Kunert, Günter - Parabel - Das Bild der Schlacht am Isonzo


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

2 Seiten, Note: 10 Punkte


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Gesamtinterpretation zu Günter Kunerts Parabel Das Bild der Schlacht am Isonzo

Die Parabel „Das Bild der Schlacht am Isonzo “ ist von dem deutschen Schriftsteller Günter Kunert in der Zeit zwischen 1968 bis 1972 geschrieben worden.Die Parabel bedeutet „Gleichnis“ oder „Nebeneinandergestelltes“.Bei der Parabel wird an einer beispielhaften Handlung ein allgemeine Einsicht oder Verhaltensregel sinnfällig.Sie regt den Leser anhand eines bildhaften Beispiels an, einen entsprechenden Sachverhalt zu finden.Das Ziel der Parabel ist es den Bildteil und den Sachteil deutlich und sinnvoll miteinander zuverknüpfen.

Günter Kunert ist am 6.03.1929 in Berlin geboren wurden.Seine Bildung, kann man sagen, verdankt er dem Nationalsozialismus, da er aufgrund seiner jüdischen Herkunft, keine Schule besuchen durfte und sich vor möglichen Deportationen in Sicherheit bringen musste.Durch die reich bestückte Bibliothek seiner Eltern, konnte er sich mit der Weltliteratur vertraut machen.Nach 1945 studierte er an der Kunsthochschule Malerei und Grafik, nebenbei schrieb er aber auch Gedichte.Sein Talent zum Schreiben wurde früh entdeckt und, unteranderen auch durch Berthold Brecht, gefördert.Günter Kunert lebte bis 1979 in Ostberlin, siedelte jedoch dann in die Bundesrepublik über. Die Parabel „Das Bild der Schlacht am Isonzo“ handelt von einem Gemälde, das die Ereignisse einer Schlacht zwischen Italien und Österreich im ersten Weltkrieg darstellt.Der Maler zeigt im Vordergrund, auf grausame Weise, die leidenden Sterbenden und die respektlos behandelten Toten als tiefgreifendste, schlimmste Eindrücke des Kampfes.Dahinter sind kämpfende Soldaten zu sehen , die sich wagemutig und zugleich voller Angst, in die Schlacht stürzen.Im Hintergrund sind, unbeeindruckt von der Schlacht, sich amüsierende Offiziere zu sehen, die sich ausgelassen vergnügen und selbst die benötigte Kriegsausrüstung zu ihrem eigenen Profit verkaufen.Als ein General eines Tages zu jenem Maler kommt, um sich porträtieren zu lassen, fällt ihm dieses Bild ins Auge.Erschrocken und beleidigt von der brutalen, ungeschminkten Darstellung des Kampfes, behauptet er, das „das Bild lüge“.Nach genauerem Betrachten des Gemäldes erblickt er jedoch eine kleine Gestalt, die heldenmütig und kampfbereit auf das Schlachtfeld marschiert und dabei sogar singt.Dieses Detail lässt sich der General ausschneiden und einrahmen, um späteren Generationen ein positives Bild von der Schlacht am Isonzo zu vermitteln.

Die Schlacht am Isonzo hat sich, wie schon erwähnt, tatsächlich im ersten Weltkrieg zugetragen.In vielen Lexikas wird die „Schlacht am Isonzo“ sachlich und nüchtern dargelegt.Die emotionslose objektive Beschreibung, deskriptiv, legt meistens nur Daten und Fakten, oder auch den strategischen Verlauf der Schlacht wieder.Günter Keunert hingegen, zeigt die Schlacht in einem sehr emotionalen Licht.Seine Darstellungsschwerpunkte liegen im Leiden der Soldaten und mit den damit verbundenen Schiksalen.Er offenbart einige Details, die man aus den Lexikonartikeln nie erfahren würde.Seine präzise Darstellung des Schlachtfeldes oder auch das Verhalten der Offiziere, im Hintergrund der Schlacht, geben seine Darstellungsperspektive gegenüber der Isonzoschlacht wieder.Günter Keunert stellt die Schlacht als grausam und menschenverachtend dar.Durch die wirklichkeitsnahe Darstellung des Krieges will er darauf aufmerksam machen, wie der Kampf in Wahrheit abgeläuft.Seine Position gegenüber dem Krieg ist sehr kritisch und nimmt Partei für die Soldaten ein.

Die kritische Aussage des Bildes wird in vielen Gesichtspunkten angesprochen.Zum einen wird die Rolle und die Bedeutung jedes einzelnen Soldaten dargelegt.So werden, zum Beispiel, von den Zeilen 2 bis 6 die Gefühle, wie Leiden und Angst, geschildert.In diesem Abschnitt stellen die Soldaten „Kanonenfutter“ für den Kampf dar.Sie sind der Situation völlig ausgeliefert und können sich in keinster Weise dagegen wehren.Ebenfalls wird das Heldentum, das kriegerische Handeln und die Kampfbegeisterung aufgezeigt(Zeile 5-6 und Zeile 14-15).Die Soldaten stürzen sich voller Begeisterung in die Schlacht, da sie einerseits keine andere Wahl haben und andererseits hoffen das sie vielleicht so am besten durch das ganzen Grauen zu kommen.Diese Textstellen drücken den Heldentum aus, den die Soldaten aufbringen.Das Freund-Feind-Verhältniss oder auch die Einstellung zum Kampf wird in den Zeilen 5-7 deutlich.Die Soldaten haben Angst ihr Leben zu verlieren, jedoch müssen sie es hinnehmen.Die Offiziere hingegen sind an dem Geschehen kaum beteiligt und sind somit an den Soldaten wenig interessiert.Der Gesichtspunkt im Bezug auf das Verhalten der Vorgesetzten wird von Zeile 6-8 dargestellt.Sie nutzen ihren Rang schamlos aus.Sie ziehen sogar Nutzen aus dem brutalen Leiden der Opfer.Während der Schlacht gehen sie ihren eigenen Gefühlen und Neigungen nach und ignorieren somit das Ausmaß der Gewalt.In dieser Situation, in der sie sich befinden, verkörpern sie keinesfalls ein Vorbild für die Soldaten.Aus diesem Gründen reagiert der General sehr entrüstet auf das Gemälde.Seiner Meinung nach stellt die kleine unscheinbare und fröhliche Gestalt, das wirklich Gute an einer Schlacht dar.Sie stellt das Ereignis so dar, wie es der General sehen will.Der General, als alter getreuer Offizier, verherrlicht den Kampf und kann oder will sich nicht an die Grausamkeiten einer Schlacht erinnern.Seiner Meinung nach ist die Schlacht prägend für jeden Soldaten, der solch ein Ereignis miterleben darf.Sie können dadurch ihren Mut und ihre Tapferkeit beweisen.Er verbindet mit einer großen Schlacht nicht Blut und Angst, sondernden Heldentum der sich daraus resultiert.Ebenso könnte er aber auch alles Negative an diese Schlacht verdrängt haben, damit er nur den triumphalen Kampf für Ehre und Vaterland im Gedächtnis behalten kann.Durch diese Verfälschung des Krieges oder auch der Realität werden späteren Generationen die Wirklichkeit am Krieg genommen.

Günter Keunert beschreibt in seiner Parabel zwei unterschiedliche Perspektiven, die gegensätzlicher nicht sein können.Jedoch stellen der Maler und der General die Schlacht beide subjektiv dar.Der Maler vertritt die Soldaten und ist ein offensichtlicher Kriegsgegner.Er stellt die Ereignisse wirklichkeitsnah dar.Er hat nichts unterschlagen oder verschönert, wie der Genral.Ebenfalls sieht der Maler die Schlacht als grausam und unmenschlich an.Die Sicht des Generals ist, wie oben schon erwähnt, jedoch grundverschieden, da diese der Sicht der Offiziere entspricht.

Günter Kunert legt viele Kontraste in seiner Parabel dar, die die Kontraste zwischen dem Maler und dem General wiederspiegeln.Der Bildaufbau zwischen dem vorderen Teil und dem hinteren Teil ist verschieden.Im vorderen Teil ist das Leid, das Elend und die Opfer zu sehen, während im Hintergrund das fröhliche Verhalten der Offiziere dargestellt wird.Die entsetzende Wirkung, die der vordere Teil erreicht, soll warnend und lehrhaft zugleich sein.Der hintere Teil, der die moralische Unvollkommenheit der Offiziere aufzeigt, wirkt verurteilend.Die Begeisterung für den Krieg steht im Gegensatz zu den Leichen, die die große Schlacht forderte.Einerseits wird der blinde Heldentum, der für Begeisterung für den Krieg steht, und die Zwiespältigkeit angesprochen und andererseits wird dadurch die „Zerstörung“ der Menschen gefördert.Auch das der General das Bild schrecklich findet, kauft er ein, für ihn wichtiges, Detail daraus.Damit will er beweisen, wie der Mut, die Begeisterung und das Heldentum der Soldaten in dem Krieg äußerte.

In der ersten Texthälfte kritisiert Günter Keunert die Qualen und Leiden der Opfer.Ebenso entlarvt er die Verantwortlichen, die für an allem Schuld sind.

In de zweiten Texthälfte laufen die Ereignisse zuwider ab, das heißt es ereignen sich Dinge, die nicht geplant waren,z.B. viele Tote.

Ob der Maler den Kampf wirklich wahrheitsgetreu wiedergibt, ist nicht oder nur schwer nachzuvollziehen.Jedoch wirkt seine Variante glaubwürdiger als die des Generals, da das Bild durch rohe Sprache anschaulich und lebendig beschrieben wird und somit beim Leser einen tiefen Eindruck hinterläßt.

Günter Kunert möchte mit dieser Parabel darauf aufmerksam machen, wie grausam der Krieg sein kann und wieviel Menschen darunter leiden.Ebenfalls möchte er damit ausdrücken, dass man die ganzen Ausmaße eines Krieges betrachten sollte und nicht die kleinen „guten“ Details die man aus einem Krieg erfährt.

Wörter: 1183

2 von 2 Seiten

Details

Titel
Kunert, Günter - Parabel - Das Bild der Schlacht am Isonzo
Note
10 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V103309
Dateigröße
328 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunert, Günter, Parabel, Bild, Schlacht, Isonzo
Arbeit zitieren
Claudia Kuhn (Autor), 2001, Kunert, Günter - Parabel - Das Bild der Schlacht am Isonzo, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103309

Kommentare

  • Gast am 30.1.2002

    Lob und Kritik.

    Hallo Claudia! ich finde es super, dass Du deine Hausaufgaben veröffentlichst und damit anderen Schülern Hilfestellung leistest! Jedoch muss ich Dir sagen, dass Dein Ausdruck an manchen Stellen zu wünschen lässt. Trotz alledem stimme ich den Gedanken Deiner Interpretation zu und möchte Dir sagen: "Weiter so"

  • Gast am 14.3.2005

    Kritik.

    Hi Claudia

    Es stimmt, es ist schön, dass du deine Hausarbeit anderen zur Verfügung stellst, und es steckt sicherlich eine Menge Arbeit dadrin.
    Und ohne deine Arbeit schlecht machen zu wollen ist mir aufgefallen, dass sie bei genauerer Betrachtung zu oberflächlich bleibt. Du beschreibst die Parabel sehr ausführlich, gehst aber nicht weiter. Die Beschreibung und deine Interpretation könnte um etwa die Hälfte gekürzt werden ohne Informationen zu unterschlagen.
    (Zu bemerken sind die Bezeichnungen bei der Bildbeschreibung in der Parabel. 'Im Vordergrund' sieht man die Soldaten, 'im Hintergrund' die Offiziere sich vergnügen. Das, was man von der Schlacht mitbekommt sind die Soldaten, und nur wenn man tiefer gräbt entdeck man die Machenschaften der Offiziere, die halt im Hintergrund agieren.)

    Wichtiger aber ist der Sachteil der Parabel, der in deinem Text nicht genannt wird. Eine Parabel dient dazu einen Zustand im realen Leben zu beschreiben. In Kunerts Isonzo Schlacht ist dieser Sachteil, dass manche Leute (verkörpert durch den General) ihre Augen vor der Wahrheit verschließen und ihre eigene wahrheit mit allen Mitteln verteidigen und behalten wollen (der General verurteilt das Bild und kauft nur das Detail mit dem Trommler um es weiterzuzeigen).

    Noch dahinter und gut versteckt ist eine Art zweiter Sachteil, nämlich die Frage, wie geht der Künstler mit der Wahrheit um/ die Käuflichkeit der Kunst und/ oder künstler. Der Künstler hatte gelitten in der Schlacht, und dennoch lässt er zu dass dieser General sein Bild (das wahrscheinlich mit viel Herzblut gemalt wurde) zerschnitten wird und nur eine verzerrte Wahrheit weitergegeben wird.

    Kunert kritiseirt mit seiner Parabel nicht (nur)den Krieg sondern vielmehr die Gesellschaft.

  • Gast am 22.11.2005

    Kritik.

    Erstmal heißt der Autor Günter Kunert und es handelt sich dabei um eine Anekdote, nicht um eine Parabel.

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Titel: Kunert, Günter - Parabel - Das Bild der Schlacht am Isonzo



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