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Strömungen des Sozialismus im späten 19. Jahrhundert

Ein Vergleich der Lesart des Sozialismus von Ferdinand Lassalle und August Bebel

Title: Strömungen des Sozialismus im späten 19. Jahrhundert

Term Paper , 2021 , 25 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Stefan Metz (Author)

World History - Modern History
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In der Arbeit werden die Grundideen des Sozialismus und des damit verbundenen Staatsverständnisses, die den Werken von Ferdinand Lassalle „Das Arbeiter-Programm“ und das „Offene Antwortschreiben“ und dem Werk „Unsere Ziele“ von August Bebel zugrunde liegen, herausgearbeitet und miteinander verglichen. Anhand dessen werden die beiden sozialistischen Grundströmungen veranschaulicht.

Eines der großen politischen Erzählungen des neunzehnten Jahrhunderts ist der Sozialismus, der als breite Grundströmung in kritischer Auseinandersetzung mit dem Liberalismus und den Ideen der Französischen Revolution entstand. Anders als beim Liberalismus fußt der Sozialismus nicht auf dem ersten der drei revolutionären Prinzipien der „liberté“ – da er die Überhöhung individueller Freiheitsrechter ablehnt –, sondern auf der „fraternité“ und der „egalité“, die neben den zwei ergänzenden Grundwerten der Solidarität und der Gerechtigkeit die wesentlichen Kriterien des Sozialismus darstellen.

Für die Verbreitung der Ideen der französischen Revolution im deutschsprachigen Raum spielten neben den bürgerlichen Intellektuellen die Handwerker eine entscheidende Rolle, die in Frankreich, Großbritannien oder der Schweiz bereits früh in Kontakt mit den revolutionären Ideen kamen und diese später, nachdem sie sich im Ausland politisiert hatten, mit in ihre Heimat brachten. Von den Prinzipien der französischen Revolution inspiriert, schlossen sich viele Handwerker in Produktions- und Lebensgemeinschaften nach dem egalitären Prinzip, beruhend auf dem Solidaritätsgedanken, zusammen, um sich vor der im Frühkapitalismus bestehenden Gefahr des sozialen und wirtschaftlichen Abstiegs zu schützen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Eine historische Hinführung: Ferdinand Lassalle und August Bebel – Gründungsväter der Sozialdemokratie

2. Die Lesart des Sozialismus von August Bebel und Ferdinand Lassalle im theoretischen Vergleich

2.1 Ferdinand Lassalles Lesart des Sozialismus anhand der Werke „Das Arbeiter-Programm“ (1862) und „Offenes Antwortschreiben“ (1863)

2.2 August Bebels Lesart des Sozialismus anhand seines Werks „Unsere Ziele“ (1870)

3. Fazit

4. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedlichen Staatsverständnisse von Ferdinand Lassalle und August Bebel als Gründungsväter der deutschen Sozialdemokratie. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse ausgewählter programmatischer Schriften herauszuarbeiten, wie sich deren Vorstellungen vom Staat, der Rolle der Arbeiterbewegung und der Transformation der Gesellschaft voneinander unterscheiden.

  • Historische Entwicklung der Arbeiterbewegung im 19. Jahrhundert
  • Vergleich der Staatskonzeptionen: Idealistischer vs. materialistischer Ansatz
  • Analyse der Werke "Das Arbeiter-Programm" und "Offenes Antwortschreiben" (Lassalle)
  • Analyse des Werks "Unsere Ziele" (Bebel)
  • Diskussion über politische Strategien: Parlamentarische Reform vs. Revolution

Auszug aus dem Buch

2.1 Ferdinand Lassalles Lesart des Sozialismus anhand der Werke „Das Arbeiter-Programm“ (1862) und „Offenes Antwortschreiben“ (1863)

Der aus einer gut bürgerlichen Familie aus Breslau stammende Ferdinand Lassalle (1825-1864) nahm bereits in jungen Jahren im Rheinland an der 1848er Revolution teil, die für sein späteres politisches Wirken eine Schlüsselerfahrung darstellen sollte. Im Kontext des preußischen Verfassungskonfliktes um die preußische Heeresreform und der damit verbundenen Diskussion um die Machtaufteilung zwischen König und Parlament, die sich durch die Gründung der linksliberalen Fortschrittspartei 1861 noch verschärfte, verfasste Lassalle die Rede „Das Arbeiter-Programm. Über den besonderen Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes“, in der er sowohl die Stellung Preußens als auch die Rolle der Arbeiter für den geschichtlichen Fortschritt betonte und seine politischen Vorstellungen über einen sozialdemokratischen Staat mit preußisch-nationaldeutscher Prägung skizzierte.

Lassalle beginnt in seinem Text mit einem historischen Exkurs über das herrschende Prinzip in den mittelalterlichen Gesellschaften (Lassalle 1862: 1 ff.). Er stellt heraus, dass es analog zur bürgerlichen Klasse des 19. Jahrhunderts auch eine im Mittelalter herrschende Gesellschaftsschicht gegeben hat. Als herrschendes Prinzip fungierte aufgrund der ökonomischen und wirtschaftlichen Beschaffenheit des Feudalsystems des Mittelalters der Grundbesitz, da der Hauptreichtum in erster Linie durch die Ackerbauproduktion angesammelt wurde (ebd.: 2 f.). Aus diesem Grund bestimmte der Besitz von Grund und Boden, der überwiegend in den Händen des Adels und der Geistlichkeit lag, die damaligen Herrschaftsverhältnisse (ebd.: 3). Das mittelalterliche Lehnswesen, welches die feudal-absolutistische Herrschaftsform kennzeichnete, stellte die institutionelle Machtbasis des Klerus und des Adels dar. Zudem wurde die Steuerlast auf die unterdrückte und besitzlose Klasse abgewälzt, was laut Lassalle in der gesamten Geschichte der Menschheit der Fall war, da die privilegierten Gesellschaftsgruppen stets die Lasten zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung auf die Besitzlosen und Unterdrückten übertrugen (ebd. 4).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Eine historische Hinführung: Ferdinand Lassalle und August Bebel – Gründungsväter der Sozialdemokratie: Dieses Kapitel bettet die Entstehung der sozialistischen Bewegung in den historischen Kontext des 19. Jahrhunderts ein, insbesondere unter Berücksichtigung der Industrialisierung, der sozialen Frage und der Einflüsse der französischen Revolution.

2. Die Lesart des Sozialismus von August Bebel und Ferdinand Lassalle im theoretischen Vergleich: Hier wird der theoretische Rahmen der Arbeit abgesteckt, indem die unterschiedlichen ideologischen Ansätze von Lassalle und Bebel gegenübergestellt werden, um die Grundlage für den anschließenden Textvergleich zu schaffen.

2.1 Ferdinand Lassalles Lesart des Sozialismus anhand der Werke „Das Arbeiter-Programm“ (1862) und „Offenes Antwortschreiben“ (1863): Diese Unterkapitel analysiert Lassalles Verständnis des Staates als sittliche Institution und seine Forderung nach einem allgemeinen Wahlrecht zur Emanzipation des Arbeiterstandes.

2.2 August Bebels Lesart des Sozialismus anhand seines Werks „Unsere Ziele“ (1870): Dieser Abschnitt untersucht Bebels Streitschrift, in der er den Staat als Instrument der herrschenden Klassen entlarvt und die Notwendigkeit des "freien Volksstaates" sowie die mögliche Rolle der Revolution diskutiert.

3. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Gemeinsamkeiten und Differenzen in den Sozialismus-Lesarten beider Denker zusammen und beantwortet die Forschungsfrage hinsichtlich ihrer divergenten Staatsverständnisse.

4. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Sozialismus, Ferdinand Lassalle, August Bebel, Sozialdemokratie, Staatsverständnis, Arbeiterbewegung, Klassenkampf, 19. Jahrhundert, Idealismus, Historischer Materialismus, Freier Volksstaat, Ehernes Lohngesetz, Wahlrecht, Gesellschaftsutopie, Arbeiterstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen der frühen deutschen Sozialdemokratie, indem sie die Ansätze ihrer Gründungsväter Ferdinand Lassalle und August Bebel vergleicht.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Entwicklung der sozialistischen Theorie, das Verständnis des Staates als Institution oder Unterdrückungsapparat sowie die Frage der politischen Emanzipation der Arbeiterschaft.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welches Staatsverständnis der Lassall’schen und der Bebel’schen Lesart des Sozialismus jeweils zugrunde liegt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine textorientierte Vergleichsanalyse ausgewählter Primärwerke der beiden Autoren sowie deren Einordnung in den zeitgenössischen wissenschaftlichen Kontext.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Schriften "Das Arbeiter-Programm", das "Offene Antwortschreiben" von Lassalle sowie Bebels Streitschrift "Unsere Ziele" hinsichtlich ihrer staatsphilosophischen Aussagen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sozialismus, Staatsverständnis, Arbeiterbewegung, Klassenkampf und Reform oder Revolution definiert.

Worin unterscheidet sich Lassalles Staatsverständnis grundlegend von dem Bebels?

Lassalle betrachtet den Staat als eine moralische, sittliche Institution, die reformiert werden kann, während Bebel den Staat als Unterdrückungsinstrument der herrschenden Klasse sieht, das es durch eine grundlegende Transformation zu überwinden gilt.

Wie bewerten die beiden Autoren die Rolle der Revolution?

Während Lassalle eine sozialdemokratische Reform auf parlamentarischem Wege anstrebt, schließt Bebel – auch wenn er nicht explizit dazu aufruft – die Revolution als ein mögliches historisches Mittel zur Errichtung des "freien Volksstaates" nicht aus.

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Details

Title
Strömungen des Sozialismus im späten 19. Jahrhundert
Subtitle
Ein Vergleich der Lesart des Sozialismus von Ferdinand Lassalle und August Bebel
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Das politische Denken des 19. Jahrhunderts
Grade
1,3
Author
Stefan Metz (Author)
Publication Year
2021
Pages
25
Catalog Number
V1031048
ISBN (eBook)
9783346433459
ISBN (Book)
9783346433466
Language
German
Tags
August Bebel Ferdinand Lassalle Sozialismus Unsere Ziele Offenes Antwortschreiben
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stefan Metz (Author), 2021, Strömungen des Sozialismus im späten 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031048
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