Süskind, Patrick - Das Parfum - Warum ist Süskind´s "Das Parfum" ein Bestseller geworden? Ist dieser Erfolg ihrer Meinung nach gerechtfertigt


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
6 Seiten

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Hausaufgabe im Fach Deutsch

28. Juni 2001 (Abgabe)

Andreas Häufglöckner 11b

Warum ist Süskinds Roman „Das Parfum“ ihrer Meinung nach ein Bestseller geworden? Halten Sie persönlich diesen Erfolg für gerechtfertigt?

Ein Bestseller lässt sich nicht planen, man kann bei keinem Buch vor der

Herausgabe sagen, ob es ein Kassenschlager wird, oder ob es die Regale der Buchhändler nicht so schnell verlässt. Viele Literaturkritiker halten „Das Parfum“ für eines der besten Bücher der deutschen Literatur, können aber selbst nicht erklären, warum es zu diesem Erfolg gekommen ist, sie stellen nur Mutmaßungen darüber an, welche Kriterien dazu geführt haben, dass dieses Werk auf den Bestsellerlisten weit oben steht. Im folgenden möchte ich jetzt einige Aspekte liefern, die unter anderem dazu geführt haben, dass sich dieses Buch so gut verkaufte, zunächst jedoch eine Inhaltsangabe.

Jean-Baptiste Grenouille wird im Juli 1938 am Cimetiere des Innocents in Paris, dem „allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs“ (S.7) geboren und von seiner Mutter gleich nach der Geburt verstoßen. Daraufhin verbringt Grenouille seine Kindheit bei diversen Ammen, die ihn jedoch immer wieder weggeben, weil sie mit seinen sonderbaren Eigenschaften, seinem übermenschlichen Geruchssinn und seinem fehlenden Eigengeruch, nicht klarkommen. Grenouille überlebt mehrere Mordversuche der anderen Kinder bei seiner Amme und landet schließlich bei dem Gerber Grimal, bei dem er unter schlimmsten Bedingungen arbeiten muss. Er überlebt die sonst meist tödliche Krankheit des Milzbrands und gewinnt dadurch für den Gerber an Wert. Grenouille bekommt mehr und mehr Freiräume und eines Tages auf dem Heimweg aus der Stadt Paris steigt

ihm ein merkwürdiger Geruch in die Nase, dem er bis zu seinem Ursprung folgt, ein junges Mädchen. Um den Geruch zu besitzen, tötet er es und saugt den Geruch in sich ein und ist davon so fasziniert, dass er beschließt, der größte Parfumeur aller Zeiten zu werden. Als er dann auch noch zu einem geschickt wird, um ihm Leder vorbei zu bringen, überzeugte er ihn so, dass er von Grimal freigekauft wurde und von da an für Baldini arbeitete. Er lernte Arbeitsweisen und Verfahren, wie man Gegenständen oder Pflanzen ihren Geruch entnehmen kann und macht schließlich Baldini zum größten Parfumeur Frankreichs. Nachdem er den Parfumeur wieder verlassen hatte, um weitere Methoden zu erlernen, verläuft er sich und verbringt die folgenden sieben Jahre in einer Höhle. Anschließend beschließt er, einen Duft zu erschaffen, der die Menschen beherrschen soll und sie dazu zwingt, ihn zu lieben und er schafft es schließlich auch. Doch dazu musste er erst 26 Frauen töten, um an diesen Duft zu gelangen und er setzt damit die Stadt Paris in Angst und Schrecken. Schließlich wird er aber verhaftet und zum Tode verurteilt, doch am Tag seiner Hinrichtung erscheint er mit seinem Parfum und die Leute vergeben ihm und lassen ihn laufen. Jetzt merkt er, dass ihn sein Duft eigentlich gar nicht glücklich macht und hegt erste Selbstmordgedanken. Er begibt sich zurück zum Ort seiner Geburt, übergießt sich mit seinem Parfum und wird von den Gestalten dort verspeist.

Ein Grund, warum dieses Buch wahrscheinlich für eine Mehrheit von Lesern interessant sein dürfte, ist, dass darin ein Themengebiet behandelt wird, von dem in Büchern seltener die Rede ist, nämlich die Welt der Gerüche und Düfte. Aufgrund der Schwierigkeit der Darstellung von Gerüchen in schriftlicher Form werden die Leser neugierig darauf gemacht, wie der Autor dieses Hindernis überwunden hat.

Ein weiterer Grund, warum dieses Buch so hohe Verkaufszahlen aufweisen kann, ist der, dass es häufig in der Schule als Lektüre gelesen wird. Dort müssen die Schüler meist wegen der Vorgaben im Lehrplan aus mehreren Übeln das kleinere auswählen und da ist „Das Parfum“ seiner Konkurrenz überlegen, weil es - im Vergleich zu anderen Lektüren aus dieser Zeit - relativ leicht zu lesen und zu verstehen ist und nicht ganz so abschreckend wie manch anderes deutsches Literaturwerk wirkt.

Es ist auch im Gegensatz zu anderen Stücken vom Inhalt spannend gestaltet und angenehm zu lesen, da es eine Sprache benutzt, die unserer Alltagssprache sehr nahe liegt und sich der Autor anscheinend nicht um einen „guten“ Schreibstile bemüht, sondern einfach schreibt, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Auch der Inhalt dieses Werkes ist sehr interessant, was sich sicherlich positiv auf die Verkaufszahlen ausgewirkt hat. Die Hauptfigur ist Grenouille, eine schwer zu durchschauende Person, die einerseits ein Genie darstellt, mit seiner besonderen Fähigkeit, besonders genau riechen zu können und die Gerüche in ihre Einzelteile zu zerlegen, aber andererseits auch seine wahnsinnige Seite hat, weil er, um seine Begierde nach dem vollkommenen Parfum zu befriedigen, 26 Frauen töten muss, damit er ihnen ihren besonderen Duft entnehmen zu können. Dieser Genie-Gedanke, der ja schon vor vielen Jahren Goethe zu einem Gedicht hingerissen hat, spielt hier eine entscheidende Rolle und hat wohl auch den einen oder anderen Leser zum Kauf dieses Romans hingerissen. Ebenso ist der unerwartete Schluss ein Highlight dieses Buchs, denn wohl fast jeder Leser wird wohl ein Happy End erwartet haben, wird dann aber enttäuscht, dass der am Ende sympathisch wirkende Grenouille erst selbst umbringen will, dann aber jedoch verspeist wird.

Aber auch ein Grund für den großen Erfolgswert dieses Buchs ist seine altertümlich geniale Sprache verbunden mit dem realen historischen Hintergrund und der spannenden und schaurigen Erzählweise. Nach dem etwas langwierig ausgeführten Anfang der Geschichte mit sämtlichen Ortsbeschreibungen wird man ziemlich schnell an die Geschichte gefesselt und kommt von dem interessant ausgeführten Hauptteil der Geschichte kaum noch los.

Eine weitere Möglichkeit, wieso dieses Buch einen so großen Erfolg, sowohl bei normalen Lesern als auch bei professionellen Literaturkritikern genießen durfte, wird wohl der sein, dass letztere es in den Medien und in Rezensionen hochgelobt haben und damit eine Masse von Interessenten in die Buchläden

trieb, weil diese Leute einen großen Einfluss auf die Meinungsbildung der Leute haben und damit den Buchmarkt in gewisser Weise steuern können. Das Buch hat aber auch sonst einen großen informellen Wert, da man einen Einblick in verschiedene Berufe, zum Beispiel den des Gerbers oder in den eines Parfumeurs bekommt.

Ein weiterer Punkt, warum dieses Werk für viele so spannend ist, ist sicherlich der, dass man dieses Buch auf mehrere Weisen lesen kann, was das Buch auch nach wiederholtem Lesen unterhaltsam wirken lässt.

Ebenfalls einen positiven Eindruck kann man von diesem Buch gewinnen, wenn man sich mit der Hauptfigur Grenouille identifizieren kann, weil man zum Beispiel auch im Beruf immer das Perfekte anstrebt, wie Grenouille sein Parfum, und irgendwann von diesem übertriebenen Perfektionismus krank wird.

Meiner Meinung nach hat „Das Parfum“ diesen Erfolg verdient, weil es wegen den oben genannten Kriterien einfach aus der Masse der Bücher heraussticht, auch wenn es für Jugendliche nicht gerade die spannendste Lektüre ist, aber Jugendliche stellen auch nur einen Bruchteil der Leute dar, für die solche Bücher bestimmt sind, ist eine Platzierung in den Bestsellerlisten gerechtfertigt.

Gliederung

1. Einleitung

2. Inhaltsangabe

3. Positive Aspekte des Buchs
- Schwierigkeit der Darstellung
- Schullektüre
- Alltagssprache im Buch · Interessanter Inhalt
- Merkwürdige Hauptfigur · Unerwarteter Schluss
- Altertümlich geniale Sprache und historischer Hintergrund
- Spannender Ablauf
- Positive Äußerungen der Literaturkritiker
- Berufsdarstellung des Gerbers und des Parfumeurs
- Lesen auf verschiedene Weisen
- Identifikation mit dem Helden der Geschichte

4. Eigene Meinung

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Süskind, Patrick - Das Parfum - Warum ist Süskind´s "Das Parfum" ein Bestseller geworden? Ist dieser Erfolg ihrer Meinung nach gerechtfertigt
Hochschule
Real Centro Universitario Maria Cristina
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V103344
Dateigröße
336 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Süskind, Patrick, Parfum, Warum, Süskind´s, Bestseller, Erfolg, Meinung
Arbeit zitieren
Andreas Häufglöckner (Autor), 2001, Süskind, Patrick - Das Parfum - Warum ist Süskind´s "Das Parfum" ein Bestseller geworden? Ist dieser Erfolg ihrer Meinung nach gerechtfertigt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103344

Kommentare

  • Meine Schulnote auf diese Arbeit.

    Ich hab auf diese Arbeit ne 3- bekommen, eigentlich ganz in ordung, ihr müsst halt schaun, ob ihr des ve3rwerten könnt...

  • Gast am 20.5.2002

    Kommentar nach einer halben Minute.

    *1738,nicht 1938 wie in der Inhaltsan-
    gabe

  • Gast am 20.2.2008

    tol.

    Endlich mal ne Rezession die eine ist.Nicht immer gleich die Meinungen von Einzelnen.Super gemacht!Konnte mich super auf meine Arbeit durch die Rezession vorbeireiten.

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