Wenn Arbeit und Leben eins sind, ist dann das Büro nicht auch zu Hause und zu Hause das Büro? Werden wir ein Büro überhaupt noch benötigen? Wenn jegliche Kommunikation virtualisiert werden kann, bedarf es noch einer Anwesenheit in Person? Homeoffice und ortsungebundene Arbeitsweisen benötigen schon jetzt gar kein fixes Büro. Hyperflexibilität ist eines der oft genannten Worte, wenn es zu Konzepten der New Work kommt und die feste Architektur wird nie so flexibel sein können wie die immateriellen digitale Welt. Als Gegenpol dazu stehen jedoch der Mensch und die Architektur. Wie wichtig sind diese tatsächlich? Diesen Fragen geht die vorliegende Arbeit nach.
Work-Life Balance oder Work-Life Blending, Homeoffice oder Officehome, Coworking oder Coliving? New Work ist ein Paradox in sich und neigt dazu sich selbst zu widersprechen, während es radikal alte Muster und Traditionen verwirft. Arbeit soll sich nicht wie Arbeit anfühlen und gemeinschaftsfördernde Bürokonzepte werden mit Umgebungen ausgeglichen, die den Rückzug von der Gemeinschaft ermöglichen. Produktivitätssteigerung kollidiert mit Entspannungszonen und während die Digitalisierung mittlerweile auf fast alle Ebenen übergreift und ortsungebundene Arbeitsweisen fördert, wurde der Wert des persönlichen erkannt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Stimulation
Literaturbericht
Kapitel I
Tradition vs. Progression
Emanzipation - New Work
Provokation - Millennials
Reaktion - Covid-19
Kapitel II
Distanz vs. Nähe
Isolation - Homeoffice
Kombination - Coworking
Transformation - Arbeitszeit
Kapitel III
Beschleunigung vs. Entschleunigung
Regeneration - Gesundheit
Integration - Officehome
Fusion - Architektur
Abschluss
Zusammenfassung
Konklusion
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht die paradoxe Natur von "New Work" im Kontext der sich wandelnden Arbeitswelt. Ziel ist es zu analysieren, ob neue Arbeitskonzepte die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben auflösen und inwiefern sie eine grundlegende Transformation der Architektur von Arbeitswelten forcieren.
- Einfluss der Digitalisierung und Automatisierung auf moderne Arbeitsweisen
- Rolle der Generation der Millennials bei der Definition neuer Arbeitswerte
- Herausforderungen durch Homeoffice, Coworking und Coliving
- Bedeutung von Gesundheit, Regeneration und Wohlbefinden in der Bürogestaltung
- Die Wechselwirkung zwischen virtueller Arbeit und physischer Präsenz
Auszug aus dem Buch
Emanzipation
Old Work bezeichnet aus heutiger Sicht betrachtet ein veraltetes und starres Arbeitssystem. Dieses ist geprägt von automatisierten Prozessen, einer konstanten Arbeitsteilung sowie strengen Hierarchien. Kennzeichen dieses Systems sind vorhersehbare Karrierepfade und unbefristete Vollzeitanstellungen. (Vgl. Väth 2016: 14)
„Der Grund, warum wir uns überhaupt mit dem Thema New Work beschäftigen, ist der tiefgreifende wirtschaftliche und kulturelle Wandel. [...] Die neu Art zu denken, der Wunsch nach Veränderung, der Wunsch nach Sinnstiftung, Persönlichkeitsentwicklung aber auch die Digitalisierung [...] werden immer mehr Menschen der ‚Alten Arbeitswelt‘ vor die Frage stellen, was sie in Zukunft machen wollen.“ (Evsan 2020)
New Work ist ein Sammelbegriff für zukunftsweisende und sinnstiftende Arbeit. Man kann es als Human Centered Design betrachten, in dem der Mensch in den Fokus gestellt wird. Eine gegenseitige Vertrauenskultur soll sich etablieren und Führungsstile nachhaltig verändert werden. Als zukunftsweisende Arbeitsstile sind Konzepte der New Work flexibel was Zeit, Raum und Organisation betrifft, unterstützt durch die Integration von neuen Möglichkeiten, welche die Digitalisierung bietet. (Vgl. Evsan 2020)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik des Wandels der Arbeitswelt sowie Darlegung der zentralen Forschungsfragen hinsichtlich der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben sowie der Architektur der Arbeitswelt.
Kapitel I: Analyse der Ursprünge von New Work durch Gegenüberstellung von Tradition und Progression, inklusive der Einflüsse der Generation der Millennials und der Auswirkungen der Pandemie.
Kapitel II: Untersuchung der Distanz versus Nähe in modernen Arbeitsweisen wie Homeoffice und Coworking, wobei der Fokus auf der psychologischen Wirkung und der Work-Life-Balance liegt.
Kapitel III: Behandlung der Architektur als Instrument für Entschleunigung und Integration, unter anderem durch Konzepte wie das "Citizen Office" und die gesundheitsfördernde Gestaltung von Arbeitsumgebungen.
Abschluss: Zusammenfassung der Kernerkenntnisse und abschließende Konklusion zu den Forschungsfragen.
Schlüsselwörter
New Work, Arbeitswelt, Homeoffice, Coworking, Coliving, Digitalisierung, Büroarchitektur, Work-Life-Balance, Millennials, Gesundheit, Transformation, Flexibilität, Selbstorganisation, Arbeitsumgebung, Unternehmenskultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die tiefgreifenden Veränderungen der Arbeitswelt unter dem Begriff "New Work" und beleuchtet die damit einhergehenden Paradoxa.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen den Wandel von Old Work zu New Work, moderne Arbeitskonzepte wie Coworking und Homeoffice sowie die architektonischen Anpassungen an diese neuen Bedürfnisse.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit analysiert, ob New Work das Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben fördert und ob diese neuen Konzepte zu einer tatsächlichen Auflösung der klassischen Architektur der Arbeitswelt führen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine Literaturanalyse und theoretische Untersuchung, die aktuelle Trends und Konzepte der Arbeitsgestaltung reflektiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in drei Kapitel: Tradition versus Progression, Distanz versus Nähe sowie Beschleunigung versus Entschleunigung, wobei jeweils architektonische und organisatorische Aspekte diskutiert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie New Work, Digitalisierung, Work-Life-Blending, Selbstbestimmung und einer zukunftsorientierten Büroarchitektur.
Wie bewertet die Autorin den Einfluss von Homeoffice?
Die Autorin sieht Homeoffice als zweischneidiges Schwert: Einerseits bietet es Flexibilität, andererseits führt es bei unzureichender Struktur zur Isolation und begünstigt das Verschwimmen von Berufs- und Privatleben.
Welche Bedeutung kommt dem "Citizen Office" zu?
Das "Citizen Office" dient als Beispiel für eine Arbeitsumgebung, die den Menschen in den Fokus stellt, körperliche Bewegung fördert und die Architektur gezielt als Werkzeug für Wohlbefinden und Produktivität einsetzt.
- Arbeit zitieren
- Nina Steiner (Autor:in), 2021, Die Paradoxa der neuen Arbeitswelt. New Work und die Architektur der Arbeitswelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032468