Meine Arbeit wird im Rahmen eines Forschungsprojekts der Universität München zum Thema Fremdenfeindlichkeit verfasst. So werde ich zu Beginn erläutern, wie die Forschungshypothese „Arbeitslose sind fremdenfeindlicher als Erwerbstätige“ hergeleitet wurde. Anschließend soll über das Design und das Erhebungsverfahren der Studie informiert werden. Im Anschluss daran werden die abhängige und unabhängige Variable sowie Drittvariablen festgelegt, die kontrolliert werden müssen. Danach sind die Fragen, die in den Fragebogen aufgenommen werden sollen, aufgelistet.
Abschließend werden die Ergebnisse des Pretests sowie damit verbundene Änderungen des Fragebogens vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Allgemeine Vorgehensweise
2. Theoretische Ansätze
3. Design und Erhebungsverfahren
4. Operationalisierung der Hypothese „Arbeitslose sind fremdenfeindlicher als Erwerbstätige“
5. Zusammenstellung der Fragen für den Fragebogen
6. Pretest
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser Arbeit ist die theoretische Herleitung und methodische Operationalisierung der Forschungshypothese, dass Arbeitslose eine höhere Fremdenfeindlichkeit aufweisen als Erwerbstätige, sowie die Entwicklung und Validierung eines entsprechenden Erhebungsinstruments mittels Pretest.
- Theoretische Fundierung durch Ansätze wie relative Deprivation und Sündenbocktheorie
- Strukturierung einer quantitativen Querschnitterhebung
- Operationalisierung komplexer sozialwissenschaftlicher Konstrukte durch multiple Items
- Entwicklung eines strukturierten Fragebogens zur Einstellungs- und Bedarfsanalyse
- Optimierung des Erhebungsinstruments auf Basis von Pretest-Ergebnissen
Auszug aus dem Buch
Theoretische Ansätze
Nach der These der relativen Deprivation sind Individuen frustriert, weil ein Missverhältnis besteht zwischen dem, was sie wollen und dem, was sie haben. Deshalb entsteht eine Feindseligkeit gegenüber anderen Randgruppen (vgl. Geißler 2010: 41). Diese äußert sich als Vorurteil infolge einer gefühlten sozialen Benachteiligung durch einen subjektiven sozialen Vergleichsprozess (vgl. Geißler 2010: 40). „Unter ‚Vorurteil‘ soll hier die negative Einstellung gegenüber einer Gruppe, zu der man selbst nicht gehört, - der sogenannten Outgroup oder Fremdgruppe – und gegenüber deren Mitgliedern verstanden werden und zwar im Vergleich zur eigenen Gruppe, der sogenannten Ingroup“ (Hewstone 2004: 3). Das Ergebnis des Vergleichs ist subjektiv, weil jede Person einen anderen Maßstab hat, d.h. jeder vergleicht sich mit anderen Gruppen. Ein weiterer Grund für die Subjektivität der relativen Deprivation ist die Tatsache, dass nicht bei jeder Person ein Benachteiligungsgefühl entsteht, wenn sie sich objektiv in einer ungünstigen Lage befindet. Eine Benachteiligung wird empfunden, wenn die Person der Ansicht ist, dass sie einen Anspruch auf einen bestimmten Zustand hat (vgl. Kessler 2008: 252).
Hieraus schließe ich, dass Arbeitslose fremdenfeindlicher sind als Erwerbstätige, weil man davon ausgehen kann, dass bei Arbeitslosen eine materielle sowie ideelle Bedrohung eher empfunden wird als bei Erwerbstätigen, die in der Regel ein höheres Einkommen haben als Arbeitslose. Hier ist – wie schon beschrieben – entscheidend, mit welcher Personengruppe sich die Arbeitslosen vergleichen. Jedoch ist es wahrscheinlicher, dass sie sich mit anderen deutschen Erwerbstätigen vergleichen, was eine relative Deprivation wahrscheinlich macht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Allgemeine Vorgehensweise: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau der Untersuchung, von der Herleitung der Forschungshypothese bis hin zur methodischen Gestaltung der Studie.
2. Theoretische Ansätze: Hier werden soziologische Theorien wie die relative Deprivation und die Sündenbockhypothese diskutiert, um die vermutete höhere Fremdenfeindlichkeit bei Arbeitslosen zu begründen.
3. Design und Erhebungsverfahren: Das Kapitel beschreibt das methodische Design der Studie, welches als quantitative Querschnitterhebung mit standardisiertem Fragebogen konzipiert ist.
4. Operationalisierung der Hypothese „Arbeitslose sind fremdenfeindlicher als Erwerbstätige“: Hier wird dargelegt, wie theoretische Konstrukte wie Fremdenfeindlichkeit und Bedrohungsempfinden in messbare Variablen und Fragenkataloge übersetzt werden.
5. Zusammenstellung der Fragen für den Fragebogen: Dieses Kapitel listet die konkreten Fragen und Antwortskalen auf, die zur Überprüfung der Hypothese im Fragebogen eingesetzt werden.
6. Pretest: Es werden die Ergebnisse eines Pretests vorgestellt, der dazu diente, Verständnisschwierigkeiten einzelner Items zu identifizieren und den Fragebogen entsprechend zu optimieren.
Schlüsselwörter
Fremdenfeindlichkeit, Arbeitslosigkeit, relative Deprivation, Sündenbockhypothese, Kollektivgüterproblematik, Operationalisierung, Querschnitterhebung, Fragebogen, Pretest, soziale Benachteiligung, Sozialstaat, Migration, Einstellungsmessung, quantitative Sozialforschung, Erwerbsstatus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den theoretischen Zusammenhang zwischen dem Erwerbsstatus (Arbeitslosigkeit vs. Erwerbstätigkeit) und der Ausprägung von Fremdenfeindlichkeit.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind soziologische Erklärungsmodelle für Vorurteile, die Konstruktion von Einstellungsindizes und die methodische Validierung von Fragebögen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel besteht darin, eine wissenschaftliche Hypothese zur höheren Fremdenfeindlichkeit von Arbeitslosen theoretisch zu fundieren und ein valides Instrument zu deren empirischer Überprüfung zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung verwendet?
Es wird eine quantitative Querschnitterhebung mittels eines standardisierten, schriftlichen Fragebogens unter Verwendung von Likert- und Rating-Skalen genutzt.
Was sind die wesentlichen Inhalte des Hauptteils?
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die Operationalisierung der abhängigen und unabhängigen Variablen sowie die methodische Aufbereitung des Erhebungsinstruments.
Welche Schlüsselbegriffe definieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe relative Deprivation, Fremdenfeindlichkeit, Operationalisierung und quantitative Sozialforschung definieren.
Warum wurde die Frage zur Selbsteinschätzung der sozialen Position im Pretest geändert?
Der Pretest ergab, dass Probanden ohne vorgegebene Kriterien Schwierigkeiten hatten, ihre Position korrekt einzuordnen, weshalb explizite Kriterien wie Einkommen und Vermögen ergänzt wurden.
Welche Anpassung wurde nach dem Pretest hinsichtlich des Items zum Nationalsozialismus vorgenommen?
Das Item wurde aus dem Fragebogen entfernt, da es sich als ungeeignet erwies, um Fremdenfeindlichkeit valide zu messen, da es zu einfach war, darin vermeintlich positive Aspekte zu finden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2013, Erstellung eines Fragebogens zum Thema Fremdenfeindlichkeit. Theoretischer Hintergrund, Operationalisierung und Pretest der These „Arbeitslose sind fremdenfeindlicher als Erwerbstätige, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1034436