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Nizâm-ı Cedîd. Die Reformen Sultan Selim III. (1789-1807)

Title: Nizâm-ı Cedîd. Die Reformen Sultan Selim III. (1789-1807)

Textbook , 1998 , 156 Pages

Autor:in: Fahri Özkul (Author)

Orientalism / Sinology - Islamic Studies
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit befasst sich der Autor mit den Reformen der Nizām i Cedīd (Neue Ordnung) Sultan Selīm III. Zuerst werden die Primär- und Sekundärquellen, die moderne Literatur und der Forschungsstand zum Thema dargestellt. Um ein besseres Verständnis zum Thema zu bekommen, wird dann die Gesellschaft des osmanischen Reiches kurz umrissen und die Reformversuche vor Sultan Selīm III. beschrieben. Die sozioökonomischen- und politischen Reformversuche werden im historischen Kontext dargestellt. Einige Gesetze Selīm III. werden im Anhang vom Alttürkischen ins Deutsche übersetzt. Zum Schluss wird ein Fazit gezogen und versucht zu erklären, warum die Reformen von Selīm III. scheiterten.

Am 24.12.1761 wird der lang ersehnte Kronprinz des Hauses Osman geboren. Seit 40 Jahren wurde kein Thronfolger mehr im Palast geboren. Sultan Muṣṭafā III. (1757-1774) ließ die Geburt seines Sohnes Selīm eine Woche lang feiern. Der Hofastrologe des Sultans, Yaʻḳūb Efendi sagte vor der Geburt des Prinzen, dass bei seiner Geburt die Sternenkonstellationen so gutstehen, sodass der neugeborene Prinz in der Zukunft ein sehr starker Sultan für das osmanische Reich sein wird und die Feinde des Reiches besiegen wird. Jedoch verschwieg der Hofarzt, der von der Vorhersehung des Hofastrologen wusste, dass er bei der Geburt des Prinzen die Uhr um ein paar Sekunden umgestellt hatte. Prinz Selīm wuchs mit diesem Selbstbewusstsein auf. Er glaubte tatsächlich, dass er der Auserwählte sei, der das osmanische Reich wieder zur alten Stärke führen und die Feinde besiegen würde, wenn er nach dem Ableben seines Onkels ʻAbd al-Ḥamīd I. (1774-1789) an die Macht kommt.

Selīm III. bestieg 1789 im Jahr der Französischen Revolution, den osmanischen Thron mit dem Anspruch, sein Reich wieder an die alten glanzvollen Tage seiner Ahnen zu führen. Als Mittel der Stärkung des Reichs dachte Selīm an Reformen, welche in allen Bereichen des Staates durchgeführt werden sollten. Als erstes Ziel nahm er sich vor, das militärische System des osmanischen Reichs zu ändern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellenbesprechung

2.1. Primärquellen

2.2 Sekundärquellen

2.3. Forschungsstand

3.1. Die Lage des osmanischen Reichs vor der Krönung Selīm III.

3.2. Die osmanische Gesellschaft

3.2.1. Die ʻIlmiyye

3.2.2. Die Seyfiyye

a) Der Verwaltungsapparat

b) Die Janitscharen

c) Die Sipahis

3.2.3. Die Reaya

3.2.4. Handel

4. Die Probleme des osmanischen Reichs zu der Zeit Selīm III.

4.1. ʻAyān-i beled

4.2. Dynastien und autonome Gebiete

5. Die Regierungszeit Selīm III.

5.1. Die Kindheit und Jugend Selīm III.

6. Die Reformen vor Selīm III.

7. Die Reformen Selīm III.

7.1. Reformvorstellungen Selīm III.

a) Koca Yūsuf Pascha

b) Tātārciḳzade ʻAbd-Allāh Molla Efendi

c) Çavuşbaşi Meḥmed Raşid Efendi

d) Defterdar Şerif Efendi

e) Reis al Küttab ʻAbd-Allāh Birri Efendi

f) Ketḫuda Muṣṭafā Reşid Efendi

g) Der frühere Ketḫudā Ali Rasih Efendi

h) Der “große Mevali (Mevali-i azam)” Salihzade

i) Mabeynci Muṣṭafā Bekefendi

k) Muhasebeci-i evvel Haci Ibrahim Efendi

7. 2. Reformprogramm Selīm III.

a) Vorbereitungen

7.3. Militärische Reformen

7.3.1. Reformen in der Artillerie

a) Die Ordnung der Kanoniere (Ṭopcu)

b) Die Ordnung der Grenadiere (Ḫumbaraci)

c) Die Ordnung der Sprengerkompanie (Laġimci)

d) Die Ordnung der Wagner

e) Gesetzgebungen für die Festungen am Bosporus von 1795

1. Die Gesetzgebung der sieben Festungen an den Meerengen vom Bosporus

2. Die Festungen des Bostancibaşi

7.3.2. Die Janitscharen

7.3.3 Der Korps der Kavallerie (Sipahiyan)

7.3.4. Die Nizām -i Cedīd Armee

7.3.5. Die neue Kasse (ʼĪrād-i Cedīd)

7.4. Die Ordnung der Pulverfabriken

7.5. Technische Reformen

a) Kanonen und Gewehre

7.6. Die Technischen Schulen

7.7. Reformen in der Marine

a) Zustand der Marine vor Selīm III.

b) Marinereformen nach Çeşme

c) Wiederbeleben des osmanischen Schiffbaus

d) Ausländische Schiffsbauer

e) Technische Änderungen in der Marine

f) Änderungen in der Marineingenieursschule

g) Reorganisation in der Marine 1804

h) Administrative Geschäfte

8.1. Die Botschafter

8.2. Gesetze für die Botschaftsübersetzer

8.3. Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit den westeuropäischen Staaten

8.4. Neue Verordnungen in der Jurisdiktion

8.5. Die Regulierung für die Reaya

8.6. Administrative Änderungen

9. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Regierungszeit von Sultan Selīm III. und die von ihm eingeleiteten Reformen unter dem Begriff "Niẓām-i Cedīd" (Neue Ordnung). Der Fokus liegt dabei auf der Frage, wie diese tiefgreifenden militärischen, sozioökonomischen und politischen Umstrukturierungen zur Stärkung des Osmanischen Reiches beitragen sollten und welche internen sowie externen Faktoren letztlich zum Scheitern dieses Reformprogramms führten.

  • Analyse der gesellschaftlichen und politischen Ausgangslage des Osmanischen Reiches vor Selīm III.
  • Untersuchung der militärischen Modernisierungsbestrebungen (Artillerie, Marine, neue Infanterie).
  • Bewertung der administrativen und wirtschaftlichen Reformmaßnahmen zur Finanzierung der Niẓām-i Cedīd.
  • Darstellung der diplomatischen Neuorientierung des Reiches gegenüber europäischen Großmächten.
  • Diskussion der Widerstände durch konservative Kräfte wie die Janitscharen und die ʻUlemāʼ.

Auszug aus dem Buch

2.1. Die Lage des osmanischen Reichs vor der Krönung Selīm III.

Das osmanische Reich galt bis zur zweiten Belagerung Wiens (1683) bei seinen Nachbarn als unbesiegbar. Erst nach dieser mißlungenen Belagerung Wiens unter dem Oberbefehl des Großwesirs Merzifonlu Kara Muṣṭafā Pascha wurde den Europäern deutlich, dass das osmanische Reich nicht mehr wie früher die militärische Überlegenheit hatte. die Erzrivalen der Osmanen in Südosteuropa die Habsburger eroberten mit Hilfe Polens und Venedig 1684 Ungarn und Siebenbürgen. Die Venezianer setzten sich im Archepelogos fest. Hier muss die Frage gestellt werden, wie es zu dieser erheblichen militärischen Schwäche der Osmanen kommen konnte. 1729 gelangten die Osmanen wieder in den Besitz des Archepelagos und Belgrads, aber das war das letzte Mal, dass die Osmanen sich in Europa militärisch durchsetzen konnten. Nach dem Belgrader Friedensschluss folgte für die Osmanen eine Friedensperiode von 40 Jahren und an der iranischen Front erfreuten sie sich einer gleichzeitigen Friedensperiode von 30 Jahren.

1768 endete diese friedliche Zeit für die Osmanen abrupt. Die Einmischung Katherina II. in die Königswahlen in Polen verleitete Sultan Muṣṭafā III. zum Protest gegen die Einmischung Russlands. Er glaubte noch an die Großmachtstellung seines Imperiums, dass seine Truppen in der Lage wären sich durchsetzen zu können, und erklärte Katharina der Großen den Krieg. Muṣṭafā III. stürzte sein Reich unüberlegt Hals über Kopf in den Krieg. Das osmanische Reich hatte wegen der langen Friedensperiode keine kriegserfahrenen Truppen und Offiziere mehr, geschweige denn charismatische Heeresführer, die den Krieg noch in seinem unglück lichen Verlauf für die Osmanen ändern konnten. Die einzige Gegenstimme gegen den Krieg kam von Aḥmed ʻAzmī Efendi, der später die undankbare Aufgabe hatte, den Friedensabkommen mit den Russen zu besprechen. Das Ergebnis war, dass die Osmanen nicht nur den Krieg und ihre Flotte in Çeşme verloren (07.07.1770), sondern auch zum ersten Mal in ihrer Geschichte ein von Muslimen bewohntes Gebiet, die Krim verloren (1771).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die Geburt und Erziehung von Selīm III. sowie den Anspruch, das Osmanische Reich durch das "Niẓām-i Cedīd" zu reformieren.

2. Quellenbesprechung: Analysiert zeitgenössische Chroniken, diplomatische Korrespondenzen und kaiserliche Erlasse als Grundlage für die Untersuchung der Reformära.

3. Die osmanische Gesellschaft: Erläutert die drei Stände des Reiches (ʻIlmiyye, Seyfiyye, Reaya) und analysiert deren Rolle bei der Stagnation des Staates.

4. Die Probleme des osmanischen Reichs zu der Zeit Selīm III.: Untersucht den Einfluss lokaler Notabeln (ʻAyāne) und die Erosion der zentralen Autorität.

5. Die Regierungszeit Selīm III.: Porträtiert den Thronantritt unter schwierigen Kriegsbedingungen und die ersten Bemühungen um eine Reformpolitik.

6. Die Reformen vor Selīm III.: Zeichnet historische Versuche der Modernisierung von ʻOsmān II. bis zu den militärischen Experimenten unter Muṣṭafā III. nach.

7. Die Reformen Selīm III.: Detailliert die umfangreiche Umgestaltung des Militärwesens, der Marine sowie die Schaffung der "neuen Kasse" zur Finanzierung der Reformen.

8. Die Botschafter: Analysiert die Aufnahme diplomatischer Beziehungen und die Professionalisierung der Außenpolitik durch ständige Botschaften.

9. Fazit: Reflektiert das Scheitern des Reformwerks vor dem Hintergrund interner Widerstände und der mangelnden Modernisierung der gesellschaftlichen Geisteshaltung.

Schlüsselwörter

Selīm III., Niẓām-i Cedīd, Osmanisches Reich, Reformpolitik, Militärreformen, Janitscharen, ʻIlmiyye, Außenpolitik, Moderne, Modernisierung, Finanzreform, Marine, Diplomatie, 18. Jahrhundert, Krisenzeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Regierungszeit Sultan Selīm III. und sein zentrales Reformprogramm, die "Neue Ordnung" (Niẓām-i Cedīd), welches das Ziel hatte, das militärisch und administrativ schwächelnde Osmanische Reich zu modernisieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind militärische Umstrukturierungen, fiskalische Reformen zur Finanzierung des Militärs, diplomatische Annäherung an Europa sowie die gesellschaftlichen Widerstände, die von konservativen Kräften wie den Janitscharen ausgingen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die systematischen Reformversuche Selīm III. zu dokumentieren und historisch zu erörtern, warum diese Modernisierungsansätze trotz intensiver Bemühungen letztlich scheiterten.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Primärquellen, insbesondere kaiserlichen Erlassen und zeitgenössischen Chroniken, sowie auf moderne geschichtswissenschaftliche Darstellungen, um eine historische Gesamtschau zu erstellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der sozialen Klassen, die Probleme der Provinzialverwaltung, die Geschichte der Reformen vor Selīm, die detaillierten militärischen Reformprogramme sowie die diplomatische Neuorientierung des Reiches.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Selīm III., Niẓām-i Cedīd, Osmanisches Reich, Militärreformen, Janitscharen, Finanzreform, Diplomatie und Modernisierung.

Warum wird das "Niẓām-i Cedīd" oft als Mittel zum Zweck bezeichnet?

Die Arbeit legt dar, dass die Reformen primär militärisch motiviert waren, um die schwindende Überlegenheit des osmanischen Heeres gegenüber den europäischen Nachbarn wiederherzustellen und die territoriale Integrität des Reiches zu sichern.

Welche Rolle spielte die "neue Kasse" (ʼIrād-i Cedīd) für die Reformen?

Die ʼIrād-i Cedīd wurde gegründet, um die neuen militärischen Regimenter unabhängig von der korrupten alten Staatskasse zu finanzieren und so eine stabilere wirtschaftliche Basis für die Modernisierung zu schaffen.

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Details

Title
Nizâm-ı Cedîd. Die Reformen Sultan Selim III. (1789-1807)
Author
Fahri Özkul (Author)
Publication Year
1998
Pages
156
Catalog Number
V1033195
ISBN (eBook)
9783346446947
ISBN (Book)
9783346446954
Language
German
Tags
nizâm-ı cedîd reformen sultan selim
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Fahri Özkul (Author), 1998, Nizâm-ı Cedîd. Die Reformen Sultan Selim III. (1789-1807), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033195
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