Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, die Darstellung der Corona-Krise in ausgewählten öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Kinder-Audio-Formaten darzustellen. Darüber hinaus soll eine theoretische Auseinandersetzung mit den wissenschaftlichen Hintergründen der Thematik gewährleistet werden, um schlussendlich die folgende Forschungsfrage beantworten zu können: Wie wird die Corona-Krise in öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Kinder-Audio-Formaten dargestellt?
Mittels einer quantitativen Inhaltsanalyse werden hierfür die einzelnen Folgen der Formate im Krisenzeitraum unter anderem in Hinblick auf ihre perspektivische Vielfalt, Nachrichtenfaktoren und das Auftreten bestimmter Deutungsrahmen hin untersucht. Darüber hinaus wurde ein Blick auf das Spektrum der Virologen und Experten geworfen, das Nennen von konkreten Zahlen rund um die Pandemie codiert und die Präsenz der Berichterstattung im Vergleich zu sonstigen Themen dokumentiert.
Inhaltsverzeichnis
1 Die Funktionen von Massenmedien
1.1 Soziale Funktionen
1.2 Politische Funktionen
1.3 Ökonomische Funktionen
1.4 Informationsfunktion
1.5 Qualitätsjournalismus
2 Kindermedien und ihre Wirkungen
2.1 Mediennutzung von Kindern
2.2 Medienangebote für Kinder
2.2.1 Print-Angebote
2.2.2 TV-Programme
2.2.3 Hörfunk-Programme
2.3 Mediensozialisation von Kindern
2.4 Die Bedeutung von Medien im Verlauf der kindlichen Entwicklung
2.4.1 Der Einfluss der Medien vor der Geburt
2.4.2 Der Einfluss der Medien in der frühen Kindheit
2.4.3 Der Einfluss der Medien in der mittleren Kindheit
2.4.4 Der Einfluss der Medien in der späten Kindheit
2.5 Nachrichtenrezeption von Kindern
2.5.1 Qualitätskriterien für Kindernachrichtensendungen
2.5.2 Nachrichten – ein unterschätztes Gefahrenpotential?
2.6 Wirkungspotentiale von Medien
2.6.1 Kommunikator-orientierte Modelle
2.6.2 Rezipienten-orientierte Modelle
2.6.3 Transaktionale Modelle
3 Konstruktion von Medienrealität
3.1 Nachrichtenwerttheorie
3.1.1 Nachrichtenfaktoren und Nachrichtenwert
3.1.2 Die Zwei-Komponenten-Theorie
3.1.3 Kausal- und Finalmodell
3.1.4 Wichtige Nachrichtenfaktoren im Überblick
3.1.4.1 Harte Nachrichtenfaktoren
3.1.4.2 Weiche Nachrichtenfaktoren
3.1.5 Die Bedeutung von Nachrichtenfaktoren in der Kinderinformation
3.2 Framing
3.2.1 Entstehung von Medien-Frames
3.2.2 Identifizierung von Medien-Frames
3.2.3 Wirkung von Medien-Frames
3.2.4 Die generischen Frames von Semetko und Valkenburg
4 Krisen und Medien
4.1 Empirische Befunde zum medialen Handeln in Krisen
4.2 Die Corona-Krise und ihre Auswirkungen für Kinder
5 Forschungsfragen und Hypothesen
5.1 Stand der Forschung
5.2 Hypothesen und Herleitung
6 Inhaltsanalyse
6.1 Forschungsdesign, Stichprobe und Forschungsgegenstand
6.1.1 Kiraka Klicker
6.1.2 Kakadu
6.1.3 GEOlino Spezial – Gemeinsam gegen Corona
6.1.4 Wie erkläre ich’s meinem Kind?
6.2 Codebuch und Kategorien
6.3 Ergebnisse
6.3.1 Fall-, Genesenen-, Todeszahlen
6.3.2 Direkte Ansprache
6.3.3 Perspektiven
6.3.4 Anteil von Themen über das Virus an der Gesamtberichterstattung
6.3.5 Spektrum der Virologen und Experten
6.3.6 Gebrauch von Metaphern
6.3.7 Einsatz von Frames
6.3.8 Auftreten von Nachrichtenfaktoren
7 Einordnung und Ausblick
7.1 Methodenkritik
7.2 Prüfung der Hypothesen
7.3 Beantwortung der Forschungsfrage
7.4 Zusammenfassung und Perspektiven
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, wie die Corona-Krise in ausgewählten öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Audio-Formaten für Kinder dargestellt wurde, um durch eine theoretische Fundierung und quantitative Inhaltsanalyse Erkenntnisse über mediale Framing-Prozesse in dieser speziellen Zielgruppe zu gewinnen.
- Mediale Sozialisation von Kindern während der Corona-Pandemie
- Vergleichende Analyse von öffentlich-rechtlichen und privaten Kinder-Audio-Formaten
- Anwendung der Nachrichtenwerttheorie und des Framing-Ansatzes auf kindgerechte Berichterstattung
- Rolle der direkten Ansprache und Perspektivenwahl in der kindlichen Nachrichtenrezeption
Auszug aus dem Buch
Die Funktionen von Massenmedien
Als zentrales Kommunikationsgrundrecht gilt in der Bundesrepublik Deutschland die Informations- und Meinungsfreiheit, welche auf individualrechtlicher Seite jedem die Möglichkeit gibt, seine Meinung frei zu äußern, sich aktiv und ungehindert zu informieren und so aktiv am Prozess der „öffentlichen Meinungs- und Willensbildung“ teilzuhaben (Pürer 2014: 418).
Den Massenmedien kommt auf demokratiepolitischer Seite mit der ebenso gewährten Pressefreiheit und der Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film hier jedoch vielmehr eine „dienende Funktion“ zu, denn: „Die Freiheit der Massenmedien ist für den sozialen und politischen Prozess freiheitlich-demokratischer Ordnungen konstitutiv“ (ebd.: 418).
Um dieser Funktion nachzukommen, gilt die staatsunabhängige Organisation der Massenmedien als wesentlich (ebd.: 419).
Zusammenfassung der Kapitel
Die Funktionen von Massenmedien: Dieses Kapitel erläutert die sozialen, politischen, ökonomischen und informativen Leistungen von Medien in einer pluralistischen Demokratie sowie Anforderungen an journalistische Qualität.
Kindermedien und ihre Wirkungen: Hier wird das Mediennutzungsverhalten von Kindern analysiert, der Prozess der Mediensozialisation beleuchtet und die Bedeutung von Medien im kindlichen Entwicklungsverlauf sowie deren Wirkungspotentiale dargestellt.
Konstruktion von Medienrealität: Dieses Kapitel führt in die theoretischen Grundlagen der Nachrichtenwerttheorie und des Framing-Ansatzes ein, um zu erklären, wie journalistische Selektion Medienrealität formt.
Krisen und Medien: Dieser Teil beleuchtet empirische Befunde zum Verhalten von Medien in Krisenzeiten und spezifische Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Lebenswelten von Kindern.
Forschungsfragen und Hypothesen: Basierend auf dem aktuellen Forschungsstand werden die Forschungsfragen definiert und 14 Hypothesen zur Untersuchung der gewählten Audio-Formate abgeleitet.
Inhaltsanalyse: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Design der quantitativen Inhaltsanalyse, inklusive der Stichprobe (Kiraka Klicker, Kakadu, GEOlino Spezial, Wie erkläre ich’s meinem Kind?), der Kategorienbildung und der Ergebnisse.
Einordnung und Ausblick: Abschließend werden die Ergebnisse interpretiert, die Hypothesen geprüft und die Forschungsfrage beantwortet, ergänzt um eine kritische Reflexion der Methodik.
Schlüsselwörter
Corona-Krise, Kindermedien, Framing, Mediensozialisation, Nachrichtenwerttheorie, quantitative Inhaltsanalyse, Kinder-Audio-Formate, Journalismus, Krisenkommunikation, Human-Interest-Frame, Nachrichtenrezeption, Medienwirkungsforschung, Kinder, Mediennutzung, Journalistische Qualität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Bachelorarbeit analysiert die mediale Berichterstattung über die Corona-Krise in spezifischen Audio-Formaten, die sich an Kinder richten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Konzepte des Framings und der Nachrichtenwerttheorie sowie die Rolle der Medien bei der Sozialisation und Information von Kindern in Krisenzeiten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Wie wird die Corona-Krise in öffentlich-rechtlichen und privatwirtschaftlichen Kinder-Audio-Formaten dargestellt?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine quantitative Inhaltsanalyse, um 191 Episoden von vier verschiedenen Kinder-Audio-Formaten zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Medienfunktionen, Kindermedien, Nachrichtenwerttheorie und Framing, gefolgt vom empirischen Teil mit der Inhaltsanalyse und Hypothesenprüfung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Corona-Krise, Kindermedien, Framing, Mediensozialisation, Nachrichtenfaktoren und Inhaltsanalyse.
Wie unterscheiden sich die untersuchten Formate?
Die Untersuchung vergleicht öffentlich-rechtliche Formate wie „Kiraka Klicker“ und „Kakadu“ mit privatwirtschaftlichen Angeboten wie „GEOlino Spezial“ und „Wie erkläre ich’s meinem Kind?“ hinsichtlich ihrer journalistischen Darstellungsweise.
Welche Rolle spielt die direkte Ansprache in den Formaten?
Die direkte Ansprache ist ein häufig genutztes Stilmittel in den untersuchten Formaten, wobei die Ausprägung je nach Format variiert; bei manchen Podcasts ist sie durchgehend, während Nachrichtenformate eher klassisch sachlich agieren.
- Arbeit zitieren
- Hannah Kersting (Autor:in), 2020, Das Framing der Corona-Krise in Audio-Formaten für Kinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1031833