Erkundungs- und Spielverhalten


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

7 Seiten, Note: 14 Punkte


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Gliederung:

1. Einleitung: Versuch Hausmaus

2. Definition: Erkundungsverhalten

3. Definition: Spielverhalten

4. Welche Tiere weißen dieses Verhalten auf?

5. Biologischer Sinn

6. Vergleich: Spielende Tiere - nicht spielende Tiere

7. Spiel im Erwachsenenalter

8. Vorraussetzungen für das Spielverhalten

9. Spielgesicht

10.Makakenweibchen „Imo“ und Zusammenfassung

11.Video

Quellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

http:www.cuxonline.de/bleicken/jufo/verhmaus.htm

1. Einleitung: Versuch Hausmaus

- Versuch wurde von einer 10.Klasse bei einem Wettbewerb durchgeführt - Aufgabe: „Was tut eine Maus, wenn sie sich in einer ungewohnten Umgebung befindet?“

Versuch:

- Teil des Terrariums wurde mit Stück Pappe abgeschirmt
- Streu besonders hoch eingeschüttet
- Abgeschirmte Teil von Spielzeug befreit

Beobachtung:

- Maus probierte an Wänden hoch zulaufen
- Schaffte es nicht weil Wände so glatt waren
- Danach probierte sie zu springen
- Konnte Hindernis auch so nicht überwinden, weil Wände 30cm hoch sind
- Dann probierte sie unter Pappe durchzukommen, schaffte es auch nicht
- Sie hatte bereits gemerkt, dass sie an den Seiten auch nicht vorbeikommt
- Nachdem alle Versuche gescheitert waren, versuchte sie zu graben
- Da sie sich erst durch das Streu arbeiten musste, dauerte es eine Weile, bis sie Pappe sozusagen ausgegraben hatte.
- Nun konnte sie sich durch schmalen Spalt zwischen Pappwand und Terrarienboden durchzwängen
- Erreichte endlich gewohnte Umgebung
- Beschäftigte sich mit vertrauten Laufrad

2. Definition: Erkundungsverhalten

- Maus musste die neue Umgebung erst erkunden
- Sobald sie sich ungestört fühlte und keine Angst mehr hatte lief sie überall herum Und probierte alle Möglichkeiten aus wieder auf die andere Seite zu gelangen
- dieses Beschriebene Verhalten nennt man Erkundungs- oder Neugierverhalten
- Auffällig für dieses Verhalten ist , dass d. Maus immer wieder Versuchte d. Wand hoch zuklettern oder darüber zu springen
- D. Maus nimmt mit ihren Sinnes- und Erfolgsorganen Kontakt auf, entfernt sich wieder, um sich kurz darauf, oft in etwas anderen Verhaltensweisen wieder zu nähren.
- Dadurch bezieht Maus den Käfig nicht nur in ihr Verhalten ein, sondern geht auch in vielfältiger Weiße damit um und lernt ihn so besser kennen
- Das Distanzieren von d. ersten Handlung ist Vorraussetzung für die folgende Handlung und damit für die Vielfältigkeit der Erkundung
- Auch bei Kleinkindern kann man eine solche Handlungsfolge beobachten
- Neuer Gegenstand wird ergriffen, zum Mund geführt, bekaut, dann fortgelegt und wieder ergriffen
- Erkundungs- oder Neugierverhalten ist also ein Verhalten, dass zwischen der frühen Kindheit und dem Erwachsenenalter auftritt
- In diesem Zeitabschnitt erkunden Tiere ihre Umwelt instinktiv
- Und suchen sogar vertraute Gegenstände auf um sie zu untersuchen
- Erkundungs- und Neugierverhalten gehen fließend ins Spielverhalten über

3. Definition: Spielverhalten

- wenn Lebewesen spielen, tun sie dies ohne einen erkennbaren äußeren Zweck zu verfolgen
- wollen weder ihrem Artgenossen „ernsthaft“ Beute abjagen noch wollen sie ihn im Kampf „ernsthaft“ verletzen
- dennoch sind d. Spielenden mit sehr großem Ernst bei der Sache und verwenden sehr viel Energie darauf, ihre Ziele zu erreichen
- dazu kommt, dass spielende Tiere durch ihre Unachtsamkeit oft Leib und Leben riskieren
- Spielverhalten enthält sowohl angeborene als auch erlernte Verhaltensanteile

4. Welche Tiere weißen dieses Verhalten auf?

- Um d. biologischen Sinn des Spielverhaltens zu klären, muss man beachten, welche Tiere überhaupt spielen:
- Untersuchungen haben gezeigt, nur lernfähige Tiere spielen
- handelt sich meist um Säugetiere, die auch über ein ausgeprägtes Erkundungsverhalten verfügen
- dazu gehören zum Beispiel: Primaten, viele Raubtiere, manche Nagetiere (Ratten) aber auch Vögel
- Reptilien, Lurche oder Fische sind nur ansatzweise neugierig

5. Biologischer Sinn:

- da es sich in der Regel um junge spielende Tiere handelt, erwerben diese im Spiel offensichtlich Kenntnisse, die später für sie von Nutzen sind
- Das Spielen stellt also für die Tiere somit eine wichtige Entwicklungsförderung dar
- Lernen den Umgang mit Vielzahl von Gegenständen
- Üben bestimmte Bewegungsabläufe
- Hunde und Katzen üben z.b. untereinander, wie sie Beute fangen, packen und schließlich töten
- Kennzeichnend für diese Kämpfe ist die absolute Beißhemmung und der rasche Rollenwechsel zwischen den Tieren (Überlegener Hund wird abrupt zum Unterlegenen und umgekehrt)
- überdies können Verhaltensweisen verschiedener Funktionskreise erstaunlich frei miteinander kombiniert werden( z.b. Elemente des Kampf- und Beutefangspiels)
- durch Spielen wird insbesondere die geistige und soziale Entwicklung der jungen Tiere gefördert
- Spielen regt das Wachstum der Großhirnrinde und die Verknüpfung der Zentralnervösen Strukturen an

6. Vergleich: Spielende Tiere- nicht spielende Tiere

- Nagetiere, die in anregender Umgebung mit vielen Reizen spielen, sind nachgewiesenermaßen lernfähiger, flexibler und reagieren effektiver auf neue Situationen als Artgenossen, die in reizarmer Umgebung fast ohne Spielmöglichkeiten aufwachsen
- Tiere die am Spielen gehindert werden, zeigen später auffällige Verhaltensstörungen

7. Spiel im Erwachsenenalter

- wenige Tierarten spielen auch im Erwachsenenalter
- z.B.: Primaten, Delfine, Raubtiere, Nager und Huftiere
- Es scheint, dass bei allen Tiergruppen, bei denen das Spiel überhaupt vorkommt, prinzipiell auch die erwachsenen Tiere spielen
- Wenngleich sie dies auch vergleichsweise selten tun
- Bei Delfinen lassen sich auch bei erwachsenen Tieren noch erstaunliche Spielleistungen beobachten

8. Vorraussetzung für das Spiel:

- Vorraussetzung dafür, dass Tiere überhaupt spielen, ist ein entspanntes Umfeld
- Es muss frei von akuten Lebenszwängen und Bedürfnissen sein
- Ein solches Umfeld existiert meist im Schutz der Elterntiere

9. Spielgesicht:

- einige Tiere und auch der Mensch zeigen bei der Aufforderung zum Spiel oft ein Spielgesicht
- man nennt es wegen dem offenem Mund auch „Mund-Offen-Gesicht“

10. Makakenweibchen Imo und Zusammenfassung:

Japanische Wissenschaftler auf der Insel Koshima fütterten in den 50-er Jahren Rotgesichtsmakaken am Strand mit Süßkartoffeln, um sie so besser beobachten zu können.

Ein 16 Monate altes Makakenweibchen namens Imo wurde 1953 zum ersten Mal dabei beobachtet, wie es die sandigen Süßkartoffeln zum Wasser brachte, wusch und anschließend aß. Das Kartoffelwaschen entwic kelte sich bei Imo zur Gewohnheit und wurde bald von Artgenossen, vor allem gleich alten Makaken, nachgeahmt. Innerhalb einer Zeit von 10 Jahren breitete sich diese Verhaltensweise fast über die gesamte Population hin aus- mit Ausnahme der über 12Jahre alten Tiere.

Es scheint durchaus typisch, dass die „Erfindung“ des Kartoffelwaschens von einem jungen Tier ausging, denn diese sind durch ihre Neugierde und ihr Spielverhalten eine Maßgebliche Quelle für Neuerungen- die dann in der Regel von den älteren und sich eher konservativ verhaltenden Tieren nur langsam übernommen werden.

War Imo nun ein besonders intelligentes Makakenweibchen?

Vermutlich machte Imo ihre Entdeckungen rein zufällig und lernte dann, diese für ihre Zwecke zu nutzen. Eine besondere Einsicht in ihr Handeln muss bei ihr nicht zwangsläufig

Angenommen werden. Es ist zwar kaum möglich, etwas über Imos Gedankenprozesse zu sagen, dennoch scheint Imo ein besonders intelligentes Makakenweibchen gewesen zu sein.

Denn nur zwei Jahre später, nach ihrer ersten Entdeckung erfand Imo noch eine weitere Methode der Nahrungssäuberung. Die japanischen Wissenschaftler hatten am Strand Reiskörner ausgestreut und die Makaken sammelten jedes Korn einzeln vom Boden auf. Imo dagegen, nahm eine Handvoll des SandReis-Gemisches und warf es ins Wasser. Der Sand sank zu Boden und der an der Wasseroberfläche schwimmende Reis konnte leicht abgeschöpft werden. Auch diese Verhaltensweise breitete sich in der Population aus.

Zusammenfassung:

Zusammenfassend lassen sich einige Merkmale von Spielen festhalten:

- Im Spiel werden keine äußerlich ersichtlichen Ziele verfolgt (der „Ernst“ fehlt)
- Elemente verschiedener Funktionskreise werden relativ frei von den Spielenden Kombiniert
- Handlungsbereitschaften, die lebenswichtige Funktionen betreffen, Hemmen das Spielverhalten (z. B. Hunger)
- Das Spiel strebt keiner Endhandlung zu, die das Spielverhalten beendet
- Solange keine anderen Handlungsbereitschaften aktiviert werden, ist das Spielverhalten in einem entspannten Umfeld nahezu „unersättlich“ ( das Beutefangspiel ist als nicht mit dem Ergreifen des Beutetiers beendet, sondern schon im nächsten Moment wieder neu ausösbar).
- Spielverhalten ist oft mit Neugierde und Erkundungsverhalten eng Verknüpft.

Arbeitsblatt: Erkundungs- und Spielverhalten

1. Erkundungsverhalten

- Zeitabschnitt zwischen früher Kindheit und Erwachsenenalter
- Tiere erkunden ihre Umwelt intensiv
- Behandeln jeden neuen Gegenstand erst als Feind ( Tier nährt sich, entfernt sich, greift an, beist Gegenstand oder trägt ihn weg)
- geht fließend ins Spielverhalten über

2. Spielverhalten

- lustbetontes Ausprobieren von Verhaltensweisen ohne Ernstbezug
- typisches Verhalten bei Jungtieren
- beim Spielen werden Erfahrungen über den eigenen Körper (Körperspiele), über das Verhalten gegenüber Artgenossen (Sozialspiele) und über die Umgebung (Objektspiele) gesammelt
- im Spiel können Verhaltensweisen geübt werden, die erst im Erwachsenenalter voll ausreifen (z. B. Sexual- und Beutefangverhalten)

3. Welche Tiere weißen dieses Verhalten auf?

- lernfähige meist junge Tiere
- überwiegend Säugetiere, die über ausgeprägtes Erkundungsverhalten verfügen
- zum Beispiel: Primaten, viele Raubtiere, manche Nagetiere (Ratten), aber auch Vögel

4. Biologischer Sinn:

- junge Tiere erwerben Kennt nisse die später für sie von Nutzen sind
- Spielen stellt also wichtige Entwicklungsförderung dar
- Lernen Umgang mit Vielzahl von Gegenständen
- Üben bestimmte Bewegungsabläufe
- Kennzeichen: absolute Beißhemmung, rasche Rollenwechsel zwischen den Tieren
- Junge Hunde und Katzen üben untereinander wie sie Beute fangen, packen und schließlich töten
- Verhaltensweisen verschiedener Funktionskreise (Kampf- und Beutefangspiel) können frei miteinander kombiniert werden
- Geistige und soziale Entwicklung der jungen Tiere wird gefördert
- Spielen regt Wachstum der Großhirnrinde und Verknüpfung der zentralnervöse Strukturen an

5. Vergleich: Spielende Tiere - nicht spielende Tiere

- Tiere, die in anregender Umgebung mit vielen Reizen spielen sind nachgewiesenermaßen lernfähiger, flexibler und reagieren effektiver auf neue Situationen als Artgenossen, die in Reizarmer Umgebung fast ohne Spielmöglichkeiten aufwachsen
- Tiere, die am Spielen gehindert werden, zeigen später auffällige Verhaltensstörungen

6. Spiel im Erwachsenenalter:

- im Erwachsenenalter spielen nur wenige Tiere
- z.B. Primaten, Delfine, Wale, Raubtiere, Nager und Huftiere
- meist gilt: Jungtiere, die überhaupt Spielen, spielen auch noch im Erwachsenenalter

7. Vorraussetzung für das Spielverhalten:

- entspanntes Umfeld (frei von akuten Lebenszwängen und Bedürfnissen (z.B.Hunger)),
- existiert meist im Umfeld der Eltern

8. Spielgesicht:

- wird bei einigen Tieren und Kleinkindern als Aufforderung zum Spiel gezeigt
- wird auch Mund-Offen-Gesicht genannt

Zusammenfassung:

- Im Spiel werden keine äußerlich ersichtlichen Ziele verfolgt (der „Ernst“ fehlt)

- Elemente verschiedener Funktionskreise werden relativ frei von den Spielenden kombiniert

- Handlungsbereitschaften, die lebenswichtige Funktionen betreffen, hemmen das Spielverhalten (z. B. Hunger)

- Das Spiel strebt keiner Endhandlung zu, die das Spielverhalten beendet

- Solange keine anderen Handlungsbereitschaften aktiviert werden, ist das Spielverhalten in einem entspannten Umfeld nahezu „unersättlich „ ( das Beutefangspiel ist als nicht mit dem Ergreifen des Beutetiers beendet, sondern schon im nächsten Moment wieder neu auslösbar).

- Spielverhalten ist oft mit Neugierde und Erkundungsverhalten eng Verknüpft.

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Erkundungs- und Spielverhalten
Note
14 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
7
Katalognummer
V103069
Dateigröße
338 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Folie gibts bei mir.
Schlagworte
Erkundungs-, Spielverhalten
Arbeit zitieren
Mirjam Transchel (Autor), 2001, Erkundungs- und Spielverhalten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103069

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