Weimarer Innenarchitektur in der Klassik


Ausarbeitung, 2001

6 Seiten, Note: 2


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Weimarer Innenarchitektur in der Klassik

Klassizismus ca. 1785 bis 1815 ( Baukunst und Plastik bis Mitte des 19. Jahrhunderts)

Der Klassizismus bedeutet das Zurückgreifen auf das antike Formgefühl und ist seinem Vorgänger, dem Rokoko, geradezu entgegengesetzt. Die strenge gerade triumphiert. Antike Säulenordnung, Säulenkolonnaden, kannelierte Pilaster, klassische Giebel (oft mit Statuen - Füllung) sind Hauptrequisiten der Baukunst, wobei sich in Deutschland, vor allem in Preußen, die kühle Auffassung Schinkels durchsetzt, während in Frankreich immer eine gewisse Wärme erhalten bleibt. In den offiziellen Bauten tauchen Triumphbogen, Obelisken und Tempel wieder auf. Das Prinzip der Rechtwinkligkeit dominiert auch im Kunsthandwerk, die Möbel sind streng und vermeiden alle Schwünge. Ein Kennzeichen des Empire und späten Klassizismus ist der schwer wirkende, unmittelbar mit dem Boden abschließende Sockel bei Schränken, Betten und Kommoden. Die Plastik orientiert sich vollständig an der Klassik, sie bringt auch den Marmor wieder zu Ehren.

Weimarer Innenarchitektur in der Klassik

Zur Zeit der Weimarer Klassik lebte Goethe, der sich sehr für Kunst interessierte. Deswegen sagt man auch oft, dass Kunst in der Klassik auch „Kunst der Goethezeit ist„, wie Franz Landbergers 1931 sein berühmt gewordenes Buch nannte.

Die Inneneinrichtung Goethes, beschränkte sich nur auf das Wesentliche. Zumindest im Arbeitszimmer, dar überflüssige Dekoration vom lernen oder arbeiten ablenken könnte. In Weimar sollte die Gestaltung des Interieurs, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein vorzügliches Thema der Theorie bleiben. Goethes Gartenhaus war für ihn sein Arbeitsplatz. Deshalb besteht es nur aus einfachen harten Holzstühlen, Tischen und Schränke. In seinem Schreibzimmer kann man noch nicht einmal einen Teppich finden.

Im Gegensatz zum Gartenhaus ist Goethes Wohnhaus am Frauenplatz voller Kunst. Er nannte es sogar selbst „sein kleines Museum„. Dort stehen antike Büsten, Staturen und Gemälde, welche die Wände schmücken.

Als der junge Goethe nach Weimar kam, befand es sich gerade in der Übergangsfase vom Rokoko zum Klassizismus. Die wenige Kilometer entfernte Sommerresidenz der Herzogin Anna Amalia Schloß Belvedere besitzt einen aufwendigen Stuckdekor. Im Bibliotheksaal im „Grünen Schlößchen“ sind noch heute herzogliche Ausstattungsraffinements um die Mitte des 18 Jahrhunderts zu sehen. Wie zum Beispiel: Geschirr, Vasen, Zierobjekte und Porzellanfiguren.

Die Wilhelmsburg, welche um 1770 abgebrannt war, wurde 1789 wieder aufgebaut. Es war eines der ambitioniertesten Bauprojekte des Klassizismus überhaupt. Während die Organisation der barocken Fassaden weitgehend beibehalten wurde, entstand in seinem Innern eines der stringentesten Innenraumensembles des Klassizismus. Die einander ablösenden Architekten Johann August Arens, Nikolaus Thouret und Heinrich Gentz schufen damit den an den avanciertesten, geschmacklichen Tendenzen kunsttheoretischen Prämissen der Zeit orientierten Prospekt, vor dem sich das Weimarer Hofzeremoniell entfaltete. Der weitläufige Festsaal erhielt zu beiden Seiten eine Galerie, die auf jeweils sechs Säulen einer umfassenden Kolonnade aufliegt. Die ionischen Kapitelle der Säulen selbst sind als Nachbildungen griechischer Kapitelle erkannt worden, als Wiederholung der Säulenabschlüsse des Erechtheion auf der Akropolis. Dem dorischen Entrée folgt damit, gemäß dem antiken hierarchisierenden Regelwerk, als nächsthöhere Stufe die ionischen Ordnung. Der Saal selbst stellt in seiner Anlage einen Rückgriff auf die von Andrea Polladio beschriebenen „Ägyptischen Säle„ dar. Wie am Beispiel der auf den eisernen Öfen placiereten Löwen -Nachbildung der berühmten, am Kapitol in Rom aufgestellten „ägyptischen Löwen„- hat nachgewiesen werden können, sind sie beredter Ausdruck des Versuchs, antiquarische Verläßlichkeit hinsichtlich des Ursprungs der römischen und griechischen Kunst in der ägyptischen Kunst anschaulich zumachen. Nicht nur Öfen wurden zu dieser Zeit verziert. Karl Phillip Moritz sagte: „Wenn der Gute Geschmack einmal allgemein verbreitet werden soll, so sind selbst die Formen und Verzierungen an Dosen, Uhrketten und Schnallen, Knöpfen und Stockknöpfen; die Ausschmückungen an Fächern, die Bildschnitzarbeit an Stühlen, Kanapee`s und Sopha`s; die Formen und Verzierungen an Öfen; Spiegelrähmen, Tischfüße, Wandleuchter, Uhrgehäuse usw., nicht ganz gleichgültiger Gegenstände (...). Auch wurden wohlgewählte Muster zur antiker, groteske, und architektonischer Stubenmalerei; eine Auswahl der schicklichsten Verzierungen zur Stukaturarbeiten; Vorbilder zu geschmackvollen Tafelaufsätzen für Konditor; Modell zu Tischen, Schränken, und Kommoden; wohlgewählte Verzierungen für den Band der Bücher usw.; lauter Gegenstände sein, worauf eine Akademie durch ihre Kunstschulen den nützlichsten Einfluss haben könnte.„ Nicht nur in den klassischen Gattungen der Kunst also, sonder bis hin zum zierenden Ornament, das Innenwände ebenso bedeckt wie Mobiliar und Tafelaufsätze, schirmt sich der Klassizismus ab, gegen die Prosa der gemein Lebensverhältnisse.

In Weimar gelang Goethe, redlich unterstützt durch den Zeichner und Kunsttheoretiker Heinrich Meyer, die Durchsetzung dieser allumfassenden Klassizität allenfalls in Ansätzen. Die Geschichte der Innengestaltung des „Römischen Hauses„, der 1797 fertiggestellten „Retraite„ des Herzogs im Park an der Ilm, ist ein beredtes Beispiel für die Grenzen, die der Umsetzung des klassizistischen simplizitätgebots gesetzt waren.

Tapeten

Goethezeit ist Tapetenzeit. Zu keiner ist solche Vielfalt an Papiertapeten entstanden, zugleich von so hohem künstlerischen Anspruch, wie in den Jahren zwischen 1750 und 1830. Der Begriff „Tapete“, wie wir ihn heute verstehen, konkretisierte sich erst in der Goethezeit. Seit der Antike war mit „tapes“ (griechisch), „tapetum“ (römisch) oder „tapeh“ (persisch) alles gemeint, was die Wände, Fußböden oder Tische bedeckte. Noch im 18. Jahrhundert werden gewirkte Tapeten, die wir „Gobelins“ nennen, als Wandtapeten bezeichnet. Auf dem Fußboden lagen geknüpfte „Fußtapeten“. Das Bestreben des Menschen, sich in seinen vier Wänden behaglich einzurichten, hat ihn dazu gebracht, die rauhen Mauern seiner Behausung mit einer kälteisolierenden und verschönernden Kleid zu bedecken. Dazu verwendete er seit dem Spätmittelalter meist Textilien oder Leder, wobei der Phantasie des künstlerisch tätigen und empfindenden Menschen im zunehmender Verfeinerung der Herstellungstechniken, des Geschmacks und des Anspruchs keine Grenzen gesetzt waren.

Das Wittumspalais in Weimar kann für diese Epoche, die mit Goethes früherer Tätigkeit in der thüringischen Residenzstadt identisch ist, exemplarisch stehen. Von 1775 bis 1785 ausgestattet, bewahrt es sowohl die Reminiszenzen einer höfischen-luxuriösen Repräsentation, die ohne die edlen Materialien und kostbaren Möbel guter Provenienz nicht auskommt, alles allerdings auf die Stellung einer fürstlichen Witwe und Regentin „außer Dienst“ heruntergestimmt, als auch den Drang zu Bequemlichkeit und unbelasteter Geselligkeit. Noch aber gelten dort die Papiertapeten ohne anspruchsvollerer Dekoration allein für Hofdamen als angemessen: die Herzogin lebt weiterhin zwischen handgemalten Panneaux und Seidentapeten aus Lyon. Doch erleben wir gegen Ende des Jahrhunderts, wie die Papiertapete nur zögerlich den Platz der gemalten und gewebten Wandbespannung einnimmt. Das mag an den anfangs in Deutschland kaum vorhandenen Tapetenmanufakturen liegen, so dass vor allem aus England für teures Geld Papiertapeten eingeführt werden müssen. Erst 1790 wird in Kassel durch Johann Christian Arnold eine Papiertapetenfabrik gegründet - die erste in Deutschland, die im eben erst fertiggestellten Schloß Wilhelmshöhe bei Kassel, der neuen Sommerresidenz des sparsamen Landgrafen von Hessen-Kassel, gleich einen Wirkungsbereich findet. Als eine typische Manufaktur beschäftigt sie über hundert Arbeiter. Wie ausgesprochen Bürgerlich sich Goethe bei der Einrichtung seines Hauses verhält, ist im Vergleich zu den etwa zur selben Zeit entstehenden Schloßinnenräumen festzustellen. Es kann nicht genug betont werden, dass sich in einer ständisch strukturierten Gesellschaft das Bürgertum selbst bei großem Reichtum seines Standes bewußt blieb, ja stolz darauf war und sich entsprechend verhielt. Der Seiden- und Marmorprunk der Höfe und des hohen Adels kam eben einen Minister, mochte er noch so einflußreich und wohlhabend sein, nicht in Frage. Goethe setzt dem die Individualität und die Sorgfalt, ja Geistigkeit, mit der er sich in einem nicht gerade übermäßig großartigen Haus etabliert, gegenüber. Und der Adel, sich der Unbequemlichkeit allzu großer Repräsentation bewußt, macht ihm das, da wo es möglich erscheint, nach. Auch im Weimarer Stadtschloß sind in den Privaträumen Papiertapeten geklebt worden, wobei man hier besonders auf Qualität achtete. Im sogenannten Göchhausen - Zimmer in Tiefurt ist eine rotbraune streifige Tapete nach einem Modell aus Goethes Papiermustersammlung neu geklebt worden. Es sind einfarbige Tapeten und solche, die gestreifte Stoffe oder Flechtwerk in blassen, graustichigen Farben nachahmen, alle um 1800 entstanden. Die einfarbigen glatten Papiertapeten können die Vielfalt der angebotenen Farbtöne belegen.

Geradezu eine Mustersammlung im monumentalen Ausmaß stellt das „Liebhabertheater“ des Carl von Stein im Schloß Kochberg dar. Der Sohn der Charlotte von Stein hat es um 1800 nach eigenen Plänen durch Umbau eines großen Gartenhauses errichtet. Der architektonischen Anmutung dienen vor allem Marmortapeten, fingierte Vorhänge und Portieren und deren Bordierung. Schillers Wohnhaus an der Esplanade in Weimar, von 1802 bis 1805 umgebaut und im Mansardgeschoß für Schillers Familie eingerichtet, zeugt hingegen von einem anderen, allgemeineren, auch eher damenhaften Geschmack. Im Schlafzimmer Charlotte Schillers im ersten Obergeschoß gibt es eine Draperietapete, die mit illusionistischen Mittel arbeitet.

Das „Journal des Luxus und der Moden“ von 1787 bezeichnet die Ausstattung von Wohnzimmern mit Tapeten dann als geschmackvoll, „(...) wenn die Tapeten ein einförmiges ganzes macht, und aus Farben besteht, die sich sanft brechen, und den Augen und dem Effekte die Ameublements nicht schaden. Der neuste und gewiß beste Geschmack in dieser Art ist, die Wände (...) soviel möglich in reguläre Felder abzuteilen , diese mit einer sanften egalen Grundfarbe, als grün, gelb, grau, rot und blau, anzustreichen, und sie rundherum mit einer gemalten Bordüre von anderer dazu passender Farbe einzufassen, den Lambris grau mit Feldern auszusetzen (...), oder man bezieht sie (die Wände) mit schon einfärbigen Parpiertapeten, die man so wie die Bordüren schon fertig, in jeder Tapetenfabrik findet.“ Die farbigen meistens unzerteilten Wände eignen sich somit für die oben erwähnten Gemälde und Kupfer- oder Farbstiche. Sie können auch bemalt werden, und, wie wir das in Goethes Haus erleben, man hat, wenn die Farben nicht konvenierten, durchaus durch übermalen mit Leimfarben gewünschten Effekt erzielt. Überhaupt ist jede Art von Kollagetechnik nicht nur bei den Fabrikanten, die Tapetendruck mit Modelldruck und auch mit Malerei kombinieren, verbreitet, sondern auch eine beliebte Beschäftigung vor allem der bürgerlichen Kreise seit dem Rokoko. Die nun auch in diesen Kreisen verbreitete Sitte, wenigstens einmal im Leben nach Italien gereist zu sein und die antiken Stätten um Rom und vor allem Neapel besucht zu haben, führt auch dazu, die dortigen Einrichtungsgewohnheiten zu kopieren. Vor allem gilt es, die Mitbringsel, das sind antike Fundstücke, im beste Falle römische Marmorportraits, Malerei- und Mosaikfragmente, Gipsabgüsse, am ehesten aber die „Erinnerungsgraphik“, wie italienische Stadt- und Landschaftsansichten, Piranesi - Stiche oder ähnliche Blätter, angemessen zu präsentieren. Dies geschieht am besten vor neutralem Grund. Und so sind die modischen Arabeskentapeten, wie sie in Frankreich seit den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts herstellt, für das deutsche Bildungsbürgertum nicht nur wegen der hohen Preise, sonder aufgrund eines anderen Lebensgefühls, zunächst nicht statthaft. Das Ergebnis ist der Ausdruck von Strenge und antikisch geprägter „edler Simplizität“, die die deutschen und überhaupt nordeuropäischen Wohn- und Festräume aus der Zeit um 1800 der französischen oder englischen unterscheidet. Nur zur Verzierung werden die bunten französischen Bordüren verwand, zumeist jedoch mit den einfarbigen deutschen Erzeugnissen für die großen Flächen kombiniert.

Der großzügige Wiederaufbau des Weimarer Stadtschlosses nach dem großen Brand von 1774, in den Jahren von 1789 bis 1803 unter Herzog Carl August mit maßgeblicher Beteiligung Goethes bewerkstelligt, bringt dann aber für die Tapetenkünste neue Aufgabengebiete, vor allem für die zahlreichen Nebenräume, an denen nun in erster Linie Pariser Firmen beteiligt sind. Deutsche Betriebe liefern nur einfarbige Tapeten und Bordüren.

Möbelkunst

Ein eindrucksvolles Bild von der Wohnkultur der Weimarer Klassik kann man noch heute in den verschiedenen Gebäuden gewinnen, sei es in Goethes Wohnhaus am Frauenplan oder seinem Gartenhaus im Park an der Ilm, sei es im Umkreis des Hofes - dem Wittumspalais, Schloß Tiefurt oder dem Residenzschloß selbst. Von noch weitgehend original möblierten Interieurs des Frühklassizismus spannt sich der Bogen bis zu Ausstattungen der Biedermeierzeit. Für die Schlichtheit und Eleganz der Möbelkunst des ausklingenden Zopfstils an der Wende des 18. zum 19. Jahrhundert stehen die Möbel des Roentgen - Schülers Johann Wilhelm Konrath, an denen zugleich deutlich wird, wie der Roentgen Nachfolge den spät Stil des Meisters zum Gemeingut machte. Konrath war bis 1798 ein Hauptmitarbeiter David Roentgens in Neuwied gewesen und hielt dort die Stellung, als das Geschäft bedingt durch die Revolutionswirren darniederlag. Auf Vermittlung Goethes, der zu diesem Zweck am 1. März 1798 in Weimar mit Roentgen zusammentraf, wurde er von Herzog Karl August von Sachsen - Weimar - Eisennach zum 1. Mai 1798 als Hofebenist nach Weimar berufen. Anlaß für Goethes Bemühen um einen neuen Hofebenisten war der seit 1789 betriebene Wiederaufbau des 1774 abgebrannten Weimarer Schlosses, für den Goethe sich besonders engagierte.

Die Möbel Konraths sind heute auf die verschiedenen Gebäude in und um Weimar verteilt. Eine halbrunde Kommode im Schlafzimmer der Herzogin Anna Amalia im Wittumspalaise zeichnet sich durch die vornehme Wirkung aus, zu der sich klare und wohlproportionierte Form, ausgesucht schönes Mahagonifurnier und dezent gesetzte Messingbeschläge vereinen. An Konraths Herkunft aus der Roenthgen - Werkstatt erinnern die ausschwenkbaren Fächer zuseiten der oberste Schubladenzone, eine typische Raffinesse Roentgenscher Kleinmöbel. Der Kommode eng verwandt ist eine Schreibkommode, die heute das Goethezimmer in Schloß Tiefurt ziert. Konrath zugeschrieben wird auch ein kombinierter Spiel- und Schreibtisch, heute im Schreibzimmer der Herzogin im Wittumspalaise, unter dessen Platte sich ein Trictrac - Spiel verbirgt, während Spielsteine und Schreibzeug in mit Jalousien verschlossenen Fächern untergebracht sind. Zahlreiche herzogliche Sammlungsschränke in Form von Pultvitrienen und kleinen Kabinetten, verziert in Wedgwood - Art mit Plaketten von blau - weißem Porzellan, stehen im Residenzschloß und Schloß Belvedere.

Dem eleganten, schlichten Typus des ausklingenden Zopfstils ist nicht zuletzt auch die Stuhlgarnitur im Tafelrundezimmer der Herzogin im Weimarer Wittumspalaise verbunden, die auf dem berühmten Aquarell diese allwöchentlichen Abendgesellschaft um die Herzoginwitwe, gemalt von Georg Melchior Kraus, um 1795 dokumentiert ist. Die Vorlage zu dem Stuhl wurde in dem seit 1786 ebenfalls in Weimar von Friedrich Justin Bertuch und Kraus ausgegebenen „ Journal des Luxus und der Moden“ veröffentlicht, das in beigegebenen Mustertafeln die modernen Strömungen in der Möbelkunst publik machte. Der Entwurf zu dem Tafelrundestuhl ist zusammen mit einem zweiten Stuhltypus mit schirmförmigen Lehnendekor, der im Speisesaal von Schloß Tiefurt und im Residenzschloß steht, bereits 1786 publiziert worden. Der Tafelrundestuhl, von dem sich weitere Exemplare im Goethehaus am Frauenplan und in Goethes Gartenhaus befinden, wurde in Buche ausgeführt und dann entsprechend der angestrebten Wirkung hell oder dunkel gebeizt. Mit seinen Merkmalen, den nach unten verjüngten, ausgestellten Vierkantbeinen, der glatten Flächigkeit und dem einzigen Zierart, einer in die Rückenlehne eingeschriebenen Raute mit Rosette aus schmalen Leisten, weist er bereits in die Zukunft. Von äußerster Schlichtheit, extremer Vereinfachung auf ein Gerüst aus Kanthölzern und mit der aus England übernommenen Verzierung der Rückenlehne, die bei der zugehörigen Sitzbank seriell vervielfacht wurde, mag er hier den nahezu fließenden Übergang vom ausgehenden Zopfstil zum Biedermeier illustrieren.

Fazit

Das Referat über Weimarer Klassik speziell Innenarchitektur hat mir sehr viel Spaß bereitet.

Ich hatte mir am Anfang gedacht, dass mir mein Weimar Aufenthalt letztes Jahr mir bei dem Referat was bringen würde, was aber nicht so war. Eher habe ich jetzt erst verstanden wieso Goethes Gartenhaus nur von außen schön ist und von innen etwas enttäuschend. Leider war ich nicht in Goethes Wohnhaus was ich jetzt nach dem Referat bereue. Ich denke, dass ich auf jeden Fall noch einmal nach Weimar fahren werde und diesmal ein bißchen bewußter durch das Schloß Belvedere und Schillers Wohnhaus gehen werde.

Quellenangabe:

„Interieurs der Goethezeit (Klassik, Empire, Biedermeier)“

Herausgegeben von Christoph Hölz

Beiträge von Andrea Beyer, Alexandra Gonzáles, Brigitte Langer, Iris Lauterbach, Jürgen Schönwälder, Meinolf Siemer

Augsburg Battenberg 1999

Battenberg Verlag

„Wie es euch gefällt (Eine lächelnde Stilkunde)“

Autor: Joachim Fernau

1. Auflage: November 1983

2. Auflage: März 1984

Goldmann Verlag

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Weimarer Innenarchitektur in der Klassik
Veranstaltung
Fachoberschule Gestaltung
Note
2
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V103416
Dateigröße
336 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weimarer, Innenarchitektur, Klassik, Fachoberschule, Gestaltung
Arbeit zitieren
Birthe Kohnert (Autor), 2001, Weimarer Innenarchitektur in der Klassik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103416

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