Diese Arbeit geht der Frage nach, wie ein gerontopsychiatrisches Konzept in einer bestehenden Wohneinheit effektiv gestaltet werden kann.
Durch den demographischen Wandel bedingt werden die Menschen immer älter. Die Zahl jüngerer Menschen wird kleiner, während die Zahl älterer Menschen immer größer wird. Gleichzeitig steigt die Qualität der medizinischen Versorgung. Viele Krankheiten können geheilt werden, andere teilweise stark in ihrem Fortschreiten verlangsamt werden. Dies hat zufolge das viele Menschen erst im hohen Alter sterben. Trotz der guten medizinischen Versorgung können Krankheiten wie Demenz, Depression oder andere psychische Erkrankungen nicht geheilt werden. Umso wichtiger ist ein gutes gerontopsychiatrisches Konzept in einer bestehenden Wohneinheit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Erklärung Gerontopsychiatrie mit Übersicht Krankheiten
2.1.1. Demenz
2.1.2. Depression
2.1.3. Delir
2.1.4. Sucht
2.2. Milieugestaltung
2.2.1. Soziale Umgebung
2.2.2. Organisation und Tagesstrukturierung
2.2.3. Dinglich-räumliche Umgebungsgestaltung
2.2.4. Einsatz von Farben und Licht
2.3. Beschreibung Wohnbereich
2.4. Ausgestaltung Wohnbereich
2.5. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist die Erarbeitung theoretischer Grundlagen für eine Milieugestaltung innerhalb eines gerontopsychiatrischen Konzepts in einer stationären Pflegeeinrichtung, um Spannungen zwischen pflegebedürftigen Bewohnern zu mindern und die Lebensqualität durch eine bedürfnisorientierte Umgebung zu steigern.
- Grundlagen der Gerontopsychiatrie und relevante Krankheitsbilder
- Konzepte der Milieutherapie in der stationären Altenpflege
- Gegenüberstellung von segregativen und integrativen Betreuungsansätzen
- Einsatz von Farbe, Licht und architektonischen Anpassungen als Orientierungshilfen
- Praktische Strategien zur Wohnbereichsgestaltung in Bestandsbauten
Auszug aus dem Buch
2.2.4. Einsatz von Farben und Licht
Farbe und Licht werden von Gesunden Bewohnern anders empfunden als psychisch Erkrankte. Es gibt aber auch Gemeinsamkeiten. Da im Alter sich die Pupillen auf natürliche Art verkleinern, wird eine stärkere Beleuchtung benötigt. „Die Reduktion der Lichtdurchlässigkeit betrifft vor allem den blauen Spektralbereich, sodass die Farbwahrnehmung eingeschränkt ist.“ (Monika Holfeld, Demenzkranken mit Farben das Leben erleichtern, APPLICA 2/2013, S. 11).
Untersuchungen haben ergeben, dass das Licht unterschiedlich durch das Gedächtnis wahrgenommen werden. Während sich das Kurzzeitgedächtnis auf Tiefenwahrnehmung, Kontraste und blauen Wellenlängen auswirkt, wird das Langzeitgedächtnis noch von gelben und roten Wellenlängen erreicht. Dies kann man sich in der Gestaltung der Wohnbereiche zu Nutzen machen.
Negative Aspekte: Da die Farbe Blau oft als Grau wahrgenommen wird, löst diese wie auch Schwarz Ängste aus. Diese werden in Zusammenhang mit Tiefe und Abgrund gebracht. Blau suggeriert oft auch Wasser, so das besonders für Bodenbeläge davon abzuraten ist. Da reflektierende Oberflächen meist Blendungen auslösen, sollte man auf Spiegel und Glas verzichten. Obendrein können sich viele demenziell Erkrankte im Spiegel nicht erkennen, das führt meist zu Problemen und Irritationen. Auch Glas mit großräumiger Oberfläche kann diesen Effekt auslösen. Dunkles Licht und Schatten wird mit Angst und Verfolgung in Verbindung gebracht.
Positive Aspekte: Gelb und Rot werden als angenehm empfunden und eignen sich besonders für die Gestaltung von hellen Räumen. Das Wohlbefinden wird damit gesteigert. Das Farbspektrum ist ausreichend groß um eine vielzählige und genügend abwechslungsreiche Gestaltung von Zimmern und Fluren zu gestalten. So wird die Orientierung der Bewohner erleichtert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtet den demografischen Wandel und die steigende Notwendigkeit eines gerontopsychiatrischen Konzepts aufgrund des hohen Konfliktpotenzials in offenen stationären Einrichtungen.
2. Hauptteil: Erläutert gerontopsychiatrische Krankheitsbilder und vertieft die theoretischen Ansätze der Milieugestaltung, unterteilt in soziale, organisatorische und räumliche Gestaltungselemente sowie den gezielten Einsatz von Farbe und Licht.
2.1. Erklärung Gerontopsychiatrie mit Übersicht Krankheiten: Definiert das Fachgebiet und beschreibt die in der Einrichtung vorherrschenden Erkrankungen wie Demenz, Depression, Delir und Sucht.
2.2. Milieugestaltung: Führt in die Grundlagen der Milieutherapie ein und beschreibt das Ziel, durch eine angepasste Wohnumgebung Sicherheit und Geborgenheit für Bewohner zu schaffen.
2.2.1. Soziale Umgebung: Beschreibt die Bedeutung von Validationsansätzen, Kommunikation und wertschätzender Teamarbeit für den sozialen Umgang.
2.2.2. Organisation und Tagesstrukturierung: Vergleicht das segregative und das integrative Konzept hinsichtlich ihrer Eignung für das Zusammenleben von psychisch Kranken und psychisch Gesunden.
2.2.3. Dinglich-räumliche Umgebungsgestaltung: Erörtert architektonische Möglichkeiten der Anpassung von Bestandsbauten, um Orientierung durch Kennzeichnungen und gestalterische Elemente zu fördern.
2.2.4. Einsatz von Farben und Licht: Analysiert die wahrnehmungspsychologischen Effekte von Farben und Licht bei Senioren und Demenzkranken unter Berücksichtigung von Kontrasten und Farbwirkungen.
2.3. Beschreibung Wohnbereich: Detailliert die aktuelle bauliche Situation und das Klientel des „Wohnbereichs C“ im Pflegewerk Albersdorf.
2.4. Ausgestaltung Wohnbereich: Skizziert konkrete Umsetzungspläne für die Milieugestaltung, wie die Verwendung von Litfaßsäulen, Zimmertür-Beklebungen und historisch angepasster Flurgestaltung.
2.5. Fazit: Reflektiert die theoretischen Ergebnisse und begründet, warum eine praktische Implementierung aufgrund der Belastungen durch die Pandemie und fehlender Ressourcen derzeit noch nicht realisierbar ist.
Schlüsselwörter
Gerontopsychiatrie, Milieugestaltung, stationäre Pflege, Demenz, Lebensqualität, Milieutherapie, Wohnumfeldgestaltung, Orientierungshilfen, Pflegekonzept, Biografiearbeit, Tagesstrukturierung, segregatives Konzept, integratives Konzept, Farbwahrnehmung, Bedarfsanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Konzeption einer milieutherapeutischen Umgestaltung eines Wohnbereichs in einer stationären Pflegeeinrichtung, um die Lebenssituation für Bewohner mit gerontopsychiatrischen Erkrankungen zu verbessern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der gerontopsychiatrischen Pflege, den Konzepten der Milieugestaltung, der räumlichen Umgebung sowie dem Einfluss von Licht und Farbe auf die Wahrnehmung von Bewohnern.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Konzepts zur Milieugestaltung, das durch eine dorfähnliche Struktur Orientierung schafft und das Konfliktpotenzial innerhalb einer Einrichtung minimiert.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es wurde eine theoretische Herleitung auf Basis von Fachliteratur gewählt, ergänzt durch die Analyse der spezifischen baulichen und pflegerischen Gegebenheiten der Einrichtung des Autors.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung klinischer Krankheitsbilder und detaillierte Erläuterungen zu verschiedenen Gestaltungsebenen der Milieutherapie inklusive konkreter baulicher Umsetzungsvorschläge.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Gerontopsychiatrie, Milieugestaltung, Demenz, Orientierungshilfen sowie die Unterscheidung zwischen segregativen und integrativen Betreuungsformen.
Warum wird der "Dorf-Ansatz" in der Gestaltung gewählt?
Der Autor wählt diesen Ansatz, da die Klientel in einer solchen Gemeinschaft sozialisiert wurde und vertraute Strukturen wie Straßennamen oder Hausnummern Sicherheit und Orientierung geben.
Warum lässt sich das Projekt aktuell nicht in die Praxis umsetzen?
Aufgrund der COVID-19-Pandemie, personeller Engpässe und laufender baulicher Modernisierungen stehen die notwendigen Ressourcen für eine begleitende Dokumentation und praktische Umsetzung derzeit nicht zur Verfügung.
- Arbeit zitieren
- Stephan Grützner (Autor:in), 2021, Erstellung und Implementierung eines gerontopsychiatrischen Konzeptes. Der Wohnbereich in einer stationären Einrichtung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032418