In der vorliegenden Hausarbeit wird sich mit der Frage befasst, welche Bedeutung dem Baum als Symbol in Heinrich von Kleists' Trauerspiel "Die Familie Schroffenstein" zukommt. Dazu wird zunächst auf die mythologische Bedeutung des Baumes, auf dessen literarische Verwendung und auf das naturwissenschaftliche Wissen über den Baum eingegangen.
Anschließend wird sich näher mit denjenigen Pflanzen beschäftigt, welche Kleist explizit in seinem Trauerspiel nennt. Diese werden jeweils aus Sicht der drei Perspektiven, nämlich der Mythologie, der Literatur und der Naturwissenschaft beleuchtet.
Daraufhin können die von Kleist verwendeten Baum-Metaphern behandelt werden. Dabei werden anhand von Beispielen aus dem Text ausgewählte Baum-Metaphern, sowohl zu den Häuser Rossitz und Warwand als auch den Streit zwischen den beiden Häusern betreffend, analysiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hintergrundwissen über den Baum
2.1 Der Baum in der Mythologie
2.2 Der Baum in der Literatur
2.3 Der Baum in der Naturwissenschaft
2.3.1 Forschungsstand in der Botanik im 18. Jahrhundert
2.3.2 Kleist und die Naturwissenschaft
2.4 Pflanzen, die in Die Familie Schroffenstein vorkommen
2.4.1 Der Buchsbaum
2.4.2 Die Eiche
2.4.3 Der Kohl
2.4.4 Der Obstbaum
2.4.5 Die Pappel
2.4.6 Die Rübe
3 Analyse der Baum-Metaphern
3.1 Das Haus Rossitz betreffend
3.2 Das Haus Warwand betreffend
3.3 Den Streit der beiden Häuser betreffend
4 Fazit
5 Literaturverzeichnis
5.1 Primärliteratur
5.2 Sekundärliteratur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die symbolische Verwendung des Baum-Motivs in Heinrich von Kleists Trauerspiel "Die Familie Schroffenstein", um dessen Bedeutung für die Charakterisierung der Figuren und den Aufbau der dramatischen Handlung zu ergründen.
- Mythologische und naturwissenschaftliche Grundlagen des Baum-Symbols
- Die symbolische Charakterisierung der Häuser Rossitz und Warwand
- Analyse spezifischer Baum-Metaphern im Drama
- Der Zusammenhang zwischen Naturanschauung und menschlichem Schicksal
- Die Funktion des Baumes als Spiegel psychologischer Zustände und Konflikte
Auszug aus dem Buch
3.1 Das Haus Rossitz betreffend
„[…] und die zwei Knaben wie / Die Pappeln blühten, nahm er kurz die Axt, / Und fällte vorderhand den einen hier […]“ (FS, Vers 205ff.)
In dieser Metapher stehen die Pappeln analog für die beiden Söhne von Rupert, nämlich Peter und Ottokar aus dem Hause Rossitz.
Wie oben schon erwähnt steht die Pappel für die „passive Verteidigung“56. Im Laufe des Dramas wird ersichtlich, dass diese Eigenschaft auf den Charakter und das Verhalten von Ottokar passt. So versucht er, aufkommende Konflikte auf friedliche Art und Weise zu lösen und Gewalt so gut es geht zu vermeiden. Ein Beispiel dafür kann das Ende der ersten Szene des zweiten Aufzugs sein, in dem Ottokar sich weigert, seinem Freud Johann mit dem Schwert entgegen zu treten.
Auf Ottokar passt auch die Eigenschaft der Pappel, entgegen allen Anschein doch eine gewisse Stärke zu besitzen.57 Diese zeigt er besonders bei seiner Flucht aus dem väterlichen Kerker. Dabei springt Ottokar aus einem hohen Turm. Diesen Sturz scheint er unbeschadet zu überstehen, was darauf schließen lässt, dass er, ähnlich wie die Pappel, widerstandsfähig und stark ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich der symbolischen Bedeutung des Baumes in Kleists Werk unter Berücksichtigung mythologischer und naturwissenschaftlicher Perspektiven.
2 Hintergrundwissen über den Baum: Darstellung der mythologischen und literarischen Traditionen sowie der naturwissenschaftlichen Wissensgrundlagen des 18. Jahrhunderts und deren Einfluss auf Kleist.
3 Analyse der Baum-Metaphern: Untersuchung der spezifischen Baum-Symbolik in Bezug auf die Häuser Rossitz und Warwand sowie den zentralen Konflikt zwischen den Familien.
4 Fazit: Zusammenfassende Erkenntnis, dass Kleist den Baum gezielt als Metapher für die Charakterisierung und Einordnung seiner Figuren sowie zur Verstärkung des dramatischen Handlungsverlaufs einsetzt.
5 Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Heinrich von Kleist, Die Familie Schroffenstein, Baum-Symbolik, Metapher, Mythologie, Naturwissenschaft, Literatur, Charakterisierung, Haus Rossitz, Haus Warwand, Dramenanalyse, 18. Jahrhundert, Motivgeschichte, Pflanzen, Trauerspiel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die symbolische Bedeutung und Verwendung von Bäumen in Heinrich von Kleists Trauerspiel "Die Familie Schroffenstein".
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der mythologischen Bedeutung von Bäumen, der Naturanschauung im 18. Jahrhundert sowie der konkreten literarischen Anwendung dieser Motive zur Figurendarstellung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu klären, welche Bedeutung dem Baum-Symbol zukommt und welche Rolle diese Metaphorik für die Handlung und die Charakterisierung der Figuren spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die das Drama unter Einbeziehung von Sekundärliteratur zu Mythologie, Botanik und Poetik interpretiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst theoretische Grundlagen (Mythos, Literatur, Naturwissenschaft) erarbeitet und anschließend die Baum-Metaphern im Hinblick auf die Häuser Rossitz und Warwand sowie den Konflikt zwischen ihnen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Baum-Symbolik, Metaphorik, Kleist, Naturanschauung und Familienkonflikt.
Warum wird die Pappel als Symbol für Ottokar gedeutet?
Die Pappel steht für "passive Verteidigung", eine Eigenschaft, die Ottokar durch sein friedliches Handeln und seine Weigerung, Gewalt anzuwenden, im Drama verkörpert.
Welche Bedeutung hat das Ausreißen der Rüben im Garten von Sylvester?
Diese Szene dient als Trauerbewältigung für den Verlust seines Sohnes; das Ausreißen der Rüben wird als symbolische Handlung interpretiert, um Platz für Neues (Obstbäume) zu schaffen.
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- Jennifer Heck-Neuser (Autor), 2018, Der Baum in "Die Familie Schroffenstein" von Heinrich von Kleist, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031162