Das Zeitunglesen im Leben dreier Generationen


Hausarbeit, 2001
7 Seiten

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Die erste Befragte ist die sechzehnjährige Alexandra. Sie besucht die siebente Klasse Gymnasium in Wien, wo sie lebt und aufgewachsen ist.

Alexandra liest nicht besonders regelmäßig Zeitung. Das ist ihr durchaus bewusst und sie hat vor es in ferner Zukunft zu ändern. Überhaupt, wenn es um politische oder wirtschaftliche Themen geht ist sie nicht ausreichend informiert, und das möchte sie gerne ändern. Doch noch, so findet sie, muss sie nicht unbedingt auf dem Laufendem sein, da sich ihre Freunde auch nicht so dafür interessieren und das somit kein Thema ist.

Ihr Vater abonniert das „Profil“, „Format“ und den „Trend“, somit hat sie ihr zukünftiges Lesematerial regelmäßig zu Hause.

Tageszeitungen liest sie kaum. Noch am ehesten, wenn sie in einer Arztpraxis sitzt oder wenn sie ein Elternteil auf den einen oder anderen Artikel aufmerksam macht. Aber beim Zeitungslesen konzentriert sie sich mehr auf den Unterhaltungsteil.

Doch am liebsten liest sie Jugendzeitschriften in denen es um Musik, Stars und Mode geht. Hier kann sie sich informieren um auf den neuesten Stand zu sein und in der Klasse mitreden zu können.

Sie sieht ihr Zeitungsleseverhalten als altersgemäß. Denn beispielweise Bücher liest sie sehr gerne. Wenn sie sie selber aussucht dann sind es meist authentische Berichte wie zu Beispiele das Buch „Nicht ohne meine Tochter“, welches sie verschlungen hat. Aber auch die Pflichtlektüren in der Schule liest sie gerne. Natürliche gibt es hier auch Ausnahmen wie zum Beispiel eine Rittererziehung in Mittelhochdeutsch. Doch ansonsten wehrt sie sich nicht gegen die vorgeschriebenen Bücher sowie viele ihrer Mitschüler/innen, sie weiß es zählt zu ihrer Allgemeinbildung. Und genau aus diesem Grund möchte sie sich auch langsam an das Zeitungslesen gewöhnen und nicht Zeitungen lesen um unterhalten zu werden, sondern auch um informiert zu werden. Doch sie empfindet es als schwierig denn meistens versteht sie viel zu wenig von dem was in der Zeitung steht. Ihr ist klar dass ihr viele, viele allgemeine Informationen, sowie Hintergrundinformationen fehlen. Alexandras Eltern versuchen über vieles zu berichten, es zu erklären damit nicht so schnell Desinteresse entsteht.

Ihr Hauptmedium ist aber das Fernsehen. Hier ist ihr Interesse vielseitig. Sie sieht gerne Unterhaltungssendungen wie verschiedenste Talkshows, Soap Operas (zum Beispiel Gute Zeiten Schlechte Zeiten), oder Big Brother bzw. jetzt wieder Taxi Orange im österreich- ischem Fernsehen. Ansonsten findet sie mehr Gefallen an deutschen Sendern. Aber auch informative Reportagen oder Dokumentationen wie Universum interessieren sie. Gerne mag Alexandra auch Sendungen wie „taff“, „Blitz“ oder „Extra“ in denen sowohl über außer- gewöhnliche Krankheiten, böse Verbrechen ,...und VIP´s berichtet wird. Hier ist sie dann gleich auf verschiedenen Gebieten am aktuellen Stand.

Da Alexandra zu Hause einen Internetanschluss hat ist auch dieses neue Medium bei ihr immer wichtiger. Sie nutzt es regelmäßig. Hier kann man wieder feststellen dass sie es hauptsächlich zur Unterhaltung nutzt. Was ihr besonders Spaß macht ist das Chatten. Hier kann sie anonym mit unterschiedlichsten Personen, über verschiedene Themen sprechen. Dabei, sagt sie, hat sie schon einige „E-Mail-Freundschaften“ geschlossen. Abgesehen davon nutzt sie das Internet immer mehr um sich zu informieren, aber wiederum in Bereichen welche eben junge Mädchen interessieren also Tipps und Tricks, Tests, Horoskope, Rätsel, Spiele, Prominentennews usw.

Doch es kommt immer häufiger vor, dass Alexandra das Internet zur Informationsbeschaffung nutzt. Wenn sie ein Referat schreibt oder beispielsweise Daten eines Schriftstellers braucht. Sie findet das Internet sehr interessant da man schnell zu vielen verschiedenen Informationen kommt.

Ich glaube Alexandra verkörpert den heutigen Teenager. Für politische und wirtschaftliche Themen zeigt sie noch nicht allzu viel Interesse, es fehlt ihr auch das nötige Verständnis. Jedoch ist es ihr bewusst und sie will es ändern. Vielleicht nicht sofort aber in der Zukunft. Momentan merkt sie noch nicht, dass ihr dieses Wissen im Alltag fehlt. Es zählen dann doch eher die Neuigkeiten aus Big Brother oder wer mit wem in der Prominentenwelt zusammen ist, und welches Outfit gerade modern ist. Deshalb widmet sie sich eher den Jugendzeitschriften,-sendungen oder dementsprechenden Seiten im Internet.

Allerdings ist sie froh dass ihre Eltern einbißchen dafür sorgen, dass das Interesse an Zeitungen oder Zeitschriften anderer Art als bisher steigt.

Der zweite Befragte ist Christian. Er ist 29 Jahre alt und lebt im Wien. Er arbeitet als Softwareentwickler bei einer österreichischen Bank. Neben seinem Job studiert er an der Wirtschaftsuniversität Wien Betriebswirtschaftslehre. Er liest sehr gerne Zeitung, doch das erfolgt bei ihm eher spontan. Er selbst kauft auch selten eine Zeitung, außer vielleicht am Wochenende. Deshalb liest er verschiedene Tageszeitungen. Das was gerade zu Hause ist, d.h. das was seine Freundin mit der er zusammenlebt kauft. Und das ist unterschiedlich. Meistens ist es der „Standard“, aber das wechselt mit den „Salzburger Nachrichten“ oder der „Presse“. Ihm persönlich ist es egal. Die Informationen die er braucht holt er sich heraus. Eine bevorzugte Tageszeitung gibt es bei ihm nicht. Am meisten interessieren ihn Wirtschafts- nachrichten, Politik und natürlich das Alltagsgeschehen. Für den Kulturteil der Zeitungen hat er weniger über. Was das Lesen von Zeitschriften betrifft kauft er, zwar nicht regelmäßig, aber doch des öfteren verschiedene Magazine. Hier liegt das Interesse auch in politischen und wirtschaftlichen Berichten. Das heißt Christian kauft meistens das „Format“ oder „Profil“ , manchmal auch den „Trend“ und natürlich zeitweise Fachzeitschriften. Am Wochenende liest er am liebsten, da hat er keinen Stress und nimmt sich Zeit um gemütlich auf der Couch liegend, seine Zeitschriften durchzulesen. Natürlich wird dann auch des öfteren mal ein Thema mit seiner Freundin diskutiert. Aber auch unter der Woche, spät am Abend, wenn er sich bereits vom Arbeitstag erholt hat, liest er noch eine Zeitung oder Zeitschrift. Meist sind das dann die Fachzeitschriften die er zur Hand nimmt. Dort holt er sich die neuesten Programmiertipps o.ä.,das heißt er liest nicht nur zum Vergnügen sondern sehr wohl auch auf beruflichen Gründen. Denn für Christian ist es wichtig immer auf dem neuesten Stand und über vieles informiert zu sein. Und das schafft er somit auch ganz gut, denke ich.

Jedoch verglichen mit dem Interesse am Internet ist das Zeitunglesen bei ihm zweitrangig. Da er ein „Computerfreak“ ist, ist das selbstverständlich sein primäres Medium. Christian ist vom Internet total begeistert. Das erste was er in der Früh macht, nachdem er seinen Computer eingeschalten hat, ist Nachrichtenlesen auf der ORF-Homepage. Hier erfährt er alles was für ihn von Interesse ist. Angefangen vom aktuellen Tagesgeschehen, über Wirtschaft, Politik bis hin zu den Sportnachrichten. Da er vielseitig interessiert ist, ist das für ihn die passende Art und Weise von Informationsbeschaffung. Denn was er besonders gut an dieser Internetseite findet ist dass das es bei jedem Artikel einen Link gibt unter dem man sich weitere Infos bzw.

Hintergrundberichte beschaffen kann. Weiters kann man bei vielen Stories zum „Diskussionsforum“ gelangen, und hier sieht man dann die Kommentare und Meinungen der Leser. Das heißt man kann die Sichtweise oder Einstellungen der Anderen zu diesen bestimmtem Thema lesen. Das ist manchmal recht interessant, meint Christian.

Er ist überhaupt der Meinung dass das Internet momentan das beste Medium ist. Egal worum es geht, ob eben Nachrichten oder Ausstellungen, Theater, Kino, Einkaufen, Musik, Tipps verschiedener Art, Literatur und vieles, vieles mehr. All das findet man im Internet. Der Zeitfaktor spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Es geht alles schnell und das ist heutzutage sehr wichtig.

Ein weiteres Medium ist natürlich auch das Fernsehen. Es gehört zu seinem täglichem Entspannungsritual. Christian kommt nach Hause, macht sich etwas zum Essen und dann legt er sich auf die bequeme Couch und sieht fern. Das ist seiner Meinung nach, die ent- spannendste Art und Wiese sich von Informationen berieselt zu lassen. Das Fernsehen dient bei ihm jedoch hauptsächlich der Unterhaltung. Er sieht gerne Sport oder auch lustige Comics wie die Simpsons und allgemein Comedysendungen. Doch am liebsten sind ihm auch hier die Nachrichtensendungen, Wirtschaftsmagazine, Dokumentationen und Diskussionen. Was ihm überhaupt nicht gefällt sind Soaps, Talkshows oder Realityshows. Er kann nicht verstehen wie sich Menschen so einen Schwachsinn ansehen können, hier wird weder eine schauspielerische Leistung noch sonst etwas erbracht.

Bei Christian gibt es eine Parallele bei allen drei Medien. Er nutzt sie meist zur Informationsbeschaffung. Am meisten interessieren ihn Wirtschafts-, Politiknachrichten und aktuelle Geschehen. Diese kann er von allen der hier aufgezählten Medien erfahren. Das Internet ist ihm am liebsten, da es schnell ist und außerdem sehr vielfältig. Man kommt auch rasch zu Hintergrundinformationen und Meinungen. Das Internet gehört zu seinem Alltag wie das Zähneputzen am Morgen, sagt Christian.

Zeitungslesen ist schon eher eine Freizeitaktivität, die mit Entspannung und Meinungsaustausch verbunden ist. Und das Fernsehen zählt zum täglichen Erholungsritual, und sekundär zur Informationsbeschaffung.

Die dritte Befragte ist die 73jährige, verwitwete Frau Maria . Sie ist eine pensionierte Angestellte aus Wien. Sie liest sehr gerne Zeitungen und Zeitschriften. Und das schon seit ihrer Jugendzeit, wie sie sich erinnert. Schon damals las Frau Maria die Kronenzeitung und das macht sie heute noch. Denn hier holt sie sich die allerneuesten Nachrichten aus Österreich und der ganzen Welt.. Weiters kauft sie wöchentlich „die ganze Woche“ . Diese so findet sie ist sehr vielseitig. Denn es gibt interessante Berichte, spannende Fortsetzungsromane, Kreuzworträtsel, Erzählungen über Schicksale, und nützliche Tipps von Ärzten. Wenn es einen besonders interessanten Artikel gibt wird dieser ausgeschnitten und mit den Damen im Pensionistenclub besprochen. Gerne mag sie auch die Leserbriefe, des öfteren hat auch sie sich schon schriftlich zu verschiedenen Themen geäußert.

Boulevardzeitschriften kauft sie sich zwar selten, aber wenn sie wieder einmal bei einem Arzt sitzt blättert sie sie gerne durch und erfährt hier den neuesten Klatsch und Tratsch aus den Königshäusern bzw. andere Neuigkeiten aus der Künstlerwelt. Frau Maria kann man eher zu den unkritische Zeitungslesern zählen. Sie verschlingt jede noch so absurde Information und vertraut darauf das es 100%ig richtig ist. Manchmal nehmen sie die traurigen Schicksale richtig mit sie leidet mit den betroffenen Personen oder ist empört über das Verhalten der bösen Menschen auf dieser Welt. Denn als sie noch jung war sah das alles natürlich noch ganz anders aus. Die Zeiten waren viel friedlicher.

Das Zeitungslesen gehört zu Frau Marias Alltag. Immer wenn sie vormittags von den Einkäufen zurück kommt liest sie die Tageszeitung und trinkt nebenher Kaffee. So praktiziert sie das schon seit Jahren. Es ist ein wichtiger Bestandteil ihres Tagesablaufes. Die „ganze Woche“ ist eher die Wochenendlektüre. Sie wird meistens vor und nach dem Mittagsessen beim Wiener Wald gelesen. Das verkürzt die Wartezeit vor dem Essen und lässt es gemütlich ausklingen danach. Andere Zeitschriften liest sie wie erwähnt beim Arzt oder Frisör.

Neben dem Lesen ist das Fernsehen ein sehr wichtiges Medium für Frau Maria. Überhaupt seitdem ihre Augen immer schlechter werden. Es ist also ihre Hauptbeschäftigung. Deshalb hat sie sich vor drei Jahren entschlossen einen Kabelanschluß zu nehmen. Das erste Mal eingeschalten wird der Fernseher beim Mittagsessen. Da schaut sie sich die Zeit im Bild an. Danach kommen einige Talkshows die sie gerne sieht. Denn so findet Frau Maria sie spiegeln die heutige Gesellschaft wieder. Das ist zwar einerseits teilweise erschreckend aber andererseits ein interessanter Einblick in die jetzige Zeit. Am späteren Nachmittag kommt dann ihre Lieblingssendung „Reich und Schön“. In dieser Zeit muss Frau Maria zu Hause sein, das ist sozusagen ihr Pflichttermin. Hier haben wir eine Parallele zum Zeitungslesen, wieder ist sie emotional total dabei und durchlebt jede Kleinigkeit als ob es Realität wäre. Auch diese Serie wird beim wöchentlichem Pensionistentreffen besprochen. Ja dann st die Zeit im Bild 2 nicht mehr weit entfernt. Nachrichten sind ebenfalls ein Pflichttermin, immerhin wird hier das aktuelle vom Tag berichtet und morgen kann Frau Maria dann alles ausführlich in der Zeitung lesen. Um 20.15 zum Hauptabendprogramm wird dann ein Spielfilm angesehen. Irgendetwas Gutes spielt es immer, den sie hat Kabelfernsehen und somit genug Auswahl.

Frau Maria ist die typische unkritische Rezipientin. Sie schenkt allem was sie liest Glauben. Sie leidet mit, und ist davon überzeugt dass die Medien korrekte Berichte übermitteln. Das tägliche Fernsehen lenkt sie von ihrer Einsamkeit ab und beschäftigt sie.

Zwischen den ersten zwei Befragten kann man die Gemeinsamkeit der Internetnutzung sehen. Beide sind vom Volumen und der Schnelligkeit beeindruckt. Es dient als Informations- und Unterhaltungsmedium. Das Fernsehen hat eigentlich bei allen Dreien eine großen Stelenwert und wird kaum durch ein anderes Medium verdrängt. Es gehört zum Alltag. Sowie beim zweiten und bei der dritten Befragten das Zeitungs- und Zeitschriftenlesen auch. Bei Einem regelmäßiger beim Anderen weniger. Je nach Interesse werden Zeitungen ausgesucht.

Schön ist es zu beobachten, dass bei keinem der Personen das Zeitungslesen durch ein anderes, neueres Medium verdrängt wird. Sogar die junge Generation die eigentlich mit Fernsehen und Internet aufwächst ist an der Zeitung interessiert. Das zeigt dass die Zeitung nicht durch „Schnelleres“ und „Größeres“ ersetzt werden kann. Der gemütliche Wiener bleibt seiner Zeitung treu.

7 von 7 Seiten

Details

Titel
Das Zeitunglesen im Leben dreier Generationen
Autor
Jahr
2001
Seiten
7
Katalognummer
V103356
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zeitunglesen, Leben, Generationen
Arbeit zitieren
Julia Buraczek (Autor), 2001, Das Zeitunglesen im Leben dreier Generationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103356

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