Merkl, Inge - Eine ganz gewöhnliche Ehe - Odysseus und Penelope


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
3 Seiten

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„Eine ganz gewöhnliche Ehe“ von Inge Merkl

Helena, die Ziehtochter des Königs von Sparta, ist nun ins heiratsfähige Alter gekommen und jeder Mann, verzaubert von ihrer unsagbaren Schönheit, reist zum Königshof, um um sie zu werben. Darunter ist auch Odysseus, Sohn des Laertes, Kleinfürst in Ithaka. Er hofft sich in diesen Kreisen angesehener Leute, mit seinem großen Talent als Redner und Ratgeber, einen Namen zu machen und sich nebenbei auch nach einer geeigneten Ehefrau umzusehen.

Bald fällt ihm Penelopeia auf, die Cousine Helenas. Auch ihr entgehen die fesselnden Blicke seiner Augen, die die Farbe des Meeres haben, nicht. In diese Augen verliebt sie sich.

Die beiden ziehen nach Ithaka, der Heimat Odysseus´. Penelope fühlt sich zuerst unbehaglich in der Fremde, aber da sie klug ist, weiß sie bald wor- auf es ankommt. Nicht die Mutter oder den Vater muß sie beeindrucken, sondern die Schaffnerin und Amme, Eurykleia, die ihr genau auf die Finger schaut und mit ihrer Spitzfindigkeit Penelope schnell durchblickt. Sie war Odysseus Milchmutter und ist daher auf das peinlichste bemüht, ihn in gu- ten Händen zu wissen. Aber Penelope, das natürliche Mädchen, freundet sich bald mit ihr an. Eurykleia wird ihr auch für die Zukunft eine nützliche Stütze sein, durch ihr Wissen und vor allem ihre Erfahrung mit Männern.

Nach ungefähr einem Jahr bekommen die zwei ein Kind. Odysseus beginnt sich in die Ferne zu sehnen. Immer mehr lockt ihn die Ferne, immer grö-ßer wird seine Abenteuerlust und sein Wunsch sich als Redner und Ratge- ber zu bewähren und als Ehrenmann bekannt zu werden. Laertes, sein Vater, hat die Geschäfte und die Landwirtschaft noch voll im griff, Penelope und Eurykleia halten den Haushalt in Schwung und Odys- seus hat keine großartige Aufgabe, daher steigt sein Tatendrang und Ehr- geiz. Er sehnt sich nach Verantwortung und Herausforderungen und kann sich in Ithaka nicht richtig Entfalten. Auch steigt in ihm eine gewisse Eifer- sucht, denn Penelope scheint sich mehr um den kleinen Telemach, ihren Sohn, zu kümmern, als um ihn.

Helena, die schöne Tochter Tyndareos und Gattin des Menelaos, König von Sparta, läßt sich von dem trojanischen Prinzen, Paris, entführen. Nicht nur allein wegen der Rache sondern auch aus Ehrgeiz will Agamemnon, Bruder des Sitzengelassenen, mit Schiffen nach Troja ziehen, um Helena zurück zu holen. Viele Abenteuerlustige ziehen mit in den Kampf. So auch Odys- seus. Eurykleia ahnt schon was geschehen wird und sie gibt Penelope den Rat, ihn ziehen zu lassen, echte Männer bräuchten so etwas.

So kommt es, daß sie mit ihren Schiffen nach Troja fahren und dort Krieg führen, um die schönste Frau Hellas.

10 Jahre dauert das Gemetzel. Odysseus Heldentaten dringen bis nach Ithaka durch und erfüllen sie und ihren heranwachsenden Sohn mit Stolz. Im zehnten Jahr bauen die Griechen das berühmte ‚trojanische Pferd‘ und gewinnen so den Krieg. Auf der Heimreise wird Odysseus bewußt, daß er noch nicht heim fahren will und kann. Es gab da noch ein paar Grotten zu erkunden und vor allem auch das Weibliche Geschlecht.

Weitere 10 Jahre nimmt er in Anspruch für diese Befriedigung der Wißbe- gierde.

Penelope erfährt, daß der Krieg zu Ende und die Männer alsbald heim kommen müßten. Doch Odysseus kommt nicht. Penelope glaubt Odysseus nicht als verloren, dafür ist er zu klug. Ein Gefühl, eine Mischung aus Angst und Eifersucht, breitet sich in ihrem Herzen aus. Telemach kommt in die Pubertät und entgleitet ihr immer mehr. So hat sie immer weniger Arbeit, die sie von den Gedanken an Odysseus ablenkt. Der Schmerz, die Sehnsucht und vor allem die Ungewißheit, über Odysseus Verbleib, macht ihr schwer zu schaffen. So findet sie Trost, indem sie wahllos alles Eßbare in sich hinein stopft. Sie nimmt zu und pflegt sich kaum mehr. Noch dazu erkennt sie bald die beruhigende Wirkung des Weines. Sie ist nervlich am Ende und vernachlässigt sich. Selbsthaß und Minderwertigkeitsgefühle machen sich in ihr breit.

Da alle Leute Ithakas glauben, Odysseus sei nicht mehr am Leben, treffen Freier bei Penelope ein, um ,des Besitzes wegen, zu werben. Plötzlich gibt es wieder viel zu tun im Haus, denn die Freier muß man ja bewirten. Aber dieser Trubel hat etwas Gutes - es lenkt Penelope von ihrem Selbstmitleid ab und durch das ständige Arbeiten nimmt sie wieder ab und beginnt sich wieder zu pflegen und sogar zu schminken. Alsbald mausert sie sich und die Freier beginnen jetzt auch ihretwegen zu werben. Auch wenn manch ein Freier ihr gefällt und ihre Sehnsucht nach körperlichem Kontakt groß ist, bleibt sie Odysseus treu, sie kann ihn einfach nicht vergessen.

Eines Tages kommt Telemach mit einen alten Bettelmann in ein Gespräch. Es ist Odysseus, der nach 20 Jahren nach Hause kommt, verkleidet als Bettler. Er gibt sich Telemach zu erkennen und dieser freut sich, endlich seinen Vater kennen zu lernen. Odysseus erfährt von den Freiern und weiß, würde er sich als Odysseus zu erkennen geben würde ihm entweder keiner glauben, oder sie würden ihn umbringen.

Telemach darf Penelope nichts verraten, er berichtet ihr jedoch, daß er weiß, Odysseus geht es gut. Er war 7 Jahre lang auf Ogygia bei einer Nymphe namens Kalypso und ist jetzt auf dem Heimweg.

In Penelope steigt ein gemischtes Gefühl aus Haß und Freude auf. 7 Jahre war er also bei einer anderen Frau, anstatt heim zu kommen, zu ihr und Telemach. Aber da sie ihn liebt, freut sie sich trotzdem, ihn nach so langer Zeit wieder zu haben. Sie durchblickt bald, daß der Greis unter den Frei- ern, Odysseus ist und weiß auch, daß die Freier es nicht einfach so hin- nehmen würden und so schmiedet sie einen Plan. Sie holt den Bogen von Odysseus. Denjenigen, der mit diesem Bogen schießen könne, würde sie heiraten. Die Mechanik des Bogens ist nur Odysseus bekannt und so ist er es, als Greis verkleidet, der es als einziger schafft. Er gibt sich zu erken- nen und metzelt alle Freier nieder. Endlich haben sie sich wieder, Odys- seus und Penelope.

Doch nach so langer Zeit des Auseinanderseins braucht jeder Mensch Zeit sich wieder aneinander zu gewöhnen und was vor allem für Penelope gilt, zu verstehen, weshalb ihr Mann sich 7 Jahre bei einer anderen Frau, einer Halbgöttin, einer Nymphe, namens Kalypso, herumtrieb, anstatt nach Hause zu kommen.

Er erklärt ihr den Grund für sein Streben. Er erzählt von seinen Heldent a- ten auf Troja, seiner Irrfahrt, auch über seine Bekanntschaften Fremder Völker, Kulturen und Religionen und über Kalypso. Das versucht Penelope auch zu verstehen. Man versteht vieles, wenn man jemanden liebt, weil man es verstehen will.

Odysseus ist nicht mehr der jüngste und in Sachen Liebe sind seine Tage auch schon gezählt. Penelope, die sich so lange Zeit nach körperlicher Nä- he sehnte, es jedoch nie übers Herz gebracht hat Odysseus zu betrügen, ist enttäuscht. Die besten Jahre verbrachte er mit einer anderen Frau und für sie bleibt nur ein alter Mann, lustlos und müde. Sie ist eifersüchtig und kann es nicht verstehen, daß er kein bißchen Eifersucht wegen den Freiern zeigt. Es scheint ihm egal zu sein. Sie sucht daher Rat bei Eurykleia. Diese erklärt ihr, daß für einen Mann die richtige Frau zum Ausruhen da ist, ihm ein zu Hause ist, wo er geborgen und sicher ist. Vor der richtigen Frau hat man(n) keine Geheimnisse, jedoch könnten Männer nie Gefühle, wie Eifer- sucht und Reue, der richtigen Frau gegenüber zugeben. Eurykleia meint, daß das hinrichten der Freier ein klares Zeichen der Eifersucht ist. Penelo- pe versteht es und da sie ein gutmütiger Mensch ist, wird bald nicht mehr von den Erlebnissen mit Kalypso geredet.

Die Jahre vergehen und die Gewohnheit schleicht sich in die Beziehung ein. Odysseus erzählt ihr noch vieles von seinen Heldentaten und Erlebni s- sen. Als jedoch Odysseus am Sterbebett liegt, will Penelope noch eine letzte Frage beantwortet bekommen. Ob er sie irgendwann einmal nur ein bißchen geliebt hat. Er erwidert :“Was willst du noch? Bohr nicht!“. Das sind seine letzten Worte. Odysseus ist tot.

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Details

Titel
Merkl, Inge - Eine ganz gewöhnliche Ehe - Odysseus und Penelope
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V103162
Dateigröße
329 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Merkl, Inge, Eine, Odysseus, Penelope
Arbeit zitieren
Marion Schellander (Autor), 2001, Merkl, Inge - Eine ganz gewöhnliche Ehe - Odysseus und Penelope, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103162

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