Körpersprache- der erste Eindruck


Hausarbeit, 2001
11 Seiten

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Inhaltsverzeichnis:

Einleitung

1. Der erste Eindruck

2. Wozu sind Vorurteile da?

3. Das eigene Wirklichkeitsbild des Einzelnen

4. Aufnahme einer Partnerschaft

5. Nützliche Hemmungen

6. Das Bild vom Partner

7. Gemeinsamkeiten von Partnern

8. Aspekte der Partnersuche

9. Signalverständnis

10. Aussehen des Gegenüber

11. Abschlussbemerkung

Einleitung :

In dieser Hausarbeit beschäftige ich mich mit den verschiedenen Aspekten der Körpersprache, die in der Partnerschaft eine besonders wichtige Rolle spielen.

Körpersprache ist ein wichtiger Bestandteil unseres täglichen Umgangs miteinander, aber oftmals ist uns ihre wichtige Bedeutung nicht klar, denn wir achten selten bewusst auf sie und wissen wenig über die Bedeutung von Signalen.

Die Körpersprache ist also eine wichtige, oft viel zu wenig erschlossenen Ressource in unserem Leben.

Wenn wir besser über sie Bescheid wüssten, könnten wir mit ihrer Hilfe oftmals deutlicher machen, was wir selbst meinen und auch andere besser verstehen.

In einer Partnerschaft geht es darum den anderen als einen Partner zu behandeln, also seine Gefühle und Wünsche zu achten und mit ihm gemeinsam eine Beziehung aufzubauen oder zu erhalten.

Deshalb geht es oft darum, zu erkennen , was der andere will und sensibel seine Wünsche zu achten, aber auch eigene Absichten klar machen zu können. Im Grunde geht es also um Kommunikationsfähigkeit.

Körpersprache ist eine Form der Kommunikation, die oft zusätzliche Informationen liefern kann.

Also sollte man versuchen sich solche zusätzlichen Informationen zugänglich zu machen, die auf viele Bereiche der Partnerschaft und Partnersuche einwirken.

Im Folgenden werde ich auf einige der wichtigsten Aspekte der Körpersprache in der Partnerschaft eingehen und ihre Bedeutung in verschiedenen Situationen zu erklären.

1. Der erste Eindruck

Wenn wir mit Menschen in Kontakt kommen rufen Sie automatisch bestimmte Assoziationen in uns hervor, genauso wie wir dies auch tun. Wir erhalten von unserem Gegenüber einen subjektiven Eindruck zusammengesetzt aus Projektionen und Informationen und ebenso entsteht auch bei unserem Gegenüber ein Bild von uns.

Alle Informationen wirken somit zusammen und bestimmte für uns markante Aspekte, prägen sich ein.

So kann man sich vielleicht später nicht mehr genau an das Gesicht oder den Namen einer Person erinnern, die man zum Beispiel auf einer Party kennen gelernt hat, aber daß dieser Mensch eine große Nase hatte oder ungepflegte Hände.

Wir konzentrieren uns somit auf bestimmte Punkte die uns wichtig sind. Sie bilden zusammen ein subjektives Bild, das beeinflusst wie wir die Person bewerten. War sie uns sympathisch oder sofort unsympathisch.

Der erste Eindruck spielt somit eine große Rolle, denn wie jemand auf uns wirkt beeinflusst in großem Maße wie wir uns ihm gegenüber verhalten.

Der unsympathischen Person werden wir eher distanziert gegenüber treten, wir selbst werden auf unser Gegenüber aber wohl auch kaum freundlich und aufgeschlossen wirken und es nicht dazu ermutigen ein Gespräch mit uns zu beginnen.

Daraus lassen sich zwei erste Schlüsse ziehen:

1. Da der erste Eindruck so immens wichtig ist, sollten wir alles tun, um unser eigenes Verhalten dahingehend zu verbessern, dass wir positiv auf andere wirken.

2. Vorurteile spielen eine große Rolle bei der Einordnung von Personen in unser Wertesystem.

2. Wozu sind Vorurteile da?

Vorurteile sind Werturteile, deren wir uns bedienen um bestimmte Menschen und Verhaltensweisen zu klassifizieren.

Wir tun dies, um uns selbst zu schützen. Sie helfen uns Unbekanntes zu beurteilen aber andererseits stehen sie uns oft auch im Wege, denn sie hindern uns daran unvoreingenommen etwas zu beurteilen.

Vorurteile sind also eine durchaus zwiespältige Sache.

Jeder von uns trägt eigene Erfahrungen mit sich oder kulturbedingte erlernte Weisheiten.

Zum einen handelt es sich also um erfahrenes Wissen und zum anderen um erlerntes Wissen.

Wenn wir jemanden kennen lernen, kann es zum Beispiel sein, dass wir die Person ablehnen, aufgrund der Tatsache, dass sie uns an einen früheren Bekannten erinnert.

Unsere Erfahrung schützt uns davor dieser Person zu vertrauen und freundlich gegenüber zu treten, da dieser Bekannte zum Beispiel ein gemeiner Mensch war und wir unter ihm zu leiden hatten.

Der Mensch, der uns an diesen Bekannten erinnert, hat uns nichts getan und ist in Wirklichkeit vielleicht sehr nett, aber wir schützen uns davor ihn zu mögen. Dieser Mensch wird unsere Ablehnung bemerken und uns ebenfalls skeptisch gegenübertreten, denn er wird sich unsicher fühlen oder gar ärgerlich sein, weil er uns ja nichts getan hat.

So verhält er sich also genauso ablehnend wie wir es uns gedacht haben. Wir geben ihm und uns keine Chance eine Beziehung aufzubauen.

Solche allgemeinen Werturteile dienen uns also dazu bestimmte Gruppen zu klassifizieren, bestimmte Situationen einzuschätzen und uns selbst und andere einzuordnen.

Oft haben diese Vorurteile gar nichts mit der Realität zu tun, aber die Menschen halten trotzdem allzu gerne an ihnen fest.

3. Das eigene Wirklichkeitsbild des Einzelnen

Wir alle haben somit unser eigenes Wirklichkeitsbild.

Wir tragen Projektionen und Ängste mit uns herum, die wir uns irgendwann im Laufe unseres Lebens angeeignet haben.

Dabei ist verschieden ob und wir real dieses letztendlich ist.

Samy Molcho drückt dies in einem Bild aus: ,, wir schleppen Projektionen, Ängste mit uns herum, in jedem Fall schleppen wir etwas herum..."(Zitat S. 77, Zeile 2-4, ,,Partnerschaft und Körpersprache"). und er erläutert, ,,dass man je mehr man schleppt", desto weniger kann man neu aufnehmen, weil man keine Hand mehr frei hat.

Es gilt also das erfahrene Wissen immer wieder neu zu bewerten und die eigene Position hin und wieder zu überprüfen.

Oft ist aber genau das Gegenteil der Fall.

Es fällt den Menschen schwer, sich eine Situation auch einmal von einer anderen Seite vorzustellen.

Samy Molcho spricht in diesem Punkt von dem ,,Katalog der Informationsabwehr". Man vertraut eher auf gewohnheitsmäßige Einschätzungen und Erfahrungen und ist nicht bereit sich Situationen auch einmal anders vorzustellen, als man sie subjektiv erlebt. Durch diese Einschränkungen des Informationsradius bewegt man sich auf sicherem Gebiet.

Wir gehen also lieber davon aus wir sind so und nicht anders, unsere Probleme sind so und nicht anders und wir haben sie so und nicht anders immer schon erfolgreich gelöst. Zum einen schützt uns dieses Verhalten und ist sicher auch sehr bequem, denn unsere Perspektive zu verändern ist anstrengend.

Denn es verlangt natürlich Einsatz die eigene Person zu überdenken, eine Situation anders zu beurteilen oder gar neue Wege zu gehen.

Sicher beinhaltet ein solches Öffnen neuer Wege auch das Eröffnen vieler neuer Chancen und Ressourcen.

Die Körpersprache ist eine solche neue Perspektive, die man sich selbst eröffnen kann, um eine neue Sicht zu erreichen.

Sowohl um selbst vielleicht besser und positiver zu wirken, als auch andere besser beurteilen zu können und somit eine Situation vielleicht völlig anders einzuschätzen, weil sich neue Informationen ergeben, die uns vorher nicht zugängig waren, weil wir sie nicht deuten konnten.

Allzu oft kommt man aber nicht von alleine auf die Idee, die eigene Sichtweise zu verändern.

Vielmehr ist es oft die Erkenntnis, dass man auf andere völlig anders wirkt, als man es selbst beabsichtigt.

Man sendet zum Beispiel köpersprachliche Signale, die der eigenen gesprochenen Aussage widersprechen und die man selbst unbewusst ausschickt aber die beim Gegenüber sehr deutlich ankommen können.

Solche sogenannten ,,inkongruenten Signale" zum Beispiel werden sehr schnell als Unehrlichkeit gewertet.

Dies muss gar nicht der Fall sein, denn solche inkongruenten Gesten können vielen Gründe haben, aber das Gegenüber wertet diese eventuell sehr stark in eine bestimmte Richtung.

So kann zum Beispiel das kurze Abwenden des Kopfes oder ein Blick auf die Uhr einem Klienten in einer wichtigen Beratungssituation das Gefühl vermitteln der andere sei mit seinen Gedanken woanders oder gelangweilt und sehne sich nach dem Ende des Gespräches, obwohl dies gar nicht der Fall sein muss.

Vera Birkenbihl warnt ebenfalls vor allzu schnellen Schlüssen, denn Inkongruents, die uns auffällt zeigt uns lange noch nicht warum diese aufgetreten ist , ,, Wenn wir inkongruente Signale wahrnehmen, lernen wir lediglich, dass eine Inkongruenz stattgefunden hat, aber wir wissen aber noch nicht, worauf diese zurückzuführen sind ( Zitat S. 233,"Signale des Körpers").

Doch nicht jeder kann körpersprachlich Signale richtig bewerten und kommt so eventuell zu völlig falschen Schlüssen.

Deshalb wäre es im obigen Beispiel wichtig dem Gegenüber zu erklären warum man auf die Uhr blickt (,,Ich möchte nicht, dass wir gleich mitten in einem wichtigen Gesprächsabschnitt aufhören müssen, darum sollten wir diesen Punkt beim nächsten Treffen ausführlich besprechen.") oder den Kopf abwendet (,,Ich dachte ich hätte gerade jemanden vor der Tür gehört.").

Eine andere Möglichkeit wäre stärker auf solche inkongruenten Signale zu achten und diese zu vermeiden, da sie dem Gegenüber ein falsches Bild vermitteln. So ein falscher Eindruck kann zum Beispiel beim kennen lernen eines Partners sehr schnell zu Misserfolg führen.

4. Aufnahme einer Partnerschaft

Bei der Aufnahme einer Partnerschaft können einige der bereits angesprochenen Aspekte ebenfalls nützlich sein.

So kann es zum Beispiel die Ausgangssituation, um eine Partnerschaft einzugehen, enorm verbessern, wenn man versucht sich von der ,,scheinbar festgelegten Realität" zu distanzieren, die ja wie bereits erläutert nur eine von vielen Alternativen ist. Man sollte also einfach offener und weniger fixiert sein, in der Art wie man einen potentiellen Partner kennen lernt und wen man eigentlich als potentiellen Partner ins Auge fast.

Oft scheitert eine Partnerschaft schon zu Beginn, weil man jemanden nicht anspricht in der Überzeugung, sowieso von dieser Person abgelehnt zu werden.

Man gibt dem anderen also von Beginn an keine Chance oder man blendet andere Menschen völlig als potentiellen Partner aus und nimmt deren körpersprachlich gesendete Signale gar nicht wahr.

Eine Erweiterung der eigenen Perspektive öffnet also viele neue Chancen und gibt neue Gelegenheiten.

Aber was sind eigentlich die Signale die wir aussenden?

Kann man sie klassifizieren nach Wirksamkeit, Deutlichkeit oder kommt es immer auf die

Situation an?

Wenn man einen Partner sucht, ist gerade die Körpersprache sehr defizil.

Dem potentiellen Partner, den wir ausgewählt haben, unterbreiten wir ein Angebot.

Wir versuchen ihm zu zeigen, dass wir uns für ihn interessieren und versuchen gleichzeitig uns selbst vor der Zurückweisung zu bewahren, in dem wir uns möglichst nicht allzu sehr offenbaren.

Naturgemäß kann es daher sehr leicht zu Missverständnissen kommen.

Samy Molcho versucht diese Situation zu verdeutlichen, indem er sie auf die Interaktion zwischen zwei Geschäftspartnern überträgt.

Der eine Partner unterbreitet dem anderen ein Angebot und sie treten miteinander in Verhandlungen.

Ein oft auftretender Konflikt in dieser Hinsicht ist die Nichtbeachtung eines Angebotes. Ein Partner zeigt sein Interesse an dem anderen, den er sich als potentiellen Partner ausgewählt hat, und wird von diesem nicht beachtet.

Eine solche Nichtbeachtung ruft beim Zurückgewiesenen ein Gefühl der Enttäuschung hervor, ist aber nicht sofort mit Desinteresse des Anderen an der Aufnahme einer Partnerschaft gleichzusetzen.

Zum einen können die ausgesendeten Signale vielleicht nicht wahrgenommen worden sein, weil sie zu undeutlich waren, zum anderen kann es sein, dass der potentielle Partner sich gerade einem anderen zugewendet hat oder im Augenblick nicht an einer Partnerschaft interessiert ist.

Für den Einzelnen kommt es nun darauf an, wie er auf diese Situation der Zurückweisung reagiert.

Mit Gefühlen und Wirkungen, die auf diese Art und Weise entstehen haben wir täglich zu tun.

Wenn wir uns eine Situation vorstellen, in der der potentielle Partner die Signale des anderen gar nicht wahrnimmt, so existiert für den erfolglosen Bewerber ein Dialog der gar nicht stattgefunden hat.

Er fühlt sich von dem anderen zurückgewiesen, und bricht womöglich den Versuch in Kontakt zu treten ab.

Er straft den anderen sozusagen mit der Begründung: ,,Du hast mich übersehen, nun wende ich mich ab".

Der andere ist also Partner in einem Dialog ohne davon zu wissen .

In einer solch schwierigen Situation wie der Anbahnung einer Partnerschaft, zählt somit jede Geste, jeder Blick und alles ist ein Signal.

Der erfolglose Bewerber kann sich schnell alleingelassen fühlen, er ist übrig geblieben und darunter leidet sein Selbstwertgefühl nicht gerade wenig. Dies kann zu einem Gefühl des Übriggebliebenseins in einer selbstbewussten Gesellschaft führen.

Mehre Zurückweisungen können einen Menschen dann sogar soweit verunsichern, dass er, selbst wenn er einen Partner findet sich dessen nicht sicher ist. Hat er diesen vielleicht auch nur gefunden, weil er ebenfalls ein Übriggebliebener ist? Er projiziert also seine eigenen Minderwertigkeitskomplexe auf den Partner.

Dies sind sicher denkbar ungünstige Bedingungen zur Neugründung einer Partnerschaft, denn eigentlich müssten ja beide positiv der Beziehung gegenüber eingestellt sein. Statt dessen stehen von Beginn an Zweifel im Weg und das wahrscheinliche Scheitern dieser Beziehung wird die Selbstzweifel der Partner sicher noch verstärken. Über viele Dinge, die in der Partnerschaft eine Rolle spielen, sprechen wir also gar nicht, wir behalten sie für uns oder setzen voraus, dass der andere Bescheid weiß.

5. Nützliche Hemmungen

In unserem Umgang miteinander folgen wir also Regeln, die wir allgemein voraussetzen, die aber niemand aufgestellt hat.

Zu solchen allgemeinen Spielregeln gehört zum Beispiel, dass man sich nicht in eine bestehende Beziehung einmischt .

Sicher werden solche Regeln hin und wieder gebrochen, aber sie haben allgemeine gesellschaftliche Geltung und es wiederspricht den moralischen Vorstellungen diese zu brechen.

Solche Regeln kann man mit dem Begriff Hemmung umschreiben.

Diese Hemmungen schützen den Einzelnen vor der eigenen Hemmungslosigkeit und bewahren die anderen vor Schaden.

Ein Mensch, der keine Hemmungen hat, ist eine Gefahr.

Ein solcher Mensch wird andere verletzen und ihre Grenzen missachten. Hemmungen brauchen wir, aber oft hindern sie uns auch daran so offen mit anderen umzugehen wie wir es gerne möchten. Machen wir uns allerdings diese Hemmungen, die uns an einem bestimmten Vorgehen hindern, bewusst, betrachten wir sie nicht mehr als Störung, sondern als Information. Dann können wir beginnen, den Sachverhalt zu analysieren. Wir können manches dann sicher besser einschätzen, und wissen welche dieser Hemmungen uns zu stark beschränken.

Hemmungen weisen uns auf Grenzen hin, die wir respektieren sollten.

Im normalen Maße sind Hemmungen sehr nützlich, störend wirken sie nur wenn sie im Übermaß existieren, denn dann behindern sie jegliche freie Entfaltung der Menschen.

Ebenfalls ein Schutz ist die richtige Distanz.

Jeder Mensch hat seinen persönlichen Intimbereich und die richtige Distanz spielt eine große Rolle. Der Abstand zwischen Menschen ist ein wichtiges körpersprachliches Signal. Nähert sich uns jemand zu schnell und dringt uneingeladen in unsere Persönlichkeitszone ein, fühlen wir uns bedroht, laden wir den anderen dagegen ein näher zu treten, zeigen wir ihm, dass wir ihn sympathisch finden.

Wir halten also viel Distanz zu Menschen die uns nicht gefallen, um sie ignorieren zu können, wir ignorieren sie wissentlich .

Es gibt allerdings auch die respektvolle Distanz, die wir zu besonders von uns bewunderten Menschen halten.

Auch sprachlich gibt es diesen Distanzbereich.

Mit ,,Sie" schafft man Distanzen und drückt oft auch Respekt aus, das ,,Du" verkürzt die Distanz, kann aber auch respektlos klingen

Dieses natürliche Abstandsbedürfnis ist in verschiedenen Kulturkreisen sehr unterschiedlich, dennoch sind die Spielregeln nicht außer Kraft gesetzt, sondern die Regelungen erfolgen oftmals nur in einer anderen Reihenfolge, entfallen aber niemals.

Wenn man eine Partnerschaft beginnt, sind fragen wichtig wie die folgenden: ,, Wer hat die Distanz verkürzt?", ,,Wie sieht sein Gegensignal aus?", ,,Wie reagiert der Andere?"

Also gilt auch hier : Nimmt einer Verbindung zum anderen auf, ist alles was er tut oder lässt ein Signal, gleichgültig, ob er mein Signal wahrgenommen hat oder nicht.

Annäherung, das Suchen körperlicher Nähe, ist nonverbale Partnersuche.

Sehr oft versteht aber, wie bereits beschrieben der Abgewiesene das nonverbale Signal des Zurückweisenden nicht.

So kann leicht eine unangenehme Situation entstehen.

Die Situation bleibt dann ungeklärt und wiederholt sich in immer neuen Anläufen, denn der abgewiesene Partner kann oder will nicht verstehen und versucht es immer wieder.. Der andere wiederum, der die Verbindung zum anderen nicht vertiefen will, muss begreifen, dass seine körpersprachlichen Signale nicht deutlich genug sind. Der einzige Ausweg der dann oft letztendlich bleibt , ist ein unangenehmes aber klärendes Gespräch.

Ü ber Körpersprache bescheid zu wissen, heißt also auch ihre Grenzen zu kennen.

In der oben beschriebenen Situation wäre es falsch verstandene Rücksichtnahme alles so zu belassen, denn damit würde der Partner zu neuen Spekulationen und falschen Hoffnungen verführt, und je später die Enthüllung der Wahrheit kommt, desto größer ist die darausfolgende Frustration, denn in der Zeit der Unsicherheit entstehen auf beiden Seiten neue Hoffnungen und Wünsche an den Anderen die dann enttäuscht werden..

6. Bild vom Partner

Wie bereits erläutert haben wir vom Partner einen subjektiven Eindruck, zusammengesetzt aus Projektionen und Informationen und ebenso entsteht auch seiner.

Der andere sieht nicht den Kern, sondern die Schale.

Wenn man nun jemanden kennen lernt, sollte man also eher Wert darauf legen, endlich mit dem anderen in Kommunikation zu treten, also nicht überlegen, was man am besten zuerst sagt, sondern erkennen, dass wichtiger ist, wie man auf den anderen wirkt.. Ebenso wichtig wie die Aufnahme von Kommunikation bei der Partnersuche ist die Kommunikation in einer bereits bestehenden Partnerschaft.

So ist es oft so, dass man direkte Kommunikation mit dem Partner vermeidet, wenn man glaubt den anderen störe etwas gravierend.

Falls man nämlich losgeht und das Störende verändert, sollte man nicht vergessen auch das Ergebnis zuüberprüfen.

Denn oft hält einen die Angst vor der Zurückweisung durch den Partner davon ab, das Ergebnis zu hinterfragen.

Wir haben Angst in unserem Bemühen um unsere Partnerschaft zurückgeworfen zu werden.

Alle rdings fühlen wir uns ja innerlich schon zurückgewiesen, da wir uns ja schon abgelehnt fühlen.

Wir denken negativ und nehmen dem Partner die Chance uns zu antworten da wir ihn nicht einmal die Frage stellen, sondern seine Antwort vorgeben.

Scheinbar schützen wir uns damit, machen es uns leicht, in der Realität fühlen wir uns allerdings zurückgewiesen und verletzt, ohne das der Andere auch nur mit dem Finger gezuckt hätte.

Dabei könnte nur dessen Reaktion uns eine echte Antwort geben.

7. Gemeinsamkeiten von Partnern:

Gemeinsamkeiten von Partnern erleichtern das Eintreten in eine Partnerschaft.

Angehende Partner finden sich oft über Ebenen verbunden, denen unsere Aufmerksamkeit im allgemeinen nicht gilt.

Aber alles was zwei Menschen auf dieselbe Ebene befördert, erleichtert die Kommunikation.

Oft finden wir Menschen aufgrund von kleinen Gemeinsamkeiten sympathisch, von Dingen die eigentlich Schwächen oder Fehler sind.

Wenn wir jemanden kennen lernen sind es oft gerade die kleinen Schwächen oder Fehler, die uns jemanden nett oder sympathisch finden lassen.

Ein ungebügeltes Hemd, wirres Haar oder kaputte Turnschuhe können uns liebenswert erscheinen und wir können über solche menschlichen Schwächen lachen. Andererseits kann es auch durchaus sein, dass wir in anderen eigene Schwächen erkennen, die wir auch an uns selbst nicht mögen. Eine Person ist uns dann oft unsympathisch weil sie uns an eigenes Versagen erinnert.

In jedem Falle sollte man solche Gemeinsamkeiten durchaus erkennen wollen und dem anderen vermitteln, denn damit öffnet man einen neuen Kommunikationskanal. Auch in einer bereits bestehenden Partnerschaft spielt der Umgang mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden eine wichtige Rolle.

Zwei Partner können und sollen auch nicht immer dasselbe wollen.

Nur in einer Beziehung in der das Gleichgewicht extrem zu einer Seite hin verlagert ist, können die Partner sich immer einig sein, weil der eine sich immer der Meinung des anderen unterordnet.

Dabei können beide Partner mit ihrer Situation aber durchaus zufrieden sein, weil sie sich in den selbstgewählten Rollen wohl fühlen.

Solche Partnerschaften sind allerdings nicht die Regel, normalerweise besteht eine Partnerschaft aus Geben und Nehmen, Recht bekommen und Nachgeben.

In einer ausgewogenen Beziehung bekommt der eine heute nicht was er haben will dafür aber der andere und der andere morgen nicht usw..

Partnerschaften basieren also auf gegenseitigem Entgegenkommen.

Eine Partnerschaft ist auf gegenseitiges Entgegenkommen angewiesen, auf den Umweg, auf einen zweiten Weg, auf neue Alternativen, d.h. wer mit dem Kopf durch die Wand will, ist ein schlechter Partner.

Ein bekanntes Beispiel ist die Frau, die sich bei ihrem Mann beschwert, weil dieser ihr nicht genügend Aufmerksamkeit schenkt und ihr keine Blumen mehr schenkt.

Am nächsten Tag wird er ihr den geforderten Blumenstrauß mitbringen und sie wird sich nicht darüber freuen, weil sie ihn daran erinnern musste.

Er wird ihre Enttäuschung fühlen und gar nicht mehr wissen, was eigentlich los ist, denn er hat nun ihren Wunsch erfüllt und nun ist sie immer noch nicht zufrieden! Viel einfacher wäre es doch, wenn beide ein wenig sensibler auf die Gefühle des anderen eingegangen wären.

So hätte sie es ihrem Mann ein wenig einfacher machen können indem sie ihn nicht gleich mit Vorwürfen und einer Forderung überrumpelt hätte, ein weniger direkter Vorwurf und der Hinweis, dass sie ein wenig Romantik vermisst, wäre sicher besser gewesen.

Und er wiederum macht es sich leicht.

Er denkt kein bisschen nach und glaubt alle Probleme seien mit dem Kauf des Blumenstraußes aus der Welt geräumt.

Wie viel besser wäre es gewesen, er hätte ein wenig über den Wunsch seiner Partnerin nachgedacht und erkannt, dass dieser nicht Blumen fehlen, sondern dass sie sich Aufmerksamkeit wünscht. Ein romantisches Essen zu zweit, um ihr sein Bemühen um eine bessere Partnerschaft zu verdeutlichen, wäre sicher nur eine von vielen Möglichkeiten gewesen.

Aber was dieses Beispiel vor allem zeigt ist das man mit strikten Forderungen in einer Partnerschaft nicht viel erreicht, außer das am Ende beide Partner frustriert sind.

8. Aspekte der Partnersuche :

Partnersuche folgt häufig biographischen Hintergründen. Wir wählen nach Gewohnheit und nicht nach Möglichkeit.

Partnersuche lebt nicht von der Gleichheit der Partner, nicht von ihrer Austauschbarkeit, sondern von der Fähigkeit, einander zu ergänzen.

Statt im anderen nur uns selbst wiederfinden zu wollen, müssen wir die Eigenart des Partners herausfinden, bewerten und in unserer Beziehung zu ihm achten. Oft ist es sehr leicht, den Partner zufrieden zu stellen, indem wir einen Störfaktor beseitigen oder verdecken, das ist Kurskorrektur, die nichts als ein bisschen Entgegenkommen verlangt.

Was uns auf den ersten Blick also als unwichtig erscheint, kann für den anderen schwerwiegend sein.

Also ist unsere Toleranz gefordert.

Für den Partner kann eine scheinbare Kleinigkeit ein Reizfaktor sein, der stellvertretend für andere Enttäuschungen, zum Hauptpunkt von Auseinandersetzungen wird.

Informationen bekommen daher ein besonderes Gewicht, damit die Korrektur erfolgen kann, denn nur wenn man von solch einem Reizpunkt weiß, kann man auch etwas verändern.

9. Signalverständnis:

Es gibt Menschen, die reagieren bereits auf schwache Signale, andere nehmen nur Stärkere wahr.

Generell kann man sagen, dass viele Menschen zu schnell schließen sie würden abgelehnt, obwohl ihr Signal einfach noch nicht angekommen ist.

Auch der Moment, in der ein Mensch versucht einem anderen näher zu kommen, spielt eine große Rolle. Nicht jeder Zeitpunkt ist geeignet für den Abschluss einer Partnerschaft, wir müssen daher lernen den richtigen Zeitpunkt abzuwarten.

Es ist der Augenblick in dem der Partner bereit ist unsere Signale zu verstehen und zu akzeptieren.

Dann erhalten unsere Signale das entsprechende Feedback, aber wir müssen natürlich auch die nötige Geduld aufbringen und warten.

Wenn man aber trotz klarer Signale nicht die entsprechende Antwort erhält, stellt sich die Frage nach Alternativen.

Versteifen wir uns darauf, das eine bestimmte Signalform Erfolg haben müsste , riskieren wir nicht viel.

Wir stellen uns damit auf den Standpunkt : Entweder es funktioniert oder es funktioniert nicht.

Damit reduzieren wir unser Informationsfeld auf eine sehr schmale Breite und reduzieren so auch unsere Möglichkeiten, denn nur der besitzt große Chancen, der Alternativen kennt und diese auch mutig nutzt.

Oft ist es auch nicht leicht, Signale zu deuten, da in der modernen Gesellschaft private Gefühle tabuisiert werden, Wir fürchten uns davor, vom anderen verletzt zu werden, da wir uns mit dem Ausdruck einer Empfindung eine Blöße zu geben scheinen. Zu oft stehen die Menschen unter großem Druck zu tun, was die Gesellschaft von uns erwartet und vermeiden häufig überhaupt noch Gefühle zu zeigen.

Wenn die Furcht vor Ablehnung zu groß wird, entsteht der Außenseiter. Ein Mensch stellt sich abseits, isoliert sich von anderen und nimmt dafür in Kauf allein gelassen zu werden. Wenn man so inaktiv verbleibt, beraubt man sich selbst vieler Möglichkeiten, denn man nimmt sich zum Beispiel die Gelegenheit sich den Wunschpartner selbst zu wählen. Auch in einer bestehenden Partnerschaft wirkt Inaktivität negativ, denn Partnerschaft lebt vom permanenten Informationsaustausch.

Wer mit Informationen geizt, ist häufig einfach desinteressiert an der Meinung des anderen.

10. Aussehen des Gegenüber :

Obwohl das Aussehen sehr wichtig ist, wie bereits zuvor erläutert und entscheidend für den ersten Eindruck, ist es so, dass wir es oft unterlassen Menschen wirklich anzusehen. Selbst in einer Beziehung nehmen wir uns selten Zeit den Partner bewusst anzublicken.

So paradox es klingt :Wir sehen Menschen an, ohne sie zu sehen.

Ein treffendes Beispiel dafür ist die Ehefrau, die ihre Frisur verändert, und der Ehemann bemerkt dies nicht.

Die beiden haben verlernt einander wirklich anzusehen. Aber jeder Mensch verspürt den Wunsch wahrgenommen zu werden.

Wird ein Menschübersehen fühlt er sich zurückgewiesen, egal ob dies die Absicht des anderen war oder nicht.

Es ist so, dass je mehr Details ich an dem anderen wahrnehme, desto näher rückt dieser Mensch mir. Sehe ich keine Details mehr an dem anderen, entfernt er sich von mir. Zu einer Partnerschaft gehört also der Wunsch und die Motivation Informationen auszutauschen, denn wenn eine Partnerschaft den Sinn von Geben und Nehmen verliert oder gar nicht erst aufnimmt, geht sie auseinander oder es kommt zu einer verfahrenen Situation zwischen den Partnern, da beide unglücklich sind.

Oft bleiben wir im Alltag dem ersten Eindruck verhaftet, den wir von einem Menschen erhalten. Dieser Eindruck muss nicht falsch sein, aber wir sollten uns doch die Zeit für neue Informationen nehmen, denn wir müssen uns bewusst machen, dass der erste Eindruck vom anderen nicht anders als oberflächlich sein kann. Genauso ist es mit der bequemen Zurückhaltung, die sich Menschen oft zu eigen machen, wenn sie etwas an ihrem Partner stört.

Auch wenn es einfacher bequemer und besser erscheint, Konfliktenüber ,,Kleinigke iten" aus dem Weg zu gehen, dadurch stauen sich doch nach und nach negative Gefühle an und es kommt zu einem großen Konflikt.

Was mich zu Beginn zunächst nur wenig gestört hat, wird mir am Ende unerträglich.

Oft ist es so, dass durch neue Perspektiven Tatsachen klarer werden.

Wenn man seine Perspektive verändert und die Blickrichtung sich dadurch erneuert, schafft man die Möglichkeit den Partner richtig kennen zu lernen und die eigene Situation in einer Partnerschaft neu zu beurteilen.

Wie bereits erwähnt bietet die Körpersprache in dieser Hinsicht viele neue Perspektiven, durch sie ändert man nicht nur die Blickrichtung, sonder man lernt auch den anderen wieder bewusst anzusehen, nimmt Details wahr, die man vorher übersehen hat und zeigt dem anderen auch stärker das eigene Interesse, weil man sich einsetzt und für den anderen interessiert.

Was sich herauskristallisiert, wenn man sich mit Körpersprache in der Partnerschaft beschäftigt ist vor allem, dass man versuchen sollte möglichst oft und auf allen möglichen Ebenen mit dem Partner zu kommunizieren.

Sprachlosigkeit, das Fehlen von Kommunikation entfremdet die Partner und wer nicht auf das Feedback des Partners eingeht, verpasst eine wichtige Chance.

Nur wenn man mit dem anderen in Kontakt tritt weis man wirklich was er denkt. Wenn wir einfach die Antwort des anderen voraussetzen oder ihn nicht fragen, aus Angst vor Ablehnung, geben wir ihm keine Chance und uns genauso, denn wir setzen seine Ablehnung innerlich voraus und fragen daher nicht.

Nur Kommunikation kann uns einen Ausweg bieten.

Kommunikation hält eine Partnerschaft in Gang, ermöglicht Geben und Nehmen, Recht haben und Fehler eingestehen, ohne Kommunikation steht eine Partnerschaft still, kann sich nicht mehr entwickeln und nicht mehr weiter wachsen.

Solch eine Beziehung stagniert und geht irgendwann zu Ende.

Umso wichtiger ist es also sich Wissen über Ressourcen wie die Körpersprache zu erschließen und dieses zu nutzen.

11 von 11 Seiten

Details

Titel
Körpersprache- der erste Eindruck
Autor
Jahr
2001
Seiten
11
Katalognummer
V103086
Dateigröße
356 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Körpersprache-, Eindruck
Arbeit zitieren
Simone Dilling (Autor), 2001, Körpersprache- der erste Eindruck, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103086

Kommentare

  • Gast am 30.1.2002

    literaturangabe?.

    Hallo Simone!
    Gibt es zu deienr Arbeit auch eine Litaraturangabe?

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Titel: Körpersprache- der erste Eindruck


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