Nietzsche, Friedrich - Vereinsamt


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

2 Seiten, Note: 10


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Inhalt:

Vögel suchen Zuflucht vor dem baldigem Winter.

Ein Mensch tut genau das Gegenteil, obwohl er die Gefahr kennt.

Ihm wird bewußt, dass viele ungewiße Wege in die Welt hinausführen.

Später erkennt er seine Lage im vollem Ausmaß.

Form:

Doch dies hilft ihm jetzt nichts mehr - ihm bleibt nur noch übrig, mit dieser Situation allein fertig zu werden.

Die Vögel haben die Gefahr erkannt und rechtzeitig darauf reagiert - das Schicksal des Menschen jedoch ist ungewiß.

Das Gedicht ist in 6 Strophen mit je 4 Versen eingeteilt. Die Verszeilen eins und drei sind dabei immer kürzer als die zweite und die vierte Verszeile. Das Versmaß ist ein durch die Zeilenlänge bedingter Wechsel aus zwei- und vierhebigem Jambus. Der Reim ist durchgehend ein Kreuzreim (abab).

Außerdem fallen an Schlüßelstellen Gedankenstriche auf, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen.

Interpretation:

1. Strophe:

In der Natur spüren Tiere oft auf grund ihres besser ausgeprägten Instinkts eine Gefahr schneller als der Mensch. Daher kann man die Krähen als Warner vor dem Winter bezeichnen. Wenn man eine Heimat hat

- oder sich eine verschafft - muß man jedoch keine Angst mehr vor dem Winter haben.

2. Strophe:

Hier spricht sich das lyrische Ich selbst an. Das "du" steht hier also für einen inneren Monolog,

der die Entscheidung zur Flucht kritisiert. Es stellt sich hier die Frage, warum die Hauptperson überhaupt geflohen ist. Das Wort "entflohn" (Strophe 2, Vers 4) verweist eher auf eine unfreiwillige Flucht. Unter Umständen haben ein Ereignis oder ein Mensch dazu beigetragen. Sie kann deshalb nicht mehr zurück, da sie dieser Umstand sonst wieder einholen würde. Daher nimmt sie sogar die Gefahr(en) in Kauf.

3. Strophe:

Die Welt wird hier als endlos und kalt bezeichnet. Sie stellt dadurch einen direkten Gegensatz zur Heimat dar, die das lyrische Ich verloren hat. Darum hat es Angst vor der Zukunft, da es kein Zurück mehr gibt. Es muß also immer weiter ziehen.

4. Strophe:

Vers 2 drückt die Unfreiheit des Willens ("verflucht") aus. Die innere Überzeugung ist vermutlich übermächtig geworden, was das lyrische Ich dazu zwingt weiter umherzuwandern.

Es meidet dabei Wärme und Geborgenheit, d.h. es sucht die Einsamkeit.

5. Strophe:

Ihm bleibt nichts mehr übrig, als die gewonne "Freiheit" zu nutzen. Um seinen Schmerz und seine Einsamkeit überwinden zu können, muß er sie vergessen. Das führt dazu, dass er noch mehr vereinsamt - dadurch wird der Titel des Gedichts verständlich.

6. Strophe:

Zusammen mit der ähnlich angeordneten ersten Strophe fungiert sie als Klammer um die vier inneren Strophen, hat jedoch einen anderen Sinn: während die erste Strophe diejenigen, die eine Heimat haben als glücklich bezeichnet, werden hier die Menschen ohne Heimat bemitleidet oder zumindest bedauert.

Dies trifft genau den Zustand, in dem sich das lyrische Ich des Gedichts ebenfalls befindet.

Die Heimat ist der Ort, an dem man sich "zu hause" fühlt. Fehlt dieser führt dies zu einem rastlosen Wandern, was natürlich zu Einsamkeit führen kann, denn innige Kontakte zu anderen sind praktisch unmöglich. Das Gedicht veranschaulicht demnach die Situation der Einsamkeit in der Gesellschaft.

Literaturangaben:

Karl Hotz (Hrsg.), Gedichte aus sieben Jahrhunderten, Interpretationen, 3. Auflage 1993,

C.C. Buchners Verlag, Bamberg 1987

http://www.greifswald-online.de/hp/philo_math/Nietzschebio.htm (Stand: 5.2.2001)

1 von 2 Seiten

Details

Titel
Nietzsche, Friedrich - Vereinsamt
Note
10
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V103227
Dateigröße
338 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nietzsche, Friedrich, Vereinsamt
Arbeit zitieren
David Mertner (Autor), 2001, Nietzsche, Friedrich - Vereinsamt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103227

Kommentare

  • Gast am 14.3.2004

    Vereinsamt.

    hi, Du weißt schon, daß man Philosophen nicht platt interpretieren sollte, auch wenn sie Gedichte schreiben ...

    hier geht es um die Einsamkeit des Wahrheitssuchers, "in die Welt" geflohen,
    weg von der Gemeinschaft, die glaubt die Wahrheit definieren zu können, damit muß die Interpretation beginnen

    Schön Gruß,
    Georg

  • Gast am 31.10.2005

    Friedrich Nietzsche - "Vereinsamt".

    Hallo!

    Mich interessiert die Aussage von Georg. Woran machst du fest, dass das lyrische Ich ein Wahrheitssuchender ist? Nur, weil er in die Welt entflieht? In der vierten Strophe steht doch auch was von "Zur Winter-Wanderschaft verflucht". Verfluchen impliziert doch eigentlich immer einen Zwang. Sucht er wirklich die Wahrheit?

    Das soll keine Kritik sein, denn ich weiß selbst nicht so recht, was eigentlich stimmt.

    Dein Ansatz ist demnach interessant.

    Liebe Grüße, Katja :)

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