Deutschland zwischen den Fronten des Ost-West-Konflikts


Hausarbeit, 2001
26 Seiten, Note: 1,7

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Gliederung

1. Deutschland und Europa zum Ende des II. Weltkrieges
1.1. Das Zweckbündnis der Alliierten
1.2. Die Bildung des Ostblocks und die Errichtung des "Eisernen Vorhangs" 1944

2. Die Entwicklung der Sowjetzone zur sozialistischen DDR
2.1. Bestrebungen des Westens gegen den Ostblock

3. Die Errichtung des Weststaates der BRD
3.1. Die Währungsreform 1948
3.2. Die Berliner Blockade 1948-1949

4. Politisch-militärische Zusammenschlüsse von Ost und West
4.1. Die Gründung der NATO 1949
4.2. Der Abschluss des Warschauer Paktes 1955
4.3. Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland

5. Die Zuspitzung des Konflikts
5.1. Der Aufstand am 17. Juni 1953
5.2. Der Mauerbau in Berlin und die Gesamtteilung Deutschlands 1961
5.3. Die Entwicklung im geteilten Deutschland
5.4. Der Vietnam Krieg 1955-1975
5.5. Die Kubakrise 1962-1963
5.6. Der Prager Frühling 1968

6. Das Ende des "Kalten Krieges"

7. Das internationale Ende des Ost-West-Konflikts

8. Die Wiedervereinigung Deutschlands
8.1. Die Endphase des SED-Regimes
8.2. Der Weg zur Vereinigung

9. Zusammenfassung

Vorwort

Meine Belegarbeit nimmt keinen direkten Bezug auf die sehr umfangreiche und vielseitige Entstehungsgeschichte der einzelnen politischen Ideen und den gesellschaftlichen Orientierungen, sondern sie versucht dem Leser anhand der politisch-historischen Ereignisse ein besseres Verständnis für den Konflikt und seine Auswirkungen auf das damals geteilte Deutschland zu ermöglichen. Durch zur Hilfenahme einer Hervorhebung der für die deutsche und auch europäische Geschichte prägenden Ereignisse, habe ich versucht eine sinnvolle Reihenfolge zu finden. Angesichts der Komplexität der Thematik des Ost-West-Konflikts treten somit außereuropäische Ereignisse in den Hintergrund und werden meist nur grob zusammengefasst.

1. Deutschland und Europa zum Ende des II. Weltkrieges

Nach einem Jahrhundert der Freundschaft zwischen den Amerikanern und den Russen begann 1890 eine erste Auseinandersetzung um die Asienfrage. Als in Rußland im November 1917 die Kommunisten unter der Führung von Lenin1 an die Macht kamen, gründeten sie die UdSSR. Gleichzeitig erklärten sie den kapitalistischen Ländern des Westen den ideologischen Krieg. Zwischen 1918 und 1920 intervenierte die USA, in dem sie ca. 10.000 Mann in die UdSSR entsandte. Die USA verweigerten bis 1933 dem neuen Staat die Anerkennung.

1.1. Das Zweckbündnis der Alliierten

Als in Europa der II. Weltkrieg ausbrach, fanden die USA in der UdSSR, die sie nun als Staat anerkannten, einen starken Verbündeten. Die USA und Großbritannien unterstützten sie mit Kriegsmaterial und anderen wichtigen Gütern. Gemeinsam bildeten sie die ,,Anti-Hitler-Koalition" und kämpften als Verbündete gegen Deutschland. Breits 1944 begann das Bündnis ins Wanken zu geraten. Erster Auslöser war der, das unter der Führung der USA die westlichen Alliierten nicht zu konkreten Garantien und Vereinbarungen mit der UdSSR für die Nachkriegsordnung in Europa bereit waren, obwohl sie immerhin die Hauptlast des Krieges getragen hatte. Die Jalta-Konferenz vom 4. bis 11.Februar 1945, war das zweite Gipfeltreffen der Alliierten während des II.Weltkrieges. Das Treffen zwischen dem US-Präsidenten Roosevelt2, dem britischen Premierminister Churchill3 und dem sowjetischen Staatschef Stalin4 diente dem Zweck eine Abstimmung der weiteren militärischen und politischen Maßnahmen in der Endphase des Krieges zu finden, und Vorfragen zur Gründung der UNO5 zuklären. Auf der Basis der Beschlüsse der Konferenz von Teheran, die bereits 1943 statt fand, einigte man sich unter anderem über die Aufteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen mit einem alliierten Kontrollrat unter Einbeziehung Frankreichs. Außerdem wurde die Entmilitarisierung und Entnazifizierung Deutschlands sowie die Einsetzung einer alliierten Reparationskommission für Deutschland beschlossen. Eine sowjetische Forderung nach Reparationen von Deutschland in Höhe von 20Milliarden Dollar wurde zwar vorerst abgelehnt, sollte jedoch in die späteren Verhandlungen über die Reparationen einfließen.

1.2. Die Bildung des Ostblocks und die Errichtung des "Eisernen Vorhangs" 1944

Wenige Monate nach der Konferenz von Jalta versuchte die UdSSR, ohne Rücksprache mit ihren Alliierten und somit eigenmächtig, ihre eigenen Sicherheitsinteressen durchzusetzen. Im Machtbereich ihrer Roten Armee etablierte sie ab 1944 in den Staaten Mittel- und Osteuropas, zum Teil mit Gewalt, prosowjetisch-kommunistische Regierungen. Eine sehr wichtige Vorbedingung für die sowjetische Besetzung dieser Staaten, stellt der so genannte Hitler-Stalin-Pakt vom 23.August 1939 dar. In einem geheimen Zusatzprotokoll zum gegenseitigen Nichtangriffspakt wurden vorab deutsche und sowjetische Interessensphären in Osteuropa abgesteckt. Dieser Pakt erlaubte der UdSSR, ihren Einflussbereich auf das Baltikum, Ostpolen und einen Teil Rumäniens auszuweiten. Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 fand die Konferenz von Potsdam statt. Eigentliches Ziel der Konferenz war die Präzisierung und Inkraftsetzung der auf der Konferenz von Jalta gefassten Beschlüsse. Die Alliierten erkannten sehr bald eine große Gefahr in der ideologischen, politischen, wirtschaftlichen und militärischen Abgrenzung des Ostblockes zum westlichen Europa. Die Bedenken wurden charakterisiert von der Vorstellung eines ,,Eisernen Vorhangs". Weder durch politischen oder wirtschaftlichen Druck, noch durch die Tatsache des schon zu diesem Zeitpunkt herrschendem amerikanischen Atomwaffenmonopols, ließ sich Stalin dazu bringen, das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu achten, freie Wahlen zuzulassen und seine Politik der ,,Sowjetisierung" einzuschränken. Die USA und Großbritannien mussten befürchten, dass falls sie ihre Armee-Truppen zurückziehen würden, Westeuropa der sowjetischen Übermacht in Osteuropa ausgeliefert sein würde. Die Spannungen zwischen den USA und der UdSSR verstärkten sich und die diplomatische Beziehungen wurden teilweise abgebrochen. Dies bedeutete die Auslösung des ,,Kalten Krieges". Die während des Krieges sowjetisch besetzten Gebiete wurden größten Teils in die UdSSR eingegliedert. In den Jahren nach Kriegsende wurden die sogenannten Ostblockstaaten errichtet dazu zählten die Volksrepubliken Polen, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, die Tschechoslowakei und die Sowjetische Besatzungszone Deutschlands. Im Jahr 1948 kam es zu einem Bruch der UdSSR mit dem sowjetisch besetzten Jugoslawien, das sich unter Tito6 dem Westen annäherte und einen von Moskau unabhängigen Weg des Sozialismus als blockfreier Staat verfolgte. Diese Entwicklung wurde von den westlichen Staaten argwöhnisch verfolgt. Als institutionelle Grundlage der wirtschaftlichen Zusammenarbeit innerhalb des Ostblockes wurde im Januar des darauffolgenden Jahres der ,,Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe"7 gegründet. Die Gründung der Volksrepublik China im gleichen Jahr bedeutete zunehmend eine erhebliche Stärkung des Sozialismus.

2. Entwicklung der Sowjetzone zur sozialistischen DDR

Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Mai 1945, in der für sie vorgesehenen Besatzungszone, wurde am 9.Juni die ,,Sowjetische Militäradministration in Deutschland" (SMAD) gebildet. Sie übernahm die politische Hoheit über die Verwaltung in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), die Vertretung der sowjetischen Interessen in ganz Deutschland, sowie den Aufbau neuer, ihr verpflichteter politischer Strukturen. Als erste der vier Besatzungsmächte ließ die SMAD im Juni 1945 so genannte antifaschistisch-demokratische Parteien und Gewerkschaften zu. Alle Parteien wurden im ,,Einheitsblock" eingebunden, in dem nach und nach die Kommunistische Partei Deutschlands8 die Führung übernahm.

Im April 1946 vereinigte sich die KPD mit der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands9 (SPD) zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) unter der Führung von Wilhelm Pieck10 und Otto Grotewohl11. Sie baute damit ihre Machtposition weiter aus. Als sich 1947 das Scheitern einer gemeinsamen Deutschlandpolitik der vier Alliierten abzeichnete, gestaltete die SMAD die Politik in der SBZ zunehmend nach ihren Vorstellungen. Ab Mai 1948 trieb sie die Einführung des ,,demokratischen Zentralismus" in der Partei, faktisch die totale Unterordnung aller Mitglieder unter die Parteispitze, voran.

Diese wurde ab 1949 zum Politbüro umgebildet, dem ab 1950 ein Zentralkomitee (ZK) als Zustimmungsorgan mit einem einflussreichen Apparat zur Seite stand. Parallel wurden bis 1951 personelle ,,Säuberungen" in der SED durchgeführt. Am 7.Oktober 1949 wurde die DDR12 als Staat auf dem Territorium der bis dahin bestehenden Sowjetischen Besatzungszone gegründet. Mit Gründung der DDR konstituierte sich der zweite Deutsche Volksrat als provisorische Volkskammer. Diese rief die ,,Deutsche Demokratische Republik" aus und nahm eine gesamtdeutsch konzipierte, parlamentarisch-demokratische Verfassung an. Die Verfassung entsprach in ihrem Wortlaut weitgehend der Weimarer Reichsverfassung, jedoch bestand von Anbeginn ein krasser Widerspruch zwischen der Verfassungstheorie, die eine Demokratie westlichen Zuschnitts vorsah, und der Verfassungswirklichkeit, die durch die Vorherrschaft der SED und des ihr unterstellten Staatssicherheitsdienstes (SSD) gekennzeichnet war. Unter Bruch des Viermächtesonderstatutes wurde dabei Berlin-Ost zur Hauptstadt der DDR proklamiert. Gleichzeitig bildete sich die ,,Nationale Front des Demokratischen Deutschland"13, ein Aktionsbündnis aller Parteien und Massenorganisationen in der DDR, das unter der Führung der SED die Parteien in ihrem Sinn koordinierte und die Wahl von Wilhelm Pieck zum Staatspräsidenten der DDR am 11.Oktober 1949 und von Otto Grotewohl zum Ministerpräsidenten am 12.Oktober unterstützte.

Die Oberhoheit über Staat und Verwaltung übernahm jedoch von vornherein die Sowjetische Kontrollkommission (SKK), die Nachfolgerin der SMAD. Bis zum Jahresende nahm die DDR mit der UdSSR und anderen Ostblockstaaten diplomatische Beziehungen auf. Die SED orientierte ihre Politik in Partei, Staat und Gesellschaft ausschließlich am sowjetischen Vorbild. Im Februar 1950 baute sich die SED mit dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS) ein umfassendes Instrument der Kontrolle über die Gesellschaft auf. Die DDR folgte kurze Zeit später auch auf dem Gebiet der Wirtschaftspolitik dem sowjetischen Vorbild. Der 1.Fünfjahresplan von 1950 sah vor, durch eine Steigerung der Industrieproduktion, insbesondere durch den Aufbau der Schwerindustrie, ein wirtschaftliches Wachstum zu erreichen. Im September 1950 trat die DDR dem RGW bei. Im Juli 1952 beschloss die SED dann offiziell den ,,Aufbau des Sozialismus" und damit auch endgültig die gesellschaftliche Entwicklung weg von einem vereinten Deutschland, hin zur Angleichung an die UdSSR. Im Staatsaufbau wirkte sich das in einer stärkeren Zentralisierung aus. Die föderale Struktur mit ihren fünf selbst verwalteten Ländern wurde beseitigt und durch 14von der Zentralregierung koordinier Bezirke ersetzt. Im Bereich der Wirtschaft kam es zu einem gewaltsamen Aufbau der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG), zu einem Fortschreiten der Enteignungen und zu einer Zunahme des ,,Volkseigentums" an Produktionsmitteln und landwirtschaftlichen Betrieben. Der Schwerpunkt der Industrieproduktion lag weiterhin bei der Schwerindustrie, während die Konsumgüterproduktion deutlich hinter der Nachfrage zurückblieb. Parallel zur wirtschaftlichen Umstrukturierung in der DDR wurden mit der Zeit jüngere ,,gewachsene" Kräfte, Fachleute aus Wirtschaft und Wissenschaft, in die politischen Führungsspitzen aufgenommen und Reformen im gesellschaftlichen Bereich durchgeführt. Die Toleranzschwelle in ideologischen Fragen, wie später 1963 im Fall Robert Havemann14 zusehen, blieb jedoch weiterhin niedrig. Außenpolitisch lehnte sich die DDR eng an die UdSSR an. Mit ihr und den anderen Staaten des Ostblocks schloss sie 1964 Freundschafts-, Beistands- und Zusammenarbeitsabkommen ab. Im Jahr 1968 erließ die Staatsführung eine neue Verfassung, die die von 1949 ablöste und dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel Rechnung trug. Die führende Rolle der SED in Staat und Gesellschaft wurde verfassungsrechtlich fixiert. Gleichzeitig strebte man danach sich mehr und mehr aus der Vormundschaft der UdSSR zu lösen. Doch aufgrund der bundesdeutschen Hallsteindoktrin15, die die diplomatische Kontaktaufnahme anderer Staaten mit der DDR verurteilte, stieß die DDR außerhalb des Ostblocks auf Ablehnung. Erst die neue Ostpolitik der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt16 in der Bundesrepublik, ließ die DDR 1969 auf eine Anerkennung seitens der Bundesrepublik hoffen. Aber auch die sozialliberale Regierung war nicht bereit, die DDR, die sich zudem auch noch im August 1968 am Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei zur Niederschlagung des Prager Frühlings beteiligte, völkerrechtlich anzuerkennen. Reformbestrebungen wie in der Tschechoslowakei lehnte die Staatsführung der DDR vehement ab ähnlich wie sie schon 1956 den Ungarischen Volksaufstand scharf verurteilte.

1.2. Bestrebungen des Westens gegen den Ostblock

Während US-Präsident Roosevelt noch auf Kooperation mit der UdSSR gesetzt hatte, schlugen die USA, gestützt auf ihre wirtschaftliche Überlegenheit und seit Juli 1945 auf ihr Atomwaffenmonopol unter Roosevelt-Nachfolger Truman17, einen strikt antisowjetischen und antikommunistischen Kurs ein. Ihr Konzept war ein freies, vereintes Europa und eine freie Welt unter amerikanischer Führung. Bereits die Nachkriegskonferenzen von 1945 in Potsdam und London ließen die Blockbildung ansatzweise erkennen. Die Sowjetunion wollte ihre Sicherheitssphäre in Ost- und Mitteleuropa nicht aufweichen lassen, die USA ihrerseits wollten den Ostblock nicht anerkennen. Die Frage nach der künftigen Gestaltung Deutschlands und nach den Reparationen, die der Sowjetunion bereits in Jalta zugesichert worden waren, wurden vertagt. Diese ungelösten Nachkriegsprobleme waren die Basis, auf der sich der Konflikt zwischen den beiden Mächten vertiefte. Das gegenseitige Misstrauen wuchs und die Fronten verhärteten sich. In der Folge häuften sich Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Die USA schätzte die Politik der UdSSR als aggressiv-expansionistisch ein und setzte ihr das Konzept der Eindämmung entgegen. Zu diesem Konzept gehörten auch Kredite an die Staaten Westeuropas einerseits und andererseits der Abbruch der Kreditverhandlungen mit der UdSSR. Die Ostblockstaaten sahen die Wiederaufbauhilfe mit politischen Zugeständnissen verbunden und mussten unter Druck der UdSSR die Hilfe ablehnen. Daraufhin schlossen sie sich noch enger zusammen mit Ausrichtung auf die UdSSR. Im Zuge ihrer Eindämmungspolitik nahmen die USA bereits ab 1946 ein geteiltes Deutschland in Kauf, die UdSSR dagegen wollte zu dem Zeitpunkt ein vereintes, neutrales Deutschland, in dem sie als eine der Siegermächte Mitspracherechte gehab hätte. Ansonsten beschränkte sie sich darauf, ihren Einflussbereich in Mittel- und Osteuropa mit allen Kräften zu konsolidieren. Angesichts ihrer innenpolitischen und wirtschaftlichen Lage war an Expansion darüber hinaus gar nicht zu denken. Am 12.März 1947 formulierte Truman der 33. Präsident der USA in einer Kongressrede die ,,Truman-Doktrin". Sie beinhaltete ein Militär- und Wirtschaftshilfsprogramm für Griechenland und die Türkei. Es umfasste 400Millionen US-Dollar und war darauf ausgerichtet, die freiheitlich-demokratischen Regierungssysteme gegenüber der befürchteten totalitär-kommunistischen Expansion zu verteidigen. Er betonte in seiner Rede die Verpflichtung der USA: ,,alle freien Völker zu unterstützen, die sich der Unterwerfung durch bewaffnete Minderheiten oder durch Druck von außen widersetzen". Die politische und finanzielle Unterstützung für diese Doktrin sowie seine Politik gegenüber der UdSSR in den folgenden Jahren, fand Truman im amerikanischen Kongress18 und in der Öffentlichkeit, indem er die Bedrohung der freien Welt durch die Kommunisten beschwor. Der Marshall-Plan und die ,,Truman- Doktrin" waren somit bedeutende Schritte in Richtung Blockbildung.

3. Die Errichtung des Weststaates der BRD

Eine Zuspitzung des Ost-West-Konflikts auf der letzten Viermächtekonferenz der Außenminister in London vom 25.November bis 12.Dezember 1947 veranlasste die USA unter Einbeziehung des westlichen Deutschlands, eine Weststaatslösung gegen die Interessen der Sowjetunion durchzusetzen. Bedingung war die Festlegung einer gemeinsamen Deutschlandpolitik mit Frankreich, England und den Benelux-Staaten19. Auf der Londoner Sechsmächtekonferenz vom 23.Februar bis 2.Juni 1948 wurdedie Durchführung einer Währungsreform als Voraussetzung für die Wiederankurbelung der westdeutschen Wirtschaft und für ein Wirksamwerden der Marshallplanhilfe festgeschrieben. Dazu erging die Aufforderung an die westdeutschen Länderchefs einen deutschen Weststaat zu bilden. Am 1.Juli 1948 wurden die ,,Frankfurter Dokumente" verfasst. Sie regelten das Mitspracherecht des Parlamentarischen Rates20 bei der künftigen Gestaltung der Verfassung. Auf Anweisungen der Alliierten sollte daraufhin ein Expertenausschuss einen Grundgesetzentwurf erarbeiten. Am 1.September 1948 trat der Parlamentarische Rat in Bonn zusammen. Zum Präsidenten wurde Konrad Adenauer21 gewählt. In den Beratungen über das Grundgesetz einigten sich die maßgeblichen politischen Kräfte Westdeutschlands, die Christlich Demokratische Union22, die Christlich Soziale Union23, die SPD und die Freie Demokratische Partei24 auf eine bundesstaatliche Lösung. Aus den Erfahrungen der Weimarer Republik25 und aus der Zeit des Nationalsozialismus, wurde für das neue Staatswesen das Prinzip der repräsentativen parlamentarischen Demokratie festgeschrieben, in der dem Regierungschef (Bundeskanzler) eine starke Stellung verliehen, jedoch seine Macht an ein Misstrauensvotum gebunden wurde. Die Aufgaben des Staatsoberhauptes (Bundespräsident) beschränkten sich im wesentlichen auf repräsentative Funktionen und die Betonung des föderativen Charakters der "Bundesrepublik Deutschland". Diese eigentliche ,,provisorische Verfassung" trat am 23.Mai 1949 mit dem ,,Grundgesetzes" in Kraft. Parallel zu den Bonner Beratungen verliefen in der SBZ die Vorbereitungen zur Gründung der DDR. Nach den ersten Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland zum Deutschen Bundestag am 14.August 1949 hatten sich Vertreter der beiden großen Parteien CDU und SPD, im Interesse der gemeinsamen Bewältigung der immensen Probleme in Deutschland, für eine große Koalition eingesetzt. Die große Koalition kam jedoch, durch tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten in Fragen der wirtschaftlichen Neuordnung nicht zustande. Entsprechend der Entscheidung der Unionsparteien, als stärkste Kraft, wurde Konrad Adenauer schließlich Kanzler einer kleinen Koalition aus CDU/CSU, FDP und der Deutschen Partei26, die versuchte sich den wirtschaftlichen Problemen des Landes zu stellen.

3.1. Die Währungsreform 1948

Die Währungsreform in Westdeutschland kann als Initialzündung für den wirtschaftlichen Aufschwung verstanden werden. Wie schon zu Zeiten der Inflation aus dem Jahr 1923 bevorzugte die Reform Besitzer von Sachwerten wie Grundstücke, Immobilien und Fabrikanlagen. Mit der Einführung der neuen Währung sollten endlich die zerrütteten Staatsfinanzen saniert und eine staatliche Neuordnung des Geldwesens im Westteil Deutschlands durchgeführt werden. Die westlichen Alliierten ersetzten in ihren Besatzungszonen am 21.Juni 1948 die Reichsmark durch die Deutsche Mark (DM). Jeder Westzonenbürger wurde mit 40Mark und im August mit weiteren 20Mark ausgestattet. Die Umwertung von Spareinlagen und Guthaben erfolgte im Verhältnis 100Reichsmark zu 6,50DM. Die Gehälter und Zahlungen blieben im Verhältnis 1:1. Mit der einseitigen Währungsreform in Westdeutschland und Westberlin legten die Westmächte und der ihnen unterstellte Direktor des Amtes für Wirtschaft, Ludwig Erhard27, den Grundstein für die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands. Am 23.Juni begann die UdSSR mit der Berliner Blockade und führte in der Sowjetischen Besatzungszone, im Verhältnis 1Reichsmark zu 1DM der Deutschen Notenbank, eine eigene Währungsreform durch.

3.2. Die Berliner Blockade 1948-1949

Die 1948-49 von der Besatzungsmacht UdSSR verfügte Sperrung aller Schienen-, Straßen- und Wasserwege zur Unterbindung des Personen- und Güterverkehrs, führte zur Einstellung der Lieferungen von Kohle, Strom und Lebensmitteln aus den bzw. durch die sowjetisch besetzten Gebiete von und nach Westberlin. Diese Blockade stellte einen Höhepunkt im Ost-West-Konflikt dar. Als in den Westsektoren der Stadt, wie bereits in den westlichen Besatzungszonen in Deutschland, am 20.Juni 1948 die Westmark zum offiziellen Zahlungsmittel wurde, reagierte die UdSSR am 24.Juni 1948 mit der vollständigen Blockade Westberlins. Die Sowjetunion wollte durch Aushungern der Bevölkerung Druck auf die anderen Besatzungsmächte ausüben. Die Blockade sollte die Einführung der Westmark verhindern und Berlin dem Einfluss der Westmächte entziehen. Unter anderem auf Initiative des amerikanischen Militärgouverneurs Clay28 errichteten die USA und Großbritannien im Gegenzug eine Luftbrücke, durch die die Versorgung der Westberliner Bevölkerung sichergestellt wurde. Während der elfmonatigen Blockade landeten etwa alle zwei bis drei Minuten Flugzeuge, im Volksmund ,,Rosinenbomber" genannt, in Westberlin. Insgesamt waren es etwa 200000Flüge mit ungefähr zwei Millionen Tonnen Ladung. Nach einem Abkommen aller vier Besatzungsmächte, das am 4.Mai 1949 in New York geschlossen wurde, beendete die Sowjetunion, ohne ihr Ziel erreicht zu haben, am 12.Mai 1949 offiziell die Blockade Westberlins.

4. Politisch-militärische Zusammenschlüsse4.1. Die Gründung der NATO 1949

Der Westen reagierte auf die Berliner Blockade mit verstärkter Furcht vor einer möglichen sowjetischen Expansion auf Westdeutschland. Daraufhin beschleunigte sich die Konsolidierung der drei Westzonen zur Bundesrepublik Deutschland und ihrer Westintegration mit der Gründung der NATO29. Da viele westliche Politiker in der Politik der UdSSR eine Bedrohung für die Stabilität und den Frieden in Europa sahen, unterzeichneten sie am 4.April 1949 das westliche Verteidigungsbündnis. Erstunterzeichner des Nordatlantikpaktes waren Belgien, Dänemark, Großbritannien, Frankreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Zu den Zielen dieses Paktes gehörte die kollektive Verteidigung seiner Mitglieder. Im Jahr 1952 wurden Griechenland und die Türkei in das Bündnis aufgenommen, die Bundesrepublik Deutschland 1955 und Spanien 1982. Frankreich gehört seit 1966 der politischen Allianz der NATO an, nicht aber der militärischen Organisation.

4.2. Der Abschluss des Warschauer Paktes 1955

Der Warschauer Pakt wurde als Reaktion auf die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland und ihrem Beitritt zur NATO geschlossen. Die Sowjetunion hatte inzwischen ihre Hoffnungen auf ein vereintes, neutrales Deutschland aufgegeben. Das Militärbündnis des Warschauer Paktes besiegelte die Freundschaft, die Zusammenarbeit und den gegenseitigen Beistand europäischer kommunistischer Staaten. Der Vertrag wurde am 14.Mai 1955 in Warschau von Albanien, Bulgarien, der Tschechoslowakei, der DDR, Ungarn, Polen, Rumänien und der UdSSR unterzeichnet. Die Sowjetunion war die beherrschende Macht des Bündnisses, welche die anderen Mitgliedsstaaten des Paktes streng kontrollierte. Mit der Gründung des Warschauer Pakts war die Teilung Deutschlands institutionalisiert, die Teilung der Welt in zwei Machtblöcke verfestigt.

Im Jahr 1949 zündete die UdSSR ihre erste Atombombe und in China übernahmen die Kommunisten die Macht. Dies waren entscheidende Gründe für die USA, ihre Eindämmungspolitik noch zu verschärfen. Sie erkannten die neue chinesische Regierung nicht an und ließen sie nicht zur UNO zu, obwohl China sehr viel an einem guten Verhältnis zu den USA als Gegengewicht zur UdSSR gelegen war. Die USA engagierten sich dafür um so mehr in Japan, um dort einen antikommunistischen Gegenpol zu schaffen. Vorläufiger Höhepunkt des Ost-West-Konflikts im ,,Kalten Krieg" war der Koreakrieg 1950 bis 1953 (und davor der Indochina Krieg 1946-1954). An der Teilung Koreas änderte der Krieg nichts. In den USA entstand jedoch in Reaktion auf den Krieg die Strategie der ,,massiven Vergeltung", der Androhung von Atomwaffeneinsatz.

4.3. Die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland

Der Krieg in Korea bereitete den Boden für die Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland. Bundeskanzler Konrad Adenauer formulierte in dem Memorandum über die ,,Sicherung des Bundesgebietes nach innen und nach außen" vom 29. 8. 1950: ,,die Entwicklung im Fernen Osten habe innerhalb der deutschen Bevölkerung Beunruhigung und Unsicherheit ausgelöst. Die Bundesrepublik sei daher bereit, im Falle der Bildung einer internationalen westeuropäischen Armee, einen Beitrag in Form eines deutschen Kontingents zu leisten.". Ein Jahrzehnt nach der völligen Entmilitarisierung nach dem II. Weltkrieg von den Siegermächten, erhielt die BRD vom Westen die Erlaubnis zum Aufbau einer eigenen Armee. Die verfassungsrechtlichen Voraussetzungen zur so genannten Wiederbewaffnung durch die Errichtung einer Bundeswehr wurden durch Änderungen im Grundgesetzes am 26.3.1954 und 19.3.1956 erfüllt. Anfangs wurde die Bundeswehr als Freiwilligenarmee konzipiert. Durch die zweite Änderung des Grundgesetzes 1956 wurde die allgemeine Wehrpflicht oder ersatzweise der Zivildienst für alle männlichen Staatsbürger eingeführt. Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Friedenszeiten wurde der Bundesminister der Verteidigung. Für den Verteidigungsfall wurde beschlossen, dass die Kommandogewalt auf den Bundeskanzler übergeht. Die Aufnahme der BRD als Bündnispartner in die NATO und die Westeuropäische Union30 wurde 1955 vollzogen. In der gesamten westdeutschen Gesellschaft stieß die Wiederbewaffnung auf heftigen Wiederstand der sich in einer Vielzahl von Bewegungen und Aktionsbündnissen ausdrückte.

5. Die Zuspitzung des Konflikts

Angesichts der fortschreitenden Westintegration und der drohenden Wiederbewaffnung Westdeutschlands hatte Stalin vor seinem Tod 1952 in seinen Deutschland-Noten vom 10. März an die drei westlichen Siegermächte des 2. Weltkrieges Vorschläge für ein vereinigtes, neutralisiertes Deutschland unterbreitet, jedoch ohne Erfolg.

Nach Stalins Tod 1953 schlug die Sowjetunion, konfrontiert mit massiven innenpolitischen Problemen, einen Entspannungskurs ein, der das Konzept der "friedlichen Koexistenz" beinhaltete, um wenigstens den Druck von außen etwas abzumildern. Gleichzeitig schrieb die Bundesrepublik Deutschland ihre Westintegration fest. Am 23.Oktober 1954 wurden die Pariser Verträge unterzeichnet. Durch sie erhielt die Bundesrepublik die entscheidende Souveränität, um in die NATO aufgenommen werden zu können. Die beiden Blöcke hatten sich jetzt mehr oder weniger konsolidiert und ein relatives Gleichgewicht erreicht, dieses war Voraussetzung für eine Kooperations- und Entspannungspolitik auf beiden Seiten, wie sie auf dem Genfer Gipfeltreffen 1955 schon andeutungsweise sichtbar wurde. Trotzdem gingen Rüstungswettlauf und ideologische Auseinandersetzung vorerst weiter. Höhepunkte in den Jahren davor und nächsten Jahren waren der Aufstand am 17. Juni 1953, der wieder aufflammende Vietnam Krieg 1955, der Mauerbau in Berlin 1961, die Kubakrise 1962 die den Kalten Krieg fast zu einem heißen werden ließ, der Prager Frühling 1968 und der Konkurrenzkampf der beiden Systeme um die neuen unabhängigen Staaten in der Dritten Welt.5.1. Der Aufstand am 17. Juni 1953

Die Maßnahmen der Staatsführung der DDR zum ,,Aufbau des Sozialismus" nach sowjetischem Vorbild hatten seit Sommer 1952 die Unzufriedenheit in der Bevölkerung spürbar anwachsen lassen. Die Konsumgüterproduktion wurde Zugunsten einer beschleunigten Entwicklung der Schwerindustrie, vernachlässigt. In der angespannten Atmosphäre der politischen Unsicherheit nach Stalins Tod (2. März 1953), stellte auf sowjetischen Druck hin das SED-Politbüro am 9. Juni in der DDR einen liberalen ,,Neuen Kurs" in Aussicht. Am 16. Juni wurde in der Gewerkschaftszeitung Tribüne bekannt gegeben, dass trotz der Liberalisierung der Wirtschaft, eine am 28. Mai verfügte Erhöhung der Arbeitsnormen um zehn Prozent, ohne entsprechenden Lohnausgleich, aufrechterhalten bleiben sollte. Daraufhin legten die Bauarbeiter der Stalinallee in Ostberlin die Arbeit nieder und zogen demonstrierend zum Haus der Ministerien, dem Regierungssitz. Am folgenden Tag, dem 17. Juni, schlossen sich über 10 000 Beschäftige, der Stahl- und Walzwerke Henningsdorf der Arbeitsniederlegung und den Demonstrationen im Ostberliner Regierungsviertel an. Nach Verbreitung der Nachrichten über die Vorgänge in Berlin durch die westlichen Rundfunksender, erfasste die Protestbewegung rasch auch andere Großstädte und Industriezentren wie z.B. Leipzig, Magdeburg, Halle, Bitterfeld und Jena. Der Aufstand weitete sich schließlich auf die ganze DDR aus. Die zunächst wirtschaftlichen Forderungen wie die Senkung der Arbeitsnormen und der Lebenshaltungskosten schlugen bald um in politische: Rücktritt der Regierung und freie Wahlen. Es entstanden Streikkomitees, in mehreren Städten wurden Parteibüros gestürmt, Polizisten entwaffnet und politische Gefangene befreit. Am 17. Juni verhängte der sowjetische Stadtkommandant über Ostberlin den Ausnahmezustand, der am 18. Juni auf die gesamte DDR ausgedehnt wurde. Unterstützt von der kasernierten Volkspolizei der DDR schlugen sowjetische Truppen noch am 17. Juni in Berlin den gewaltlosen Aufstand nieder. Im Anschluss wurden 21 Personen von sowjetischen Standgerichten zum Tode verurteilt und sofort hingerichtet. Durch DDR-Gerichte wurden weitere Todesurteile gesprochen und Hinrichtungen durchgeführt. Etwa 1 400 am Aufstand beteiligte Bürger erhielten Freiheitsstrafen. Der Erste Sekretär der SED, Walter Ulbricht31, nutzte seinerseits den Aufstand, um seine nach Stalins Tod gefährdete Machtposition durch Ausschaltung seiner innerparteilichen Gegner abzusichern. In Folge des Unmuts wurden in den folgenden Monaten die Industrielohngruppen und die Mindestrenten angehoben. Die Erhöhung war allein durch den Verzicht der UdSSR auf weitere Reparationszahlungen, ein Schuldenerlass, Kredite und die Rückgabe der SAG-Betriebe (Sowjetischen Aktiengesellschaften) an die DDR ermöglicht worden, ebenso konnte die Konsumgüterproduktion gesteigert und Preissenkungen realisiert werden. In der BRD wurde der 17. Juni als Tag der deutschen Einheit zum nationalen Feiertag erhoben. 5.2. Der Mauerbau in Berlin und die Gesamtteilung Deutschlands 1961 Sowohl die Berlinkrise, ausgelöst durch die ultimative Forderung der Sowjetunion nach der Entmilitarisierung Westberlins, als auch die gewaltsame Kollektivierung in der Landwirtschaft und der Betrieb, ließen den Flüchtlingsstrom in den Westen wieder anschwellen. Von 1949 bis 1961 flohen insgesamt 2,7Millionen in den Westen und destabilisierten in hohem Maße die Partei- und Staatsführung. Die Massenflucht entzog der DDR dringend notwendige Arbeitskräfte und drohte die Wirtschaft der DDR in eine existentielle Krise zu stürzen. Bereits 1960 galt mit dem offiziellen Abschluss der Kollektivierung der ,,Aufbau des Sozialismus" als abgeschlossen. Der Machtausbau Ulbrichts nach dem Tod Wilhelm Piecks spiegelte sich nun in seiner Doppelfunktion wieder, denn als 1.Sekretär der SED übernahm er den Vorsitz des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates. Der Nationale Verteidigungsrat zur Organisation der Landesverteidigung übernahm zu diesem Zeitpunkt die Sicherung der Grenze gegen ,,Republikflüchtlinge". Um der massiven Abwanderung Einhalt zu gebieten, ließ die DDR-Führung am 13.August 1961 die Grenze zu Westberlin sperren und den Bau der Berliner Mauer beginnen.

Am 16.August untersagte sie den Bürgern der DDR die Ausreise in die Bundesrepublik. Der so genannte ,,Antifaschistische Grenzwall", der durch Stacheldrahtzäune, Gräben, Betonmauern, ,,Todesstreifen", Selbstschussanlagen und Minen gesichert war, sollte den anhaltenden Flüchtlingsstrom in den Westen entlang der gesamten DDR Grenze unterbinden. Allein beim dem Versuch, die über 45Kilometer lange Berliner Mauer Richtung Westen zu überwinden, kamen mehr als 70Menschen ums Leben. Zum Teil kamen Flüchtlinge auch durch die Schüsse der Grenzsoldaten der Nationalen Volksarmee ums Leben, die aufgrund eines ,,Schießbefehls"32 von ihrer Waffe Gebrauch machten. Mit dem Bau der Mauer war eine entscheidende Voraussetzung zur Konsolidierung und inneren Stabilisierung der DDR geschaffen worden und jede Hoffnung auf eine baldige Wiedervereinigung zerstört. Zur inneren Sicherheit und zur Beschwichtigung der Opposition eröffnete die Staatsführung vorübergehend eine Phase beschränkter Liberalisierungen. Um die Versorgung der Bevölkerung mit Konsumgütern zu verbessern, versuchte die Staatsführung die Wirtschaftsentwicklung voranzutreiben.

5.3. Die Entwicklung im geteilten Deutschland

Die UdSSR ging nun von der Existenz zweier völkerrechtlich getrennter deutscher Staaten aus, die die Deutschlandfrage künftig in eigener Verantwortung zu lösen hätten. Der Versuch Adenauers, Moskau von dieser Theorie abzubringen, gelang nicht. Als eine Art Gegenleistung für die Freilassung der letzten deutschen Kriegsgefangenen musste der Kanzler der von Moskau geforderten Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der DDR zustimmen und den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik aufgeben. Um zu verhindern, dass künftig auch andere Staaten außerhalb des Warschauer Paktes diplomatische Beziehungen zu Ostberlin aufnahmen, wurde 1955 im Bonner Auswärtigen Amt die nach dem damaligen Außenminister benannte Hallsteindoktrin entwickelt, die jede Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der DDR als ,,unfreundlichen Akt" gegenüber der Bundesrepublik betrachtete und mit dem Abbruch der Beziehungen beantwortete. Als Druckmittel diente der Bundesrepublik die erstarkte westdeutsche Wirtschaft und die mit dem Aufbau der Bundeswehr erreichte militärische Gleichberechtigung. Der Mauerbau am 13. August 1961 in Berlin erzeugte letztendlich die entscheidend Wende in der Politik der BRD. Adenauer kam jedoch erst am 22. August in die nun geteilten Stadt Berlin, da er unkontrollierte Aufstände besonders im Ostteil befürchtete. Dies kostete ihn und seiner Partei in den folgenden Bundestagswahlen vom 17.September 1961 zahlreiche Stimmen. Am 15.Oktober 1963 führten Differenzen innerhalb der Partei zu seinem Rücktritt.

Sein Nachfolger im Amt wurde Ludwig Erhard, der bisherige Wirtschaftsminister mit dem sich das so genannte Wirtschaftswunder verband. Mit der Friedensnote vom 25.März 1966, die das Angebot des gegenseitigen Gewaltverzichts beinhaltete, wagten Kanzler Erhard und sein Außenminister einen ersten Schritt in die Richtung eines Abbaus der Konfrontation mit der DDR und eine Ausrichtung der deutschen Außenpolitik auf die Gegebenheiten der deutschen Spaltung. Dagegen gelang es der Regierung nicht, im eigenen Land die wachsende wirtschaftliche Rezession zu beheben. Im Dezember 1966 bildete sich eine große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die eine wirtschaftliche Neuorientierung einleitete. Die Tatsache einer großen Koalition verstärkte die Proteste der Jugend, besonders der Studenten, die sich seit Anfang der sechziger Jahre kritisch mit der nationalsozialistischen Vergangenheit auseinander setzten. Beeinflusst durch die neomarxistische Frankfurter Schule33, riefen sie nach grundlegenden Reformen in Staat und Gesellschaft. Zahlreiche, zum Teil gewalttätige Demonstrationen in den westdeutschen Großstädten und die Bildung einer außerparlamentarischen Opposition34 waren die Folge. Daraufhin wurde 1968, gegen heftigen Widerstand, insbesondere der Gewerkschaften und der FDP von 50Bundestagsabgeordneten der SPD, eine Notstandsverfassung mit Vorschriften für den ,,Verteidigungsfall" in Spannungssituationen und für Katastrophenfälle beschlossen.

Im Jahr 1969 wurde Gustav Heinemann35 (SPD) zum Bundespräsidenten gewählt. Gewinner der Bundestagswahl vom 28.September 1969 wurde die SPD. Zusammen mit der FDP bildete sie unter Bundeskanzler Willy Brandt die neue Regierung. Sie trat an, eine neue Politik vor allem im Verhältnis zur DDR, zu entwickeln. Sie akzeptierte die Staatlichkeit der DDR und versuchte, mit ihren Führern ins Gespräch zu kommen. Walter Ulbricht lehnte den von der sozialliberalen westdeutschen Regierung eingeleiteten Entspannungskurs deutlich ab. Er handelte entgegen den Wünschen der UdSSR und beschwor seine Ablösung herauf, die daraufhin unumgänglich wurde. Am 3.Mai 1971 trat er auf Druck der UdSSR und seines Nachfolgers Erich Honecker36 als 1.Sekretär und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates zurück. Mit der Wahl des ehemaligen FDJ-Chefs Erich Honecker zum 1.Sekretär des ZK der SED und Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates vollzog sich nicht nur ein Wandel auf den Gebieten Politik und Ideologie, sondern es wurde auch die Ablösung der Gründergeneration der DDR im Funktionärsapparat eingeleitet, die nur noch aus einer kleinen Führungselite bestehen und die Macht in Händen halten sollte.

Honecker betonte die untrennbare Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik. Die bislang vernachlässigte Entwicklung der Infrastruktur, wie z.B. der Wohnungsbau, wurde vorangetrieben, die Renten wurden erhöht, die Arbeitszeit verkürzt, die unteren Einkommen angehoben und alles zur Deckung der Grundbedürfnisse Notwendige massiv subventioniert. Innenpolitisches Ziel blieb nach wie vor der Aufbau der sozialistischen Gesellschaft nach marxistisch-leninistischen Vorgaben.

Als Ergebnis der neuen Ostpolitik der sozialliberalen Koalition unter Bundeskanzler Willy Brandt wurde am 3. September 1971 das ,,Viermächteabkommen über Berlin" unterzeichnet. Dieses Abkommen brachte wesentliche Fortschritte für die Menschen in West-Berlin, z.B. durch das am 17.bzw. 20.Dezember unterzeichneten Transitabkommen. Zugleich war das ,,Viermächteabkommen" auch Ausgangspunkt für die Neugestaltung des Verhältnisses der beiden deutschen Staaten. Im Jahr darauf schlossen die DDR und die Bundesrepublik den Grundvertrag, in dem sie sich gegenseitig anerkannten, wobei ihre unterschiedlichen Auffassungen hinsichtlich der deutschen Frage bestehen blieben. In der Folge wurde die DDR von den meisten Staaten der Welt diplomatisch anerkannt und 1973 zusammen mit der Bundesrepublik in die UNO aufgenommen. Angesichts der Verbesserung der Beziehungen zur Bundesrepublik ging die DDR zu einem Kurs der Abschottung gegenüber Einflüssen aus dem Westen über. Die Sperranlagen an der innerdeutschen Grenze wurden weiter ausgebaut und die Einreise durch eine deutliche Erhöhung des Zwangsumtausches von Devisen erschwert. Die Auswirkungen des Nahostkrieges vom Oktober 1973 mit der Ölkrise und der beschleunigten Inflation in der BRD und innerparteiliche Kämpfe in der SPD schwächten mit der Zeit die Stellung Brandts. Nach der Enttarnung des DDR-Spions Günther Guillaume37 im Bundeskanzleramt über nahm Brandt die politisch Verantwortung und trat am 7.Mai 1974 zurück. Kurz zuvor, am 2.Mai, hatten die ,,Ständigen Vertretungen" der beiden deutschen Staaten in Bonn und Ostberlin ihre Arbeit aufgenommen. Am 15.Mai 1974 wurde Helmut Schmidt38 (SPD) zum neuen Bundeskanzler gewählt. Am 1.August 1975 endete nach zweijährigen Beratungen in Genf und Helsinki die Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) mit der Unterzeichnung der Schlussakte durch Repräsentanten von 35Staaten Europas, unter ihnen beide deutsche Staaten. Im Jahr 1974 hatte die SED-Führung den Begriff ,,deutsche Nation" aus der Verfassung gestrichen. Sie perfektionierte ihr Spitzelsystem für die Disziplinierung nach innen und verschärfte die Gesetze, somit nahm die Zahl der politischen Häftlinge wieder zu, Hausarreste waren an der Tagesordnung, obwohl sich die DDR nach der Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte u.a. der Einhaltung der Menschen- und Bürgerrechte verpflichtet hatte. Ausdruck dieser härteren Gangart war 1976 die spektakuläre Ausbürgerung des Sängers Wolf Biermann39.

5.4. Der Vietnam Krieg 1955-1975

Der Vietnamkrieg entwickelte sich zu einer der wichtigsten Auseinandersetzungen im Rahmen des Ost-West-Konflikts mit internationaler Beteiligung. Er wurde in Deutschland und international äußerst heftig und kontrovers diskutiert und rief weltweit antiimperialistische Protestbewegungen hervor. Im Jahr 1955 lösten die USA Frankreich als Schutzmacht in Süd-Vietnam ab. Mit amerikanischer Rückendeckung errichtete Ngo Dinh Diem ein autoritäres Regime. Er unterdrückte jede Art von Opposition, baute eine starke Armee auf und holte zahlreiche amerikanische Militärberater ins Land. Im Februar 1965 begannen die USA mit systematischen Bombenangriffen auf strategisch wichtige, militärische und wirtschaftliche Ziele des Vietcong40. Die Bombardements in Nord-Vietnam zerstörten die Wirtschaft und Infrastruktur Nord-Vietnams, so dass das Land schließlich fast vollständig auf Militär- und Wirtschaftshilfe aus China und der UdSSR angewiesen war. Trotz großflächigen Bombardements mit Napalmbomben und des Einsatzes des Entlaubungsmittels "Agent Orange" gelang es der USA aber nicht, den Gegner militärisch zu besiegen. Im November 1967 gab das Pentagon die Gesamtzahlen der US-Verluste in Vietnam seit Ausbruch des Krieges mit 15058Toten und 109527Verwundeten an. Angesichts der steigenden Zahl der Opfer wurden in den USA Forderungen laut, den Krieg unter allen Umständen sofort zu beenden. Bis zum Frühjahr 1968 hatte sich in den USA zudem die Erkenntnis durchgesetzt, dass der Krieg in Vietnam nicht zu gewinnen sei. Im Jahr 1969 löste Nixon41 Johnson42 als Präsidenten der USA ab. Wenige Monate nach seinem Amtsantritt legte er sein Programm der ,,Vietnamisierung" des Krieges vor, um die Beendigung des amerikanischen Engagements in Vietnam einzuleiten. In den USA formierte sich aus Protest gegen die amerikanische Kriegsführung eine breite Friedensbewegung. Anfang 1973, nachdem die USA ihre Angriffe nördlich des 20.Breitengrades eingestellt hatten, wurden in Paris ernsthafte Friedensgespräche geführt. Bis Ende März 1973 hatten die USA alle ihre Truppen aus Vietnam abgezogen, Süd-Vietnam jedoch weitere wirtschaftliche und militärtechnische Hilfe zugesagt. In Vietnam gingen die Kämpfe zwischen kommunistischen Einheiten und südvietnamesischen Regierungstruppen trotz eines Waffenstillstandsabkommens weiter. Im Vietnam Krieg wurden schätzungsweise zwei Millionen Vietnamesen getötet, drei Millionen verwundet und Hunderttausende von Kindern als Waisen zurückgelassen. Etwa zwölf Millionen Menschen verloren ihre Heimat. Die Flächenbombardements hatten Wirtschaft und Infrastruktur zerstört. Der großflächige Einsatz von Napalm und Entlaubungsmitteln verursachte verheerende, zum Teil irreparable ökologische Schäden.

5.5. Die Kubakrise 1962-1963

Dieser Konflikt zwischen den USA und der UdSSR, wurde durch die Errichtung sowjetischer Raketenbasen auf Kuba ausgelöst. In der Vorgeschichte hatte der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro43, der sich klar zum Marxismus-Leninismus bekannte, nach seiner Machtergreifung im Januar 1959 einen sozialistischen Staat nach sowjetischem Vorbild errichtet. Nach grundlegenden politischen, sozialen und wirtschaftlichen Reformen, u.a. die entschädigungslose Enteignung von ausländischen, vor allem US-amerikanischen Großgrundbesitzern und Unternehmen, kam es zum Konflikt mit den USA. Diese reagierten auf die Enteignungen mit der diplomatischen und wirtschaftlichen Isolierung Kubas. Castro suchte daraufhin in der UdSSR um wirtschaftliche und militärische Hilfe, die sich nach dem 1961 von der CIA44gesteuerten und gescheiterten Versuch der Invasion in der Schweinebucht zum Sturz Castros, noch vertiefte. Sie gipfelte in den Plänen der Stationierung von Mittelstreckenraketen auf Kuba. Die UdSSR wollten unter Nikita Chruschtschow zum einen das Castro-Regime vor einem erneuten Angriff von außen schützen, zum anderen sah Chruschtschow in der Stationierung von Raketen in unmittelbarer Nähe zu den USA eine Chance, der waffentechnischen Überlegenheit der USA zu begegnen. Zudem versuchte sich die UdSSR mit der Raketenstationierung einen strategischen Vorteil gegenüber den USA in der Berlin-Krise zu verschaffen. Hätten die USA auf Kuba gegen die Stationierung interveniert, wären gleichzeitig sowjetische Truppen in Westberlin einmarschiert. Im Sommer 1962 begann die Sowjetunion mit der Verschiffung von Raketen nach Kuba. Mitte Oktober entdeckten US-amerikanische Aufklärungsflugzeuge die ersten sowjetischen Raketen auf der Insel. Am 22.Oktober forderte US-Präsident Kennedy45 die Sowjetunion ultimativ auf, die Raketenbasen abzubauen und die bereits stationierten Raketen abzuziehen. Außerdem verhängte er eine Seeblockade über Kuba, um die Lieferung weiterer Waffen zu verhindern. Kennedy bat die OAS46 und die UNO um Vermittlung. Der Konflikt zwischen der UdSSR und den USA spitzte sich zu und sogar der Einsatz von Atomwaffen schien nicht mehr ausgeschlossen. Nach intensiven Verhandlungen erklärte sich schließlich Chruschtschow am 28.Oktober zum Abbau der Raketenbasen und zum Abzug der Raketen bereit. Als Gegenleistung verzichteten die USA faktisch auf eine Invasion in Kuba und zogen ihre auf Moskau gerichteten Mittelstreckenraketen aus dem NATO-Mitgliedsland Türkei ab. Formell wurde der Konflikt im Januar 1963 durch eine gemeinsame Note der USA und der UdSSR an den Generalsekretär der UNO beendet. In Reaktion auf die Kubakrise begannen die beiden Supermächte, Instrumente für ein effizientes Krisenmanagement zu entwickeln, u.a. richteten sie den "heißen Draht" zwischen Moskau und Washington ein. Außerdem verständigten sie sich auf dem Weg zur Rüstungskontrolle und auf eine weltweite Entspannungspolitik.5.6. Der Prager Frühling 1968

Die einzige militärische Handlung des Warschauer Paktes richtete sich gegen die Tschechoslowakei, einen Mitgliedsstaat. Dabei wurden Tausende getötet und 200000 zur Flucht gezwungen. Es begann damit das Anfang 1968 eine progressive Splittergruppe der Kommunistischen Partei radikale politische Veränderungen beschloss. In den allgemein als Prager Frühling bezeichneten Monaten unternahmen die Reformer weitreichende Demokratisierungsmaßnahmen. Außerdem sollte das Verhältnis zur UdSSR gelockert werden. Das Reformprogramm umfasste folgende Punkte: Garantie der Rede-, Presse-, Versammlungs- und Glaubensfreiheit, Stärkung der Rolle nichtkommunistischer Parteien und Gruppen, Durchführung von Wirtschaftsreformen, Rehabilitierung der zwischen 1949 und 1954 unrechtmäßig Verurteilten und Schaffung eines föderativen Status für die Slowakei. Vor allem in Rumänien, Jugoslawien aber auch anderen kommunistischen Staaten fanden die tschechoslowakischen Liberalisierungspläne breite Zustimmung. In der UdSSR und anderen osteuropäischen Staaten hingegen stießen die Reformversuche auf Ablehnung. Trotz offizieller Warnungen, scharfer Attacken in der sowjetischen Presse und militärischen Einschüchterungsversuchen blieben die tschechoslowakischen Reformer bei ihrem Versuch, einen "gemäßigten Sozialismus" zu schaffen. Allerdings verpflichteten sie sich, den Führungsanspruch der Kommunistischen Partei in der Tschechoslowakei zu akzeptieren. Auch die Teilnahme am Warschauer Pakt wurde nicht in Frage gestellt. Die UdSSR unter der Führung von Leonid Breschnew47 befürchteten jedoch bald den Verlust nicht nur ihres Einflusses in der Tschechoslowakei, sondern auch ihrer Vorherrschaft über andere Mitglieder des Ostblocks. Die UdSSR versuchte, zunächst auf diplomatischem Weg, die Reformpolitik in der Tschechoslowakei zu revidieren. Als ihr das nicht gelang, veranlasste Breschnew den Einmarsch von Truppenverbänden der UdSSR, Polens, Ungarns, der DDR und Bulgariens in die Tschechoslowakei. Sie zwangen die Tschechoslowakei zurück auf einen politischen Kurs nach sowjetischem Vorbild. Rumänien lehnte den Einmarsch ab. Am 20./21.August 1968 wurde der Prager Frühling brutal niedergeschlagen, die Reformen wurden rückgängig gemacht. Die sowjetischen Truppen, die nach dem Prager Frühling in der Tschechoslowakei stationiert wurden, wurden erst 1990/91 vollständig abgezogen.

6. Das Ende des ,,Kalten Krieges"

Entscheidend für den Beginn echter Entspannungspolitik und die allmähliche Beendigung des Kalten Krieges ab Anfang der siebziger Jahre, trotz Weiterbestehens des Ostwest-Konflikts, waren mehrere Faktoren: das atomare Patt, der Schock der Kubakrise, der Rückschlag der USA in Vietnam, die Bereitschaft der UdSSR zur wirtschaftlichen Kooperation mit den westlichen Industrienationen, das Aufweichen des kommunistischen Blockes durch die Absage Chinas an die UdSSR und die Verständigung Chinas mit den USA und nicht zuletzt der Entspannungswille und die Entspannungspolitik der Bundesrepublik Deutschland. Der 1975 einsetzenden MBFR-Konferenz48 gelang es dennoch nicht, den Rüstungswettlauf zwischen den westlichen NATO-Staaten und den östlichen Warschauer Pakt Staaten zu einem Ende zu bringen. Einen Rückfall in den Kalten Krieg gab es noch einmal, als der US-Präsident Reagan49 auf den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan 1980 mit einem immensen Aufrüstungsprogramm reagierte. In den SALT-I- und SALT-II-Abkommen50 von 1972 bzw. 1979 verständigten sich die USA und die UdSSR auf eine Begrenzung der Rüstung. Im gleichen Zeitraum wurden durch Weiterentwicklungen der Rüstungstechnologie die Vernichtungskapazitäten weiter gesteigert. Der NATO-Doppelbeschluss von 1979 machte die Nachrüstung des Westens von der Bereitschaft des Warschauer Paktes abhängig, sein Potential an Mittelstreckenraketen abzubauen. Nach der Verschlechterung der Ost-West-Beziehungen von 1980 an kam es ab der Mitte der achtziger Jahre wieder verstärkt zu Abrüstungsverhandlungen. Mit dem weltpolitischen Umbruch 1989/90 gingen erstmals seit langer Zeit die weltweiten Rüstungsausgaben geringfügig zurück. Anstelle des Ost-West-Rüstungswettlaufs trat seit der Auflösung des Warschauer Paktes am 1.7.1991 die Kontrolle der Weiterverbreitung von Nuklearwaffentechnologie als ein Problem der Rüstungspolitik in den Vordergrund.

7. Das internationale Ende des Ost-West-Konflikts

Die auf der Basis der Ostpolitik unter Willy Brandt entstandene Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, die mit der Schlussakte von Helsinki 1975 endete, führte zu einer Entschärfung des Ost-West-Konflikts. Jedoch erst die sowjetische Politik von Perestroika51 und Glasnost52 unter Michail Gorbatschow sollte dem Konflikt ein Ende bereiten. In der Plenarsitzung des ZK der Kommunistischen Partei der UdSSR im April 1985 wurde entschieden, dass ein tief greifender Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft von entscheidender Bedeutung für die Rettung des Staates vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch sei. Die Perestroika sollte ein systematisches Programm und eine konkrete Strategie für die weitere Entwicklung des Landes sein und erstreckte sich auf Wirtschafts- und Investitionspolitik sowie auf angrenzende Bereiche wie Wissenschaft und Technologie. Das Ziel war, das extrem zentralistische Wirtschafts- und Planungssystem zu dezentralisieren und zwar durch die Einführung eines gewissen Maßes von örtlicher Autonomie und Selbstverwaltung. Außerdem sollte das Programm Wirtschaftsunternehmen gestatten, Entscheidungen ohne Einschaltung der politischen Instanzen zu treffen und private Unternehmenszusammenschlüsse sowie ,,joint-ventures" (gemeinsame Unternehmen), mit ausgewählten ausländischen Gesellschaften ermöglicht werden. Das Gegenstück zur Perestroika in Gesellschaft, Kultur und Medien war Glasnost. Dies bedeutete in der Praxis die öffentliche Diskussion politischer Probleme und ermutigte daher zur Kritik an der sowjetischen Politik und Gesellschaft. Den Medien wurde größere Freiheit gewährt, Meinungen zum Ausdruck zu bringen, die früher verurteilt worden wären. Fehler der sowjetischen Regierung, wie bei dem Kernkraftunfall von 1986 in Tschernobyl, durften aufgedeckt werden. Gorbatschow genehmigte auch die Entlassung einer Reihe politischer Gefangener und die Auswanderung einiger Regimegegner oder Dissidenten. Ziel seiner Politik war, eine interne Diskussion unter den sowjetischen Bürgern in Gang zu bringen, um eine positive Haltung und Begeisterung für die Reform der Sowjetunion zu erzeugen. Gegen Ende der Amtszeit Gorbatschows stieß die Perestroika auf immer größere Kritik, sowohl bei jenen, denen die Reformen zu langsam vonstatten gingen, wie auch bei jenen, die befürchteten, die Perestroika werde das bestehende sozialistische System völlig zerstören und das Land in Anarchie stürzen. Im Jahr 1991 trat Michail Gorbatschow nach einem gescheiterten Putschversuch gegen ihn zurück. Nachfolger im Weißen Haus von Moskau wurde Boris Jelzin53. Es folgte ein totaler Bruch mit dem bestehenden System, der zur Auflösung der UdSSR führte. Der folgende Zusammenbruch der kommunistischen Staaten in Ost- und Mitteleuropa, das Auseinanderbrechen der UdSSR und die Gründung der GUS54 setzten dem Ost-West-Konflikt und dem Wettrüsten 1989/90 ein Ende.

8. Die Wiedervereinigung Deutschlands8.1. Die Endphase des SED-Regimes

Ab Mitte der achtziger Jahre verstärkte sich der innen- und außenpolitische Druck auf das SED-Regime. Der Reformkurs Michail Gorbatschows wurde von der Staatsführung der DDR strikt abgelehnt, ließ jedoch die Hoffnungen der Bevölkerung auf Liberalisierungen wachsen. Der Unzufriedenheit in der Bevölkerung über den Mangel an Demokratie und Freiheiten versuchte die DDR-Führung sowohl durch sozialpolitische Maßnahmen, wie z.B. Wohnungsbau, als auch mit einer Lockerung der Ausreisepolitik entgegenzuwirken. Trotzdem bildeten sich zahlreiche Oppositionsgruppen, deren Aktionsbereitschaft gegen Ende der achtziger Jahre sichtlich zunahm. Außerdem war bis Ende 1989 die Anzahl der Ausreiseanträge auf über 100000 gestiegen. Sowohl die kostspielige Sozialpolitik und die Subventionierung der Grundversorgung als auch die verfehlte Planwirtschaft vor allem im industriellen Bereich beschleunigte den wirtschaftlichen Verfall der DDR, dessen Ausmaß in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt blieb und der den Staat bis kurz vor den Bankrott trieb. Die Eskalation der Situation in der DDR wurde verursacht durch die Kommunalwahlen vom Mai 1989, bei denen oppositionelle Bürgerrechtsbewegungen Wahlfälschungen nachgewiesen hatten. Die Staatsführung reagierte mit einschränkenden Maßnahmen. Im Lauf des Sommers 1989 flüchteten Tausende DDR-Bürger in bundesdeutsche Botschaften, vor allem in der Tschechoslowakei und Ungarn. Ende September ließen die Tschechoslowakei und Ungarn die Flüchtlinge in den Westen ausreisen. Gleichzeitig kam es ab dem 25.September 1989 überall zu Massendemonstrationen, über die das Regime keine Kontrolle mehr hatte. Am 17.Oktober wurde Honecker als Staatsratsvorsitzender und 1.Sekretär durch Egon Krenz55 abgelöst; die Massendemonstrationen gingen weiter. Am 7.November trat Ministerpräsident Willi Stoph56 und am 8.November das gesamte Politbüro zurück. Die Öffnung der Berliner Mauer am 9.November 1989 markierte das endgültige Ende der SED-Herrschaft.

8.2. Der Weg zur Wiedervereinigung

Unter der Regierung von Hans Modrow57, er war seit dem 8.November 1989 Ministerpräsident, begann sich die SED durch Massenaustritte allmählich selbst aufzulösen. Sie machte Platz für die neu entstandenen Gruppierungen, wie dem "Neuen Forum" und dem "Demokratischen Aufbruch". Diese Gruppierungen waren aus Bürgerrechtsbewegung oder auch der wieder gegründeten SPD hervorgegangen. Ab November überwog bei den Massendemonstrationen nun nicht mehr die Forderung nach Demokratie, sondern der Wunsch nach der Einheit Deutschlands. Bundeskanzler Helmut Kohl58, der die entscheidende historische Gelegenheit zusammen mit Außenminister Hans-Dietrich Genscher59 wahrnahm und die deutsche Einheit herbeiführte, präsentierte am 28.November 1989 im Bundestag einen Zehnpunkteplan, der u.a. einen international abgesicherten Weg zur Einheit Deutschlands vorschlug. Nur durch die von Michail Gorbatschow 1985 eingeleitete politische Wende im Ostblock war der Weg zur Einheit geebnet. Bei den ersten freien Volkskammerwahlen seit 1946 stimmte die Mehrheit der DDR-Bevölkerung am 18.März 1990 für das Wahlbündnis "Allianz für Deutschland" unter der Führung der CDU und damit für eine rasche Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Der CDU-Vorsitzende in der DDR, Lothar de Maizière, wurde Ministerpräsident und bildete eine Koalitionsregierung aus Allianz, SPD und Liberalen. In so genannten Zwei-Plus-Vier-Verhandlungen der DDR und der Bundesrepublik sowie der vier alliierten Siegermächte aus dem 2.Weltkrieg, wurde die Vereinigung Deutschlands von den vier ehemaligen Besatzungsmächten anerkannt und international abgesichert. Dadurch wurde auch die volle Souveränität für das vereinte Deutschland festgelegt. Parallel dazu handelte die Regierung de Maizière mit der Bundesregierung den Einigungsvertrag aus, den der deutsche Bundestag am 20. September 1990 besiegelte. Mit dem Beitritt der wieder gebildeten fünf Bundesländer nach Artikel23 des Grundgesetzes zur Bundesrepublik am 3.Oktober 1990 hörte die DDR auf, als Staat zu existieren.

9. Zusammenfassung

Nach dem II. Weltkrieg lagen Deutschland und weite Teile Europas in Schutt und Asche. Im Zuge des Wiederaufbaus, versuchten die aufstrebenden Supermächte USA und UdSSR ihre Macht und ihre unterschiedlichen Ideologien in den europäischen Staaten zu festigen. In der Zeit von 1945 bis 1990 entwickelte sich zwischen den USA und der UdSSR ein Verhältnis von anfänglicher Freundschaft, hin zu erbitterten wirtschaftlichen, diplomatischen und ideologischen Machtkämpfen, zur absoluten Feindseligkeit und gegenseitigem Misstrauen. Die wichtigsten Ursachen für den Globalen Ost-West-Konflikt waren die ideologisch festverwurzelten gegensätzlichen Weltanschauungen des sozialistisch-kommunistischen Systems der UdSSR und des parlamentarisch-demokratischen Systems der USA und anderen westlichen Staaten. Der Ost-West-Konflikt, der als Wettbewerb der Systeme begann, verwandelte sich alsbald in einen harten Schlagabtausch, der nach den bitteren Erfahrungen des I. und II. Weltkrieges jedoch nur noch ,,friedlich" ausgetragen werden durfte. Wegen seiner Unerbittlichkeit erinnerte er dennoch an einen Krieg, jedoch nicht in den Formen der ,,heißen" Auseinandersetzung.

Der ,,Kalte Krieg" bestimmte rund 40 Jahre die Weltpolitik. Geprägt wurde der Begriff 1947 durch den Journalisten Walter Lippmann60. Nicht nur an der Nahtstelle Deutschland sonder auch außerhalb Europas, in Nahost, Afrika, Asien und Lateinamerika, versuchten die Supermächte ihren Einfluss zu vergrößern und rissen somit tiefe Gräben zwischen einst vereinte Nationen. Die Schaffung zweier deutscher Staaten war demnach ein ähnliches Resultat wie Spaltungen in Korea und später Vietnam. Der ,,Kalte Krieg" musste erst mehrfach an den Rand eines Atomkrieges eskalieren, bis man in beiden Lagern zu der bedeutenden Erkenntnis kam, dass nur eine friedliche entspannte Koexistenz der Systeme einen selbst zerstörerischen Nuklearkrieg verhindern kann. Sein Ende fand der Ost-West-Konflikt erst mit dem Zusammenbruch der UdSSR, der Gründung der GUS und der Wiedervereinigung Deutschlands.

Verwendete Literatur und Bildquellen

Literatur:· Chronik Bibliothek des 20. Jahrhunderts: Bände 17-19, Gütersloh; München: Chronik Verlag im Bertelsmann Lexikon Verlag, 1996 · Krieg in Vietnam 1946-1954: Die Aggression des französischen Imperialismus in Indochina, Bernhard Heiman, 1. Auflage, Berlin: Militär Verlag der DDR, 1987 · Die Welt nach dem Ost-West-Konflikt: Geschichte und Prognosen, herausgegeben von Martin Robbe und Dieter Senghaas, Berlin: Akademie-Verlag, 1990 · Kalter Krieg oder Entspannung?: Die Außenpolitik der Sowjetunion im Kampf um die kollektive Sicherung des Friedens, Laboor, Ernst, Berlin: Akademie-Verlag, 1983 · Kalter Krieg, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 1997 · Internationale Beziehungen I - Der Ost-West-Konflikt, Heft 245 aus der Reihe "Information zur politischen Bildung", Herausgeber: Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, 1994 · Infopedia 2.0 CD-ROM (Multimediales Nachschlage Werk in englischer Sprache) von Softkey · Das große Lexikon 2000, CD-ROM von Data Becker, Düsseldorf, 2000

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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1 Lenin, Wladimir Iljitsch (1870-1924), sowjetrussischer Revolutionär, Politiker und marxistischer Theoretiker

2 Franklin Delano Roosevelt (1882-1945), 32. Präsident der USA (1933-45)

3 Churchill, Sir Winston Leonard Spencer (1874-1965), britischer Staatsmann, Premierminister von GB (1940-1945 und 1951-1955), machte sich als Schriftsteller und Historiker international einen Namen

4 Stalin, Jossif Wissarionowitsch, eigentlich Jossif Wissarionowitsch Dschugaschwili, (1879-1953), sowjetischer Revolutionär u. Politiker, prägte mit seinem Herrschaftssystem, dem Stalinismus, die Sowjetunion entscheidend

5 United Nations Organization, Nachfolgerin des Völkerbundes, nahm ihre heutige internationale Rechtspersönlichkeit am 26. Juni 1945 mit der Verabschiedung ihrer Charta an

6 Tito, Josip, eigentlich Josip Broz, (1892-1980), jugoslawischer Politiker, Staatspräsident von Jugoslawien, der nach dem 2. WK einen von der UdSSR unabhängigen kommunistischen Staat schuf, er wurde Wortführer der blockfreien Staaten

7 Abk.: RGW (englisch Abk. COMECON; Council for Mutual Economic Assistance), früheres zwischenstaatliches Organ, in Moskau im Januar 1949 gegründet

8 Abk.: KPD, am 1. Januar 1919 aus dem Zusammenschluss des Spartakusbundes entstanden

9 Abk.: SPD älteste der bestehenden deutschen Parteien gab sich ihren heutigen Namen 1890 als Nachfolgeorganisation der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP)

10 Pieck, Wilhelm (1876-1960), Politiker (KPD/SED), Präsident der DDR

11 Grotewohl, Otto (1894-1964), Politiker (SPD/SED), Ministerpräsident der DDR (1949-1964)

12 Deutsche Demokratische Republik

13 die spätere "Nationale Front" der DDR

14 Havemann, Robert (1910-1982), deutscher Physikchemiker u. politischer Theoretiker, vertrat das Konzept einer sozialistischen Demokratie und war in der DDR Wortführer einer reformkommunistischen Opposition

15 Hallsteindoktrin, außenpolitisches Prinzip der deutschen Bundesregierung aus dem Jahr 1955

16 Brandt, Willy (1913-1992), Journalist u. deutscher Politiker (SPD), 4. Bundeskanzler (1969-1974) der BRD, erster sozialdemokratischer Kanzler der Nachkriegszeit

17 Truman, Harry S. (1884-1972), 34. Vizepräsident (1945) und 33. Präsident der Vereinigten Staaten (1945-1953)

18 Kongress der USA, gemäß Artikel I der Verfassung, die aus Senat u. Repräsentantenhaus bestehende gesetzgebende Körperschaft

19 Belgien, Niederlande und Luxemburg

20 Parlamentarischer Rat, Versammlung von 65 Delegierten der elf Landtage in den drei westlichen Besatzungszonen

21 Adenauer, Konrad (1876-1967), erster Bundeskanzler (1949-1963) der Bundesrepublik Deutschland

22 Abk.: CDU, 1945 in Berlin und im Rheinland unabhängig voneinander gegründete deutsche politische Partei

23 Abk.: CSU, christlich-konservative politische Partei, ging aus mehreren regionalen Initiativen hervor, wurde 1945/46 als interkonfessionelle Volkspartei gegründet,

24 Abk.: FDP, dem Liberalismus verpflichtete politische Partei in Deutschland, ging 1948 aus einem Zusammenschluss links- und nationalliberaler Gruppen hervor, offizielle Schreibweise seit 1968 F.D.P.

25 Weimarer Republik, (1919-1933), Ära der deutschen Geschichte, benannt nach dem 1. Tagungsort der Nationalversammlung

26 Abk.: DP, nationalkonservative Partei, wurde am 20. Juni 1945 als Niedersächsische Landespartei (NLP) in Hannover gegründet wurde, 1947 Ausdehnung auf den gesamten norddeutschen Raum, wurde in Deutsche Partei umbenannt

27 Erhard, Ludwig (1897-1977), deutscher Politiker u. Wirtschaftswissenschaftler, "Vater des deutschen Wirtschaftswunders"

28 Clay, Lucius Dubignon (1897-1978)

29 North Atlantic Treaty Organization: Nordatlantikpakt

30 Westeuropäische Union (WEU, englisch Western European Union), 1954 im Zuge der Pariser Verträge gegründete Vereinigung europäischer Länder

31 Ulbricht, Walter (1893-1973), deutscher Politiker und Vorsitzender des Staatsrates der DDR (1960-1973)

32 Schießbefehl, gebräuchliche Bezeichnung für den "Befehl 101" des DDR-Verteidigungsministeriums, Grenzsoldaten hatten Fluchtversuche der DDR-Staatsbürger aus dem Gebiet der DDR "zu verhindern" und im äußersten Fall "Grenzverletzer zu vernichten"

33 Frankfurter Schule, die heute übliche Bezeichnung für einen einflussreichen Kreis (anfangs fast ausschließlich jüdischer) Philosophen und Soziologen, die seit den frühen dreißiger Jahren dem Frankfurter Institut für Sozialforschung angehörten

34 Abk.: APO, linke Oppositionsbewegung in der Bundesrepublik Ende der sechziger Jahre

35 Heinemann, Gustav (1899-1976), Politiker (SPD), Bundespräsident der BRD (1969-1974)

36 Honecker, Erich (1912-1994), Politiker, Staatsratsvorsitzender, d. h. de facto Staatsoberhaupt d. DDR (1976-1989)

37 Günter Guillaume (1927-1995), Referent im Bundeskanzleramt (seit 1973) wurde im April 1974 als DDR-Spion verhaftet

38 Schmidt, Helmut (*1918), Politiker (SPD), 5. Bundeskanzler der BRD (1974-1982)

39 Biermann, Wolf (*1936), Schriftsteller u. Liedermacher, Biographie widerspiegelt das politisch-kulturell geteilte Deutschland

40 Vietcong, Abk. Viêt Nam Công San: ,,vietnamesische Kommunisten", im Vietnam Krieg Bez. für militärischen Flügel der Front National de Libération du Viet-nam Sud (NLF, Nationale Befreiungsfront von Südvietnam)

41 Nixon, Richard Milhous (1913-1994), 37. Präsident der Vereinigten Staaten (1969-1974), Rücktritt nach Watergate-Affäre

42 Johnson, Lyndon Baines (1908-1973), 37. Vizepräsident (1961-1963) und 36. Präsident (1963-1969) der USA

43 Castro Ruz, Fidel (*1927) Politiker und Revolutionär

44 CIA (Central Intelligence Agency), Auslandsgeheimdienst der USA., 1947 mit dem Nationalen Sicherheitsrat geschaffen

45 Kennedy, John Fitzgerald (1917-1963), 35. Präsident der Vereinigten Staaten (1961-1963)

46 OAS, (Organization of American States), regionales Bündnis selbständiger Staaten Nord- und Südamerikas innerhalb der UNO, wurde am 30. April 1948 auf der 9. Interamerikanischen Konferenz in Bogotá (Kolumbien) von 21 Staaten gegründet, ging aus der Organisation International Union of American Republics hervor

47 Breschnew, Leonid Iljitsch (1906-1982), Generalsekretär der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU, 1964-1982)

48 Mutual Balanced Forces Reductions: "beiderseitige und ausgewogene Truppenreduzierungen"

49 Reagan, Ronald Wilson (*1911), 40. Präsident der Vereinigten Staaten (1981-1989)

50 SALT-I- / SALT-II-Abkommen, (Strategic Arms Limitation Talks), Gespräche über die Begrenzung strategischer Waffen

51 Perestroika (russisch: ,,Umbau"), die Wirtschaftsreformen in der UdSSR in den späteren 80`er Jahren unter Gorbatschow

52 Glasnost (russisch: ,,Offenheit") Gegenstück zur Perestroika, in der 2. Hälfte der 80`er Jahre

53 Jelzin, Boris Nikolajewitsch (*1931), russischer Politiker, erster frei gewählter Präsident Rußlands (ab 1991)

54 Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (russisch Sodruschestwo nesawisimych gossudarstw) am 8. Dezember 1991 gegründet

55 Krenz, Egon (*1937), Politiker (SED), kurzzeitig Staatsratsvorsitzender der DDR (Oktober bis Dezember 1989)

56 Stoph, Willi (*1914), Politiker (SED), Ministerpräsident der DDR (1964-1973 und 1976-1989)

57 Modrow, Hans (*1928), Politiker (SED/PDS), Ministerpräsident der DDR (November 1989 bis April 1990)

58 Kohl, Helmut (*1930), sechster Bundeskanzler (1982-1998) der Bundesrepublik Deutschland

59 Genscher, Hans-Dietrich (*1927), Politiker (FDP), Außenminister u. Vizekanzler der BRD (1974-1992)

60 Lippmann, Walter (1889-1974), amerikanischer Publizist, u.a. tätig auf dem Gebiet des politischen Journalismus

26 von 26 Seiten

Details

Titel
Deutschland zwischen den Fronten des Ost-West-Konflikts
Hochschule
Technische Hochschule Wildau, ehem. Technische Fachhochschule Wildau
Veranstaltung
Sozialwissenschaften
Note
1,7
Autor
Jahr
2001
Seiten
26
Katalognummer
V103253
Dateigröße
727 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Dies war mal eine frühe Belegarbeit von mir für`s ABI-Fach Politische Bildung, die Hausarbeit wurde von mir zum sozialwissenschaftlichen Themengebiet "GESELLSCHAFTLICHE ORIENTIERUNGEN" neu überarbeitet.
Schlagworte
Deutschland, Fronten, Ost-West-Konflikts, Sozialwissenschaften
Arbeit zitieren
A. Natho (Autor), 2001, Deutschland zwischen den Fronten des Ost-West-Konflikts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103253

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