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Frühe Hilfen zwischen Prävention und Intervention. Herausforderungen, Chancen und Grenzen für die Soziale Arbeit

Title: Frühe Hilfen zwischen Prävention und Intervention. Herausforderungen, Chancen und Grenzen für die Soziale Arbeit

Bachelor Thesis , 2016 , 36 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Claudia Arlt (Author)

Social Work
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Diese Bachelorthesis befasst sich mit dem Thema „Frühe Hilfen zwischen Prävention und Intervention“. Dabei widmet sie sich im Besonderen der Theorie der Lebensweltorientierung. Die Fragestellung zum Thema lautet: Wie kann ich als sozialpädagogische Fachkraft an der Schnittstelle zwischen Prävention und Intervention unter dem Aspekt der Lebensweltorientierung arbeiten und welche Herausforderungen, Chancen oder auch Grenzen ergeben sich daraus für die Soziale Arbeit?

Im ersten Teil meiner Bachelorthesis werde ich mich mit der Theorie der Lebensweltorientierung auseinandersetzen, um danach überzuleiten zur Entstehungsgeschichte der Frühen Hilfen. In diesem Kapitel werde ich darlegen, auf Grund welcher Sachlage die Frühen Hilfen entstanden sind und welche Zwischenschritte auf dem Weg zur Bundesinitiative genommen wurden.

Im dritten Kapitel werde ich mich zum einen den Definitionsbestimmungen von Frühen Hilfen und Prävention zuwenden und mich zum anderen dem Themenkomplex von Frühen Hilfen und dem Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung widmen.
Danach werde ich auf Grundlage der theoretischen Aspekte der Lebensweltorientierung und der Arbeitsweisen der Frühen Hilfen Verbindungen ziehen, um aufzuzeigen, wo und wie in den Frühen Hilfen lebensweltorientiert gearbeitet wird. Schlussendlich werde ich eine Zusammenfassung der gesammelten Erkenntnisse verfassen und meine handlungsleitende Frage für mich beantworten. Diese von mir untersuchte Frage kann dazu dienen, sich seines Arbeitsauftrages, unter Berücksichtigung einer in der Sozialen Arbeit relevanten Theorie, in den Frühen Hilfen, (noch) besser bewusst zu werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Theorie und Lebensweltorientierte Soziale Arbeit

1. 1 Konzept und Menschenbild

1.2 Theoretischer Hintergrund

1.3 Lebenswelt als Bezugspunkt

1.4 Die Struktur- und Handlungsmaxime

2. Die Entwicklung der Frühen Hilfen in Deutschland

2.1 Aktionsprogramm der Bundesregierung

2.2 Kinderschutzgipfel 2007 und 2008

2.3 Bundeskinderschutzgesetz

2.4 Frühe Hilfen im Bundeskinderschutzgesetz

2.5 Nationales Zentrum Frühe Hilfen

3. Frühe Hilfen und Prävention

3.1 Begriffsbestimmung „Frühe Hilfen“

3.2 Definition „Frühe Hilfen“ des Nationalen Zentrums

3.3 Begriffsbestimmung „Prävention“

3.4 Das Präventionsverständnis von Frühen Hilfen und der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung

4. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in den Frühen Hilfen

4.1 Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in Familien

4.2 Die Handlungsmaxime der Lebensweltorienierung bezogen auf die Arbeitsweisen der Frühen Hilfen

5. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, wie sozialpädagogische Fachkräfte unter Anwendung der Theorie der Lebensweltorientierung an der Schnittstelle zwischen präventiven Frühen Hilfen und notwendigen Interventionen bei Kindeswohlgefährdung professionell agieren können, um Herausforderungen zu bewältigen und Chancen für Familien zu nutzen.

  • Grundlagen der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit.
  • Entstehungsgeschichte und rechtlicher Rahmen der Frühen Hilfen in Deutschland.
  • Differenzierung zwischen Prävention, Intervention und Schutzauftrag.
  • Praktische Anwendung der Struktur- und Handlungsmaximen in der Familienarbeit.
  • Umgang mit Stigmatisierung, Kontrolle und dem Graubereich zwischen Unterstützung und Gefahrenabwehr.

Auszug aus dem Buch

3.3 Begriffsbestimmung „Prävention“

Der Begriff „Prävention“ bedeutet, dass Krankheiten oder Schädigungen durch vorbeugende Maßnahmen vermieden und Risiken sowie Belastungsfaktoren reduziert werden. Prävention lässt sich in verschiedenen Disziplinen finden. Bereiche, in denen über den Begriff der Prävention im umfassenderen Maße Überlegungen getätigt werden sind beispielsweise: die Medizin, die Pädagogik oder die Kriminologie. Prävention als Überbegriff kann unterschieden werden in drei Unterbegriffe: der Primärprävention, der Sekundärprävention sowie der Tertiärprävention. Bei der Primärprävention wird versucht, ätiologische Aspekte sozialer Problemlagen zu erfassen und sie aufzugreifen. Es sollen demnach Voraussetzungen und Bedingungen für eine gelingende Sozialisation geschaffen werden.

Sollte es nicht gelingen, gedeihliche Voraussetzungen für alle zu schaffen, so soll zumindest die Entwicklung sozialer Problemlagen bei hoch gefährdeten Gruppen verhindert bzw. minimiert werden. Anders als bei der Primärprävention zielt die Sekundärprävention also nicht auf alle ab, sondern auf Risikogruppen.

Tertiäre Prävention soll die Folgen einer bereits zutage getretenen körperlichen oder psychischen Störung minimieren sowie die Stärkung allgemeiner Ressourcen fördern. Das Zentrum Frühe Hilfen unterscheidet Prävention wie folgt: Es gibt zum einen universelle und primärpräventive Maßnahmen, die sich grundsätzlich an alle Familien richten, unabhängig davon, ob bereits Belastungslagen bestehen. Primärpräventive Maßnahmen wollen Ursachen, die für das Auftreten von Problemen zuständig sind, vermeiden. Sekundärpräventive Angebote zielen auf ein frühzeitiges Erkennen von Risiken ab. Sie sind spezifisch an Risikogruppen gerichtet. Angebote der Sekundärprävention wollen das Auftreten von Problemen und Belastungen verhindern bzw. abmildern.

Sann und Kindler beschreiben drei verschiedene Herangehensweisen mit der Herausforderung präventiver Angebote umzugehen. Zum einen können präventive Maßnahmen allen Familien mit Kindern und Schwangeren angeboten werden. Sie nennen diesen Ansatz „universelle Präventionsstrategie“. Bei diesem sehr globalen Ansatz könnten durchaus auch die Familien erreicht werden, bei denen es ohne präventive Unterstützungsmaßnahmen zu Vernachlässigung oder Misshandlung gekommen wäre.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Theorie und Lebensweltorientierte Soziale Arbeit: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der Lebensweltorientierung als wissenschaftliches Rahmenkonzept und stellt dessen Bedeutung für das professionelle Handeln in der Sozialen Arbeit dar.

2. Die Entwicklung der Frühen Hilfen in Deutschland: Es wird die historische Genese der Frühen Hilfen, ausgehend von medialen Kinderschutzdebatten bis hin zur gesetzlichen Verankerung im Bundeskinderschutzgesetz, nachgezeichnet.

3. Frühe Hilfen und Prävention: Das Kapitel definiert Frühe Hilfen und Prävention, setzt diese zueinander in Beziehung und thematisiert kritisch die Schnittstelle zum staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung.

4. Lebensweltorientierte Soziale Arbeit in den Frühen Hilfen: Hier erfolgt der Transfer der theoretischen Handlungsmaximen auf die praktische Arbeit in Familien, wobei Chancen und Herausforderungen für Fachkräfte im Zentrum stehen.

5. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse und reflektiert das Spannungsfeld, in dem sich die Soziale Arbeit zwischen präventiver Unterstützung und der Intervention bei Kindeswohlgefährdung bewegt.

Schlüsselwörter

Frühe Hilfen, Lebensweltorientierung, Soziale Arbeit, Prävention, Intervention, Kindeswohlgefährdung, Bundeskinderschutzgesetz, Handlungsmaxime, Familienhebammen, Unterstützungsangebote, Kinderschutz, Sozialpädagogik, Alltagsorientierung, Partizipation, Risikomanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Tätigkeitsfeld der Frühen Hilfen an der Schnittstelle zwischen präventiven Angeboten und dem staatlichen Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung aus der Perspektive der lebensweltorientierten Sozialen Arbeit.

Welches ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sozialpädagogische Fachkräfte mit Hilfe der Theorie der Lebensweltorientierung professionell in den Frühen Hilfen arbeiten können und welche Herausforderungen und Grenzen sich dabei ergeben.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Lebensweltorientierung, die Entwicklung der Frühen Hilfen in Deutschland, Definitionen von Prävention und die Anwendung von Struktur- und Handlungsmaximen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender wissenschaftlicher Konzepte, Berichte und Rechtsgrundlagen, die in Bezug auf die Arbeitsweise in den Frühen Hilfen reflektiert werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehung der Frühen Hilfen, definiert die Begrifflichkeiten, erarbeitet die Verbindung zwischen Theorie und Praxis und reflektiert das Handeln der Fachkräfte in belasteten Familiensituationen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Frühe Hilfen, Lebensweltorientierung, Prävention, Intervention und der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung.

Wie unterscheidet sich die Arbeit der Frühen Hilfen von den klassischen Hilfen zur Erziehung?

Während Hilfen zur Erziehung bei manifesten Problemlagen mit Hilfeplanung ansetzen, zielen Frühe Hilfen primär auf niedrigschwellige, präventive Unterstützung ab, oft bevor eine differenzierte Jugendhilfe-Diagnostik erfolgt.

Welche Rolle spielt die Stigmatisierung in den Frühen Hilfen?

Ein zentraler Punkt der Arbeit ist die Erkenntnis, dass nicht die Hilfeangebote selbst stigmatisierend wirken, sondern die öffentliche Verknüpfung der Frühen Hilfen mit Kindesvernachlässigung und Misshandlung.

Warum wird die Theorie der Lebensweltorientierung als „Werkzeug“ betrachtet?

In Anlehnung an Herwig-Lempp werden Theorien als Werkzeuge genutzt, um in der jeweiligen Situation professionell entscheiden zu können, welches Vorgehen den Adressaten und gesellschaftlichen Bedingungen am besten gerecht wird.

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Details

Title
Frühe Hilfen zwischen Prävention und Intervention. Herausforderungen, Chancen und Grenzen für die Soziale Arbeit
College
Catholic University for Applied Sciences Berlin
Grade
1,7
Author
Claudia Arlt (Author)
Publication Year
2016
Pages
36
Catalog Number
V1030662
ISBN (eBook)
9783346446091
ISBN (Book)
9783346446107
Language
German
Tags
Soziale Arbeit Prävention Jugendamt Netzwerk Frühe Hilfen Nationales Zentrum Frühe Hilfe Bundeskinderschutzgesetz
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Claudia Arlt (Author), 2016, Frühe Hilfen zwischen Prävention und Intervention. Herausforderungen, Chancen und Grenzen für die Soziale Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030662
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