die Arbeit betont, dass individuelle Selbstreflexion durch weiße Personen zwar ein wichtiger erster Schritt ist, um eigene Privilegien zu erkennen, aber allein nicht ausreicht, um strukturellen Rassismus abzubauen.

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Details

Title
Critical Whiteness Studies und ihre Adaption auf den deutschen Kontext
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Grade
1,0
Author
Lisa Madeleine Halter (Author)
Publication Year
2020
Pages
11
Catalog Number
V1030624
ISBN (eBook)
9783346462909
Language
German
Tags
Critical Whiteness Critical Whiteness Studies Rassismus Rassismen Adaption
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lisa Madeleine Halter (Author), 2020, Critical Whiteness Studies und ihre Adaption auf den deutschen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030624
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