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Bilanzierung von Cloud-Computing-Vereinbarungen nach IFRS. Abschlusspolitik und Abschlussanalyse

Title: Bilanzierung von Cloud-Computing-Vereinbarungen nach IFRS. Abschlusspolitik und Abschlussanalyse

Master's Thesis , 2021 , 75 Pages , Grade: 1.7

Autor:in: Ruben Fernandes (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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In der Arbeit wird zunächst auf die allgemeinen Grundlagen von Cloud- Computing sowie auf die unterschiedlichen Service- und Bereitstellungsmodellen eingegangen. Dadurch soll ein solides Verständnis der Termini und der verfolgten Zielsetzung der dahinterstehenden Technologie ermöglicht werden. Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht unter anderem darin, auf Basis der Entscheidung des IFRS IC und den bestehenden IFRS ein grundlegendes Verständnis für die bilanzielle Abbildung von Cloud-Computing-Vereinbarungen zu schaffen und unter den Gesichtspunkten möglicher abschlusspolitischer und -analytischer Fragestellungen auf die Auswirkungen ausgewählter Kennzahlen einzugehen.

In den letzten Jahren hat kein anderes Thema branchenübergreifend und global einen so hohen Stellenwert in den Unternehmen eingenommen, wie die Industrie 4.0 und die Digitalisierung. Dabei rückt vor allem Cloud-Computing immer weiter in den Fokus der Öffentlichkeit und führt bei großen und kleinen Unternehmen zu einer Ausweitung der IT-Planung. Laut Gartner werden die weltweiten Endnutzerausgaben für Public-Cloud- Services im Jahr 2021 voraussichtlich um 18,4 % auf insgesamt 304,9 Mrd. US-Dollar steigen.

Das größte Marktsegment soll das Servicemodell ‚Software as a Service‘ (SaaS) mit einem prognostizierten Volumen von 117,7 Mrd. US-Dollar einnehmen. Auch Softwareanbieter erkennen immer weiter das Potenzial der Cloud. So schreibt das deutsche Softwareunternehmen SAP in seinem zusammengefassten Konzernlagebericht des Geschäftsjahres 2020, dass bis zum Jahr 2025 Clouderlöse von über 22 Mrd. € erwartet wer- den. Diese Prognose entspricht aus der heutigen Sicht der SAP fast einer Verdreifachung der Erlöse im Cloudbereich. Aus Anwendersicht stellt sich damit zunehmend auch im Bereich der internationalen Rechnungslegung die Frage nach der bilanziellen Behandlung von Cloudvereinbarungen.

Derzeit bieten die IFRS (International Financial Reporting Standards) keine expliziten Regelungen hierfür. Erst im September und November 2018 wurde das IFRS IC (International Financial Reporting Standards Interpretations Committee) zum ersten Mal mit einer externen Anfrage konfrontiert. Diese betraf die bilanzielle Behandlung des Zugriffsrechts und die anfallenden Gebühren eines Softwarenutzers, der auf die in der Cloud-Infrastruktur des Anbieters befindliche Anwendungssoftware zugreift. Der finale Beschluss der Agenda erfolgte schließlich im März 2019.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Zielsetzung

2. Allgemeine Grundlagen

2.1 Hintergründe von Cloud-Computing

2.2 Definition von Cloud-Computing

2.3 Servicemodelle der Cloud-Computing-Vereinbarungen

2.3.1 Everything as a Service (XaaS)

2.3.2 Infrastructure as a Service (IaaS)

2.3.3 Platform as a Service (PaaS)

2.3.4 Software as a Service (SaaS)

2.4 Bereitstellungsmodelle der Cloud-Computing-Vereinbarungen

2.5 Vor- und Nachteile von Cloud-Computing

3. Bilanzierung von Cloud-Computing-Vereinbarungen nach den IFRS

3.1 Allgemeines

3.2 Bilanzierung dem Grunde nach

3.2.1 Softwareleasing nach IFRS 16

3.2.2 Immaterielle Vermögenswerte nach IAS 38

3.2.3 Dauerschuldverhältnis nach IFRS

3.2.4 Behandlung von Implementierungskosten

3.3 Bilanzierung der Höhe nach

3.3.1 Immaterieller Vermögenswert nach IAS 38 - Zugangsbewertung

3.3.2 Immaterieller Vermögenswert nach IAS 38 - Folgebewertung

3.4 Fallbeispiel einer Cloud-Computing-Vereinbarung in einem Unternehmen

4. Abschlusspolitik und Abschlussanalyse nach den IFRS

4.1 Grundlagen

4.1.1 Abschlusspolitik nach den IFRS

4.1.1.1 Definition der Abschlusspolitik

4.1.1.2 Ziele der Abschlusspolitik

4.1.1.3 Abschlusspolitische Instrumente

4.1.2 Abschlussanalyse nach den IFRS

4.1.2.1 Definition der Abschlussanalyse

4.1.2.2 Ziele der Abschlussanalyse

4.1.2.3 Kennzahlen in der Abschlussanalyse

4.1.2.4 Strukturbilanz nach IFRS als Ausgangspunkt

4.2 Abschlusspolitische und abschlussanalytische Maßnahmen im Kontext der Bilanzierung von Cloud-Computing-Vereinbarungen

4.2.1 Bilanzierung als Dauerschuldverhältnis

4.2.2 Bilanzierung als immaterieller Vermögenswert

4.2.3 Gesamturteil der Abschlussanalyse

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, basierend auf den Entscheidungen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC) ein grundlegendes Verständnis für die bilanzielle Abbildung von Cloud-Computing-Vereinbarungen nach IFRS zu schaffen. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf den Auswirkungen dieser Bilanzierungsmethoden auf abschlussanalytische Kennzahlen sowie auf den damit verbundenen abschlusspolitischen Gestaltungsspielräumen.

  • Grundlagen und Definitionen von Cloud-Computing sowie dessen Servicemodelle (IaaS, PaaS, SaaS).
  • Bilanzielle Einordnung von Cloud-Vereinbarungen als Leasing, immaterieller Vermögenswert oder Dauerschuldverhältnis.
  • Untersuchung der bilanziellen Behandlung von Implementierungskosten bei Cloud-Projekten.
  • Analyse des Einflusses der gewählten Bilanzierungsmethode auf die Unternehmensfinanzierung und Kennzahlen wie EBIT und Eigenkapitalquote.
  • Vergleich verschiedener Bereitstellungsmodelle (Public Cloud vs. Private Cloud) und deren Auswirkungen auf den Abschluss.

Auszug aus dem Buch

3.2.1 Softwareleasing nach IFRS 16

Der Ausschuss hat in seiner Entscheidung festgestellt, dass der Softwarenutzer einen Softwarevermögenswert erst dann zu bilanzieren hat, wenn die zugrunde gelegte Cloudvereinbarung ein Softwareleasing (Software Lease) enthält oder das Unternehmen auf eine andere Weise die Verfügungsgewalt über die Anwendungssoftware bzw. ein darauf gerichtetes Nutzungsrecht zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses erlangt.

Im Hinblick auf ein Softwareleasing müsste zunächst geprüft werden, ob für das entgeltliche Nutzungsrecht an der Software der IFRS 16 zur Anwendung kommt. Dafür ist die Leasingdefinition des IFRS 16.9 entscheidend. Demnach liegt ein Leasingverhältnis nur vor, wenn eine vertragliche Vereinbarung den Leasingnehmer dazu berechtigt, einen identifizierten Vermögenswert gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Für die Beurteilung, ob die Definition des Leasings zutrifft, müssen nach IFRS 16.B9 folgende Kriterien kumulativ über die vertraglich vereinbarte Laufzeit vorliegen:

Der Leasingnehmer hat aufgrund des Vertrages das Recht, über die Nutzung des zugrunde liegenden Vermögenswertes zu verfügen, und im Wesentlichen alle ökonomischen Vorteile aus der Nutzung des identifizierten Vermögenswertes zu erhalten.

Zur Beurteilung des ersten Kriteriums ist der IFRS 16.B25 heranzuziehen. Ein Kunde bzw. Softwareanwender hat demnach das Recht, über die Nutzung des Vermögenswertes zu bestimmen, wenn er im Rahmen seines vertraglich festgelegten Nutzungsrechts die Art und den Zweck der Nutzung des Vermögenswertes während der gesamten Laufzeit verändern kann. Im vorliegenden Fall müsste der Softwarenutzer aufgrund der abgeschlossenen SaaS-Vereinbarung somit die Möglichkeit haben, innerhalb der Vertragslaufzeit Anwendungssoftware derart zu modifizieren, dass die Art und der Zweck nicht mehr demselben Ursprung entspricht wie beim Erwerb vom Cloudprovider.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Zielsetzung: Einführung in die wachsende Bedeutung von Cloud-Computing und die daraus resultierende Notwendigkeit einer klaren bilanziellen Behandlung nach IFRS.

2. Allgemeine Grundlagen: Darstellung der technologischen Grundlagen, Servicemodelle und Bereitstellungsformen von Cloud-Diensten.

3. Bilanzierung von Cloud-Computing-Vereinbarungen nach den IFRS: Zentrale Analyse der bilanziellen Behandlung, unterteilt in Softwareleasing, immaterielle Vermögenswerte und Dauerschuldverhältnisse sowie deren Implementierungskosten.

4. Abschlusspolitik und Abschlussanalyse nach den IFRS: Untersuchung der Möglichkeiten zur Gestaltung des Jahresabschlusses und die Analyse der Auswirkungen auf relevante Unternehmenskennzahlen.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung, dass die bilanzielle Behandlung maßgeblich vom spezifischen Sachverhalt abhängt und erhebliche Auswirkungen auf die Kennzahlen haben kann.

Schlüsselwörter

Cloud-Computing, IFRS, SaaS, Leasing, Softwareleasing, immaterieller Vermögenswert, IAS 38, IFRS 16, Abschlusspolitik, Abschlussanalyse, Bilanzierung, Implementierungskosten, Dauerschuldverhältnis, Finanzkennzahlen, Cloud-Vereinbarung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die komplexe bilanzielle Behandlung von Cloud-Computing-Vereinbarungen aus der Sicht eines Softwarenutzers, der seinen Abschluss nach internationalen Rechnungslegungsstandards (IFRS) aufstellt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die technologischen Grundlagen des Cloud-Computings, die spezifischen Anforderungen an die Bilanzierung nach IFRS 16 und IAS 38 sowie die Auswirkungen dieser Buchungen auf die Unternehmensanalyse und Kennzahlen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, auf Basis der Vorgaben des IFRS Interpretations Committee ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Cloud-Vereinbarungen korrekt in der Bilanz abzubilden sind und welchen Gestaltungsspielraum dies für die Abschlusspolitik eröffnet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine fundierte Literatur- und Standardanalyse in Kombination mit einem Fallbeispiel durchgeführt, um die Auswirkungen auf die Bilanz sowie auf abschlussanalytische Kennzahlen modellhaft darzustellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Bilanzierungsmöglichkeiten für Cloud-Dienste, eine detaillierte Analyse der Bewertung von Implementierungskosten und eine praktische Anwendung anhand eines Unternehmens-Szenarios.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Cloud-Computing, IFRS, SaaS, Leasing, IAS 38, Abschlusspolitik und Abschlussanalyse.

Welche Rolle spielt das IFRS Interpretations Committee in dieser Arbeit?

Das IFRS IC spielt eine zentrale Rolle, da dessen Agenda-Entscheidungen aus den Jahren 2018 und 2019 die Grundlage bilden, um Cloud-Vereinbarungen überhaupt erst in die Kategorien Leasing oder Dienstleistungsvertrag einordnen zu können.

Warum ist die Unterscheidung zwischen einem Dienstleistungsvertrag und einem Vermögenswert so wichtig?

Weil ein Dienstleistungsvertrag als laufender Aufwand direkt die GuV belastet, während die Aktivierung als Vermögenswert eine Bilanzverlängerung bewirkt und die Kosten über die Nutzungsdauer verteilt, was Kennzahlen wie das EBITDA beeinflusst.

Wie beeinflusst die Wahl zwischen Public und Private Cloud die Bilanz?

Die Wahl hat wesentliche Auswirkungen darauf, ob eine Aktivierung als immaterieller Vermögenswert gelingt, da bei einer Private Cloud die Kontrolle über die IT-Infrastruktur leichter nachzuweisen ist als bei einer Public Cloud, wo oft nur Zugriffsrechte vorliegen.

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Details

Title
Bilanzierung von Cloud-Computing-Vereinbarungen nach IFRS. Abschlusspolitik und Abschlussanalyse
College
Wiesbaden University of Applied Sciences  (Wiesbaden Business School)
Course
Business & Law (in Accounting and Taxation)
Grade
1.7
Author
Ruben Fernandes (Author)
Publication Year
2021
Pages
75
Catalog Number
V1032027
ISBN (eBook)
9783346419545
ISBN (Book)
9783346419552
Language
German
Tags
Cloud Computing IFRS Software as a Service Platform as a Service infrastructure as a Service Everything as a Service SaaS PaaS IaaS XaaS Softwareleasing IFRS 16 Immaterieller Vermögenswert IAS 38 Dauerschuldverhältnis IFRS Implementierungskosten IFRS IC S/4HANA SAP AWS Azure Public Cloud Private Cloud Hybride Cloud Abschlusspolitik Abschlussanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ruben Fernandes (Author), 2021, Bilanzierung von Cloud-Computing-Vereinbarungen nach IFRS. Abschlusspolitik und Abschlussanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032027
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