Das Thema des fächerübergreifenden Unterrichts habe ich gewählt, weil es meine berufliche Zukunft betrifft und es mich deshalb auch interessiert. Es gibt immer mehr „Versuchsschulen“ bzw. Schulen, die sich bemühen, fächerübergreifend zu arbeiten. Leider habe ich von einer dieser Schulen, der Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, keine Rückmeldung auf meine Anfrage nach einem Gesprächstermin oder das zur Verfügungstellen von Informationsmaterial erhalten. Gerne hätte ich in diesem Referat auch über diese Schule berichtet, da ich weiß, dass dort schon im Rahmen des Theaterspielens fächerübergreifend gelehrt und gelernt wurde.
Im Folgenden werde ich kurz die Nachteile des Fachunterrichts darstellen, dann eine Definition von fächerübergreifendem Unterricht geben und schließlich verschiedene Formen mit Beispielen nennen. Da ich mich selbst gefragt habe, ob ich als zukünftige Lehrerin in der Lage sein werde, den Anforderungen eines solchen Unterrichtes gerecht zu werden, werde ich auch kurz auf die Lehrerausbildung eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Wozu fächerübergreifender Unterricht?
2. Was ist fächerübergreifender Unterricht?
3. Formen fächerübergreifenden Unterrichts
3.1. Fächerintegrierendes Lernen
3.2 Fächerkoordinierendes Lernen
3.3 Fächeraussetzendes Lernen
3.4 Fächerergänzendes Lernen
4. Gefahren bei der Konzeption fächerübergreifenden Unterrichts
5. Lehrerausbildung und Schlusswort
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von fächerübergreifendem Unterricht als Antwort auf die wahrgenommenen Defizite des klassischen, fachorientierten Unterrichts. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie ganzheitliches Lernen in der Schulpraxis realisiert werden kann und welche Anforderungen dies an Lehrkräfte und deren Ausbildung stellt.
- Kritische Analyse der Nachteile des Fachunterrichts (z.B. Zersplitterung, isoliertes Wissen).
- Definition und pädagogische Zielsetzung fächerübergreifender Lernansätze.
- Systematische Differenzierung verschiedener Unterrichtsmodelle nach Moegling.
- Diskussion der praktischen Herausforderungen, Gefahren und notwendigen Rahmenbedingungen für Lehrkräfte.
Auszug aus dem Buch
3.1 Fächerintegrierendes Lernen
Unter fächerintegrierendem Lernen versteht Moegling die Lernprozesse, die ein Lehrer selbst durch einen unterrichtlichen Prozess initiieren kann, bei dem er und die Schüler Inhalte anderer Fächer hinzuziehen und ohne Kontaktaufnahme zu anderen Lehrern selbständig Fächergrenzen überschreiten.
Unterrichtsbeispiel aus einer 8. Klasse: Bei diesem Unterrichtsversuch ging es um das Thema „Gesundheit und Schule“, wobei man hier auch ein mögliches Fach in der Gesundheitserziehung sah. Eltern, Schüler und Lehrer sollten Beteiligte im Unterrichtsversuch sein und das Verständnis von Empowerment (hier: die Ermächtigung der Schüler zu möglichst selbstbestimmten Verhalten) sollte im Mittelpunkt stehen. Mit einbezogene Fächer waren insbesondere Sport und Sozialkunde, aber auch alle anderen Fächer.
Der zuständige Lehrer fand es wichtig, keine Definition von Gesundheit vorzugeben, sondern von dem subjektiven Verständnis der Schüler in Bezug auf die Begriffe Gesundheit oder Krankheit auszugehen. Hierzu sollten die Schüler einen Satzergänzungstest nach dem Muster „Ich fühle mich gesund, wenn...“ und „Ich fühle mich krank, wenn...“ durchführen. Daraufhin wurden folgende Definitionen erarbeitet: „Gesundheit: Gesund fühlen sich Menschen, wenn sie zufrieden mit sich und ihrer Umgebung sind, und keine überfordernden Belastungen über einen längeren Zeitraum aushalten müssen. Krankheit: Krankheit ist ein Zustand körperlichen und seelischen Unwohlseins.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Wozu fächerübergreifender Unterricht?: Dieses Kapitel beleuchtet die Kritik am traditionellen Fachunterricht und identifiziert dessen Nachteile wie Einseitigkeit, Wissenszersplitterung und die fehlende lebensweltliche Verknüpfung.
2. Was ist fächerübergreifender Unterricht?: Hier wird der Ansatz definiert, Themen ganzheitlich und ohne fachliche Scheuklappen zu behandeln, um vernetztes Denken und Kompetenzen wie Selbstständigkeit zu fördern.
3. Formen fächerübergreifenden Unterrichts: Anhand der Einteilung von Moegling werden vier methodische Modelle (integrierend, koordinierend, aussetzend, ergänzend) theoretisch vorgestellt und mit Praxisbeispielen illustriert.
4. Gefahren bei der Konzeption fächerübergreifenden Unterrichts: Das Kapitel warnt vor potenziellen Risiken wie einer Vernachlässigung fachbezogener Inhalte, einem "Vollständigkeitswahn" oder einer rein kindzentrierten Unterforderung.
5. Lehrerausbildung und Schlusswort: Der abschließende Teil reflektiert die notwendige Professionalisierung der Lehrkräfte und kritisiert die träge Anpassung der aktuellen universitären Ausbildung an die modernen Anforderungen der Schulpraxis.
Schlüsselwörter
Fächerübergreifender Unterricht, Fachunterricht, Ganzheitliches Lernen, Kompetenzentwicklung, Schulpraxis, Fächerintegrierendes Lernen, Fächerkoordinierendes Lernen, Fächeraussetzendes Lernen, Fächerergänzendes Lernen, Lehrerausbildung, Unterrichtsmodelle, Empowerment, Lebensweltliche Kompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Konzeption und Implementierung von fächerübergreifendem Unterricht an Schulen als Alternative zum klassischen, nach Fächern getrennten Unterrichtssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die Kritik am Fachunterricht, die Definition verschiedener fächerübergreifender Modelle, praktische Fallbeispiele aus dem Schulalltag sowie die Herausforderungen der Lehrerausbildung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine Öffnung der Fächergrenzen ein nachhaltigeres und lebensnäheres Lernen ermöglicht werden kann und welche strukturellen Barrieren dabei existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Die Autorin stützt sich primär auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf die Auswertung und Reflexion konkreter Unterrichtsbeispiele aus verschiedenen Jahrgangsstufen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Unterrichtsform, die systematische Darstellung von vier Lernmodellen nach Moegling sowie eine Auseinandersetzung mit den Risiken und didaktischen Fallstricken bei der Konzeption.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren den Text am besten?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "ganzheitliches Lernen", "Fächergrenzen", "Schulreform", "Unterrichtsmodell" und "Lehrprofessionalität" charakterisiert.
Welches Rolle spielt die "Helene-Lange-Schule" in diesem Dokument?
Die Schule wird als ein Beispiel genannt, bei dem der Autorin aufgrund fehlender Rückmeldungen leider keine detaillierte Fallanalyse möglich war, obwohl sie dort fächerübergreifende Ansätze im Bereich Theaterspielen vermutete.
Welches zentrale Problem sieht die Autorin bei der Lehrerausbildung?
Die Autorin kritisiert, dass die universitäre Ausbildung den aktuellen Wandel der Berufsaufgabe eines Lehrers kaum abbildet und neue wissenschaftliche Erkenntnisse viel zu langsam in die schulische Praxis gelangen.
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- Aline Numrich (Author), 2001, Fächerübergreifender Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10310