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PKS und andere Statistiken. (Mediale) Rezeption von Kriminalitätsstatistiken am Beispiel von Gewalt gegen PolizistInnen

Titel: PKS und andere Statistiken. (Mediale) Rezeption von Kriminalitätsstatistiken am Beispiel von Gewalt gegen PolizistInnen

Seminararbeit , 2020 , 34 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Benjamin Lehnhof (Autor:in)

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Kriminalstatistiken gehören zu den ältesten beständig erhobenen Sozialindikatoren. Die Geschichte der geführten und veröffentlichten Kriminalstatistiken reicht bis ins frühe 19. Jahrhundert zurück. Sie galten anfänglich als Informationsquellen,
um "Urtheile über den sittlichen Zustand des Volkes" zu fällen und wurden dabei zum Beispiel dazu verwendet, um das Verhältnis von Nahrungsmittelpreisen und Diebstahlsraten zu untersuchen. Eine genaue Analyse langer Zeitreihen von Kriminalstatistiken sowie kurzfristiger Fluktuationen innerhalb dieser werden bis heute genutzt, um Erklärungsansätze für die Beziehung zwischen dem sozialen und gesellschaftlichen Wandel in Deutschland und der Entwicklung der Kriminalität zu begründen.

Ziel der Erhebungen ist es zudem, Erkenntnisse zur vorbeugenden und verfolgenden Kriminalitätsbekämpfung, für organisatorische Planungen und Entscheidungen, kriminalpolitische Maßnahmen sowie für die kriminologisch-soziologische Forschungen zu gewinnen. Heute werden Kriminalstatistiken wie die jährlich erhobene Polizeiliche Kriminalstatistik zudem häufig in der öffentlichen Debatte als Anzeichen für die Entwicklung von Kriminalität aufgeführt und tragen so entscheidend zu dem damit verknüpften Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei.

Gerade die Gewalt- und Widerstandshandlungen gegen Polizeibeamte haben in jüngerer Zeit eine neue Stufe des öffentlichen Diskurses erreicht. Diese Problematik ist gerade auch von kriminologischem Interesse, da die Polizei zum einen eine
zentrale Funktion als Sicherheitsorgan der Bevölkerung aufweist und zum anderen als Teil der Exekutive die Funktion hat, den
demokratischen Rechtsstaat zu repräsentieren. Ungeachtet dessen ist die Bedeutung und Aussagekraft dieser Statistiken als Sozialindikator schon lange umstritten. So stellt sich fortwährend die Frage, inwiefern sich Kriminalstatistiken tatsächlich
als Indikator sozialer Problemlagen eignen oder vielmehr nur die Arbeitsnachweise der staatlichen Strafverfolgungsorgane
wiederspiegeln. Kriminalität lässt sich zudem nicht als naturgegebenes Phänomen ausweisen. Das Kriminalitätsaufkommen
ist stets abhängig von gesellschaftlich gesetzten Normen, Kriminalitätsdefinitionen und der Anwendung von Rechtsnormen,
die dem Wandel der Zeit unterliegen. Auch die Kriminalitätserfassung hat im Laufe der Jahre grundlegende Änderungen und Brüche erlebt. Deren Interpretation erfordert daher eine besondere Sorgfalt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. EINLEITUNG UND ZENTRALE FRAGESTELLUNG

II. DIE PKS UND ANDERE STATISTIKEN

1. DIE POLIZEILICHE KRIMINALSTATISTIK

a. Vorkommen und Verbreitung von Kriminalität – Ein Jahresvergleich

b. Das Dunkelfeld

2. ANDERE KRIMINALSTATISTIKEN

a. Strafverfolgungsstatistik

b. Staatsanwaltliche Statistiken und Strafvollzugsstatistiken

c. Validität der einzelnen Statistiken – Ein Vergleich

d. Sonstige Methoden zur Aufschlüsselung der Kriminalität

3. AUSSAGEKRAFT DER POLIZEILICHEN KRIMINALSTATISTIK

a. Änderungen des Strafrechts, der Erfassung von Kriminalität und Summschlüssel

b. Sonstige Vorgänge, welche die Vergleichbarkeit der PKS im Zeitverlauf berühren

c. Anzeigeverhalten, Veränderungen der Registrierungspraxis und des Kontrollverhaltens der Polizei

III. GEWALT GEGEN POLIZISTINNEN

1. MEDIALE WIRKLICHKEIT - GEWALTDARSTELLUNG GEGENÜBER POLIZISTINNEN

2. FIKTIONALE UND REALE GEWALT

a. Langfristige Fallentwicklung 2003-2017

b. Anstieg der letzten Jahre (2018-2019)

aa. Fehlende Vergleichbarkeit zu den Jahren davor

bb. Zahlen von 2018 und 2019 - Ein echter Vergleich möglich?

i. Gesamtbild aller aufgeführten Straftaten im Bundeslagebild

ii. Erfassung der Taten nach §113 StGB im Bundeslagebild

iii. Medialer Vergleich mit Vorjahreszahlen – Ungenauigkeiten im Sprachgebrauch

iv. Polizei – kein unbeteiligter Beobachter

v. Verhältnis zu anderen Straftaten

c. Bewertung der medialen Darstellung – politische wie wirtschaftliche Interessen

IV. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Aussagekraft polizeilicher Kriminalstatistiken (PKS) und deren mediale Rezeption anhand des Beispiels von Gewalthandlungen gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, um aufzuzeigen, inwieweit diese Daten als objektiver Indikator für tatsächliche Kriminalitätsentwicklungen taugen.

  • Kritische Analyse der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) und des Dunkelfeldes
  • Vergleich verschiedener Kriminalstatistik-Methoden (Strafverfolgungsstatistik, Vollzugsstatistik)
  • Untersuchung der medialen Berichterstattung über Gewalt gegen die Polizei
  • Hinterfragung der Vergleichbarkeit von Daten über verschiedene Berichtsjahre hinweg
  • Bewertung des Einflusses politischer Interessen auf die Kriminalitätswahrnehmung

Auszug aus dem Buch

1. Die Polizeiliche Kriminalstatistik

Die PKS wird seit 1953 kontinuierlich geführt und durch das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlicht. Das BKA fasst dabei die Datensätze der einzelnen Landeskriminalämter über die der Polizei bekannt gewordenen Straftaten in den einzelnen Bundesländern zusammen. Hierbei werden alle der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte erfasst. Ausgenommen sind Verkehrs- sowie Schutzdelikte und darüber solche Delikte, für die die Polizei nicht zuständig sind (Steuer- und Finanzdelikte, etc.) oder die direkt bei der Staatsanwaltschaft angezeigt wurden. Die PKS spiegelt dabei zum einen sozial abweichende Verhaltensnormen und zum anderen die strafrechtliche Kontrolle wider. Gerade durch das mehrstufige der Sozialkontrolle wird der PKS ein besonderer Wert gegenüber anderen Kriminalstatistiken zugemessen. Der Effekt der Sozialkontrolle wird im sog. „Trichtermodell“ deutlich. Die Ausgangszahlen beziehen sich auf die bundesweit erfassten absoluten Zahlen bezüglich Verbrechen und Vergehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. EINLEITUNG UND ZENTRALE FRAGESTELLUNG: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung der Kriminalstatistik als Sozialindikator ein und umreißt die kritische Problemstellung der Arbeit hinsichtlich der Interpretation von Kriminalitätsdaten.

II. DIE PKS UND ANDERE STATISTIKEN: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise der PKS, grenzt sie von anderen Erhebungen wie der Strafverfolgungsstatistik ab und diskutiert das Problem des Dunkelfeldes sowie die methodischen Herausforderungen bei der Kriminalitätsanalyse.

III. GEWALT GEGEN POLIZISTINNEN: Hier erfolgt eine vertiefte Analyse der medialen Aufbereitung von Gewalt gegen die Polizei sowie eine detaillierte Prüfung der statistischen Daten für den Zeitraum 2003 bis 2019 unter Berücksichtigung von Gesetzesänderungen und Verzerrungsfaktoren.

IV. FAZIT: Das Fazit resümiert, dass die PKS aufgrund verschiedener Verzerrungsfaktoren nur eingeschränkt als Indikator für Kriminalitätsentwicklungen dient und fordert eine differenzierte Betrachtung ein, insbesondere um das Zusammenspiel von Medien, Politik und polizeilicher Statistik zu durchleuchten.

Schlüsselwörter

Polizeiliche Kriminalstatistik, PKS, Dunkelfeld, Gewalt gegen Polizeibeamte, Kriminalitätsanalyse, Strafverfolgungsstatistik, Sozialkontrolle, Mediale Rezeption, Kriminalitätsfurcht, Trichtermodell, Bundeslagebild, §113 StGB, Deliktsstatistik, Strafrechtsänderung, Kriminologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Aussagekraft polizeilicher Kriminalstatistiken und hinterfragt, wie diese Daten im öffentlichen und medialen Raum interpretiert werden, insbesondere im Kontext von Gewalt gegen Einsatzkräfte.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentral sind die Methodik der Kriminalitätsmessung, die Unterscheidung zwischen Hell- und Dunkelfeld, sowie die kritische Reflexion darüber, wie politische und mediale Akteure statistische Daten nutzen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Kriminalitätszahlen keine naturgegebenen Fakten sind, sondern durch Erfassungsmethoden und gesellschaftliche Rahmenbedingungen geprägt werden, was ihre mediale Interpretation oft verfälscht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kriminologisch-analytische Untersuchung, die auf der Auswertung bestehender Statistiken, Literatur und Berichte von Behörden basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine methodische Einführung zur Kriminalstatistik und eine empirische Fallanalyse zur Gewalt gegen Polizeibeamtinnen, inklusive einer Untersuchung der Berichterstattung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kriminalstatistik, Dunkelfeld, Gewalt gegen die Polizei, mediale Wahrnehmung und Kriminologie sind die prägenden Begriffe.

Wie beeinflussen Gesetzesänderungen die statistischen Ergebnisse?

Der Autor zeigt am Beispiel von §113 StGB, dass neue Straftatbestände oder Verschärfungen zu statistischen Anstiegen führen können, die nicht unbedingt mit einer tatsächlichen Zunahme der Gewaltbereitschaft korrelieren müssen.

Warum warnt der Autor vor einer einfachen Interpretation der Medienberichte?

Weil die Medien oft nur die absoluten Zahlen der PKS zitieren, ohne die komplexen Filtervorgänge und methodischen Änderungen zu berücksichtigen, was zu einem verzerrten Bild der Sicherheitslage führt.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
PKS und andere Statistiken. (Mediale) Rezeption von Kriminalitätsstatistiken am Beispiel von Gewalt gegen PolizistInnen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Strafrecht)
Note
1,0
Autor
Benjamin Lehnhof (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
34
Katalognummer
V1031704
ISBN (eBook)
9783346434180
ISBN (Buch)
9783346434197
Sprache
Deutsch
Schlagworte
statistiken mediale rezeption kriminalitätsstatistiken beispiel gewalt polizistinnen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Benjamin Lehnhof (Autor:in), 2020, PKS und andere Statistiken. (Mediale) Rezeption von Kriminalitätsstatistiken am Beispiel von Gewalt gegen PolizistInnen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031704
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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