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Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch

Title: Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 29 Pages , Grade: gut

Autor:in: Isabel Ebber (Author)

Pedagogy - History of Pedagogy
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Die Arbeit „Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch“ kann auch als Aufarbeitung der zahlreichen Aufsatzpublikationen gehäuft in den Jahren 1983 und 1984 verstanden werden, erschienen in den Publikationsorganen „Diskussion Deutsch“ und „Muttersprache“. Neben der Herauskristallisierung der Essenz der sprachwissenschaftlich- sprachkritischen Analysen zum nationalsozialistischen Sprachgebrauch, erfolgt eine Prüfung dieser Forschungsergebnisse auf ihre Belegkraft für Formen „verschleierter Gewalt“ im Sprachgebrauch. Diese Prüfung versucht den diskursanalytischen Zugang, dass heißt die anwendungsbezogene Untersuchung von Bedeutung und Wirkung des Sprachgebrauchs im sozialgeschichtlichen Kontext.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

(I.) Zum Geleit.

(II.) Der Nationalsozialismus in diskursanalytischer Betrachtung - Ein Einstieg.

(III.) Zur Einbettung des Begriffs der „verschleierten Gewalt“ in den faschistischen Diskurs.

(III. 1.) Zum Verständnis des Begriffs nach Pierre Bourdieu und Hedda Herwig.

(III. 2.) Die Rolle der Frau im faschistischen Diskurs als Form verschleierter Gewalt.

(III. 3.) Die Begrüßungsformel „Heil Hitler“ im faschistischen Diskurs als Form verschleierter Gewalt.

(IV.) Weitere Formen verschleierter Gewalt im faschistischen Diskurs.

(IV. 1.) Adjektivische Verknüpfungen und Wortzusammensetzungen.

(IV. 2.) Der unmenschliche Akkusativ.

(IV. 3.) Der pathetisch-dramatisierende, militärische, antisemitische, derb-vulgäre, antiintellektuelle Sprachstil.

(IV. 4.) Sprichwörter und Redewendungen.

(IV. 5.) Die romantische Naturmetaphorik.

(IV. 6.) Der Mahnaufruf.

(IV. 7.) Das faschistische Massenlied.

(IV. 8.) Die Jugendliteratur.

(V.) Schlusswort.

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mechanismen und Strategien der „verschleierten Gewalt“ im nationalsozialistischen Sprachgebrauch. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache dazu instrumentalisiert wurde, ausbeuterische Machtverhältnisse und Gewaltakte hinter einer Fassade von vermeintlicher Normalität, Höflichkeit oder Gemeinschaftssinn zu verbergen und die Bevölkerung ideologisch zu prägen.

  • Diskursanalytische Untersuchung von Sprachmustern im Nationalsozialismus.
  • Aufdeckung der Verschleierungsstrategien hinter Alltagssprache, Grußformeln und propagandistischen Texten.
  • Analyse der instrumentellen Ausnutzung emotionaler Bedürfnisse wie soziale Zugehörigkeit und Identifikation.
  • Untersuchung der Auswirkungen von LTI (Lingua Tertii Imperii) auf das Denken und soziale Handeln des Einzelnen.
  • Dezentrierung der Rolle der Frau und der Jugend als Beispiele für systemstabilisierende Sprachlenkung.

Auszug aus dem Buch

Die Begrüßungsformel „Heil Hitler“ im faschistischen Diskurs als Form verschleierter Gewalt

Im folgenden wird aufgezeigt, wie der Nationalsozialismus den Gruß als Höflichkeitsregel ideologisch anpasst und welche Folgen dies für den Grußprozess, das Subjekt und den gesellschaftlichen Diskurs hat. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Begründung dieses ja unverschleiert ideologischen Grußes als Form verschleierter Gewalt im Sinne Herwigs gelegt.

Zunächst festzuhalten ist, dass der Propagandaapparat über einen Austausch des „Guten Morgen“, „Guten Tag“ und „Guten Abend“ durch das obligatorische „Heil Hitler“ als so genannten „deutschen Gruß" eine Veränderung der Grußbedeutung erreicht.

Über die Einbindung eines Dritten oder anders ausgedrückt, einer weiteren im Grußprozess selbst nicht vorhandenen Person, nämlich des in der Grußformel manifestierten „Führers“, wird zum einen der Gegenseitigkeitscharakter des Grüßens außer Kraft gesetzt.

Die über die Grußformel erwirkte Präsenz des Führers ist zum anderen mit einer Botschaft verknüpft. Transportiert wird mit dem Gruß nicht der respektbekundende Wunsch, dem zu Grüßenden möge ein „Guter Morgen, Tag oder Abend“ widerfahren, sondern die Ideologie des Führer- und Erlöserprinzips. Auch wenn das in der regulären Grußformel manifestierte gegenseitige Wunschprinzip nicht mit jedem Gruß bewusst ausgetauscht wird, weil es unreflektiert als übernommene Regel der Diskursordnung mechanisch ausgesprochen wird, so ist über das Prinzip des gegenseitigen Gönnens doch ein persönliches zwischenmenschliches Verhältnis angesprochen.

Zusammenfassung der Kapitel

(I.) Zum Geleit.: Einleitende Darlegung des Forschungsansatzes, der auf der Prüfung linguistischer Forschungsergebnisse auf ihre Belegkraft für Formen „verschleierter Gewalt“ im NS-Sprachgebrauch basiert.

(II.) Der Nationalsozialismus in diskursanalytischer Betrachtung - Ein Einstieg.: Vorstellung der theoretischen Grundlagen der Diskursanalyse zur Untersuchung der nationalsozialistischen Sprachwirklichkeit.

(III.) Zur Einbettung des Begriffs der „verschleierten Gewalt“ in den faschistischen Diskurs.: Kontextualisierung des Gewaltbegriffs und Auseinandersetzung mit der These, inwieweit der NS-Sprachgebrauch tatsächlich verschleierungsstrategisch wirkte.

(IV.) Weitere Formen verschleierter Gewalt im faschistischen Diskurs.: Detaillierte Analyse verschiedener sprachlicher Ebenen, von Adjektiven über Metaphern bis hin zu Liedern und Literatur, die zur ideologischen Prägung funktionalisiert wurden.

(V.) Schlusswort.: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse, die die Funktionalisierung des Sprachgebrauchs zur ideologischen Indoktrination und Entindividualisierung unterstreicht.

Schlüsselwörter

Nationalsozialismus, verschleierte Gewalt, Diskursanalyse, Sprachlenkung, LTI, Propaganda, Machtverhältnisse, Ideologie, Prägung, Entmenschlichung, Führerprinzip, Sprachkritik, Volksgemeinschaft, Antisemitismus, Funktionalisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie der Sprachgebrauch im Nationalsozialismus dazu diente, Gewalt zu verschleiern und die Bevölkerung auf die NS-Ideologie zu prägen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Manipulation der Alltagssprache, die ideologische Umdeutung von Höflichkeitsregeln, die Rolle der Frau, Jugendpropaganda sowie die Verwendung spezifischer rhetorischer Stilmittel wie Metaphern und der „LTI“ (Lingua Tertii Imperii).

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprache als Instrument der Macht eingesetzt wurde, um ausbeuterische Verhältnisse als Normalität zu tarnen und das kritische Reflexionsvermögen der Menschen zu untergraben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine diskursanalytische Methode angewandt, die den Sprachgebrauch in seinen sozialgeschichtlichen Kontext einbettet und die Wirkung von Sprache auf Fühlen, Denken und Handeln untersucht.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Diskursebenen, darunter Grußformeln, die romantische Naturmetaphorik, den antisemitischen Sprachstil, das Massenlied sowie die Jugendliteratur unter dem Aspekt der Gewaltverschleierung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Sprachlenkung, Indoktrination, Führerprinzip, Entmenschlichung und die Funktionalisierung emotionaler Bedürfnisse.

Wie wird das Konzept der „verschleierten Gewalt“ konkret definiert?

Die Arbeit definiert verschleierte Gewalt als den Einsatz von Sprache, um ausbeuterische Herrschaftsverhältnisse und Ideologien so zu verpacken, dass sie nicht als unrechtmäßige Gewalt wahrgenommen werden, etwa durch die Umdeutung von Begriffen oder die Nutzung positiver Konnotationen.

Warum ist die Analyse der „Begrüßungsformel“ so bedeutend?

Die Formel „Heil Hitler“ ist für die Autorin ein Paradebeispiel, da sie nicht nur einen Gruß ersetzt, sondern durch die ständige Wiederholung und das Verknüpfen mit einem religiösen Heilsprinzip den Einzelnen unaufdringlich, aber kontinuierlich dem Führerprinzip unterwirft.

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Details

Title
Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch
College
University of Duisburg-Essen  (FB Erziehungswissenschaft)
Course
Sanft und verschleiert ist die Gewalt (Bourdieu)
Grade
gut
Author
Isabel Ebber (Author)
Publication Year
2002
Pages
29
Catalog Number
V10319
ISBN (eBook)
9783638167772
ISBN (Book)
9783638641401
Language
German
Tags
Formen Gewalt Sprachgebrauch Sanft Gewalt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Isabel Ebber (Author), 2002, Formen verschleierter Gewalt im nationalsozialistischen Sprachgebrauch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10319
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