Macht und Widerstand

Ein Praxisbeispiel anhand der Querdenkerbewegung


Hausarbeit, 2021

25 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Macht und Subjekt
Die Verbindung von Subjekten und Machtausübung

Machtbeziehungen bei Michel Foucault- Definition und Beispiel
Regieren als Machtbeziehung

Die Analyse von Machtbeziehungen anhand der „Querdenker-711“-Bewegung
Widerstand als Ausgangspunkt
Die „Querdenker-711“- Bewegung als Widerstand
Die Analyse der Machtbeziehung zwischen Bürger*innen und Staat während der Corona- Pandemie
Punkt 1: Differenzierungen
Punkt 2: Ziele der Verhaltensanforderungen
Punkt 3 und 4: Die Modalitäten und Formen der Institutionalisierung
Punkt 5: Grad der Rationalisierung
Fazit der Analyse der Machtbeziehung

Literaturverzeichnis

Einleitung

Die Arbeiten von Michel Foucault sind geprägt von Betrachtungen und Nachzeichnungen von Machtauswirkung auf den Menschen. Ob Sexualität, die Verschränkung von Wissen und Macht, der Wahnsinn und die Gesellschaft. Es sind alles Themen denen Foucault im Kontext von Macht auf den Grund gegangen ist. Aus diesem Grund wird zuerst einleitend eine Basis in der vorliegenden Arbeit geschaffen, um die Begriffe von Macht und Subjekt zusammenzubringen und eine Verbindung herzustellen. Machtbeziehungen und das förderte Foucault wie kein anderer zutage, umgeben uns als Subjekte ständig. Ob im kleinen Kreise der Familie oder die ganz große Betrachtung der Machtbeziehungen in Gesellschaften. Für die Analyse solcher Machtbeziehungen entwickelte Foucault ein Analyseschema, welches die Charakteristika der jeweilig betrachteten Machtbeziehung zum Vorschein bringen soll. Aus diesem Grund ist Macht und deren Ausübung nicht einfach als ein theoretisches Konzept zu verstehen, sondern im jeweiligen praktischen Kontext der Erscheinung zu betrachten. Diesen Umstand wird in der vorliegenden Arbeit Rechnung getragen, indem ein konkret empirisches Beispiel zur Analyse ausgewählt wurde, welches aktueller kaum sein könnte: Staatliche Machtausübung im Rahmen der aktuellen Sars-CoV-2 oder auch Coronavirus Pandemie. So wird hier eine spezielle Machtbeziehung zwischen Staat und Bürger*innen postuliert die durch die Pandemie in den Fokus der Öffentlichkeit rückt. Dies ist nicht alleine auf die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zurückzuführen, sondern besonders an den auftretenden Widerständen gegen diese. Durch die Protestbewegungen wie den der sogenannten „Querdenker*innen“ werden Machtausübungen deutlich und diese in Ihrer Legitimität angezweifelt. Daher soll dieser Widerstand als Ausgangspunkt der Analyse der Machtbeziehung dienen. Bei jedweder Darstellung gilt nach Foucaults Worten: „Es geht nicht darum, die Erscheinung der Gegenwart in alte historische Konzepte zu pressen.“1 Aus diesem Grund dient das Analyseschema von Foucault besonders dem Zugang zum Feld der Machtbeziehungen und keiner zwanghaften Anpassung an dieses Schema. Die Betrachtung eröffnet die Möglichkeit die Feststellungen und Theorien Foucaults über Machtbeziehungen und Machtausübung auf Aktualität zu prüfen. Darüber hinaus wird darauf eingegangen wie staatliche Macht sich darstellt im Rahmen der Pandemie. Machtausübung muss immer einer Prüfung unterzogen werden und hinterfragt werden, wobei in dieser Arbeit weniger die rechtliche Legitimität im Vordergrund steht, als die Frage nach den Kennzeichen der spezifischen Machtausübung zwischen Staat und Bürger*innen, womit nachfolgend alle Personen Gemeint sind die sich im deutschen Bundesgebiet aufhalten.

Macht und Subjekt

„Für uns jedenfalls ist Macht keineswegs nur eine theoretische Frage, sondern Teil unserer Erfahrung.“2 Dieser Feststellung von Michel Foucault möchte ich mich anschließen und unter diesem Gesichtspunkt stehen die nachfolgenden Kapitel. Es geht weniger um eine präzise Herleitung oder Definition der Begriffe, sondern vielmehr um dessen Beziehung zueinander und die Schnittmenge. Aus diesem Grund werden Definitionen gewählt und dargestellt, die dem nachfolgenden Kapiteln eine Art Basis geben, auf der das Verständnis der Begriffe Macht und Subjekt aufbaut und hergeleitet wird. Im Vordergrund stehen dabei die Ausführungen von Foucault, da sein Verständnis von Macht und Subjekt für die nachfolgenden Betrachtungen der Machtbeziehungen wichtig ist und für die Anwendung des von Ihm entwickelten Analyseschemas für Machtbeziehungen. Obgleich auch andere ergänzende Subjekttheorien Eingang finden, um das Gesamtbild zu ergänzen.

Die Verbindung von Subjekten und Machtausübung

Der Weg zu einer Definition des Begriffs des Subjekts führt unweigerlich zu dem Prozess, an dessen Ende der Mensch als Produkt zum Subjekt wird. Der Mensch ist also nicht qua Menschsein ein Subjekt, sondern wird erst durch etwas Äußeres, dass auf ihn einwirkt um diesen Prozess in Gang zu bringen und schlussendlich zum Subjekt zu formen. Dieser Prozess wird unter anderem bei Michel Foucault als Subjektivierung bezeichnet. Seine Arbeiten richten besonders das Interesse und den Fokus darauf „[…] auf welche Weise ein Mensch zum Subjekt wird.“3 Somit wird deutlich, dass nicht das „Endprodukt“ Subjekt allein im Vordergrund bei Foucault steht, sondern die Bedingungen und äußeren Umstände die am Ende des Prozesses vom Menschen zum Subjekt führen. So vertrat Foucault die Ansicht, dass eine Analyse und Betrachtung der Art und Weise wie ein Mensch zum Subjekt werde, gleichzeitig beinhalte eine Betrachtung des Verständnisses von Macht vorzunehmen. So schlussfolgert er in einer seiner Vorlesungen zum Thema Subjekt und Macht: „Mir wurde rasch klar, wenn das menschliche Subjekt in Produktionsverhältnisse und Sinnbeziehungen eingebunden ist, dann ist es zugleich auch in hochkomplexe Machtbeziehungen eingebunden.“4 So verdeutlicht Foucault die enge Verbundenheit der beiden Begriffe und stellt damit geradezu eine Bedingtheit her, dass Subjekte nahezu immer in Machtbeziehungen verwickelt seien, oder diese innerhalb des Prozesses ein Subjekt zu werden wirken. Nachfolgend Hierzu führt er zusätzlich die Charakterisierung des Subjekts aus, anhand folgender Definitionen: „Das Wort ‚Subjekt’ hat zwei Bedeutungen: Es bezeichnet das Subjekt, das der Herrschaft eines anderen unterworfen ist und in seiner Abhängigkeit steht; und es bezeichnet das Subjekt, das durch Bewusstsein und Selbsterkenntnis an seine eigene Identität gebunden ist.“ Foucault leitet somit aus diesem Verständnis ab, dass in beiden Fällen das Wort Subjekt eine Form von Macht suggeriere „[…] die unterjocht und unterwirft.“5 Somit wird die Verbindung von Macht und Subjekt nochmals gestärkt und macht deutlich, dass die getrennte Betrachtung von beidem wenig Sinn macht, sondern immer gleichzeitig die Beziehung und Verbindung hergestellt werden muss. Auch der Soziologe Ulrich Bröckling hat mit seiner Arbeit über „das unternehmerische Selbst“ als spezifische Form der Subjektivierung, den Begriff und den Prozess des Menschen zum Subjekt einer weitgehenden Betrachtung unterzogen.6 So bezeichnet Bröckling den Prozess der Subjektivierung als paradoxen Vorgang, „[…] bei dem aktive und passive Momente, Fremd- und Eigensteuerung unauflösbar ineinander verwoben sind […]“. Wobei dieser Vorgang ein Subjekt hervorbringe welches sich selbst erkenne und formen würde, sowie als eigenständiges Ich agiere.7 Es geht also um eine Entwicklung die der Mensch durchmache, zum eigenständig handelnden und autonomen Subjekt. Nun konstatiert Bröckling ebenso wie Foucault eine zwangsläufige Verbindung zwischen dem Subjekt, verstanden als Ergebnis der Subjektivierung aber auch als bereits in dem Prozess befindlichen Ichs, und der Machtausübung die als „[…] Ensemble der Kräfte, […] auf das Subjekt einwirken […]“, sowie diesem bereits vorangehen. Somit sei das Subjekt jedoch kein alleiniges Opfer von Machtinterventionen, „[…] sondern immer schon deren Effekt.“8 Bröckling nennt in diesem Ausschnitt Macht ein Ensemble oder eine Ansammlung von Kräften, die auf das Subjekt einwirken könne und beruft sich dabei auf Foucault.9 Dieser definierte Macht ebenfalls als Ensemble von Handlungen, „[…] die sich auf mögliches Handeln richten, und operiert in einem Feld von Möglichkeiten für das Verhalten handelnder Subjekte.“10 Damit macht Foucault deutlich, dass Macht die Handlungsmöglichkeiten der Subjekte einschränken könne, oder die Wahrscheinlichkeit von bestimmten Verhaltensweisen erhöhe, sie biete „[…] Anreize, verleitet, verführt, erleichtert oder erschwert.“ Machtausübung sei dabei an sich bereits eine Handlung die auf Handeln ausgerichtet sei.11 Charakteristisch für Macht und deren Ausübung sei, dass diese von Menschen, durch Menschen und auf Menschen wirke. Dabei betont Foucault jedoch, dass Macht nur über freie Subjekte ausgeübt werden könne. Damit bringt er zum Ausdruck, dass freie Subjekte immer mehrere Handlungs- und Reaktionsmöglichkeiten hätten. Als absolutes Gegenteil führt Foucault die Sklaverei an, die keine Machtausübung und Machtbeziehung darstelle, da kein freies Handeln in Form von Handlungs- und Reaktionsalternativen möglich sei.12 Dieses Verständnis von Macht ist sehr wichtig für die vorliegende Arbeit und liegt jeder nachfolgenden Betrachtung zugrunde. Macht und Freiheit schließen sich nicht aus, sondern Freiheit ist gewissermaßen eine Voraussetzung zur Machtausübung.13 Wenn keine Handlungsalternativen und verschiedene Reaktionsmöglichkeiten für Subjekte bestünden mit denen Sie auf Machtausübung reagieren könnten, würde die Macht als Ensemble von Kräften, die auf das Handlungsfeld einwirken und dieses strukturieren, wegfallen und Subjekte in einen absoluten Zustand des Zwangs versetzen der jedwede strukturierende Fähigkeit überflüssig machen würde. Wie dargelegt ist die Verbindung von Subjekten und Macht immer gegeben, sei es als Voraussetzung der Subjektivierung am Ende der Mensch als ein identitätsbildendes Wesen steht und durch Machtausübung geformt wird, oder auch als Voraussetzung der Machtausübung an sich. Um Macht wirklich ausüben zu können braucht es eine Verbindung, sozusagen einen Weg zum Handlungsfeld des Subjekts. Macht zu haben bedeutet in diesem Kontext also nichts anderes als die Möglichkeit auf das Handeln anderer Einfluss ausüben zu können. Hierfür ist die tragende Machtbeziehung wichtig, die je nach Ausgestaltung und Kontext auf das Handeln von Subjekten Einfluss ausübt.

Machtbeziehungen bei Michel Foucault- Definition und Beispiel

Versucht man den Begriff der Macht herzuleiten, so gelangt man automatisch zur Handlung der Ausübung, denn Macht steht aktiv für das Potenzial zur Machtausübung. Wer Macht besitzt, der kann Einfluss nehmen in einer bestimmten Art und Weise. Eine Person übt Macht aktiv als Handlung aus und benötigt hierfür Subjekte auf die die Machtausübung abzielt. Zwischen den Subjekten sind bestimmte Formen von Machtbeziehungen letztendlich die entscheidende Basis zur Machtausübung, denn um das Handlungsfeld einer anderen Person strukturieren zu können, muss eine bestimmte Beziehung vorherrschen die dies möglich macht. Foucault hat in seiner Vorlesung zum Thema Macht und Subjekt hierfür erklärt einen Weg zu einer „Ökonomie der Machtbeziehungen“ einzuschlagen, der empirisch stärker ausgerichtet sei und eine engere Verbindung zwischen Theorie und Praxis impliziere. Als neuen Ausgangspunkt seines Vorgehens wählt er „[…] den jeweiligen Widerstand gegen die verschiedenen Formen der Macht.“ Die Betrachtung des Widerstandes als Art chemischen Katalysator mache es besonders möglich Machtbeziehungen sichtbar zu machen und mit welchen Methoden diese operieren. Dabei sollen die Machtbeziehungen besonders über das Wechselspiel von gegensätzlichen Strategien der Widerstände untersucht werden.14 An dieser Stelle steht trotz der Herleitung anhand von Widerständen, wie Foucault sie vorschlägt, eine Definition von Machtbeziehungen und deren Analyse im Vordergrund. Die Kennzeichen des Widerstandes die Foucault entwickelt hat, werden an späterer Stelle nochmals aufgegriffen, um anhand des Beispiels der „Querdenker“-Bewegung Vergleichspunkte zu diesen theoretischen Formen des Widerstandes auswendig machen zu können. Zunächst nimmt Foucault einige Charakterisierungen vor, die Machtbeziehungen ausmachen und bezeichnet diese unter anderem als „[…] Ergebnis eines früheren oder immer noch bestehenden Konsenses […]“, was aber nicht bedeute, dass Machtbeziehungen in ihrem Wesen nach immer Ausdruck von Konsens sein müssen. Wie auch schon im vorangegangenen Kapitel „Macht und Subjekt“ soll hier nochmal deutlich werden, dass Machtausübung und hier die dafür benötigten Machtbeziehungen dadurch definiert seien nicht direkt oder unmittelbar Einfluss auf andere auszuüben, aber Einfluss auf deren Handeln hätten. Foucault macht zwei Kernelemente von Machtbeziehungen aus, auf denen diese beruhen: „Der ‚Andere’ (auf den Macht ausgeübt wird) muss durchgängig und bis ans Ende als handelndes Subjekt anerkannt werden. Und vor den Machtbeziehungen muss sich ein ganzes Feld möglicher Antworten, Reaktionen, Wirkungen und Erfindungen öffnen.“15 Hier schließt sich der Kreis zu den eingangs dargelegten Begriffen von Macht und Subjekt und macht nochmals deutlich, das eine Machtbeziehung nur auf Basis frei handelnder Subjekte aufgebaut werden kann und immer eine Reihe von Handlungsalternativen für diese bestehen müssen. Zwar könne Gewalt als eine Art Mittel oder Wirkung innerhalb einer Machtbeziehung verwendet werden, aber hiermit sei nicht das Prinzip der Machtausübung an sich begründet.16

Regieren als Machtbeziehung

Den hierfür kennzeichnenden Begriff, der gleichzeitig den typischen Beziehungstyp der Macht darstellt, ist für Foucault das Regieren. Er bezieht sich hier auf die Bedeutung des Begriffs, die dieser im 16. Jahrhundert gehabt habe und sich nicht nur auf Staatsverwaltung oder politische Strukturen bezog, sondern vor allem auf die Lenkung des Verhaltens von Personen und Gruppen. Somit fasst Foucault die von ihm ausgemachte Kerndefinition von Machtausübung, nämlich das Handlungsfeld anderer zu strukturieren, unter dem Begriff des Regierens zusammen und sieht in diesem den entscheidenden Handlungsmodus, sowie gleichzeitig die Machtbeziehung schlechthin.17 Das Regieren ist somit eine Form der Machtausübung und stellt zugleich eine Machtbeziehung an sich dar. Die Machtbeziehung stelle sich als eine Art Handlungsmodus dar, der auf Handeln anderer einwirke so Foucault. „In Gesellschaft leben bedeutet: Es ist stets möglich, dass die einen auf das Handeln anderer einwirken“, so Foucault. Eine Gesellschaft dargestellt ohne Machtbeziehungen, stelle nur eine Abstraktion dar, eine vereinfachte Sichtweise also, welche den Begriff der Gesellschaft nicht erfassen könne.18 Umso wichtiger ist es hier einen genauen Blick dafür zu haben wie solche Machtbeziehungen aussehen könnten und diese zu analysieren, wofür nach Foucault bisher jedoch die entsprechenden Werkzeuge fehlten.19 Er hatte sich zum Ziel gesetzt eine neue „Ökonomie der Machtbeziehungen“ zu entwickeln. Diese sei stärker empirisch ausgerichtet und stelle eine engere Verbindung zwischen Theorie und Praxis her. Um diesen in seinen Worten neuen Forschungsansatz zu entwickeln wählt er als Ausgangspunkt den Widerstand gegen bestimmte Formen der Macht.20

Die Betrachtung von Widerständen mache es möglich, diese als „chemischen Katalysator“ dafür zu verwenden, Machtbeziehungen aufzudecken und besonders zu analysieren. Damit verbunden war Foucaults Interesse, die Macht nicht als solche und deren innere Rationalität zu betrachten, sondern vielmehr die Machtbeziehungen anhand des Wechselspiels von gegensätzlichen Strategien zu untersuchen.21 Dort wo Widerstand herrscht, dort wirkt auch eine Form von einer Machtbeziehung kann man in Anschluss an Foucault schlussfolgern. Der Kern jener Machtbeziehungen bestehe aus einem Verhältnis von gegenseitigen Provozieren und dem Drängen nach Freiheit auf der einen Seite, wie der Machtausübung im konkreten auf der anderen Seite. Dieser Zustand der jede Machtbeziehung durchdringe, solle jedoch nicht als einfach Art von Antagonismus verstanden werden, indem sich Gegensätze einander versuchen zu blockieren. Foucault führt für diesen Zustand den Begriff des „Agonismus“ ein, der die vorherrschenden, permanenten Provokationen der jeweiligen Seiten beschreiben soll und jede Machtbeziehung kennzeichne.22

Die Analyse von Machtbeziehungen anhand der „Querdenker-711“-Bewegung

Widerstand als Ausgangspunkt

Im Verständnis des Politikwissenschaftlers Karl Graf Ballestrem bedeute Widerstand eine besondere Form „[…] der politischen Opposition, die sich illegaler Methoden bedient“.23 Hierbei soll politische Opposition ausdrücken, dass sich der Widerstand gegen die Maßnahmen einer Regierung und/oder gegen eine Regierung selbst richte. Dabei werde es bewusst in Kauf genommen gegen geltende Gesetze zu verstoßen.24 Eine ähnliche Definition gibt ebenfalls der Politikwissenschaftler Christopher Daase, der auch den Zusatz des politischen Widerstands hervorhebt, so richte sich dieser „[…] gegen eine Herrschaftsordnung oder die in ihrem Rahmen ausgeübte Macht, der gegenüber Gehorsam verweigert wird“.25 Wichtig für die nachfolgende Betrachtung von Widerstand ist hier besonders der Hinweis auf die ausgeübte Macht gegen die sich der Widerstand stellt bzw. seinen Gehorsam verweigert. Foucault gibt mit seiner Konzeption von Widerständen allgemeine Anhaltspunkte diesen zu identifizieren und stellt statt einer Definition, Kennzeichen des spezifischen Kampfes auf, der durch Widerstände geführt werde.26 Zur Herleitung und Deutung von Widerständen, reiche es nicht aus diesen als bloßen Kampf gegen Autorität zu beschreiben.27 Er differiert nicht zwischen politischen oder anderen Arten von Widerständen, sondern fasst diese unter den zu führenden, vereinenden Kampf für die jeweilige Sache zusammen. Da im weiteren Verlauf dieser Arbeit das Analyseschema für Machtbeziehungen von Foucault angewendet wird, soll hier besonders die Konzeption von Widerstand bei Foucault in den Vordergrund rücken. Es ist das Ziel, die in der derzeitigen Ausnahmesituation des Pandemiegeschehens, rund um die Maßnahmen zur Einschränkung des Sars-CoV-2 Virus (nachfolgend auch Coronavirus genannt), auftretenden Widerstände zu betrachten und diese als Hinweis auf eine vorherrschende Machtbeziehung zu deuten.

[...]


1 (Foucault, 2019, S. 141)

2 (Foucault, 2019, S. 243)

3 (Ebd., S. 240)

4 (Foucault, 2019, S. 241)

5 (Ebd., S. 245)

6 (vgl. Bröckling, 2016)

7 (Bröckling, 2016, S. 19)

8 (Ebd., S. 19f.)

9 (vgl. Bröckling, 2016, S. 20)

10 (Foucault, 2019, S. 256)

11 (Ebd.)

12 (Foucault, 2019,S. 257)

13 (Ebd.)

14 (Foucault, 2019, S. 243)

15 (Foucault, 2019, S. 255)

16 (Foucault, 2019, S. 257)

17 (Ebd.)

18 (Ebd.)

19 (Foucault, 2019, S. 240)

20 (Foucault, 2019, S. 243)

21 (Ebd.)

22 (Ebd., S, 257)

23 (Ballestrem, 2013, S. 68f.)

24 (Ebd. S. 69)

25 (Daase, 2014)

26 (Zur weiteren Differenzierung von Widerstand siehe auch Ballestrem, 2013, S. 68ff.)

27 (vgl. Foucault, 2019, S. 244)

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Macht und Widerstand
Untertitel
Ein Praxisbeispiel anhand der Querdenkerbewegung
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
1,7
Autor
Jahr
2021
Seiten
25
Katalognummer
V1031514
ISBN (eBook)
9783346435828
ISBN (Buch)
9783346435835
Sprache
Deutsch
Schlagworte
macht, widerstand, praxisbeispiel, querdenkerbewegung
Arbeit zitieren
Oliver Kuhnt (Autor:in), 2021, Macht und Widerstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031514

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