In der Ausarbeitung werden Einblicke in die Praxis von Dilemmata in den Schulfächern Philosophie und Biologie gegeben, nachdem die grundlegende Theorie zu Dilemmata vorgestellt wurde. Es existiert eine Reihe von Vorschlägen zur Umsetzung der Dilemmamethode. Die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion ist dabei eine der populärsten und auch aktuellsten. Daneben existieren noch weitere Arten der Dilemmadiskussion, die fächerspezifisch verwendet werden.
Das Ziel einer solchen Diskussion ist also die Förderung von moralisch-demokratischer Handlungsfähigkeit. Diese bezieht sich dabei auf zwei zentrale Ebenen: Zum einen auf die eigene Lebenswelt der Schüler, die die Fähigkeit zum Reflektieren, Reden und Zuhören in emotionalisierten Situationen üben sollen, um dann Erworbenes moralisches Wissen aus der Schule auch im Alltag anwenden zu können. Zum anderen bezieht sie sich auf das Leben der Schüler in der Gesellschaft, in der es notwendig ist, Fähigkeiten zu entwickeln, die Probleme und Konflikte auf der Basis von universellen moralischen Prinzipien durch Denken und Diskussion lösen, statt ihnen mit Gewalt, Betrug und Macht begegnen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie: Das Dilemma
2.1 Definition
2.2 Handlungsoptionen
2.3 Fünf Bedingungen nach Sellmaier
2.4 Zwei Arten von moralischen Dilemmata nach Lind
2.5 Soziale Dilemmata
3. Praxis: Die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion (KMDD)
4. Praxis: Fachspezifische Dilemmata
4.1 Biologie: Die Dilemmadiskussion nach Hößle
4.2 Philosophie: Eine Fachmethode kreativ einsetzen
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Bedeutung der Dilemmadiskussion für die Moralerziehung im schulischen Kontext zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie moralisch-demokratische Handlungsfähigkeit durch den gezielten Einsatz von Dilemmata gefördert werden kann, wobei sowohl theoretische Grundlagen als auch fachspezifische praktische Umsetzungsbeispiele analysiert werden.
- Grundlagen der Moralkompetenz und Dilemmadiskussion
- Ethische Handlungsoptionen: Deontologie vs. Konsequentialismus
- Die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion (KMDD)
- Fachdidaktische Anwendung im Biologieunterricht
- Kreative Methoden in der Philosophie
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition
Der Begriff „Dilemma“ ist ursprünglich auf die griechischen Bezeichnungen „di“ und „lambanein“ zurückzuführen. Ersteres kann mit der deutschen Entsprechung für „zwei“, und Zweiteres mit einer adäquaten Umschreibung durch „auseinandernehmen“ übersetzt werden. Heute würden wir in einer Dilemmasituation von einer „Zwickmühle“ sprechen, in der es gilt, sich in einer Entscheidungssituation zwischen zwei Handlungsoptionen durch Abwägen zu entscheiden. In einer echten Zwickmühle des Brettspiels gibt es allerdings keine Handlungsoptionen. Gerät man bei dem Spiel in eine Zwickmühle, so hat man verloren. Daher sollte man mit diesem Begriff als Synonym zum Begriff des Dilemmas eher vorsichtig umgehen. Im Vergleich der beiden Ausdrücke ist eher die prekäre Lage des Entscheidenden gemeint. Mit jeder Entscheidung, die er trifft, gewinnt und verliert er gleichzeitig. Es gibt also keine Entscheidung, die keine Verluste mit sich bringt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Dilemmadiskussion ein und stellt die Förderung der moralisch-demokratischen Handlungsfähigkeit als zentrales Erziehungsziel heraus.
2. Theorie: Das Dilemma: Dieses Kapitel definiert den Begriff des Dilemmas, beleuchtet ethische Handlungsoptionen sowie die Bedingungen nach Sellmaier und unterscheidet verschiedene Arten von Dilemmata.
3. Praxis: Die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion (KMDD): Hier wird die strukturierte Vorgehensweise der KMDD erläutert, die auf kognitiven Entwicklungstheorien basiert und den Diskurs in den Fokus stellt.
4. Praxis: Fachspezifische Dilemmata: Dieses Kapitel zeigt auf, wie Dilemmadiskussionen fachspezifisch in Biologie und Philosophie integriert und an die jeweiligen Bildungsstandards angepasst werden können.
5. Fazit: Das Fazit bewertet die verschiedenen Ansätze und betont die Bedeutung der Förderung von Moralkompetenz bei gleichzeitiger individueller Methodenwahl durch die Lehrkraft.
Schlüsselwörter
Dilemmadiskussion, Moralkompetenz, Moralerziehung, Konstanzer Methode, Deontologie, Konsequentialismus, Fachdidaktik, Biologieunterricht, Philosophie, Werte, Normen, Handlungsfähigkeit, Demokratie, Urteilsfähigkeit, Ethik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Hintergründe und die praktische Umsetzung von Dilemmadiskussionen im Schulunterricht zur Förderung der moralischen Urteils- und Handlungskompetenz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die ethische Theorie (Deontologie und Konsequentialismus), verschiedene Methoden der Dilemmadiskussion sowie deren Anwendung in den Fächern Biologie und Philosophie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Dilemmata im Unterricht genutzt werden können, um bei Schülern eine moralisch-demokratische Handlungsfähigkeit zu entwickeln.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es erfolgt eine Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie eine Untersuchung methodischer Ansätze wie der KMDD und fachspezifischer Varianten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Begriffsbestimmung, die Darstellung der Konstanzer Methode sowie die praktische Erprobung in den Fächern Biologie und Philosophie.
Was charakterisiert die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Verknüpfung von pädagogischer Theorie mit konkreten fachdidaktischen Methoden für den Schulalltag aus.
Worin unterscheiden sich reale und hypothetische Dilemmata nach Lind?
Reale Dilemmata basieren auf unmittelbaren Erfahrungen der Schüler und wirken intensiver, während hypothetische Dilemmata fiktive Zwangslagen darstellen, die weniger emotionalen Druck erzeugen.
Warum ist die Konstanzer Methode der Dilemmadiskussion (KMDD) zeitaufwendig?
Aufgrund ihres strukturierten Ablaufs in sieben Phasen, einschließlich Plenumsdiskussion und Reflexion, benötigt die KMDD etwa 80 bis 100 Minuten, was sie schwer in standardmäßige Schulstunden integrierbar macht.
Was unterscheidet soziale von moralischen Dilemmata?
Soziale Dilemmata involvieren mehrere Personen, deren individuelles Wohl voneinander abhängig ist, wobei Interessenkonflikte zwischen Eigennutz und Kooperation entstehen.
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- Anonym (Author), 2018, Dilemmata in den Schulfächern Philosophie und Biologie. Theorie und praktische Umsetzung der Dilemmamethode im Unterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032352