Schülerfeedback als Lernmotivation und Methode zur Steigerung der Unterrichtsqualität? Bedeutung und Wirkung für den Schulunterricht


Hausarbeit, 2015

25 Seiten, Note: 1,0

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Feedback
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Definition
2.3 Feedback als MaBnahme zur Veranderung von Unterricht

3. Schulerfeedback
3.1 Nutzen des Schulerfeedbacks
3.1.1 Nutzen des Schulerfeedbacks fur die feedbackempfangende Lehrperson
3.1.2 Nutzen des (Schuler-) Feedbacks fur die feedbackgebenden Schuler
3.2 Umsetzung von Schulerfeedback
3.2.1 Voraussetzungen
3.2.2 Strategien
3.2.3 Inhalte von Feedback
3.3 Formen und Methoden des Schulerfeedbacks
3.3.1 Schulerfeedback als allgemeine Ruckmeldung zum Unterricht
3.3.2 Fokussiertes Schulerfeedback zum Unterricht
3.3.3 Spontanes Schulerfeedback zum Unterricht
3.3.4 Onlinegestutzte Schulerfeedbackverfahren

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

6. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Sie uben, zerbrechen sich den Kopf uber Aufgaben, freuen sich, wenn etwas gelingt, verzweifeln und sind hilflos, wenn sie nicht weiterkommen, sind am Ende des Schultages das Lernen leid und womoglich dennoch wieder bereit fur das, was sie am nachsten Tag erwartet (vgl. Berger et.al., 2013, S.11).Die Rede ist von den Schulerinnen und Schulern. Es sind somit die Schuler selbst, die uns am besten sagen konnen, wie sie lernen, wodurch ihr Lernen erschwert wird und was dazu beitragt bzw. was ihnen hilft, ihren individuellen und fur sich bestmoglichen Lernweg entdecken und gehen zu konnen (vgl. ebd. S.11). Anstatt sich als Lehrkraft lediglich zu fragen, ob der Unterricht gut war, macht es Sinn den Blickwinkel der Lernenden einzunehmen und sich zu fragen, was der Unterricht bei ihnen bewirkt und wie er ihr Lernen vorangetrieben hat. Und ein Schlussel, um das Lernen der Schuler sichtbar zu machen, ist laut dem neuseelandischen Padagogen John Hattie das Feedback (vgl. Hattie, 2014,S.1). Dieses soll sowohl von Seiten der Lehrkrafte kommen, damit die Schulerinnen und Schuler ihr Lernen besser erkennen konnen, als auch von den Lernenden selbst, damit die Lehrkrafte die Wirkungen ihres Lehrens erkennen konnen. Insbesondere das Schulerfeedback soll laut Hattie, in Bezug zur Steigerung der Unterrichtsqualitat und des Lernerfolgs der Lernenden, eine sehr effektive Maftnahme sein (vgl. Schwetz/ Swoboda, 2013, S.91).

Das Schulerfeedback als ein Teil der Kommunikation, die in der Schule als „[.] das zentrale Medium der Verstandigung, der Vermittlung, des Austausches oder allgemein des Miteinanders zwischen allen Beteiligten“ (BUHREN, 2015, S.7) gilt, scheint also ein wirkungsvolles Instrument zu sein. Deswegen soll in der vorliegenden Arbeit moglichst geklart werden, ob das Schulerfeedback tatsachlich eine Art Lernmotor fur die Schuler/innen sein kann und es eine besonders wirkungsvolle Maftnahme ist, um die Unterrichtsqualitat zu steigern. Dabei soll auch aufgezeigt werden, wie das Schulerfeedback als bewusstes Instrument der Kommunikation im Unterricht umgesetzt bzw. eingesetzt werden kann.

Zur besseren Verstandnis soll zunachst der Begriff und die Methode Feedback beleuchtet werden. Nach dieser terminologischen Eingrenzung soll sich uber die Methode des Schulerfeedbacks verstandigt werden. Es gilt vor allem zu klaren, wieso 4 | S e i t e Schulerfeedback im Unterricht eingesetzt werden sollte. Dabei soll sowohl auf die Bedeutung des Schulerfeedbacks fur die feedbackgebenden Schuler, als auch fur die feedbackempfangenden Lehrpersonen eingegangen werden. Im weiteren Verlauf wird noch die Umsetzung des Schulerfeedbacks thematisiert, wobei zum einem auf Voraussetzungen, Strategien und Inhalte, die nicht nur fur das Schulerfeedback, sondern allgemein fur die Methode des Feedbacks gelten, eingegangen werden soll. Zum anderen sollen explizit nur Formen des Schulerfeedbacks vorgestellt und bewertet werden. Abgeschlossen wird die Arbeit durch ein Fazit.

2. Feedback

2.1 Begriffsbestimmung

Der Begriff “ Feedback“ ist fur meisten Personen sicherlich ein vertrauter Begriff. Seinen Ursprung hat der Begriff Feedback im technischen Bereich. In der deutschsprachigen Literatur ist er namlich auf die Kybernetik, eine Wissenschaft, „[...]die sich mit den Gesetzmaftigkeiten der Steuerung, Regelung und Ruckkopplung [...] (von) Maschinen, Organismen und Gemeinschaften beschaftigt [...]“ (BROCKHAUS, 2005, S.519), zuruckzufuhren (vgl. BUHREN, 2015, S.11). Aufgrund dessen wird der Begriff Feedback oftmals auch als “Ruckkopplung“ ubersetzt. Da sich der Begriff der Kybernetik sowohl auf technische als auch biologische Systeme bezieht , ist es nachvollziehbar, dass der Begriff des Feedbacks heutzutage in vielen Wissenschaftsdisziplinen verwendet wird, u.a. in der Biologie, Elektrotechnik oder in der Kommunikationstheorie (vgl.ebd. S.11). In der Grundform des Feedback geht es dabei immer um einen sogenannten Regelkreis: A gibt einen Impuls an B, B meldet dann an A zuruck was es tut, wodurch A dazu veranlasst wird wiederum einen Impuls an B zu senden (vgl.ebd.).Die Ubertragung dieses Grundprinzips auf zwischenmenschliche Interaktion, Kommunikation oder Lernprozesse ist jedoch nicht so einfach, „[.] da die Formen und Wirkungen des Feedbacks (verglichen mit einem kybernetischen Regelkreis) sehr unterschiedlichen Bedingungen und Kontexten unterliegen [.]“ (BUHREN, 2015, S.11). Aus diesem Grund reichen die Bezeichnungen fur Feedback in der Psychologie, Padagogik und Sozialisation von Ruckkopplung, uber Resonanz, hin zu Ruckmeldung (vgl. BUHREN, 2015, S.11). Der Einfachheit halber wird in der Regel jedoch die englische Version Feedback verwendet (vgl. BUHREN, 2015, S.11).

2.2 Definition

Eine Definition von Feedback vorzunehmen ist schwierig. Die Mehrzahl an unterschiedlichen Ubersetzungen zeigen auf, dass es sich beim Feedback um kein einheitliches Konzept handelt, „[.] selbst innerhalb ein und derselben Wissenschaftsdisziplin“(BUHREN, 2015, S.11). Auch wird Feedback oftmals mit erklarenden Erganzungen verbunden, beispielsweise gibt es u.a. das Individualfeedback, Gruppenfeedback oder das Systemfeedback, welche die Grundformen des Feedbacks sind und sich wiederum noch in unterschiedliche Verfahren differenzieren lassen (vgl. BUHREN, 2015, S.25). Laut Buhren (2015) wird damit nur einer eindeutigen Definitionsgebung aus dem Weg gegangen (vgl. ebd., S.11).In Anbetracht dieser Problematik wird der Fokus im Folgenden, angepasst an die Leitfrage der Arbeit, auf dem Feedback in der Kommunikationstheorie liegen.

Laut der beiden amerikanischen Psychologen Joseph Luft und Harry Ingham ist Feedback „[.] keine Bewertung oder Beurteilung, sondern die Fremdwahrnehmung einer anderen Person bezogen auf eine Selbstaufterung von mir, sei es als Frage formuliert, als Selbstoffenbarung oder als Bitte um Stellungnahme“ (BUHREN, 2015, S.19). Und laut des neuseelandischen Padagogen John Hattie ist Feedback eine „[.] Information, die von einem Vermittler (z.B.: Lehrer/-in, Mitschuler/-in, Buch, Elternteil oder die eigene Erfahrung) uber Aspekte der eigenen Leistung oder des Verstehens gegeben wird“ (vgl. SCHWETZ/ SWOBODA, 2013, S.91). Werden diese beiden Begriffsbestimmungen kombiniert, kann folgende Definition aufgestellt werden:

Feedback ist eine Fremdwahrnehmung einer anderen Person bzw. eine subjektive Ruckmeldung uber eine verbale oder nonverbale SelbstauRerung, wobei sie uns Informationen uber Aspekte der eigenen Leistung oder des Verstehens liefert.

Somit ist der Feedbackgeber zum einen keineswegs nur ein unbeteiligter Beobachter, da sonst auch „[...] eine Aufzeichnung mit digitalen Geraten genugen (wurde)“ (Walter, 2010, S.9). Zum anderen ist Feedback somit auch immer eine Reaktion auf einen Impuls des Feedbacknehmers (vgl. BUHREN, 2015, S.19). Die Kombination der Definitionen von Luft/Ingham (1955) und Hattie (2013) macht aus meiner Sicht am besten deutlich was hinter dem Begriff Feedback steckt - vor allem im Hinblick auf die Beantwortung der Leitfrage- und soll damit als Grundlage fur die nachfolgende Erarbeitung dienen.

2.3 Feedback als MaEnahme zur Veranderung von Unterricht

Ausgehend von unserer Definition, bietet Feedback u.a. die Moglichkeit die Sichtweisen und Perspektiven des anderen kennenzulernen sowie die eigenen Erfahrungen und Sichtweisen zu optimieren oder zu erweitern, was gleichbedeutend mit der Unterstutzung bzw. Anregung des individuellen Lernens ist (vgl. BASTIAN et.al., 2007, S.89). Somit ist Feedback eine Reflektionshilfe sowohl fur die Schuler/innen, als auch fur die Lehrpersonen. Generell wird Feedback dazu benutzt, sich und den anderen zu helfen. Unter diesem Aspekt geht es aber weniger um das Aufdecken von Fehlern und Schwachen des Anderen oder um Aufterung von Kritik. Feedback ist kein Beurteilungsinstrument, sondern dient vielmehr als Entwicklungsinstrument (vgl. LANDwEHR, 2003, S.14 f.). Die Schuler/innen sollen dadurch zu bewussten Mitakteuren des Lehr-Lernprozesses werden. Und damit Feedback als Entwicklungsinstrument fungieren kann, darf Unterricht keine Einbahnstrafte, sondern muss eine Interaktion zwischen Lehrperson und Lernendem sein. Dabei ist es von grofter Bedeutung, dass Feedback nicht nur von der Lehrperson zum Schuler, sondern in gleicher weise vom Schuler zur Lehrperson stattfindet. Somit sind das “Miteinander ins Gesprach kommen“ und das “im Gesprach bleiben“ das Herzstuck von Feedback (vgl. BASTIAN et.al., 2007, S.90). Des weiteren mussen sich Schuler und Lehrperson regelmaftig und systematisch mit der Qualitat ihrer gemeinsamen Arbeit auseinander setzen. Das bedeutet, dass sie trainieren mussen, z.B. Erfolge oder Starken und Schwachen, wahrnehmen und auftern zu konnen, damit Feedback selbstverstandlich praktiziert und fest in den Unterricht integriert werden kann.

3. Schulerfeedback

Ein erster Einblick in die Methode des Feedbacks ist erbracht und es steht fest, dass Feedback eine Methode sein kann, um Unterricht zu verandern. Da laut dem Padagogen Hattie (2013) Feedback am wirkungsvollsten ist, wenn es von Schulern an Lehrer gegeben wird, soll im Folgenden das Schulerfeedback im Fokus der Arbeit stehen (vgl. SCHWETZ/ SWOBODA, 2013, S.91).Bevor es zur ausfuhrlichen Auseinandersetzung mit der Umsetzung von (Schuler-)Feedback kommt, soll vorab geklart werden, welchen Nutzen Schulerfeedback sowohl fur die Lehrperson, als auch fur den Lernenden selbst haben kann.

3.1 Nutzen des Schulerfeedbacks

Unterrichtssituationen weisen eine hohe Komplexitat auf, wodurch es im unterrichtlichen Handeln oftmals zu Wahrnehmungsverzerrungen kommen kann. Falls beispielsweise gesetzte Unterrichtsziele verfehlt werden, mussen nicht unbedingt die Schuler die Verantwortung dafur tragen. Die Ursache bzw. der Ausloser kann namlich auch die Lehrperson sein. Somit ist es zwingend notwendig, dass sich im Unterricht bewusst und kritisch damit auseinandergesetzt wird. Genau hierbei kann das Schulerfeedback helfen, da es u.a. uber die erwunschten und unerwunschten Auswirkungen des eigenen Agierens informiert.

3.1.1 Nutzen des Schulerfeedbacks fur die feedbackempfangende Lehrperson

Lehrpersonen gehen aus dem Unterricht heraus und sind dabei nicht selten der Meinung, dass alles gut funktioniert hat. Doch die Informationen, ob man seine Ziele erreicht hat, die Inhalte verstanden wurden, die Methoden funktioniert haben oder ob die genutzten Medien brauchbar waren, bleiben oftmals “auf der Strecke“. Und aus welchem Grund? Weil diese Antworten nur der Schuler geben kann. Deswegen sollten die Lehrpersonen die Schuler fragen, ob dies alles der Fall ist, um dann mit den gesammelten Informationen die nachste Unterrichtsstunde planen zu konnen.

Durch den Einsatz von Schulerfeedback erhalt die Lehrperson somit wichtige Informationen fur die Einschatzung bzw. Beurteilung der Qualitat des eigenen 8 | S e i t e unterrichtlichen Handelns (vgl. Landwehr, 2003, S.22). Dies fuhrt zum einen dazu, dass die Lehrperson Einblick in die Erwartungen der Schuler bekommt, zum anderen, dass sich die Lehrperson mit den Auswirkungen ihres eigenen Handelns befassen. Auch erfahrt die Lehrperson mithilfe des Schulerfeedbacks, wie die Schuler/innen ihr (Lehrer-)Verhalten wahrnehmen, wodurch sich bei der Lehrperson gleichzeitig eine hohere Sensibilitat fur die Sichtweise und das Unterrichtserleben der Schuler entwickelt (vgl. LANDWEHR, 2003, S.22.). Und anhand dieser Informationen erhalt die Lehrperson zudem eine wichtige Grundlage, um die eigene Professionalitat zu verbessern (vgl.ebd.). Des Weiteren kann Schulerfeedback die Lehrperson auf langere Sicht entlasten, da die Schuler/innen, durch die Kooperation mit der Lehrperson, zu bewussten Mitakteuren des Lehr-Lernprozesses werden und somit aktiver in diesen Prozess eingreifen konnen.

3.1.2 Nutzen des (Schuler-) Feedbacks fur die feedbackgebenden Schuler

Durch ihr Feedback an die Lehrperson erhalten die Schuler/innen die grundlegende Moglichkeit, sich offiziell uber ihre Unterrichtserfahrungen und uber die Lehrperson zu auftern (vgl. Landwehr, 2003, S.22). Auch konnen die Schuler/innen ihre Erwartungen und Wunsche differenziert darstellen (vgl.ebd.). Sie werden also an der Unterrichtsentwicklung beteiligt, konnen somit die wirksamkeit ihres Feedbacks erfahren und werden zu bewussten Mitakteuren des Lehr- Lernprozesses, wodurch sie sich wiederum als Personen ernst genommen fuhlen (vgl. ebd.). Das Schulerfeedback sorgt insofern auch fur einen Perspektivenwechsel, bei dem die haufig vernachlassigte Sichtweise der Schuler neu zur Geltung kommt. Aufterdem ist zu erwahnen, dass die Schuler/innen mithilfe des Feedbacks die Sichtweisen und Erfahrungen ihrer Klassenkameraden kennenlernen und somit die eigene wahrnehmung relativieren konnen (vgl. ebd.). Zudem ist nicht aufter Acht zu lassen, dass die Lernenden in Feedbackgesprachen, mit Rucksicht auf bestimmte festgelegte Regeln und auf Grundlage der erhaltenen subjektiven Ruckmeldung, eine qualifizierte Aufterung abzugeben lernen.

3.2 Umsetzung von Schulerfeedback

Ein entscheidender Gesichtspunkt beim Realisieren von Schulerfeedback ist das “ins Gesprach kommen“ mit den Schuler/innen uber ihr Lernen. Mogliche Einstiegsfragen, die sich von Lehrperson und Schuler gemeinsam gestellt werden, konnen dabei beispielsweise sein: Wie konnen wir den Unterricht verbessern? Was kann ich als Lehrperson/ als Schuler zur Verbesserung des Unterrichts beitragen? Es ist sozusagen ein gemeinsames “Licht ins Dunkel der Lernprozesse bringen“. Grundlage fur die Realisierung von Schulerfeedback ist zum einen, dass Lehrperson und Schuler/in gemeinsam dafur Verantwortung tragen fur das, was im Unterricht passiert, und zum anderen das Lernen verstehen wollen. Auf diese Weise wollen sie daruber Kenntnis erlangen, was ihnen beim Lernen hilft, sowie was jede Seite dazu beisteuern kann, ein besseres Verstandnis vom Lernen zu erlangen, um es letztendlich zu verbessern. Des Weiteren muss Schulerfeedback, damit es umgesetzt werden bzw. seine Leistung entfalten kann, in die Schulentwicklung insgesamt eingebunden werden (vgl. EIKENBUSCH, 2013, S.15). Beispielsweise durch „schulergerechte und konkrete Formulierung des Schulprogramms (u.a.: [...] Uber welche Inhalte, Methoden, Arbeitsformen konnen Schulerinnen und Schuler mitbestimmen?); (oder durch - Anm. d. Verf.) [...] Mitwirkung von Schulern bei der Planung, Durchfuhrungen und Auswertung von (kleinen) Evaluationsvorhaben zu Kernbereichen der Schule (z.B. zu Hausaufgaben, Lernformen.), insbesondere bei Beobachtungen und deren Auswertung [.]“ (EIKENBUSCH, 2013, S.15).

3.2.1 Voraussetzungen

Damit Schulerfeedback uberhaupt funktionieren kann, muss die Lehrperson zum einen grundsatzlich offen fur die Ruckmeldungen der Schuler/innen sein, zum anderen ein echtes Interesse an deren Ruckmeldungen haben. Ansonsten kann der Unterricht nicht gemeinsam verandert und/oder verbessert werden. Eine weitere Voraussetzung ist das Beachten der Urteilskompetenz der Schuler/innen. Als Lehrperson sollte versucht werden Unterrichtsthemen zu wahlen, zu denen die Lernenden auch in der Lage sind ein Urteil zu geben (vgl. LANDWEHR, 2003, S.20). Themen, die sich besonders eignen, da die Urteilsfahigkeit der Lernenden dabei hoher ist als die der Lehrperson, sind z.B.: Verstandlichkeit der Darbietungen oder aktueller Nutzen des Gelernten (vgl. Landwehr, 2003, S.20). In diesem 10 | S e i t e Zusammenhang ist zu erwahnen, dass sich die Lehrperson zudem nur zu denjenigen Themen ein Feedback einholen sollte, bei denen auch tatsachlich eine Veranderung und bei denen seitens der Schuler/innen eine Veranderungsbereitschaft vorhanden ist (vgl. LANDWEHR, 2003, S.20). Andernfalls kann das Feedback namlich kontraproduktiv sein und zu Unzufriedenheit bei allen Beteiligten fuhren (vgl. ebd., S.20).

Weiterhin sollten die Schuler/innen vor dem Einsatz des Schulerfeedbacks ausgiebig mit dem Sinn und Nutzen der Methode vertraut gemacht werden. Die entscheidende Frage lautet : “ Warum machen wir das?“. Dabei kann es auf Seiten der Lernenden sicherlich auch zu Bedenken bezuglich der Methode des Feedbacks kommen. Solche Falle gilt es als Lehrperson ernst zu nehmen und sich damit auseinander zu setzen.

3.2.2 Strategien

Damit der Einsatz von (Schuler-)Feedback im Lehr- Lernprozess effektiv sein kann muss dieser bestimmte Kriterien erfullen (vgl. GRANZER/ WAACK, 2013, S.34). Es wird dabei zwischen Aspekten sogenannter Feedback- Strategien und dem Feedback­Inhalt unterschieden, wobei sich diese jeweils in mehrere Kriterien bzw. Dimensionen unterteilen (vgl. ebd., S.34). Zunachst sollen die Aspekte der Feedback- Strategien thematisiert werden. Dabei ist anzumerken, dass sich die Strategien nur auf das Feedback von Lehrpersonen an Schuler/innen beziehen. Da jedoch das Feedback, was Lehrpersonen den Lernenden geben genauso wichtig ist, wie das Feedback der Lernenden an Lehrpersonen, ist es aus meiner Sicht sinnvoll auf die Feedback- Strategien einzugehen (vgl. ebd. S.32).

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Schülerfeedback als Lernmotivation und Methode zur Steigerung der Unterrichtsqualität? Bedeutung und Wirkung für den Schulunterricht
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,0
Jahr
2015
Seiten
25
Katalognummer
V1030643
ISBN (eBook)
9783346444288
Sprache
Deutsch
Schlagworte
schülerfeedback, lernmotivation, methode, steigerung, unterrichtsqualität, bedeutung, wirkung, schulunterricht
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Schülerfeedback als Lernmotivation und Methode zur Steigerung der Unterrichtsqualität? Bedeutung und Wirkung für den Schulunterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030643

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