Im Scientific Essay werden die grundlegenden historischen Komponenten des Target Costing und sein Ursprung beschrieben. Durch Erläuterungen der einzelnen Bausteine des Target Costing wird dem Leser das Prinzip des Target Costing näher veranschaulicht.
Bereits Mitte der 60-iger Jahre spielten Instrumente des strategischen Kostenmanagements eine Rolle in der globalen Wirtschaft und vor allem bei großen Unternehmen. Das Target Costing, oder auf deutsch auch Zielkostenrechnung, wurde im Jahr 1965 durch den asiatischen Automobilhersteller Toyota entwickelt und ab den 1970er Jahren im Unternehmen implementiert.
Der asiatische Automobilhersteller stellte heraus, dass sich eine zunehmende Relevanz für die jeweiligen Kundenwünsche an Ihr Produkt entwickelt, sodass dieser Punkt im Unternehmen analysiert und eingefügt wurde. Als Endprodukt, dieser Neuorientierung im Unternehmen wurde das Target Costing herausgearbeitet, welches die Unternehmensführung grundlegend änderte. Hierbei änderte sich die Priorisierung der Unternehmensführung von der produktorientierten – zur marktorientierten Unternehmensführung, mit Hilfe des Target Costing Konzepts, welches im Laufe der fortlaufenden Jahre auch zunehmend durch andere japanische Unternehmen, wie zum Beispiel Sony und Nissan eingesetzt wurde.
Während sich die Implementierung und Weiterentwicklung in den 1970er Jahren noch auf den asiatischen und den japanischen Markt konzentrierte, erreichte das Konzept in den späten 1980er – anfänglichen 1990er Jahren, auch die westliche Welt und über die USA auch die Bundesrepublik Deutschland.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung – Target Costing
2 Ansätze und Kernelemente des Target Costing
2.1 1.Schritt Marktorientierung
2.2 2.Schritt Zielkostenfestlegung
2.3 3. Schritt Zielkostenspaltung
2.4 4. Schritt Zielkostenerreichung/Zielkostenkontrolle
2.5 Einsatzgebiete & Einsatzgrenzen des Target Costing
3 Fazit/Target Costing in der Logistikbranche
Zielsetzung & Themen
Das Ziel dieses wissenschaftlichen Essays ist es, die konzeptionellen Grundlagen des Target Costing darzulegen und deren Anwendbarkeit kritisch zu hinterfragen. Der Autor untersucht, wie dieses aus der japanischen Automobilindustrie stammende Instrument der strategischen Kostenplanung in verschiedenen Branchen, insbesondere in der Logistik, eingesetzt werden kann und wo die Grenzen seiner Wirksamkeit liegen.
- Historische Entwicklung und philosophische Basis des Target Costing
- Differenzierung zwischen verschiedenen Ansätzen (marktorientiert, ingenieurorientiert, produktfunktionsorientiert)
- Detaillierte Analyse des vierstufigen Prozessablaufs der Zielkostenrechnung
- Diskussion über Einsatzgebiete und Adaption in Dienstleistungsbereichen
- Kritische Reflexion der Anwendbarkeit des Modells in der Logistikbranche
Auszug aus dem Buch
2.2 2.Schritt Zielkostenfestlegung
Im Vordergrund des Target Costing Ansatzes steht der Punkt, wie viel das Produkt kosten darf. (Horvath, P., 1994, S.478) Für die Festlegung der Zielkosten(allowable costs), die als „an Kundenanforderungen und Wettbewerbsbedingungen ausgerichtete Plankosten in Abhängigkeit unternehmens- und martkbezogener Dynamikkomponente bezogen auf die Lebensdauer für ein Produkt vorgegebener Qualität“ genannt werden, gibt es laut der Literatur insgesamt fünf Ansätze, um die Zielkosten zu bestimmen. (Seidenschwarz, W., 1993, S.116)
1. Market into Company- Bei diesem Ansatz werden die Zielkosten aus dem Markt abgeleitet und nutzen die Subtraktionsmethode als Festlegung für die jeweiligen Zielkosten. (Seidenschwarz, W., 1993, S.199)
2. Out of Company- Bei diesem Ansatz werden die Zielkosten aus Entwicklungs- und Produktionsgegebenheiten abgeleitet. Von hoher Relevanz sind hierbei die konstruktions und fertigungstechnischen Faktoren. (Seidenschwarz,W., 1993, S.199)
3. Into and out of Company- Bei diesem Ansatz handelt es sich um einen Mix aus den Ansätzen Market into Company & Out of Company
4. Out of Standard Costs- Bei diesem Ansatz werden die Zielkosten aus den bereits bestehenden Ist-Kosten von Bestandsprodukten generiert, wobei trotzdem potentielle Kostensenkungen und Änderungen von Konstruktionen bei der Ableitung der Zielkosten beachtet werden. (Seidenschwarz,W., 1999, S.199)
5. Out of competitor- Bei diesem Ansatz werden durch Benchmarking Zielkosten auf Grundlage der Kosten der stärksten Wettbewerber des eigenen Unternehmens abgeleitet. (Seidenschwarz,W., 1993, S.199) Allerdings dieser Ansatz durch die wenig integrierten Marktforderungen, sowie der vergangenheitsbasierten Kostenwerte kaum bis nicht geeignet, um ein Kostenmanagement im Unternehmen zu implementieren. (Buggert,W, & ,Wielpütz,A., 1995, S.83)
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung – Target Costing: Einführung in die Historie des Target Costing, von der Entwicklung bei Toyota in den 1960er Jahren bis zur globalen Verbreitung in westlichen Unternehmen.
2 Ansätze und Kernelemente des Target Costing: Detaillierte Erläuterung der verschiedenen Ansätze und des vierstufigen Prozessmodells zur kostenorientierten Produktgestaltung.
3 Fazit/Target Costing in der Logistikbranche: Kritische Bewertung der Übertragbarkeit des Konzepts auf die hochgradig individuelle und dynamische Logistikbranche.
Schlüsselwörter
Target Costing, Zielkostenrechnung, Kostenmanagement, Marktorientierung, Zielkostenspaltung, Produktlebenszyklus, Strategische Kostenplanung, Kostensenkung, Wettbewerbsfähigkeit, Logistik, Prozessoptimierung, Kostenfestlegung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem wissenschaftlichen Essay grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des Target Costing („Zielkostenrechnung“), seinen methodischen Grundlagen und der Frage, wie diese Philosophie in verschiedenen Industriezweigen und Dienstleistungssektoren implementiert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die historischen Wurzeln des Modells, die verschiedenen Ansätze zur Zielkostenbestimmung, der Prozess der Kostenspaltung sowie die kritische Untersuchung der Anwendbarkeit auf die Logistikbranche.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung des Target-Costing-Prozesses und die praktische Analyse, warum sich dieses Modell trotz seiner Vorteile nicht uneingeschränkt auf die Logistikbranche übertragen lässt.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und die deskriptive Darstellung wissenschaftlicher Theorien, ergänzt durch eine praktische Reflexion basierend auf seiner Tätigkeit im Logistiksektor.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der drei Hauptansätze (marktorientiert, ingenieurorientiert, produktfunktionsorientiert) sowie die detaillierte Darstellung der vier Schritte der Zielkostenrechnung, von der Marktorientierung bis zur Zielkostenkontrolle.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Kernbegriffe sind Target Costing, Zielkostenmanagement, Marktorientierung, Lebenszykluskosten und die kritische Abgrenzung zwischen Industrie- und Dienstleistungsprodukten.
Warum ist Target Costing laut Autor für die Logistikbranche problematisch?
Die Logistikbranche ist durch eine hohe Individualität der Dienstleistungen und kurzfristige, marktbedingte Preisschwankungen geprägt, was die Anwendung starrer, auf Massenfertigung ausgelegter Kostenmodelle erschwert.
Welche Rolle spielt die „Zielkostenspaltung“ im Prozess?
Sie dient dazu, die berechneten Gesamtzielkosten auf die verschiedenen Komponenten oder Funktionen eines Produkts zu verteilen, um sicherzustellen, dass die Kostenentwicklung direkt an den Kundenanforderungen ausgerichtet bleibt.
Kann man Target Costing auch außerhalb der Automobilindustrie anwenden?
Ja, der Text zeigt auf, dass sich das Modell durch Anpassungen auch auf die Supply-Chain-Branche und sogar auf Finanzdienstleister (z.B. durch „Customer Benefit Banking“) übertragen lässt.
- Arbeit zitieren
- Sasche Serafimovski (Autor:in), 2020, Einsatzmöglichkeiten und Einsatzgebiete des Target Costing, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1032846