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Der Völkermord in Ruanda. Die Mitschuld der internationalen Gemeinschaft an dem Genozid

Title: Der Völkermord in Ruanda. Die Mitschuld der internationalen Gemeinschaft an dem Genozid

Seminar Paper , 2014 , 17 Pages

Autor:in: Gregor Reigner (Author)

History - Africa
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Der Völkermord in Ruanda war eines der schrecklichsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts. Ursprünglich eine belgische Kolonie, wurde Ruanda im Zuge der Dekolonialisierung in die Unabhängigkeit entlassen - die von den Besatzern willkürlich festgelegte ethnische Einteilung der Bevölkerung blieb allerdings bestehen. Dies führte schließlich zu einem Bürgerkrieg und einem Genozid. Die UNO wurde zu einer passiven Beobachterrolle verdammt, da unterschiedliche geopolitische Interessen der Großmächte (insbesondere Frankreichs und Großbritanniens) machten eine Intervention durch die UNO unmöglich. Diese Arbeit untersucht, ob die Großmächte eine Mitschuld am Völkermord in Ruanda tragen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Burundi und die Auswirkung auf Ruanda

3. Das koloniale Erbe Ruandas

4. Das Arusha Abkommen

5. Der Genozid an den Tutsi

5.1 Vorgeschichte

5.2 Der Bürgerkrieg

5.3 Die Rolle Frankreichs

5.4 Die Rolle Großbritanniens und der USA

6. Schlusswort

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die historische Mitschuld der internationalen Gemeinschaft am Völkermord in Ruanda 1994, mit einem besonderen Fokus auf das Versagen der Vereinten Nationen und das geopolitisch motivierte Handeln einzelner Großmächte.

  • Analyse der historischen Ursprünge des Konflikts und der kolonialen Auswirkungen
  • Untersuchung der Rolle der UN-Mission (UNAMIR) und des gescheiterten Arusha Abkommens
  • Detaillierte Betrachtung der partikularen Interessen Frankreichs in der Region
  • Untersuchung der Einflussnahme von Großbritannien und den USA zugunsten der RPF
  • Bewertung der strukturellen Versäumnisse bei der Verhinderung des Genozids

Auszug aus dem Buch

Die Rolle Frankreichs

Frankreich kam eine spezielle Rolle in Ruanda und damit auch am Genozid zu Teil. Ende der 1980er erhob sich Frankreich nämlich zur Schutzmacht Ruandas; vornehmlich um den englischen Einfluss in dieser Region zuvorzukommen. Dabei wurde auch die RPF als Gefahr für die Frankophonie gesehen. Frankreich versprach Ruanda Wirtschaftshilfe, machte diese jedoch von der Demokratisierung des Landes abhängig. Es war auch v.a. Frankreich, dass die Unterzeichnung des Arusha Abkommens durch den ruandischen Präsidenten erzwang. Damit hätte es Frankreich grundsätzlich ein Anliegen sein müssen, dass dieses Abkommen eingehalten wird. Letztendlich ging es der französischen Regierung aber darum, den Vorstoß der RPF zu verhindern. Hiermit wird bereits angedeutet, dass es Frankreich weniger um das Wohl Ruandas ging, als mehr um den eigenen Einfluss in Afrika zu stärken. In diesem Zusammenhang überrascht es daher kaum, dass Frankreich keine Unterstützung gegen den von den Hutu Extremisten durchgeführten Völkermord schickte, da die RPF einem frankophonen Ruanda im Weg stand. Ebenso ist eine gewisse Rivalität zwischen Frankreich und Großbritannien sowie den USA zu erkennen. Eine Zusammenarbeit, um den Genozid zu verhindern, war unter diesen Umständen äußerst schwierig. Bereits jetzt ist zu sehen, dass Frankreich nicht daran interessiert war, den Genozid zu verhindern.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Der Autor erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Mitschuld der internationalen Gemeinschaft am ruandischen Völkermord und legt den Untersuchungsrahmen fest.

Burundi und die Auswirkung auf Ruanda: Es wird dargelegt, wie die ethnische Spannung und Massengewalt im Nachbarland Burundi destabilisierend auf Ruanda wirkte und Extremisten radikalisierte.

Das koloniale Erbe Ruandas: Das Kapitel analysiert, wie deutsche und belgische Kolonialpolitik soziale Gruppen in "rassische" Identitäten überführte und damit den Grundstein für spätere ethnische Konflikte legte.

Das Arusha Abkommen: Der Text kritisiert das Abkommen als wirkungslos, da es bestehende Machtkämpfe nicht löste, sondern durch die Involvierung der RPF die Extremisten unter den Hutu weiter radikalisierte.

Der Genozid an den Tutsi: Dieses Hauptkapitel beleuchtet den Ausbruch der Gewalt nach dem Flugzeugabschuss 1994 und das systematische Versagen der internationalen Gemeinschaft bei der Friedenssicherung.

Vorgeschichte: Der Autor beschreibt die UN-Mission UNAMIR und zeigt auf, dass trotz bekannter Waffenlager und drohender Gewalt kein politischer Wille zum Eingreifen bestand.

Der Bürgerkrieg: Es wird verdeutlicht, wie der Konflikt zwischen Hutu-Extremisten und der RPF eskalierte und wie westliche Mächte die Bedeutung des Bürgerkriegs zugunsten eigener Interessen ignorierten.

Die Rolle Frankreichs: Die Untersuchung zeigt auf, dass Frankreich aus geopolitischem Eigeninteresse und Rivalität mit anglophonen Mächten die Hutu-Regierung unterstützte und das Waffenembargo missachtete.

Die Rolle Großbritanniens und der USA: Dieses Kapitel arbeitet heraus, wie Großbritannien und die USA durch die Unterstützung der RPF und wirtschaftliche Interessen im Kongo-Raum den Genozid in Kauf nahmen.

Schlusswort: Die Conclusio fasst zusammen, dass die internationale Gemeinschaft den Genozid aus Kalkül und zur Wahrung eigener Reputation sowie geopolitischer Machtverhältnisse bewusst in Kauf nahm.

Schlüsselwörter

Ruanda, Völkermord, Genozid, Internationale Gemeinschaft, Vereinte Nationen, UNAMIR, Frankreich, Großbritannien, USA, Arusha Abkommen, RPF, Hutu, Tutsi, Geopolitik, Kolonialismus

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Rolle der internationalen Gemeinschaft, insbesondere der UNO, Frankreichs, Großbritanniens und der USA, im Kontext des Völkermords in Ruanda 1994.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die koloniale Vorgeschichte, die Auswirkungen der Instabilität in Burundi, das Scheitern des Arusha Abkommens sowie die geopolitischen Interessen der westlichen Großmächte.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage ist, ob die internationale Gemeinschaft eine Mitschuld am Genozid trägt, wie diese Mitschuld konkret aussah und woraus das Verhalten der Akteure resultierte.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine historische Analyse auf Basis existierender Literatur und Artikel durch, um die politischen Versäumnisse und Handlungen der internationalen Akteure zu untersuchen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Vorgeschichte, das Versagen der UNAMIR-Mission, die Eskalation durch den Bürgerkrieg und eine detaillierte Analyse der parteiischen Interventionen Frankreichs, Großbritanniens und der USA.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Völkermord, geopolitische Interessen, UN-Versagen, Kolonialismus und ethnische Radikalisierung charakterisiert.

Welche Rolle spielte die Operation Turquoise laut dem Autor?

Der Autor argumentiert, dass die Operation Turquoise primär geopolitischen Interessen Frankreichs diente und zur Flucht der Hutu-Täter beitrug, anstatt den Genozid humanitär zu beenden.

Wie bewertet der Autor das Handeln der USA und Großbritanniens?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass beide Mächte die RPF unterstützten, um ihren eigenen Einfluss in der Region zu sichern, und dabei bewusst die Augen vor den Massakern verschlossen.

Warum konnte die UNAMIR den Völkermord nicht verhindern?

Laut Arbeit lag dies an einem zu schwachen Mandat, einem Mangel an Truppenstärke durch das Zögern der Mitgliedstaaten sowie der bewussten Entscheidung, das eigene Ansehen über den Schutz von Zivilisten zu stellen.

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Details

Title
Der Völkermord in Ruanda. Die Mitschuld der internationalen Gemeinschaft an dem Genozid
College
University of Vienna
Author
Gregor Reigner (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V1033806
ISBN (eBook)
9783346441423
ISBN (Book)
9783346441430
Language
German
Tags
Geschichte Zeitgeschichte Afrikanische Geschichte Afrika Ruanda Völkermord UNO Vereinte Nationen Frankreich Großbritannien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gregor Reigner (Author), 2014, Der Völkermord in Ruanda. Die Mitschuld der internationalen Gemeinschaft an dem Genozid, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033806
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