Die vorliegende Arbeit richtet sich an speziell an Energiefragen interessierte Hoteliers, aber vor allem auch an diejenigen, die Interesse daran haben, im Hotelgewerbe durch einen verantwortungsvollen Umgang mit künstlichen und natürlichen Ressourcen ihre Energiekosten zu senken oder Installationen zur Energieeinsparung umzusetzen, um sich somit aktiv für eine allgemeine Reduktion des Energieverbrauches zu engagieren. Das Thema Energiemanagement ist seit Jahren ein wesentlicher Bestandteil für die Wirtschaft. Klimaerwärmung und Folgen des Klimawandels sowie der Anstieg von CO2-Emissionen sind eines der größten globalen Probleme des 21. Jahrhunderts. Deshalb ist es wichtig geworden, sich intensiver mit diesem Thema auseinanderzusetzen.
Mit den zur Implementierung vorgestellten Maßnahmen des Energiemanagements soll aufgezeigt werden, dass in der Hotellerie wirtschaftliche Energieeinsparpotenziale bestehen sowie diese frühzeitig erkannt und mit gezielten Maßnahmen und teils geringem Aufwand erreicht werden können. Darüber hinaus lässt sich der fortschreitende Klimawandel durch ein erfolgreiches Energiemanagement positiv beeinflussen. Neben der Betriebskostensenkung und dem aktiven Umweltschutz soll sich der Gast, aber auch jeder einzelne Mitarbeiter durch höchste Komfortansprüche wohlfühlen. Beste Voraussetzungen bieten dafür Gebäude, welche durch entsprechende Sanierungen bzw. Erweiterungen energieeffizient umgestaltet werden können. Auf praxisnahe Weise sollen die Ergebnisse dieser Arbeit dabei helfen, den Hotelbetreiber im verantwortungsvollen Umgang mit Energie zu unterstützen und betriebliche Einsparungsmaßnahmen zu realisieren.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung
1.3 Gang der Untersuchung
2 ERLÄUTERUNG DES THEMATISCHEN SCHWERPUNKTES
2.1 Energiemanagementsystem gemäß ISO 50001
2.2 Definition des Begriffs „Energiemanagement“
2.3 Energiesparen und Effizienz steigern
2.4 Bedeutung und Entstehung fossiler Energieträger
2.5 Schadstoffausstoß und deren Wirkung bei der Verbrennung fossiler Energieträger
2.6 Folgen des Klimawandels
3 UMWELTKENNZAHLEN UND STROMPREISENTWICKLUNG
3.1 Entwicklung der weltweiten Kohlendioxid-Emissionen in der Atmosphäre (1980 - 2016)
3.2 Entwicklung der Treibhausgas-Emissionen in Deutschland (1990 - 2016)
3.3 Strompreisentwicklung in Deutschland (2002 - 2018)
3.4 Strompreis-Zusammensetzung in Deutschland 2018
4 EINFÜHRUNG DES ENERGIEMANAGEMENTSYSTEMS
4.1 Energiemonitoring
4.1.1 Energieverbräuche- und kosten kontrollieren
4.1.2 Lastgang beim Stromanbieter anfordern
4.1.3 Stromzählerstände regelmäßig ablesen und verwalten
4.1.4 Lastgang interpretieren
4.1.5 Energieanbieter vergleichen
4.2 Energiepolitik
4.2.1 Klare Ziele setzen und kommunizieren
4.2.2 Sparmaßnahmen
4.2.3 Planung von Maßnahmen
4.2.4 Benchmarking
4.2.5 Hausakte anlegen
4.3 Mitarbeiterführung
4.3.1 Gemeinsam handeln
4.3.2 Unternehmensbeschluss
4.3.3 An Schulungen teilnehmen
4.3.4 Zuständigkeiten aufteilen
4.3.5 Ergebnisse mittteilen, um Mitarbeiter zu motivieren
4.3.6 Erfolge teilen
4.4 Gäste motivieren
5 MAßNAHMEN DES ENERGIEMANAGEMENTS
5.1 Sofortmaßnahmen
5.1.1 Organisatorische Sofortmaßnahmen
5.1.1.1Alles abstellen was abgestellt werden kann
5.1.1.2Tageslicht und künstliches Licht optimal nutzen
5.1.1.3Betriebszeiten von Anlagen und Geräten optimieren
5.1.1.4Stand-by vermeiden
5.1.1.5Zubereitung von Speisen
5.1.1.6Stromspitzen vermeiden
5.1.1.7Lastmanagement-System installieren
5.1.2 Technische Sofortmaßnahmen
5.1.2.1Gebäudehülle
5.1.2.2Heizung
5.1.2.3Wasser
5.1.2.4Klima- und Lüftungsanlagen
5.1.2.5Kühlgeräte
5.1.2.6Wellnessanlage
5.1.2.7Wäscherei
5.1.2.8Beleuchtung
5.2 Standardmaßnahmen
5.2.1 Energetische Sanierung der Gebäudehülle
5.2.2 Effizient Heizung
5.2.3 Warmwasser sparen
5.2.4 Lüftung
5.2.5 Energieeffiziente Kühlgeräte
5.2.6 Küche
5.2.7 Wellness und Bad
5.2.8 Energieeffizienz bei Waschmaschinen und Trocknern
5.2.9 Effizientes Beleuchten
5.3 Sonstige Management-Maßnahmen
5.3.1 Energie-Contracting
5.3.1.1Energie-Contracting-Anbieter vergleichen
5.3.1.2Die Contractor-Auswahl
5.3.1.3Vertragsabschluss und Realisierung
6 ERFOLGREICHE PRAXIS-BEISPIELE
6.1 Energiebewusstes Verhalten
6.2 Kühlgeräte abschalten
6.3 Energiesparen mit Bewegungsmeldern
6.4 Moderne Kühlschränke
6.5 Energieeffiziente Umwälzpumpen
6.6 Vollautomatische Schwimmbadabdeckung
6.7 Kochen mit Induktion
6.8 Heizungsanlage mit Contracting
7 FAZIT
7.1 Zusammenfassung der Erkenntnisse
7.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit richtet sich an Hoteliers, die durch verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ihre Energiekosten senken und aktiv zum Klimaschutz beitragen möchten, indem sie wirtschaftliche Einsparpotenziale identifizieren und betriebliche Optimierungsmaßnahmen umsetzen.
- Energiemanagementsysteme (ISO 50001) in der Hotellerie
- Umweltkennzahlen, CO2-Emissionen und Strompreisentwicklung
- Implementierung von Energie-Monitoring und Energiepolitik
- Technische und organisatorische Energiesparmaßnahmen
- Mitarbeitermotivation und Einbeziehung der Gäste
- Energie-Contracting als Finanzierungs- und Optimierungsmodell
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung
Seit Beginn der industriellen Revolution ist die atmosphärische Konzentration von Kohlenstoffdioxid durch die Aktivitäten der Menschen um rund 43 Prozent angestiegen.
Das Verbrennen fossiler Energieträger hat nicht nur negative Einflüsse auf das Klima, sondern beeinträchtigt außerdem die biologische Vielfalt. Alle fossilen Brennstoffe wie Gas, Öl und Kohle beinhalten Kohlenstoff. Verbrennt Kohlenstoff, so verbindet er sich mit Sauerstoff, daraus entsteht dann die chemische Verbindung Kohlendioxid (CO2) in der Atmosphäre.13 Die Luftschadstoffe haben nicht nur eine nachteilige Wirkung auf Menschen und Tiere, sondern greifen auch Böden, Gewässer und Pflanzen an. Die Schadstoffbelastung kann abhängig von der Höhe und Dauer in der Atmosphäre beim Menschen deutliche gesundheitliche Beeinträchtigungen hervorrufen. Diese können u.a. Versauerung, Eutrophierung aber auch Atemwegs- und Herz-Kreislauf Erkrankungen in ihm auslösen.14
Hauptsächlich hinterlässt die Förderung von Erdöl, aber auch von Stein- und Braunkohle weltweit schreckliche Spuren. Derzeit werden in Deutschland jährlich rund 350 Millionen Tonnen CO2 zur Stromerzeugung in die Atmosphäre gepustet, die Hälfte davon stammt aus Braunkohlekraftwerken. Kohle ist die weltweit schmutzigste Energiequelle.15 Der Ölverbrauch im Verkehr ist eine weitere wichtige Quelle für CO2-Emissionen. Die Menge für den globalen CO2-Ausstoß in der Atmosphäre hat zu Beginn der Messungen noch nie zuvor so stark zugenommen wie im Jahr 2016, als er rund 35 Milliarden Tonnen betrug.16 Davon wurde allein rund 40,1 Prozent Kohle für die Stromerzeugung verbraucht.17 Sollten die Pläne zum Bau der 1.600 Kohlekraftwerke in den 62 Ländern18 tatsächlich umgesetzt werden, so werden im Jahr 2030 die kohlebedingten CO2-Emissionen voraussichtlich um 60 Prozent steigen19, mit Konsequenzen für das Klima.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Relevanz des Energiemanagements im Hotelwesen, Darstellung der Problemstellung durch Klimawandel und steigende Energiekosten sowie Definition der Zielsetzung.
2 ERLÄUTERUNG DES THEMATISCHEN SCHWERPUNKTES: Vermittlung theoretischer Grundlagen zu Energiemanagementsystemen, Definitionen und den ökologischen Auswirkungen der Nutzung fossiler Energieträger.
3 UMWELTKENNZAHLEN UND STROMPREISENTWICKLUNG: Analyse der globalen CO2-Emissionen sowie der nationalen Treibhausgas-Emissionen und Entwicklung der Strompreise in Deutschland.
4 EINFÜHRUNG DES ENERGIEMANAGEMENTSYSTEMS: Praxisnahe Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Einführung eines Energiemanagements, einschließlich Monitoring, Energiepolitik, Mitarbeiterführung und Einbindung der Gäste.
5 MAßNAHMEN DES ENERGIEMANAGEMENTS: Detaillierte Darstellung von sofort umsetzbaren organisatorischen und technischen Maßnahmen sowie langfristigen Investitionsoptionen wie Energie-Contracting.
6 ERFOLGREICHE PRAXIS-BEISPIELE: Vorstellung realer Betriebe, die durch gezielte Energiesparmaßnahmen erfolgreich Kosten senken und ihren ökologischen Fußabdruck reduzieren konnten.
7 FAZIT: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und ein Ausblick auf die Notwendigkeit, Energieeffizienz als zentralen Bestandteil der Unternehmensstrategie in der Hotellerie zu etablieren.
Schlüsselwörter
Energiemanagement, Hotelwesen, Energieeffizienz, Klimaschutz, CO2-Emissionen, Strompreisentwicklung, Energie-Monitoring, Nachhaltigkeit, Energiekosten, Personalmotivation, Ressourcenschonung, Contracting, Sanierung, Energieeinsparung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie Hotelleriebetriebe durch systematisches Energiemanagement sowohl ihre Betriebskosten senken als auch einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse von Energieverbräuchen, der Implementierung technischer und organisatorischer Sparmaßnahmen sowie der Einbindung von Mitarbeitern und Gästen in einen nachhaltigen Betriebsprozess.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Hoteliers praxistaugliche Methoden an die Hand zu geben, um Energieeffizienzpotenziale zu identifizieren, Kosten zu senken und gleichzeitig hohe Gästekomfort-Ansprüche zu wahren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine fundierte Literaturrecherche, um theoretische Grundlagen und Marktgegebenheiten darzustellen, und kombiniert diese mit Praxis-Beispielen und einem Leitfaden für ein Energiemanagementsystem (angelehnt an ISO 50001).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die methodische Einführung eines Energiemanagementsystems, eine Kategorisierung von Energieeinsparmaßnahmen in Sofort- und Standardmaßnahmen sowie die Analyse von Finanzierungsmodellen wie dem Energie-Contracting.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Energieeffizienz, Hotel-Management, Klimaschutz, Betriebskostensenkung, Nachhaltigkeit und Lastmanagement beschreiben.
Wie spielt das Personal eine Rolle beim Energiesparen?
Mitarbeiter werden als Schlüssel zum Erfolg identifiziert, da sie durch geschultes Verhalten und kontinuierliches Engagement direkt den Energieverbrauch an den Arbeitsplätzen beeinflussen und so Einsparpotenziale realisieren können.
Was macht ein Energie-Contractor im Hotel?
Ein Contractor übernimmt als externer Dienstleister die Planung, Finanzierung und Realisierung von effizienter Anlagentechnik sowie deren Wartung, wodurch das Hotel ohne hohes eigenes Investitionsrisiko von moderner Technik profitiert.
Warum ist eine "Hausakte" für das Energiemanagement relevant?
Die Hausakte dient als zentrale Informationsquelle für alle technischen Anlagen des Betriebes, was die Analyse von Fehlern, die Wartung und damit die Effizienzsteigerung maßgeblich erleichtert.
- Arbeit zitieren
- Amanda Elia (Autor:in), 2018, Energiemanagement in der Hotellerie. Wie kann man das Klima schützen und Kosten senken?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032491