Schiller, Friedrich - Charakteristik Wilhelm Tells


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
3 Seiten, Note: 1

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Charakteristik Wilhelm Tells

In dem Drama „Wilhelm Tell“ von Friedrich Schiller wird erzählt, wie sich die schweizer Bauern mit Hilfe Wilhelm Tells, der den Vogt Gessler erschießt, von der Willkürherrschaft der Österreicher befreien.

Wilhelm Tell hat zusammen mit seiner Frau Hedwig zwei Söhne und lebt mit ihnen in den

Bergen abseits der Städte und Dörfer. Generell ist er sehr naturverbunden, was sich darin zeigt, dass er von Beruf Jäger ist. Die Naturverbundenheit Tells ist eng mit dem Wunsch nach Freiheit und Gerechtigkeit verbunden, weshalb er auch auf Seiten der schweizer Bauern ist und gegen die Vögte ankämpft. Er ist ein sehr spontan und schnell handelnder Mensch, wenn Gefahr unmittelbar droht.

Diese Spontaneität zeigt sich als er Konrad Baumgarten zur Flucht über einen stürmischen See hilft, um ihn vor der Gefangennahme durch die landenbergischen Reiter zu retten. Seine Naturkenntnisse helfen ihm die Gefahren des Sees einzuschätzen, wodurch er nicht kopflos und unüberlegt handelt, sondern sich immer im Klaren ist, was er tut. Er handelt spontan und hilfsbereit, denkt in diesem Moment nicht an sich Selbst, sondern eher an das Wohlergehen anderer. Diese Aufopferung belegt seinen Wunsch nach allgemeiner Freiheit und

Gerechtigkeit.

Aber Freiheit und Gerechtigkeit sind für ihn besonders in seiner Familie wichtig. Denn im

Dialog zwischen Tell und seiner Frau Hedwig kann man erkennen, dass seine beiden Söhne für ihn sehr wichtig sind. Dies zeigt sich darin, dass er seinen Söhnen ihre Wünsche nicht verwehrt, sondern ihnen Freiheit gibt um zu erlernen, was diese für richtig halten, sowie er es auch tat. Allerdings zeigt er sich in dieser Szene auch ein wenig leichtsinnig, indem er trotz der Warnungen seiner Frau zusammen mit seinem Sohn nach Altorf geht, wo momentan sein Widersacher Gessler ist.

Tell gibt auch zu verstehen, dass er andere nicht mit seinen Aktionen gefährden will, weshalb er es ablehnt zusammen mit den anderen Bauern ein Bündnis einzugehen. Er zieht es vor eher sein Leben im Kampf gegen die Vögte zu gefährden als das mehrerer. Da er es von seinem Beruf gewohnt ist allein zu jagen und Gefahren allein auf sich zu nehmen, trägt auch dies in gewisser Weise dazu bei, dass er in diesem Fall ein Einzelgänger ist. Als ein solcher Einzelgänger muss er sich dann auch beweisen als Gessler ihm befiehlt den Apfel vom Kopf seines Sohnes zu schießen, da Tell zuvor unbedacht am Hut, den Gessler aufgestellt hatte, vorbeigegangen war. In dieser Szene verhält er sich unüberlegt und bemerkt dieses zu spät, wodurch er gezwungen wird anders als sonst lange zu überlegen, weil das Leben seines Sohnes auf dem Spiel steht, an dem er sehr hängt. Aus diesem Grund versucht er auch die Bestrafung für das Missachten des Hutes zu milder, indem er gegenüber Gessler und seinem Gefolge schmeichelnd und vorgetäuscht redet. Tell schießt seinem Sohn nur deshalb den Apfel vom Kopf, weil er dazu gezwungen ist. Er würde nämlich nie etwas machen, was seine Familie gefährden könnte. Doch nachdem er erfolgreich den Apfel getroffen hat, fühlt er sich zu sicher und er handelt wieder unbedacht. So wird sein ehrliches Verhalten ihm zum Verhängnis, als er Gessler gegenüber sagt und daraufhin gefangen genohmen wird: „Wohlan, O Herr, weil ihr mich meines Leben habt gesichert, so will ich euch die Wahrheit gründlich sagen. Mit diesem Pfeil durchschoß ich euch, wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte, und eurer - wahrlich! -hätt ich nicht gefehlt.“(S.76 Z.18-29) Dennoch ist seine Ehrlichkeit ein wichtiger Charakterzug Tells, da er letztenendes doch auch durch diese so beliebt in der Bevölkerung ist. Durch seine Ehrlichkeit ist er sich auch sicher immer das, was in Gottes Auge richtig ist, gemacht zu haben und sieht so sein Gottvertrauen bestätigt, aus dem er einen Großteil seines Selbstvertrauens zieht.

Tell sieht nur in der Ermordung des Landvogts eine Möglichkeit sich und die drei Urkantone der Schweiz aus der Willkürherrschaft zu befreien. Er nennt in einem Monolog viele Gründe für die Ermordung. Zum einen wirkt er sehrt verletzt und will sich an Gessler rächen, da er von ihm zum „Ungeheuren gewöhnt“ wurde. Man merkt das es Tell, der normalerweise keine Gewalt ausübt, teilweise schwer fällt sich zum Schuss auf Gessler durchzuringen, doch aufgrund der Gefährdung der Freiheit, die ihm ja sehr wichtig ist, seiner Familie und des Volkes entschließt er sich den Mord zu verüben. Andererseits sieht er sich als Gottes Bote, der die Schweiz retten soll. So sieht er in der Ermordung Gesslers einen höheren Sinn, was in wiederum stärkt seine Tat zu verüben. Hier wird wieder das Gottvertrauen Tells verdeutlicht, das im gesamten Text sehr wichtig für ihn ist.

Im darauffolgenden Teil dieses Aktes verhält er sich zum ersten und einzigstem Mal im ganzen Schauspiel nicht spontan und plant seine Aktion genau. Tell beweist in diesem Moment zwar seine Qualitäten als Jäger und Armbrustschütze wie auch schon beim Apfelschuss, doch er zeigt sich auch feige, da er aus einem Hinterhalt schießt und sich erst zeigt als Gessler im Sterben liegt. Doch kann man diese Handlung nicht als brutal oder willkürlich gewalttätig bezeichnen, da er sich zu dem Mord gezwungen fühlte und im späteren Verlauf des Dramas auch den Unterschied zwischen Tyrannenmord und Heuchelmord erklärt und verdeutlicht.

Der als Mönch verkleidete Parricida erscheint vor Wilhelm Tells Hütte und bittet ihn um Unterkunft, weil er der Meinung ist das Gleiche wie Tell getan zu haben. Doch Tell erläutert ihm den Unterschied zwischen dem Tyrannenmord, den er begangen hatte, und Heuchelmord, wie Parricida ihn an seinem Vater, den Kaiser von Österreich, verübt hatte, um auf den Königsthron zu kommen. Tell rechtfertigt sich und stellt noch einmal seine Ehrlichkeit und Ehre unter Beweis. Tell scheint am Ende des Schauspiels wieder zu seiner alten Person zurückgekehrt zu sein, da er vor der Willkürherrschaft der Vögte ein friedlicher, gerechter und hilfsbereiter Mensch war und nun wieder so geworden ist. Währen der Willkürherrschaft der Vögte war er nicht er selbst und musste manchmal so handeln wie es nicht in seiner Natur liegt.

In der Regel redet Tell nicht lang, sondern eher kurz und verwendet oft Sprichwörter um seine Absichten auszudrücken(vgl.I,3 Gespräch mir Stauffacher). Er ist kein Mann der Diplomatie oder Verhandlungen und denkt nicht weit in die Zukunft voraus, sondern kümmert sich erst um das Momentane. Dies belegt seine Spontaneität, einen seiner wichtigsten Charakterzüge. Er sagt auch immer die Wahrheit sowie nach dem Apfelschuss, was eine zweite wichtige Charaktereigenschaft, seine Ehrlichkeit, bestätigt (vgl. S.76 Z. 18-29:„Wohlan, O Herr, weil ihr mich meines Leben habt gesichert, so will ich euch die Wahrheit gründlich sagen. Mit diesem Pfeil durchschoß ich euch, wenn ich mein liebes Kind getroffen hätte.“) Lediglich im Monolog zu Beginn von IV,3 redet er lange. Doch diese Szene ist gewisser Massen als Ausnahme zu verstehen, da er den Mord am Vogt Gessler rechtfertigt und die Gründe für diesen in seinem Verlangen nach Freiheit und Gerechtigkeit liegen. Er spricht einfach und verständlich sowie die einfachen Bauern. So zeigt er, dass er auf Seiten der Bauern ist, da er genauso redet und sich so verhält diese.

Obwohl er die Schweizer von der Willkürherrschaft der Vögte befreit hat, ist er keine Führungsperson, die viele Menschen zu einem Erfolg führen kann. Dies zeigt sich zum Beispiel als er nicht am Rütli-Treffen teilnimmt. Er ist allerdings jederzeit bereit anderen in Notsituationen zu helfen, solange er nicht damit direkt in ihr Schicksal eingreift. Damit ist gemeint, dass er zwar z.B. Baumgarten rettet aber das schweizer Volk nicht anführen will, da Tell bei der Rettung Baumgartens dessen Situation nicht verschlechtern kann, da dieser bereits wegen Mord gesucht wird. Dem schweizer Volk aber könnte er Schaden hinzufügen, indem er es zu einem fatalen Fehler führen könnte.

Er hat in der Gesellschaft die gleichen Rechte wie alle anderen und will auch gar keine besseren haben, weil er sich nicht als Helden ansieht, sondern vielmehr als „Handlanger“ des Volkes und ihm zu dem verhilft, was es sich wünscht. Durch diese Gleichstellung macht er sich auch beim Volk sehr beliebt, da dieses merkt, dass es noch jemanden gibt, der sich um allgemeine Gerechtigkeit und Freiheit für jeden einsetzt.

Tell hat die Ansicht, dass alle Menschen gleich sind und lebt diese Einstellung auch aus. Seine Vorstellung der idealen Welt ist die, in der jeder Mensch sein Leben so in Freiheit leben kann, wie dieser es sich vorstellt. Auf ihn bezogen bedeutet das ein glückliches Leben mit seiner Frau und seinen Kindern in den Bergen, seine Meinungsfreiheit und die damit verbundene Ehrlichkeit sowie das Gottvertrauen, das ihm viel Selbstvertrauen gibt. Des weiteren sind in seiner Weltauffassung das Leben als Jäger und die Natur sehr wichtig.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Jäger Tell ein naturverbundener und friedlicher Mensch ist. Er handelt spontan, schnell und ist jederzeit hilfsbereit, um andere Menschen aus Notsituationen zu retten. Seine große Leidenschaft, die Armbrust, hat er sich zum Beruf gemacht, was seine Naturverbundenheit bestätigt und zeigt wie er sein Leben frei auslebt, so wie es ihm gefällt. Seine Familie ist ihm sehr wichtig, da er in ihr einen wichtigen Rückhalt sieht falls er selbst einmal Hilfe benötigen sollte. Darin könnte auch der Grund liegen warum er seinen beiden Söhnen Walther und Wilhelm das Armbrustschießen beibringt, damit diese ihm helfen können, wenn es erforderlich wäre. Er hat sehr großes Selbstvertrauen, was u.a. auf seinem Gottvertrauen und dem Verlangen nach Freiheit und Gerechtigkeit aufbaut. Seine Ehrlichkeit liegt auch in dem frommen Verhalten Tells, da er sich beim Mord von Gessler ja auch als Vollstrecker des Wunsch Gottes sieht. Diese Ehrlichkeit ist für ihn nicht nur deshalb wichtig weil er an das jüngste Gericht glaubt, sondern auch weil Ehrlichkeit eng mit Gerechtigkeit verbunden ist.

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Details

Titel
Schiller, Friedrich - Charakteristik Wilhelm Tells
Note
1
Autor
Jahr
2001
Seiten
3
Katalognummer
V103316
Dateigröße
327 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
ca. 7 Seiten handschriftlich!!! Ausführliche Charakteristik Wilhelm Tells für 8./9. Klassen
Schlagworte
Schiller, Wilhelm Tell, Friedrich Schiller, Tell, Charakteristiken, Charketeristik Tells
Arbeit zitieren
David Herges (Autor), 2001, Schiller, Friedrich - Charakteristik Wilhelm Tells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103316

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