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Der Einfluss des Kanzleideutsch auf den Sprachausgleich

Titel: Der Einfluss des Kanzleideutsch auf den Sprachausgleich

Essay , 2017 , 9 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Julia Schnäbeli (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
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Das Mittelalter lässt sich vom 6. bis 11. Jahrhundert in das Frühmittelalter, vom 11. bis zum 13. Jahrhundert in das Hochmittelalter und von ca. 1250 bis zum 16. Jahrhundert in das Spätmittelalter einteilen.
Im damaligen fränkischen Großreich, welches durch den Merowingerkönig Chlodwig 411 gegründet wurde und Teile des heutigen Deutschlands, Frankreichs, Andorras, Österreichs, Lichtensteins, Belgiens, Niederlandes, Schweiz sowie Italiens umfasste, war Latein die vermittelnde Sprache. Karl der Große unterwarf die meistens Stämme und regierte ab 768. Daher wurde er auch der Ur-Vater Europas genannt.
Das um 800 entstandene Feudalsystem hielt sich bis in das 16. Jahrhundert und wurde durch den Absolutismus abgelöst.
Das Lehenswesen bildete das damalige Gesellschaftssystem, bei dem der Lehensherr an seinen Vasallen Ämter und leihweise Land vergab, wodurch seine materielle Versorgung gewährleistet war und er im Gegenzug dafür gegenseitige Treue und Kriegsdienste erhielt.
Die Gesellschaft ist hierarchisch in Stände vom König, zu Herzögen, Grafen und Geistlichen, zu Rittern, Dienstmannen und Äbte bis zu Hörigen und leibeigene Bauern gegliedert. Die Belehnung wurde durch den Akt des manum dare vollzogen, erst später, ab dem Hochmittelalter, wurde sie schriftlich in überwiegend lateinischen Urkunden festgehalten. Geprägt waren diese durch ihre Formalhaftigkeit und strukturierten Aufbau. Sie bestanden aus einem (Eingangs-)Protokoll, dem Urkundentext bzw. Kontext und einem Schlussprotokoll (Eschatokoll), die einzelnen partes gliederten sich in weitere Teile. Für Briefe galt ein ähnlicher Aufbau.
Die Rechtsprechung mit juristischen Inhalten vollzog sich jedoch mündlich in Althochdeutsch (750-1050), welches durch verschiedene Dialekte mit gemeinsamen sprachlichen Merkmalen gekennzeichnet war, doch keine einheitliche Sprachen darstellte aufgrund des fehlenden homogenen Sprachsystems. Die schriftliche Überlieferung althochdeutscher Texte begann im späten 8. Jahrhundert.
Im Frühmittealter wurde Literatur vorwiegend in Klöstern produziert, dadurch dass der Klerus lateinkundig bzw. schreibfähig war und höheren Schichten angehörte, dies wandelte sich jedoch im Hochmittelalter. Der Hof und das höfische Leben gewannen zunehmend an Einfluss und waren sowohl für das gesellschaftliche Leben als auch den literarischen Inhalt maßgebend.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

  • Das Mittelalter
    • Frühmittelalter
    • Hochmittelalter
    • Spätmittelalter
  • Das fränkische Großreich
  • Das Feudalsystem
  • Die Gesellschaft
  • Die Rechtsprechung
  • Die Literaturproduktion
  • Die Stadtentwicklung
  • Das bürgerliche System
  • Die Kanzleien
  • Das Kanzleideutsch
  • Die Entstehung einer einheitlichen Schriftsprache
  • Die Schreibsoziologie

Zielsetzung und Themenschwerpunkte

Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung des Kanzleideutsch im Spätmittelalter und seinen Einfluss auf den Sprachausgleich.

  • Die Rolle des Kanzleideutsch als Schriftsprache
  • Der Einfluss des Kanzleideutsch auf die Entwicklung des Deutschen
  • Die Auswirkungen der Schriftkultur auf die Gesellschaft
  • Der Funktionswandel von Urkunden im Spätmittelalter
  • Die Schreibsoziologie im Kontext des Sprachausgleichs

Zusammenfassung der Kapitel

  • Das Mittelalter: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Epochen des Mittelalters und die Entwicklung der Schriftkultur in dieser Zeit.
  • Das fränkische Großreich: Beschrieben wird die Rolle des Latein als verbindende Sprache im fränkischen Großreich sowie die Entstehung des Feudalsystems.
  • Die Gesellschaft: Die gesellschaftliche Gliederung im Mittelalter und die Bedeutung des Lehenswesens werden beleuchtet.
  • Die Rechtsprechung: Die Arbeit thematisiert die mündliche Rechtsprechung in Althochdeutsch und die Anfänge der schriftlichen Überlieferung.
  • Die Literaturproduktion: Es wird die Entwicklung der Literaturproduktion im Mittelalter beschrieben, mit Fokus auf die Rolle der Klöster und der höfischen Kultur.
  • Die Stadtentwicklung: Die Arbeit beleuchtet die Veränderungen in der Gesellschaft durch die Stadtentwicklung und den Aufstieg des Bürgertums.
  • Das bürgerliche System: Die Auflösung des ständischen Feudalsystems und die Entstehung neuer Machtstrukturen werden untersucht.
  • Die Kanzleien: Die Arbeit beschreibt die Rolle der Kanzleien als zentrale Einrichtungen in der Verwaltung und im Handel.

Schlüsselwörter

Kanzleideutsch, Sprachausgleich, Schriftsprache, Urkunde, Spätmittelalter, Stadtentwicklung, Bürgertum, Schreibsoziologie, Schriftkultur, Rechtsprechung, Literaturproduktion, höfische Kultur, Feudalsystem, Latein, Althochdeutsch

Häufig gestellte Fragen

Was versteht man unter Kanzleideutsch?

Kanzleideutsch war eine im Spätmittelalter entwickelte Verwaltungssprache der Kanzleien, die dazu diente, Dokumente über regionale Dialektgrenzen hinweg verständlich zu machen.

Wie beeinflusste das Kanzleideutsch den Sprachausgleich?

Durch die überregionale Verwendung in Urkunden und Briefen trug es maßgeblich zur Vereinheitlichung der deutschen Schriftsprache bei und bildete eine Grundlage für das spätere Neuhochdeutsch.

Welche Rolle spielte Latein im Mittelalter?

Latein war lange Zeit die dominierende Schriftsprache in Verwaltung, Kirche und Wissenschaft, bevor das Deutsche (insbesondere durch die Kanzleien) zunehmend an Bedeutung gewann.

Wie waren mittelalterliche Urkunden aufgebaut?

Urkunden folgten einem strengen formalen Aufbau: Einem Protokoll (Einleitung), dem Kontext (Haupttext) und dem Eschatokoll (Schlussprotokoll mit Beglaubigung).

Warum förderte die Stadtentwicklung die deutsche Schriftsprache?

Mit dem Aufstieg des Bürgertums und des Handels in den Städten wuchs der Bedarf an rechtssicheren Dokumenten in der Volkssprache, was die Etablierung des Kanzleideutschen beschleunigte.

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Details

Titel
Der Einfluss des Kanzleideutsch auf den Sprachausgleich
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
2,3
Autor
Julia Schnäbeli (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
9
Katalognummer
V1030806
ISBN (eBook)
9783346432674
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kanzleideutsch Sprachausgleich Ältere Deutsche Literatur Mittelalter
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Julia Schnäbeli (Autor:in), 2017, Der Einfluss des Kanzleideutsch auf den Sprachausgleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1030806
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Leseprobe aus  9  Seiten
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