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Die Möglichkeiten und Herausforderungen des Empowerments in der Arbeit mit depressionskranken Menschen

Title: Die Möglichkeiten und Herausforderungen des Empowerments in der Arbeit mit depressionskranken Menschen

Seminar Paper , 2019 , 22 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Alexandra Brunet (Author)

Health - Health system
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Diese Seminararbeit setzt sich als Ziel, die Möglichkeiten und die Herausforderungen einer auf Empowerment ausgerichteten Sozialen Arbeit bei Menschen mit Depression darzustellen, zu diskutieren und kritisch zu betrachten.

Heute ist die Soziale Arbeit vom Empowerment-Konzept nicht mehr zu trennen. Es wurde in das Leitbild von vielen sozialen Institutionen übernommen und als wichtiges Merkmal von vielen sozialen Strukturen und Interventionen postuliert. Empowerment, ein Konzept, das innerhalb der Gemeinwesenarbeit gewachsen ist, wurde zum Leitkonzept professioneller
Sozialer Arbeit. Es zielt auf eine Umstellung des professionellen Helfens und der Hilfeleistungen, indem der Schwerpunkt weg von einer defizitorientierten Sichtweise auf die Ressourcen der Klientel gelegt wird.

Die defizitorientierte Sichtweise trägt dazu bei, dass den Menschen eine Hilflosigkeit zugeschrieben wird und deren Entmündigung durch exzessive Fürsorge gefördert wird. Die Betroffenen fühlen sich ausgeschlossen und entmündigt, sie werden zu starren Objekten professioneller Hilfe. Im Gegensatz dazu sorgt Empowerment für eine Erweiterung des professionellen Blickwinkels. Der Schwerpunkt der Interventionen in der Sozialen Arbeit ändert sich, bewegt sich außerhalb der Wechselwirkung zwischen beispielsweise persönlichen, psychischen und umweltbedingten Defiziten und bezieht in seine professionellen Tätigkeiten stärker die individuellen und sozialen Ressourcen der Menschen ein. Empowerment stellt sich als ein Plädoyer für eine partizipative Soziale Arbeit dar, entfernt von der Vorherrschaft der Fachleute, die zu einer „Erosion alltagsweltlicher Fähigkeiten führt“ (Galuske 2005).

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, inwiefern ein Konzept, das die Selbstbestimmungskraft der Klientel in den Mittelpunkt seiner Argumentation setzt, mit einer depressiven Erkrankung vereinbar ist.

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Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Begriffsklärung

2.1 Das Empowerment-Konzept

2.2 Depression

3 Die Voraussetzungen und die Vorteile des Empowerments

4 Die Herausforderungen, Grenzen und Risiken des Empowerments

4.1 Persönliche und krankheitsbedingte Hindernisse

4.2 Institutionelle und strukturell-politische Herausforderungen

5 Empowermentorientierte Handlungsmaxime für die Praxis

5.1. Ziele und Handlungen

5.2 Die Prämissen des Empowerments

5.3 Empowermentorientierte Verfahren

5.4 Empowermentorientierte Rahmenbedingungen

6 Der Sozialpsychiatrische Dienst - ein Beispiel für eine erfolgreiche sozialraumorientierte Umsetzung des Empowerments

7 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und die Herausforderungen des Empowerment-Konzepts in der Arbeit mit Menschen, die an einer Depression erkrankt sind, um Wege zu einer partizipativen und ressourcenorientierten Sozialen Arbeit aufzuzeigen.

  • Grundlagen des Empowerment-Konzepts in der Sozialen Arbeit
  • Krankheitsbild Depression und deren Auswirkungen auf die Lebensführung
  • Herausforderungen bei der Umsetzung von Empowerment bei depressiven Klienten
  • Ressourcenorientierung und Partizipation als zentrale Interventionsansätze
  • Rolle des Sozialpsychiatrischen Dienstes als Umsetzungsbeispiel

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Empowerment-Konzept

Empowerment ist ein in der Gemeinwesenarbeit (GWA) entwickeltes Konzept, das heutzutage in allen Bereichen der Sozialen Arbeit vorkommt. Es leitet sich aus der substantivierten Form des englischen Worts to empower her. Das Verb bedeutet, jemanden zu ermächtigen oder jemandem die Befugnisse bereitzustellen, damit diese Person etwas machen kann (vgl. Pankofer 2000, S. 8). Obwohl Empowerment ein Grundsatz des demokratischen Staates ist, wird es v. a. von den Menschen eingefordert und durchgesetzt, die in ihrer Teilnahme an sozialen und politischen Entscheidungsprozessen eingegrenzt sind. Dadurch steht heute das Empowerment für das Kämpfen für mehr Partizipation und Entscheidungsmöglichkeiten von benachteiligten Individuen und Gruppen (ebd., S. 9).

Empowerment, wie viele andere Konzepte Sozialer Arbeit, stammt aus dem angloamerikanischen Raum. Der Begriff wurde ursprünglich während der Bürgerrechts- und Frauenbewegung in den USA verwendet. Allerdings gehen die Wurzeln auf mehrere Richtungen zurück: die des Kommunitarismus, wo die Grundlage einer solidarischen Gemeinschaft in der Stärkung von Kommunitäten für die Ressourcen steht; die der Selbsthilfebewegung und der neuen sozialen Bewegungen sowie auf die sozio-strukturelle Forschung der Sozialen Netzwerke (vgl. Galuske 2005, S. 269; Sohns 2009, S. 97).

Es gibt keine einheitliche Definition des Empowerment-Konzeptes, wobei zu einer begrifflichen Eingrenzung die Betrachtung seiner Zielsetzung hilft. Das Ziel von Empowerment ist es, mit Hilfe von ressourcen- und kompetenzenbasierten sozialarbeiterischen Interventionen eine Umwandlung des defizitorientierten Ansatzes zu bewirken, damit die Menschen mehr Selbstbestimmung und Kontrolle bezüglich ihrer eigenen Lebensführung und -lage erlangen (vgl. Galuske 2005, S. 270). Es zielt darauf ab, die Machtverteilung der defizitorientierten Sichtweise neu zu definieren, indem die Verantwortung für ihre Entwicklung zurück an die Betroffenen gegeben wird. Dabei werden die vorhandenen Machtverhältnisse kritisch hinterfragt und analysiert und Veränderungen angestrebt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung verortet das Empowerment-Konzept als Leitkonzept der professionellen Sozialen Arbeit und formuliert die Forschungsfrage zur Anwendbarkeit bei depressiven Klienten.

2 Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe Empowerment und Depression und legt die theoretische Basis für die Untersuchung.

3 Die Voraussetzungen und die Vorteile des Empowerments: Hier werden präventive und unterstützende Wirkungen des Empowerments beleuchtet, insbesondere im Hinblick auf Autonomie und Ressourcenstärkung.

4 Die Herausforderungen, Grenzen und Risiken des Empowerments: Das Kapitel thematisiert Hürden bei der Umsetzung, wie z.B. krankheitsbedingte Passivität der Klienten oder institutionelle Zwänge.

5 Empowermentorientierte Handlungsmaxime für die Praxis: Hier werden konkrete Ziele, Handlungen, Prämissen und Verfahren der Praxis vorgestellt.

6 Der Sozialpsychiatrische Dienst - ein Beispiel für eine erfolgreiche sozialraumorientierte Umsetzung des Empowerments: Dieser Abschnitt illustriert die praktische Anwendung von Empowerment-Prinzipien anhand des Sozialpsychiatrischen Dienstes (SpDi).

7 Fazit: Die Zusammenfassung reflektiert die Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer differenzierten, reflektierten Praxis.

Schlüsselwörter

Empowerment, Soziale Arbeit, Depression, Ressourcenorientierung, Partizipation, Selbstbestimmung, Sozialpsychiatrischer Dienst, Gemeinwesenarbeit, Inklusion, Professionelles Handeln, Defizitorientierung, Klientenorientierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert das Konzept des Empowerments im Kontext der Sozialen Arbeit mit an Depression erkrankten Menschen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Arbeit deckt Themen wie Ressourcenstärkung, Selbstbestimmung, die Überwindung von Hilflosigkeit und die Rolle professioneller Sozialarbeit in der Psychiatrie ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Möglichkeiten und Herausforderungen einer Empowerment-orientierten Praxis bei depressiven Menschen kritisch zu hinterfragen und Wege für eine erfolgreiche Umsetzung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer umfassenden Literaturrecherche und der kritischen Analyse fachwissenschaftlicher Konzepte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, eine Analyse der Anwendungshürden sowie die Darstellung konkreter Praxisbeispiele, wie den Sozialpsychiatrischen Dienst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Empowerment, Ressourcenorientierung, Partizipation, Depression und die Soziale Arbeit als helfende Profession.

Warum ist das "Gleichgewicht" bei der Arbeit mit depressiven Klienten so wichtig?

Es ist entscheidend, ein Gleichgewicht zwischen der Förderung der Eigeninitiative (Empowerment) und dem notwendigen Schutz sowie der Fürsorge zu finden, um die Klienten nicht zu überfordern.

Welche Rolle spielt der Sozialpsychiatrische Dienst in diesem Konzept?

Er dient als Paradebeispiel für eine erfolgreiche sozialraumorientierte Umsetzung, da er niederschwellige, freiwillige Hilfen anbietet, die gezielt die Autonomie und Teilhabe der Betroffenen fördern.

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Details

Title
Die Möglichkeiten und Herausforderungen des Empowerments in der Arbeit mit depressionskranken Menschen
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,4
Author
Alexandra Brunet (Author)
Publication Year
2019
Pages
22
Catalog Number
V1033815
ISBN (eBook)
9783346441621
ISBN (Book)
9783346441638
Language
German
Tags
Gesundheit Gesundheitswesen Depression empowerment SpDi Psychiatrie psychische Störungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Brunet (Author), 2019, Die Möglichkeiten und Herausforderungen des Empowerments in der Arbeit mit depressionskranken Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1033815
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