Grundlagen der psychoanalytischen Therapie


Seminararbeit, 2000
19 Seiten

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Widerstand
2.1 Definition
2.2 Geschichtliche Einordnung
2.3 5 Hauptarten nach Freud
2.4 Freuds Folgerungen
2.5 Übertragungswiderstände
2.5.1 Widerstand gegen das Auflösen von Übertragungen
2.5.2 Liebesübertragung
2.6 Motive und Formen des Widerstandes
2.7 Widerstand durch die Charakterstruktur
2.8 Flucht in die Gesundheit
2.9 Wie viel Widerstand ist nötig?
2.10 Widerstand im Alltagsleben

3. Gegenübertragung
3.1 Definition
3.2 Geschichtliche Einordnung
3.3 Wann kann man eigentlich von Gegenübertragung sprechen?
3.4 Gegenübertragung - eine Reaktion unter vielen?
3.5 Gegenübertragung - Verständnishilfe für innere Vorgänge
3.6 Gegenübertragung im heutigen Sinn

4. Schlussbemerkung

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Kaum ein anderer Bereich widmet sich den Problemen und Ängsten der Menschen in so starkem Maße wie die Psychoanalyse.

Dass ein solcher Vorgang mit immensen Kosten und Zeitaufwand verbunden ist, scheint den meisten Menschen klar zu sein. Weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass es auch innerhalb einer Analyse zu Problemen kommen kann, zu Problemen seitens des Patienten, aber auch zu Schwierigkeiten seitens des Therapeuten.

Im folgenden sollen zwei dieser Problemfelder kurz erläutert werden, und zwar die Phänomene des Widerstandes und der Gegenübertragung.

2. Widerstand

2.1 Definition

Der Begriff Widerstand beschreibt ganz allgemein die Tendenz einer Person, Vorschläge, Anordnungen oder empfohlene Handlungen, die von einer anderen Person gemacht werden, zu verweigern. In der Psychoanalyse wird all das als Widerstand bezeichnet, was sich der psychoanalytischen Arbeit entgegensetzt. Dabei handelt es sich vorwiegend um unbewusste Kräfte, welche den pathologischen Zustand zu erhalten suchen. Der Widerstand dient dazu, Schuldgefühle, schmerzhafte Affekte, aber auch Scham und Angst, welche die Psychotherapie als schmerzhafter Prozess der Konfrontation mit sich selbst ans Tageslicht bringen würde, zu unterbinden - anders ausgedrückt - Widerstand richtet sich gegen die Analyse von schwerwiegenden seelischen Inhalten, durch die das labile Gleichgewicht in Form von neurotischen Symptomen aufrechterhalten wird1. Ausdrucksmöglichkeiten des Widerstandes können Gefühle, Einstellungen, Ideen, Impulse, Phantasieren oder Handlungen sein.

Zusammenfassend können folgende drei allgemein gültigen Auslöser für Widerstand genannt werden:

a) Inhalte seelischen Materials, das nicht an die Oberfläche gelangen soll;
b) Die Technik des Therapeuten;
c) Die Person des Therapeuten.

2.2 Geschichtliche Einordnung

Widerstand als technischer Begriff erschien erstmals bei Freud, als dieser versuchte, bei seinen hysterischen Patienten vergessene Erinnerungen wiederzubeleben. Anfänglich versuchte Freud diesem Phänomen mit Hypnose (Therapie von Anna O. 1895) entgegenzu- wirken, ging jedoch wenig später zur sog. „Druck-Prozedur“, wie im Falle der Therapie von Elisabeth R. (1895), über. Zu diesem Zeitpunkt unterschied Freud noch nicht zwischen bewusstem Zurückhalten und einem unbewusst ausgelösten Gedankenblock. Widerstand war für ihn lediglich das Widersetzen des Patienten auf die Beeinflussungsversuche des Therapeu- ten. Durch weitere Untersuchungen gelangte Freud schließlich zu folgendem Ergebnis: Widerstand richtet sich gegen

a) die Wiederbelebung schmerzlicher Vorstellungen und Affekte im Patienten. Diese können unter Umständen zu Widerständen führen, falls die verdrängten Vorstellungen peinlicher Natur sind und im Patienten die Gefühle der Scham, des Vorwurfs oder sonstigen psychischen Schmerzes hervorrufen.

b) das Bewusstwerden unannehmbarer Triebregungen und Wünsche im Patienten. Hinsichtlich der Arbeit mit seiner Patientin Dora (1905b) war es Freud möglich, eine weitere Form des Widerstandes zu klassifizieren, den sog. Übertragungswiderstand.

Freud beschrieb, wie seine Patientin Racheimpulse gegen ihn richtete, die eigentlich auf eine andere Person zurückzuführen sind. Sie verließ Freud, weil sie sich dafür rächen wollte, von Herrn K. verlassen worden zu sein. Dieser Fall zeigt deutlich, dass auch der Analytiker in seiner therapeutischen Funktion zum Ziel unbewusster Widerstände werden kann, deren Ursprung eigentlich in anderen Personen zu suchen ist.

2.3 5 Hauptarten nach Freud

In „Hemmung, Symptom und Angst“ zählt Freud (1926) verschiedene Widerstandsformen auf, wie sie sich nach dem Strukturmodell einteilen lassen: Es-Widerstände, Ich-Widerstände und Über-Ich-Widerstände.

1) Verdrängungswiderstand

Bei dieser Form des Widerstandes versucht sich der Patient vor schmerzlichen Triebregungen, Erinnerungen oder Gefühlen zu schützen, deren Auftauchen eine Form des psychischen Schmerzes in ihm hervorrufen könnte. Je stärker das Verdrängte dem Bewusstwerden kommt, desto stärker fällt auch der Widerstand dagegen aus. Der Analytiker sollte deshalb durch Deutungen versuchen, das Bewusstwerden solcher Inhalte in einer Form zu ermöglichen, die der Patient ertragen kann.

2) Übertragungswiderstand

Dieser ähnelt sehr stark dem Verdrängungswiderstand, da die Analyse ebenfalls verdrängtes bzw. anderweitig verarbeitetes psychisches Material im Patienten freilegt. Auch hier kommt es durch die Freisetzung im Patienten zu einem Widerstand. Entscheidend ist jedoch hierbei, dass das bewusste Zurückhalten von Gedanken über den Analytiker, als auch die Abwehr unbewusster Übertragungsvorstellungen, zur Widerstandsreaktion führen kann.

3) Widerstand aus dem (sekundären) Krankheitsgewinn

Bei dieser Art basiert der Widerstand darauf, dass sich der Patient mit der Zeit an die positiven Folgen seines Leidens gewöhnt hat und nunmehr auch weiterhin gewillt ist, seinen Nutzen daraus zu ziehen. Zu den Vorteilen aus seiner Krankheit zählen z.B. die Pflege oder das Mitgefühl Anderer, aber auch die finanzielle Unterstützung, welche oft mit solchen Krankheiten verbunden ist. Für viele Patienten bedeutet eine verstärkte Zuwendung eine Art „Ersatzbefriedigung“. Folglich wünschen sie auch nicht ihren Krankheitszustand zu verbessern.

4) Es-Widerstand

Diese Art des Widerstandes geht auf die Triebregungen des Patienten zurück, die sich versuchen, gegenüber jeglicher Veränderung ihrer Modalität und Äußerungsweise zur Wehr zu setzen. Zur Beseitigung dieser Widerstandsform ist das erforderlich, was Freud „Durcharbeiten“ genannt hat.

5) Über-Ich-Widerstand

Entscheidend für das Entstehen dieses Widerstandes ist das Schuldgefühl oder Strafbedürfnis des Patienten. Diese Form ist nach Freud am schwersten zu erkennen und zu behandeln.

Beispiel: Ein Patient hat etwas gedacht, was in ihm Schuldgefühle weckte; er verdrängt diesen Gedanken wieder und kommt zur Behandlungsstunde mit einem Unlustgefühl. Dieses Unlustgefühl wird schließlich als Schuldgefühl identifiziert, das ihn zum Widerstand gegen die analytische Arbeit veranlasste2.

2.4 Freuds Folgerungen

1) Das Phänomen des Widerstandes steht in engem Zusammenhang mit dem gesamten Bereich der Abwehrmechanismen des Patienten.

2) Diese Mechanismen wurden entwickelt, um Gefahrensituationen zu bewältigen und umfassen Abwehrmechanismen wie Projektion, Ungeschehenmachen oder Intellektualisieren.

3) Gefahrensituationen würden sich ergeben, wenn unbewussten sexuellen oder aggressiven Wünschen im Bewusstsein oder Handeln unmittelbarer oder ungehinderter Ausdruck gestattet würde.

4) Die Abwehrmechanismen gegen einstige Gefahren tauchen nun als Widerstände gegen die Heilung in der Therapie auf, da die Heilung oft als neue Gefahr angesehen wird.

2.5 Übertragungswiderstände

Übertragungswiderstände werden als die stärksten Hemmnisse auf dem Weg der psychoanalytischen Behandlung angesehen. Ziel dieser Widerstände ist dabei die Person des Analytikers selbst. Anstatt sich ihrer zu erinnern, neigen manche Patienten dazu, verdrängte Einstellungen, Gefühle und Erlebnisse in der Therapie wiederzubeleben. So kommt es nicht selten vor, dass der Therapeut zum neuen Zielobjekt dieser alten Gefühle und Gedanken im Hier und Jetzt avanciert. Die Entwicklung solcher Übertragungen von der Erlebnisweise früherer Bezugspersonen auf den Analytiker kann die stärksten Widerstände gegenüber der freien Assoziation hervorrufen, denn die neuen Gefühle des Patienten gegenüber dem Analytiker können als höchst bedrohlich erlebt werden. Gill (1979,1982) schließt sich der Meinung Freuds (1914) an und sieht ein Zustandekommen des Widerstandes hauptsächlich in einer mentalen Wiederholung früherer Bezugsformen. Er ist der Auffassung, dass solche Übertragungen bereits mit dem Beginn der Therapie an wirksam sind und sich nicht erst mit der Übertragungsneurose entwickeln, sie müssen nur erkannt werden.

2.5.1 Widerstand gegen das Auflösen von Übertragungen

Denken wir uns einen Fall, bei dem es zu einer Übertragungsbeziehung zwischen Analytiker und Patienten gekommen ist. Dass an einer Beziehung normalerweise festgehalten wird, versteht sich von selbst. Nun kann es aber sein, dass die zustande gekommene Übertragungsbeziehung die einzig wichtige Beziehung, vielleicht seit langer Zeit, oder die erste Ganzobjektbeziehung überhaupt im Leben des Patienten darstellt. Da sich an der Beziehung nichts ändern soll, wird der Patient mit erheblichem Widerstand gegen deren Auflösung reagieren. Ähnlich einem Kind, das zum ersten Mal seine Primärfamilie verlassen soll, um in den Kindergarten zu gehen, können sich auch im Patienten Ängste gegen die Loslösung manifestieren. Aber auch ein Wechsel in der Beziehungsform kann gefürchtet werden. Tritt der Therapeut aus seiner „angedachten“ Position heraus in seine reale Rolle des Therapeuten, können sich im Patienten ähnliche Gefühle entwickeln, wie beispielsweise bei einem kleinen Kind, welches von seinem Vater verlassen wird. Da das Kind ja auch nicht ohne seinen Vater auskommen kann, wird der Patient ebenfalls starke Widerstandsgefühle gegen seine Loslösung aufbringen.

2.5.2 Liebesübertragung

Man kann oben genannten Fall natürlich noch verschärfen und annehmen, dass sich beispielsweise eine Patientin in ihren Therapeuten verliebt hat. Dieses Verhalten ist jedoch dysfunktional für den Fortschritt der Therapie. Der Wunsch, wieder geliebt zu werden, ist stärker als der Wunsch nach einer Besserung der Symptome. Manche Patienten arbeiten aus Liebe zum Therapeuten gut mit, andere jedoch stellen die therapeutische Arbeit ganz ein und drängen auf eine private Beziehung. Dass dem Therapeuten bei einer Ablehnung Gefühle von Enttäuschung bis Hass entgegenschlagen, versteht sich dabei von selbst.

2.6 Motive und Formen des Widerstandes

Neben den fünf Hauptarten des Widerstandes nach Freud (1926) gibt es natürlich noch zahllose andere Formen, die sich teilweise überschneiden. Anbei sollen einige dieser Formen genauer beschrieben werden.

1) Widerstand gegen einen neue Therapieform

Während seiner Leidensgeschichte ist es denkbar, dass ein Patient zu einem neuen Therapeuten überwechselt, von dem er sich eine größere Heilungschance erhofft. Genauso, wie sich die Therapeuten als Menschen voneinander unterscheiden, können auch ihre Methoden variieren. Ein Verhalten, welches in der Gestalt-oder Körpertherapie erlernt wurde, kann sich als Hindernis in der psychoanalytischen Arbeit auswirken. Ein Patient kann möglicherweise einen Widerstand gegen das Umlernen entwickeln, motiviert durch die Angst vor Neuem und Unvertrautem. Allerdings kann man erst von Widerstand sprechen, falls der Patient sich weigert, umzulernen. Dies ist nicht der Fall, wenn der Patient tatsächlich umlernen will, der therapeutische Prozess dadurch aber verlangsamt wird.

2) Schweigen als Widerstand

Schweigt der Patient während der Sitzung, wird dies oft als Widerstand interpretiert. Dient das Schweigen dem Verweigern von Kommunikation aufgrund von Angst, Scham oder sonstigen seelischen Inhalten, so liegt tatsächlich ein Widerstand vor. Schweigen kann jedoch auch eine Form der nonverbalen Kommunikation (Cremerius 1969) sein. Schweigt der Patient, so fehlen ihm vielleicht die Worte, sich richtig auszudrücken, oder er möchte eine bestimmte Atmosphäre durch ein Gespräch nicht zerstören.

3) Verborgene Widerstände

Verborgene Widerstände treten immer dann auf, wenn trotz reibungslos ablaufender Therapie keine Fortschritte erzielt werden. Ist dies der Fall, hat der Analytiker die Aufgabe, diesen Widerstand aufzudecken, selbst wenn er versucht ist, seine Arbeit lieber fortzusetzen. Beispielsweise kann sich ein Patient intensiv mit seiner Vergangenheit beschäftigen, ist aber gleichzeitig nicht in der Lage, für seine momentane Situation einen Nutzen daraus zu ziehen. Wird der Patient auf diese Stagnation hingewiesen, reagiert er oft mit erheblichem Widerstand, der nunmehr bearbeitet werden kann, oder aber dazu führt, dass der Patient die Therapie abbricht.

4) Therapiedauer und Widerstand

Auch die Therapiedauer übt einen großen Einfluss auf die Art und Intensität der Widerstände im Patienten aus. Beispielsweise erzielen Gruppen mit wenigen Sitzungen oft schnellere Erfolge, als Gruppen mit vielen Sitzungen. Es ist einfach leichter über Intimes zu berichten, wenn man sich schnell wieder aus den Augen verliert. Ebenso scheint das Verlangen nach „Selbstschutz“ bei einer längeren Therapiedauer stärker zu sein, als dies bei nur wenigen Sitzungen der Fall ist.

Zu den weiteren Formen der Widerstände zählen beispielsweise der Widerstand gegen das freie Assoziieren, verschleierte Mitteilungen, Widerstand gegen eine Fokussierung, Agieren als Widerstand etc.

2.7 Widerstand durch die Charakterstruktur

Wie bereits erwähnt, beruht Widerstand auf vielfältigen Formen und Motiven. Genauso vielfältig können aber auch die unterschiedlichen Charakterstrukturen der Personen sein, die sich durch eine Therapie eine Linderung ihrer Symptome erhoffen. Dass bestimmte Grundeinstellungen der Patienten während der Analyse ebenfalls zu Widerständen führen können, liegt dabei auf der Hand. Die strukturspezifischen Widerstände von Patienten während einer Therapie kann man nach den zentralen Beziehungswünschen der verschiedenen Strukturen einteilen (König 1988,1991,1993b).

1) Der Widerstand eines schizoiden Patienten kann sich gegen die verbale Kommunikation mit dem Therapeuten richten, da der Wunsch besteht, der Therapeut möge ihn auch so verstehen. Charakteristisch ist dabei die Angst, über eigene Gefühle zu reden. Diese Art von Patient fürchtet dabei den Verlust der eigenen Identität und die gleichzeitige Inbesitznahme durch den Therapeuten.

2) Narzisstische Patienten versuchen sich der Eigenständigkeit des Therapeuten zu verwehren. Diese Eigenständigkeit wirkt der Phantasie entgegen, der Therapeut sei eine Extension ihrer selbst. Auch wird der Patient versuchen, einer direkten Meinungsverschiedenheit aus dem Weg zu gehen. Eine andere Meinung als die des Patienten löst den Therapeuten aus dessen Phantasie heraus und bedeutet gleichzeitig den Verlust der Kontrolle. Die Reaktionen des Patienten können dabei von Angst bis Wut reichen.

3) Ziel des Widerstandes bei depressiven Patienten kann die Therapie an sich werden. Mit dem Beginn einer Therapie ist auch gleichzeitig deren Ende in Sicht. Dieses Ende ruft jedoch Gefühle des Schmerzes und des Verlustes im Patienten hervor. Der Wunsch nach einer Aufrechterhaltung der Beziehung kann im Patienten dabei so stark werden, dass er sich jeglichem Fortschritt der therapeutischen Arbeit durch Schweigen oder Ablenkung verwehrt.

4) Die Angst, durch die Einflussnahme des Therapeuten versklavt zu werden, führt bei zwanghaften Patienten zu Widerstandsreaktionen. Schweigt der Patient, kann der Therapeut nicht wirksam werden. Manche Patienten bringen auch nur Material, mit dem der Therapeut nichts anfangen kann, oder aber sie bringen Material, bei dem die Reaktionen des Therapeuten von vornherein vorherzusagen sind, wodurch sie die Situation unter Kontrolle behalten.

5) Das Verhalten von phobischen Patienten ähnelt in gewisser Weise dem von zwanghaften Patienten. Hierbei ist die Angst entscheidend, der Therapeut möge zwar zu ihnen durchdringen, könne sich als steuerndes Objekt aber gleichzeitig nicht stark genug erweisen. Solche Patienten werden versuchen, Eigeninitiative zu vermeiden und dem Therapeuten jegliche Verantwortung und Aktivität aufbürden.

2.8 Flucht in die Gesundheit

Soll es zu einem Fortschritt in der Behandlung kommen, muss nicht nur der Therapeut über den Widerstand Bescheid wissen, sondern auch der Patient. Er muss ihn als Hindernis erkennen, das es zu verstehen und zu bewältigen gilt. Dass dies keine leichte Aufgabe ist, zeigt sich daran, dass viele Patienten versuchen, ihre Widerstände zu rechtfertigen. Offenbar stellt die analytische Arbeit für diese Patienten eine Bedrohung ihres inneren Gleichgewichts dar, das sie durch einen frühzeitigen Therapieabbruch aufrecht zu erhalten gedenken. Dieses Verhalten wird als Flucht in die Gesundheit bezeichnet. Der Patient rechtfertigt dabei sein Verhalten damit, dass die Symptome zur Zeit inaktiv, eine weitere Behandlung also nicht von

Nöten sei. Scheinbar ist die Angst vor einer fortlaufenden Therapie stärker, als die primären und sekundären Gewinne der Symptome. Auch ist es denkbar, dass der Patient gar keine vollständige Heilung anstrebt, da ihm die Gewinne aus den sekundären Symptomen sonst fehlen würden. Dieser Vorgang ist jedoch weitestgehend unerforscht und bedarf verstärkter Aufmerksamkeit.

2.9 Wie viel Widerstand ist nötig?

Der Beginn einer Therapie ist immer mit der Hoffnung des Patienten verbunden, es möge sich in seinem Leben etwas ändern. Auf die Gefahr hin, die Änderungen könnten sich jedoch nachteilig auswirken, wird der Patient versuchen, an Vertrautem festzuhalten. Dieses Verhalten entspricht den basalen Beziehungswünschen (König 1988,1991,1993b). Ein Therapeut hat hinsichtlich seiner Funktion die Aufgabe zu erfüllen, seinen Patienten mit der Wahrheit zu konfrontieren - Konfrontation in einer Form und zu einem Zeitpunkt, die/den der Patient auch verkraften kann. Es darf dem Patienten nicht, oder nur vorübergehend, schlechter gehen als zuvor. Der Therapeut hat also auf die Toleranzgrenze des Patienten zu achten. Wird diese Grenze überschritten, so zeigt sich das an der starken Widerstandsreaktion des Patienten, die ein weiteres Vordringen verhindern soll. Widerstand ist in manchen Fällen also als Indikator für Unverträglichkeit, bzw. für das richtige Timing/die richtige Dosierung zu gebrauchen. Hierfür ist es wichtig, dass der Therapeut das richtige Gespür entwickelt. Ebenso wie die Toleranzgrenze falsch eingeschätzt werden kann, kann auch die Auflösung der Widerstände zu aktiv/passiv angegangen werden. Solches Verhalten kann, angefangen bei einer Symptomverschlechterung, bis hin zum Abbruch der Therapie führen. Betrachtet der Therapeut die Widerstände auch als nützliche Informationsquelle, so wird er selbst die wenigsten Widerstände hervorrufen.

2.10 Widerstand im Alltagsleben

Widerstände innerhalb einer Therapie richten sich gegen deren Fortschreiten. Widerstände außerhalb einer Therapie können sich in vielfältigen Formen manifestieren, beispielsweise als Hemmnisse während der Arbeit. Gleich dem Großteil der therapeutischen Widerstände beziehen sich diese Hemmnisse auf Übertragungen. Auf einen Lehrer, einen Vorgesetzten oder einen Kunden, können Beziehungsformen übertragen werden, die ursprünglich anderen Menschen gegolten haben, etwa dem Vater oder der Mutter3. Ebenso können bestimmte Erwartungen oder Gefühle, die an Lebenspartner gerichtet sind, zu Widerständen führen. Oft handelt es sich dabei um sexuelle Wünsche oder Phantasien, die dem Partner oder sich selbst gegenüber verheimlicht werden, da sie zu schamhaft sind. Wie in der Therapie kann der Widerstand darauf abzielen, bestimmte Erfahrungen zu vermeiden, aber auch Gefühle der Schuld oder des Vorwurfs zu unterbinden. Tatsächlich gibt es kaum ein Widerstandsphänomen, das lediglich auf die Therapie beschränkt ist. Ein Mensch kann, genauso wie zur Therapiestunde, auch in seinem Leben zu spät kommen, bzw. sich gegen tiefgreifende Änderungen zur Wehr zu setzen.

3. Gegenübertragung

3.1 Definition

Der Begriff Gegenübertragung bezeichnet eine Form der Übertragung, mit welcher der Therapeut auf seinen Klienten reagiert. Gegenstand der Übertragungsaktion kann dabei der Klient selbst als Person, aber auch dessen Gefühle gegenüber dem Therapeuten sein. Der Therapeut kann sich veranlasst sehen, seinen Patienten zu mögen oder abzulehnen, da der Patient als jemand wahrgenommen wird, der bedeutenden Menschen im Leben des Therapeuten ähnelt.

Die Gegenübertragungsreaktion kann es einem Therapeuten erschweren, sich mit den persönlichen Problemen des Klienten ohne Voreingenommenheit zu beschäftigen. Die eigene Analyse des Therapeuten soll dazu führen, dass sich dieser seiner Übertragungsposition bewusst ist, sie erkennt und somit auch auflösen kann.

3.2 Geschichtliche Einordnung

Der Begriff Gegenübertragung wird oft als die Gesamtheit der Gefühle und Einstellungen des Therapeuten gegenüber seinem Patienten verstanden. Nicht selten ist es auch der Fall, dass der Begriff zur Beschreibung nicht-therapeutischer Alltagsbeziehungen verwendet wird (Kemper 1966). Der Begriff der Gegenübertragung basiert ursprünglich auf Freud. Dieser verwendete ihn erstmals, als er die zukünftigen Chancen der psychoanalytischen Therapie erörterte (1910d). Ausschlaggebend hierfür waren seine Versuche, einen befreundeten Therapeuten zu analysieren, was ihm aber aufgrund der, wie er sie später nannte, Gegenübertragungsgefühle nicht geglückt ist. Er sah jedoch in diesen Gefühlen eine Gefahr für die erfolgreiche Therapie, als „Hindernis für das freie Verstehen seitens des Therapeuten“. Er sprach in diesem Zusammenhang vom Unbewussten des Analytikers als „Instrument“ (1913i), dessen wirksamer Einsatz in der analytischen Situation durch die Gegenübertragung beeinträchtigt wird. Um verantwortungsvoller mit diesen „nachteiligen“ Gefühlen umgehen zu können, stellte Freud mehrere Forderungen hinsichtlich der Verhaltensweise des Analytikers auf:

1) Der Arzt soll so wenig wie möglich Einblicke in sein Privatleben gewähren
2) Der Arzt soll in analytischen Situationen wie ein Spiegel nach außen hin funktionieren
3) Der Arzt muss die Gegenübertragung in sich erkennen und bewältigen
4) Die Eigentümlichkeiten der eigenen Person dürfen nicht hinaus projeziert werden (1912e)
5) Der Analytiker soll zur Selbstanalyse greifen (1910)

Dieser letzte Punkt ist jedoch schwierig wegen der eigenen Widerstände gegen das

Selbstverstehen, außerdem erschien es Freud zu einem späteren Zeitpunkt als unzureichend. Er versuchte einen neuen Ansatz und forderte, dass sich Analytiker alle 5 Jahre neu analysieren lassen sollten (1937c).

3.3 Wann kann man eigentlich von Gegenübertragung sprechen?

Wann liegt eine Gegenübertragungsreaktion vor? Ist dies bereits bei der ersten therapeutischen Sitzung der Fall, oder entwickelt der Therapeut schon viel früher gegenüber seinem Patienten Übertragungsgefühle, etwa beim ersten Telefongespräch? Freud war der Auffassung, dass es ganz normal sei, Gefühle gegenüber seinem Patienten zu haben. Diese Gefühle alleine stellen aber noch keine Gegenübertragung dar. Er war der Meinung, Gegenübertragung entwickle sich aus Konflikten. Diese Konflikte seien eine Art Widerstand im Analytiker gegenüber seinem Patienten, Widerstand gegen das, was der Patient ihm mitteilt, zumutet oder repräsentiert, da der Patient selbst zur Repräsentanz einer Figur aus der Vergangenheit des Analytikers wird. Sieht sich der Analytiker in einer ähnlichen Lage wie der Patient, so kann das unter Umständen dazu führen, dass er das Verhalten oder die Mitteilungen seines Patienten falsch interpretiert. Hat er beispielsweise ungelöste Probleme mit Aggressionen, so wird er sofort versuchen, seinen Patienten zu besänftigen, sobald er aggressive Gefühle oder Gedanken bei ihm entdeckt. Ebenso kann der Analytiker homosexuelle Andeutungen in Mitteilungen seines Patienten einfach übersehen, da er selbst von unbewussten homosexuellen Regungen bedroht wird. Freud versteht unter Gegenübertragung also mehr, als die bloße Übertragung des Analytikers auf den Patienten.

A. Reich (1951) schließt sich der Meinung Freuds im Großen an. Auch sie gesteht dem Therapeuten Gefühle gegenüber seinem Patienten zu. Solange sich der Therapeut dieser Gefühle bewusst ist, hat das noch keinen Nachteil auf seine analytische Arbeit. Wird der Patient jedoch zu einem Objekt der Vergangenheit des Analytikers, auf das frühere Gefühle und Wünsche projeziert werden, so liegt eine Gegenübertragungsreaktion vor. Ausschlaggebend hierfür ist die Transformation von bewussten, zu unbewussten Einstellungen.

Nach Balint (1949) stellt bereits die berufliche Haltung des Analytikers gegenüber seinem Patienten eine Gegenübertragungsreaktion dar.

3.4 Gegenübertragung - eine Reaktion unter vielen?

Dass Gegenübertragung mehr als nur die bloße Antwort des Analytikers auf die Übertragungsgefühle des Patienten ist, haben wir bereits gehört. Neu ist jedoch, dass auch die Gegenübertragung nur eine von mehreren Gegen-Reaktionen des Analytikers auf den Patienten ist. Untersuchungen hierzu basieren auf Chediak (1979). Er ist der Auffassung, dass diese Gegen-Reaktionen aus unterschiedlichen Quellen in der Beziehung zwischen Analytiker und Patient stammen und dass deren Unterscheidung einen nicht zu verachtenden Nutzen für die Therapie darstellt.

Er unterteilt die Reaktionen des Analytikers wie folgt4:

1) intellektuelles Verstehen aufgrund von Informationen, die der Patient gegeben hat, und intellektuelle Kenntnisse, die der Analytiker besitzt;
2) die allgemeine Reaktion auf den Patienten als Person, das Gegenstück zu dem, was Strupp (1960) heraushob, als er von der Reaktion des Patienten auf die Persönlichkeit des Analytikers sprach;
3) die Übertragung des Analytikers auf den Patienten, d. h. Wiedererleben früherer Teilobjekt-Beziehungen, das durch bestimmte Merkmale im Patienten wachgerufen wird;
4) die Gegenübertragung des Analytikers auf den Patienten, d. h. die Reaktion im Analytiker auf die Rolle, die ihm durch Übertragung des Patienten zugeschrieben wird;
5) empathische Identifizierung mit dem Patienten.

3.5 Gegenübertragung - Verständnishilfe für innere Vorgänge

Lange Zeit galt die Gegenübertragung lediglich als Hindernis in der Therapie für das freie Verstehen seitens des Therapeuten. Diese Einstellung änderte sich, als man zu verstehen begann, dass die Gegenübertragung auch eine wertvolle Verständnishilfe für den verborgenen Sinn der Mitteilungen des Patienten ist. Nach dieser Auffassung besitzt der Therapeut unbewusste Wahrnehmungs- und Verstehenselemente, die, bedingt durch die Beobachtung der eigenen Assoziationen während der Arbeit mit dem Patienten, zum Vorschein kommen. Die erste, welche sich direkt mit der positiven Seite der Gegenübertragung beschäftigte, war Heimann (1950,1960). Ihre Grundannahme besagt: „Das Unbewusste des Analytikers versteht das des Patienten. Dieser Rapport in die tieferen Schichten kommt in Form von Gefühlen an die Oberfläche, die der Analytiker als Reaktion auf den Patienten, als seine Gegenübertragung bemerkt“ (1950). Mit anderen Worten, der Analytiker soll seine Gefühle gegenüber dem Patienten festhalten, da sie für ihn ein besseres Verständnis der unbewussten seelischen Vorgänge des Patienten bedeuten können. Auch A. Reich (1951) äußerte sich zu diesem Thema. Sie bezeichnet die Gegenübertragung als notwendige Vorraussetzung für die Analyse, bei deren Nichtexistenz es dem Therapeuten am notwendigen Interesse und Talent mangle. Damit verfolgte sie ein ähnliches Ziel wie Sharpe (1947). Sharpe bezeichnete die Gegenübertragung als wichtige Begleiterscheinung der Therapie. Für sie sind die Komplexe, blinden Flecken und Verstehensgrenzen des Analytikers ein Zeichen dafür, dass er nach wie vor ein menschliches Wesen ist. Verliert er das, so ist er auch kein guter Analytiker mehr. Eine Gegenübertragungsreaktion wird es immer geben, ausschlaggebend ist aber ihre Qualität.

3.6 Gegenübertragung im heutigen Sinn

Obgleich man sich schon zu Freuds Zeiten über eine einheitliche Verwendung des Begriffs Gegenübertragung nicht vollständig einig war, wurde der Begriff im Laufe der Jahre ständig erweitert. Dadurch nahm er eine Vielzahl unterschiedlicher Bedeutungen an. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lassen sich folgende Hauptelemente und Bedeutungen festhalten (es gibt natürlich noch mehr).

1) Widerstände im Analytiker aufgrund der Aktivierung eigener innerer Konflikte. Sie stören das Verständnis und die Handhabung der Analyse, indem sie blinde Flecken entstehen lassen.

2) Übertragungen des Analytikers auf den Patienten. Der Patient wird hierbei als Ersatz für eine wichtige Person aus der Kindheit des Analytikers gesehen.

3) Störungen der Kommunikation zwischen Analytiker und Patient aufgrund von Angst, welche die Beziehung beim Analytiker auslöst.

4) Persönlichkeitsmerkmale des Analytikers, die sich bei der Arbeit wiederspiegeln und möglicherweise zu Schwierigkeiten in der Therapie führen können.

Betrachtet man die Unzahl an unterschiedlichen Definitionen, wird ersichtlich dass:

1) Gegenübertragung als bloße Folge der Übertragung zu einseitig ist und

2) die Auswirkungen auf alle bewussten und unbewussten Einstellungen des Analytikers, sowie seiner Persönlichkeitsmerkmale, den Begriff praktisch wertlos werden lässt.

Aus diesem Grund erscheint die folgende Definition am sinnvollsten:

Gegenübertragung ist die spezifische Gefühlsreaktion des Analytikers auf spezifische Qualitäten des Patienten.

Dies bedeutet im Einzelnen:

1) Es existieren Gegenübertragungsreaktionen beim Analytiker während der gesamten Analyse.
2) Diese können zu unsachgemäßer Handhabung der Analyse führen, falls sie dem Analytiker nicht bewusst werden, oder wenn er sie auch dann nicht bewältigen kann.
3) Ständige Selbstbeobachtung des Analytikers im Hinblick auf seine Gefühle und Einstellungen dem Patienten gegenüber fördern die Einsicht im Hinblick auf die emotionale Lage des Patienten.

4. Schlussbemerkung

Wie ersichtlich wird, ergeben sich auch in der Psychoanalyse, welche ja im Grunde eine konfliktlösende Wissenschaft ist, komplizierte Problemfelder. Deshalb ist es erforderlich, dass der Arzt in gutem Einklang mit seinem Patienten steht. Es genügt nicht, einfach nur den anderen auf seine Probleme hinzuweisen, man muss vielmehr seine eigenen Schwierigkeiten und Konflikte begreifen, um eine erfolgreiche Therapie zu vollenden. Natürlich handelt es sich bei den Phänomenen des Widerstandes und der Gegenübertragung lediglich um zwei Problemfelder der Psychoanalyse - die eigentliche Realität ist noch viel komplexer und verwirrender. Diese Arbeit sollte jedoch einen kurzen und groben Überblick davon vermitteln, was einer erfolgreichen Psychoanalyse alles im Wege stehen kann.

5. Literaturverzeichnis

- Strotzka, H. (1994). Psychotherapie und Tiefenpsychologie. Wien: Springer

- König, K. (1995). Widerstandsanalyse. Zürich: Vadenhoeck und Ruprecht

- Sandler, J. u.a. (1996). Die Grundbegriffe der psychoanalytischen Therapie. Stuttgart: Klett-Cotta

- Bettighofer, S. (2000)

. Übertragung und Gegenübertragung im therapeutischen Prozess. Stuttgart; Berlin; Köln: Kohlhammer

- Zimbardo, Philip G., Gering, Richard J. (1999). Psychologie. Berlin; Heidelberg; New York: Springer

- Toman, W. (1978). Tiefenpsychologie. Stuttgart

- Lyon, G. (1998/99). Materialien zur Einführung in Konzepte, Modelle und Theorien der Psychoanalyse. Internetmaterial: Adresse nicht vorhanden

- Internetmaterial: www.sign-lang.uni- hamburg.de/Projekte/plex/Plex/Lemmata/W-Lemma/Widersta.htm

- Internetmaterial: www.sign-lang.uni- hamburg.de/Projekte/plex/Plex/Lemmata/G-Lemma/Gegenueb.htm

[...]


1 www.sign-lang.uni-hamburg.de/Projekte/plex/Plex/Lemmata/W-Lemma/Widersta.htm

2 Toman, W. (1978). Tiefenpsychologie. Stuttgart. Seite 71

3 König, Karl (1995). Widerstandsanalyse. Zürich: Vadenhoeck und Ruprecht. Seite 112

4 Sandler, J. (1996). Die Grundbegriffe der psychoanalytischen Therapie. Stuttgart: Klett - Cotta. Seite 109

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Details

Titel
Grundlagen der psychoanalytischen Therapie
Hochschule
University of Sheffield
Veranstaltung
Seminar
Autor
Jahr
2000
Seiten
19
Katalognummer
V103390
ISBN (Buch)
9783640114153
Dateigröße
534 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundlagen, Therapie, Seminar
Arbeit zitieren
Michael Haas (Autor), 2000, Grundlagen der psychoanalytischen Therapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103390

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