In dieser Hausarbeit soll der Zusammenhang von Sprache, Denken und Handeln erörtert werden. Dazu werden Thesen verschiedener Linguisten wiedergegeben und verglichen. Am Ende wird ein eigenes Urteil hinzugefügt.
Wohl eine der bekanntesten Thesen zu diesem Thema ist die sogenannte „Sapir-Whorf-These“.
Nach ihr ist die Sprache für die Gesellschaft ein Medium des Ausdrucks, welches bestimmte Interpretationen der Welt vorgibt. Somit werden Bedeutungen nicht so sehr von den Menschen entdeckt, sondern sie werden ihnen eher aufgezwungen durch den Einfluß, den die sprachliche Form auf ihre Orientierung in der Welt ausübt, ohne daß sie dies selbst wahrnehmen.
B.L. Whorf erweiterte diese These noch radikal: Nach ihm gibt uns die Sprache jegliche Auffassungen der alltäglichen Dinge vor. Sie hat Einfluß auf jegliche kulturellen sowie persönlichen Aktivitäten. Ohne Sprache ist kein Denken möglich.
Wir können nur in Termini unserer Einzelsprache sprechen und nehmen die Welt auch nur in diesen Termini wahr („Gefängnis unserer Sprache“). Man kann sprechen ohne zu denken, aber nicht denken ohne zu sprechen.
Inhaltsverzeichnis
1. Der Zusammenhang von Sprache, Denken und Handeln
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen Sprache, Denken und Handeln unter Einbeziehung linguistischer Thesen. Ziel ist es, die wechselseitigen Beeinflussungsfaktoren zu erörtern, verschiedene theoretische Ansätze kritisch zu vergleichen und ein eigenes Urteil zur Frage der sprachlichen Determinierung des Denkens zu formulieren.
- Die Sapir-Whorf-These und die radikale Erweiterung durch Whorf
- Vergleichende Analysen interkultureller Sprach- und Weltansichten
- Die Rolle von grammatischen Kategorien und mentalen "Frames"
- Situationskontext und Sprechakte in der Kommunikation
- Das Verhältnis von individueller Wahrnehmung und sprachlicher Kodierung
Auszug aus dem Buch
Der Zusammenhang von Sprache, Denken und Handeln
In dieser Hausarbeit soll der Zusammenhang von Sprache, Denken und Handeln erörtert werden. Dazu werden Thesen verschiedener Linguisten wiedergegeben und verglichen. Am Ende wird ein eigenes Urteil hinzugefügt.
Wohl eine der bekanntesten Thesen zu diesem Thema ist die sogenannte „Sapir-Whorf-These“. Nach ihr ist die Sprache für die Gesellschaft ein Medium des Ausdrucks, welches bestimmte Interpretationen der Welt vorgibt. Somit werden Bedeutungen nicht so sehr von den Menschen entdeckt, sondern sie werden ihnen eher aufgezwungen durch den Einfluß, den die sprachliche Form auf ihre Orientierung in der Welt ausübt, ohne daß sie dies selbst wahrnehmen.
B.L. Whorf erweiterte diese These noch radikal: Nach ihm gibt uns die Sprache jegliche Auffassungen der alltäglichen Dinge vor. Sie hat Einfluß auf jegliche kulturellen sowie persönlichen Aktivitäten. Ohne Sprache ist kein Denken möglich. Wir können nur in Termini unserer Einzelsprache sprechen und nehmen die Welt auch nur in diesen Termini wahr („Gefängnis unserer Sprache“). Man kann sprechen ohne zu denken, aber nicht denken ohne zu sprechen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Der Zusammenhang von Sprache, Denken und Handeln: Das Kapitel führt in die Thematik ein, präsentiert die Positionen von Sapir, Whorf, Slobin und anderen Linguisten und reflektiert kritisch über das Ausmaß der sprachlichen Beeinflussung des Denkens.
Schlüsselwörter
Sapir-Whorf-These, Sprachwissenschaft, Interkulturelle Kommunikation, Weltansicht, Sprachstruktur, Denken, Handeln, Psycholinguistik, Rich Points, Frames, Sprechakte, Linguistischer Determinismus, Kontext, Semantik, Kognition
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen und philosophischen Fragestellung, inwieweit unsere Sprache unser Denken und unser Handeln beeinflusst oder determiniert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Feldern gehören die Sapir-Whorf-Hypothese, der Vergleich verschiedener Sprachkulturen (wie der Hopi-Sprache), die Bedeutung von situativem Kontext sowie die psychologischen Grundlagen der menschlichen Kommunikation.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, verschiedene linguistische Theorien zum Zusammenhang von Sprache und Denken gegenüberzustellen, kritisch zu bewerten und ein eigenes Fazit zu ziehen, ob Denken sprachabhängig ist.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturgestützte, vergleichende Analyse, bei der Thesen namhafter Linguisten (u.a. Whorf, Slobin, Saussure, Agar) zusammengeführt und auf ihre logische Konsistenz sowie empirische Relevanz geprüft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die radikale Whorf-These, kontrastiert diese mit moderneren Ansätzen wie denen von Slobin oder Merten und untersucht spezifische sprachliche Phänomene wie Farbgliederungen, Sprechakte und das Konzept der "rich points".
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sapir-Whorf-These, interkulturelle Kommunikation, Sprachstruktur, Denken, Handeln, Frames und Sprechakte charakterisiert.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von Slobin von der Whorfs?
Während Whorf eine starke sprachliche Determination postuliert ("Gefängnis der Sprache"), schwächt Slobin diese These ab, indem er argumentiert, dass Menschen zwar gleich denken, diese Gedanken aber aufgrund unterschiedlicher grammatischer Strukturen verschieden ausdrücken.
Warum ist das Verständnis des "Kontextes" nach Agar so wichtig?
Agar betont, dass Wörter allein nicht ausreichen, um Bedeutung zu vermitteln; erst der situative Kontext, kulturelle Vorannahmen ("frames") und die pragmatische Funktion der Sprechakte ermöglichen ein echtes Verständnis zwischen Sprechern verschiedener Sprachkulturen.
- Quote paper
- Kathrin Schwarz (Author), 1999, Der Zusammenhang von Sprache, Denken und Handeln, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10328