Der heilige Benedikt in der Darstellung von Gregor dem Großen


Facharbeit (Schule), 2001
21 Seiten

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Inhaltsverzeichnis:

I. Der Autor: Papst Gregor I. - Biographischer Hintergrunde

Anlass der Abfassung

Literarische Gattung

II. Biographie des hl. Benedikt

III. Bedeutung der Dialoge IV. Interpretation :

4.1. Das Leitthema - Der Weg als Aufstieg
a. Der Aufbruch aus Rom und die Hinwendung zum Mönchtum
b. Der dreistufige Weg
c. Benedikts Tod und die Himmelsstraße

4.2. Die Wunder
a. Bedeutung der Wunder
b. Der Stein in der Mitte
c. Das Scheinfeuer
d. Das fehlende Wasser

4.3. Der Kampf mit dem Alten Feind

4.4. Die Feindesliebe
a. Die Brüder in Vicovaro
b. Der Priester Florentinus

4.5. Die Beziehung zwischen dem Buch der Dialoge und der Benediktusregel

4.6. Gestalten der Lebensbegleitung

V. Übersetzungen

I. Der Autor:

a. Gregor der Große

Über das Leben Gregors des Großen sind uns nur wenige Daten überliefert. Der Name Gregor stammt aus dem Griechischen und bedeutet „der Wachsame“. Gregor wurde um 540 n. Chr. in Rom als Sohn einer der reichsten und berühmtesten Patrizierfamilien geboren, die einen Palast am Caelius bewohnte. Die Familie spielte eine wichtige gesellschaftliche und politische Rolle, sein Vater Gordanius war zum Beispiel alsregionariustätig und auch die Päpste Felix III. und Agapitus gehörten zu seinem Verwandtenkreis. 572/573 wurde Gregor Stadtpräfekt, obwohl er zu diesem Zeitpunkt bereits in die Verwaltung der Familienbesitze eingebunden war. Zudem ist es verwunderlich, dass in einer derartig schwierigen Zeit für Italien („Barbarenangriffe“) einem mit 30 Jahren sehr jungen Mann das höchste Zivilamt der Stadt übertragen wurde. Sein Leben war fortan geprägt durch seine genauen weltlichen und kirchlichen Kenntnisse, die er stets zum Wohl der Menschen einsetzte, die ihm anvertraut waren.

Doch seine Tätigkeit als Stadtpräfekt war nicht von langer Dauer, da er sich von Beginn an in seiner weltlichen Tätigkeit nicht wohl fühlte und danach strebte, Gott in Zurückgezogenheit zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt erbete er auch das elterliche Vermögen und stiftete, nachdem er den Armen einen großen Teil seines Vermögens vererbt hatte, dem Benediktinerorden 6 Klöster auf seinen Gütern in Sizilien, sowie ein Kloster in der elterlichen Villa in Rom( Andreaskloster). 575 trat er dann selbst als Mönch in das Andreaskloster in Rom ein, aber auch hier konnte er die gewünschte Ruhe des Klosterlebens nur kurze Zeit genießen, da er von Papst Pelagius II. im Jahr 580 nach Konstantinopel entsandt wurde, um Kaiser Tiberius Constantinus die bedrohliche Lage Roms zu verdeutlichen und Hilfe zu erbeten. Seine Verbindung zum Kloster gab er jedoch nie auf, da ihm einige Brüder nach Konstantinopel folgte, wo sie in einer klosterähnlichen Gemeinschaft zusammenlebten.

Im Jahre 586 kehrte Gregor nach Rom zurück und wurde von Papst Pelagius im sozialen, karitativen und verwaltungstechnischen Aufgaben betraut. Zu dieser Zeit wurde Rom durch Überschwemmungen, Hunger, die Pest und die Langobarden bedroht. Nach dem Tod Pelagius’ wurde Gregor trotz seiner Jugend einstimmig zum Papst gewählt und vom Kaiser in seinem Amt bestätigt, obwohl er zunächst alles versuchte, um seine Wahl zum Papst zu verhindern, da er sein Seelenheil in Gefahr sah. Er war stets bemüht, die kirchlichen Güter bestmöglich zu verwalten und auch politisches Engagement ist uns bekannt. So gelang es ihn etwa ein politisches Auskommen mit den Langobarden zu finden. Weiters gelang es ihm durch eine Steigerung der Erträge der Kirchengüter, die Versorgung der vielen Armen und der Flüchtlinge zu sichern, indem er eine Art Fond für Notleidende einrichtete. Damit übernahm die Kirche erstmals soziale Aufgaben, die eigentlich Aufgabe der kaiserlichen Zivilverwaltung waren. Aber auch die Missionierung Englands lag ihm am Herzen. Er war der erste Papst, der erkannte, wie wichtig es für die Kirche war, die germanischen Völker für den christlichen Glauben zu gewinnen.

Gregor verstarb am 12. März 604 nach längerer Krankheit. Zwei Jahrhunderte nach seinem Tod wurde sein Grab aus der Vorhalle des Petersdoms in das Innere der Basilika verlegt. Die Grabinschrift lautet: „Konsul Gottes“

b. Der Anlass zur Abfassung:

Gregor wurde durch die Sorge seines Amtes schwer bedrückt und dies führte zu einer schweren Abgeschlagenheit. So erinnerte er sich an die Ruhe seines geliebten Kloster und versuchte mit den Lebensgeschichten der großen Heiligen in Italien, die in seinen 4 Dialogbüchern beschreibt, sich die seiner Meinung nach wichtigen Werte vor Augen zu führen. Sie diente also quasi als Ansporn und Korrektur für sein eigenes Leben. Vor allem die Beschreibung des hl. Benedikt kann als Antibiographie zu seinem Leben gesehen werden, da er hier alle Werte anspricht, die er für kostbar hält, selbst aber nie verwirklichen kann. Gregor erzählt die Beispiele der Heiligen also nicht nur zur Erbauung der Gläubigen, sondern auch für sich, um durch sie Trost und Stärke zu finden

c. Die literarische Gattung

Das Leben Benedikts wird in einem Dialog zwischen Gregor und seinem Diakon Petrus erzählt. Doch bei diesem Gespräch handelt es sich nicht um einen Dialog im antiken Sinn, da nicht unterschiedliche Argumente aufeinandertreffen, sondern vielmehr um ein Fragen und Antworten. Diese Gesprächsform ist typisch für die Mönchsliteratur und das Ziel ist, dem Leser die Wirklichkeit zu verwirklichen.

Bei der Beschreibung des Lebens Benedikts handelt es sich auch nicht um eine Biographie oder eine Legende, sondern um eine Form, die unter zahlreichen Einflüssen anderer Literaturrichtungen entstanden ist und „ vita“ genannt wird.

II. Der hl. Benedikt

Über das Leben Benedikts gibt es keine zeitgenössische Quelle. Die Kenntnisse über seine Personen erhalten wir daher nur aus seiner Regel und den Dialogen, die Gregor I. über ihn verfasst hat.

Benedikt wurde um 480 in Nursia, heute Norcia bei Perugia in Umbrien als Sohn einer wohlhabenden Familie geboren. Zum Studium zog er wie zu dieser Zeit üblich nach Rom, wo er jedoch von den vorherrschenden schlechten Sitten der Bevölkerung abgestoßen wurde und sich nie wohl fühlte. So entschloss er sich, seine weltliche Existenz auf ein Minimum zu reduzieren, ging nach Effide und Vicovaro und zog sich schließlich in die einsamen Berge von Subiaco zurück, wo er als Einsiedler lebte. Sein Leitspruch lautet, wie der hl. Gregor der Große schreibt: „Soli Deo placere cupiens“ (ich wünsche nur Gott zu gefallen).

Einige in seiner Nähe lebende Mönche, die von seiner religiösen Lebensweise begeistert waren, baten ihn jedoch bald, als ihr Abt und Lehrmeister aus der Einsamkeit zurückzukommen. Benedikt nahm ihr Angebot nach kurzem Zögern an und versuchte ab jetzt, ihr nicht gerade vorbildhaftes Verhalten zu korrigieren. Doch dieser Versuch scheiterte jedoch und hatte zum Ergebnis, dass ihm die Mönche nach dem Leben trachteten , indem sie ihm einen Becher mit Gift zu trinken gaben. Der Mordanschlag gang nicht, da Benedikt den Becher mit dem todbringenden Trank durch das Kreuzzeichen zum Zerbrechen brachte. Da er einsah, dass dieses Kloster nicht der richtige Ort für ihn war, verließ er die Brüder in Vicovaro und ging nach Subiaco.

Nachdem er dort 12 kleinere Klöster gegründet hatte, verließ er auch Subiaco wieder und es zog in weiter in den Süden, begleitet nur von einigen wenigen ausgewählten Schülern. Welche Gründe für die Wahl des Berges Montecassino sprachen, aber man vermutet, dass ihn ein befreundeter Patrizier dazu veranlasst haben könnte.

Da Benedikt praktisch veranlagt war, passte er einen ehemals heidnischen Tempel in der Nähe des heutigen Klosters den Bedürfnissen seiner Gemeinschaft an, indem er diesen in eine Kirche umwandelte und zusätzlich Unterkünfte für die Mönche sowie Arbeitsstätten für verschiedenste handwerkliche Tätigkeiten errichten ließ.

Auf dem Gipfel des Berges Montecassino wurde ein kleines Oratorium errichtet, dass Johannes dem Täufer gewidmet wurde und als Friedhof diente. Hier befinden sich auch die Gräber des heiligen Benedikt und seiner Schwester Scholastica. Heute stimmt dieses Oratorium genau mit dem unteren Teil des Hauptaltars der Basilika überein.

Neben seiner Tätigkeit als Abt sorgte Benedikt auch für die Verkündigung des Evangeliums an die Bevölkerung in der tiefer gelegenen Ebene. Und diese Tätigkeit hat sich bis in die heutige Zeit nicht verändert, da das Kloster am Montecassino auch heute noch die Pfarren in der Stadt Cassino und in den umliegenden 20 Gemeinden betreut. Über das Jahr seines Todes herrscht bis heute Rätselraten. Entweder verstarb er im Jahre 548 n. Chr.(21.März???) oder um 560 n.Chr. Über das Jahr seines Todes herrscht bis heute Rätselraten. Entweder verstarb er im Jahre 548 n. Chr. oder um 560 n.Chr.

Fest steht nur, dass das Kloster Montecassino bald nach seinem Tod von den Langobarden zerstört wurde und die Mönche nach Rom flüchteten, wo auch Gregor mit ihnen in Kontakt trat und so die Gemeinschaft kennen lernte und sowohl alles über die Wunder als auch über die Regel des hl. Benedikts erfuhr.

Der hl. Benedikt, der schon seit langem als Schutzpatron der Ingenieure, Höhlenforscher und all derer galt, die sich für die Urbarmachung bestimmter Gebiete einsetzten, wurde am 24. Oktober 1964 von Papst Paul VI. in Montecassino zum Schutzpatron Europas erklärt, da er „ein Botschafter des Friedens, Schöpfer der Einheit, Lehrmeister der Zivilisation, Bote des Glaubens und Begründer des westlichen Mönchslebens“ sei, laut päpstlichem Schreiben ein „Pacis Nuntius“ (Bote des Friedens)

III. Die Bedeutung der Dialoge

Wie kaum ein anders Buch beeinflussten die Dialoge Gregors über das Leben Benedikts das benediktinische Mönchstum über Jahrhunderte. Es eines der am weitesten verbreiteten und am häufigsten gelesenen Bücher in den Klöstern. Die Lebensgeschichte Benedikts darf jedoch nicht als Biographie im heutigen Sinn verstanden werden und auch nicht als hundertprozentig Quelle, die genaueren historischen Fragen standhalten würde.

Gregor verbindet vielmehr die Grundmuster und Einzelthemen altchristlicher Literatur mit der Person des Abtes Benedikt. Dieser ist mit Sicherheit keine fiktive Person, sondern er ist für Gregor vielmehr ein Mensch, der so gelebt hat, dass man an ihn nahezu alle Vorstellungen des Christentums anhängen kann.

Am Anfang der Erzählung steht der Mensch Benedikt mit seinem Leben als Christ und Mönch und Gregor legt von allem Anfang an großen Wert darauf, möglichst authentisch zu berichten, da er im Vorwort zu seinen Dialogen die Namen der Quellen nennt und sich auf sie beruft. Und so verbindet Gregor die überlieferten Erzählungen mit seinen eigenen Intentionen zu diesem Werk.

IV. Interpretation und Deutung

4.1. Das Leitthema - Der Weg als Aufstieg

Benedikts Weg führt über Nursia zunächst nach Rom und von dort dann über Effide, Subiaco und Vicovaro wieder zurück in die Einsamkeit bis er schließlich auf dem Berg Montecassino sein Ziel erreicht.

Benedikts Weg hat eine eindeutige Richtung, nämlich den Aufstieg. Von der Erde zum Himmel, oder um genau zu bleiben aus der Höhle bei Subiaco bis auf den Berg Montecassino, dessen Spitze in den Himmel ragt. Dieser Aufstieg auf den Berg ist ein Symbol für den Weg aller Menschen zu Gott. Der Aufstieg und Verweilen in der Höhe sind Bild für geistlichen Fortschritt und Vollkommenheit.

a.Der Aufbruch aus Rom und die Hinwendung zum Mönchtum

Dem eigentlichen Weg Benedikts geht ein Aufbruch voraus, seine Entscheidung zum Mönchtum, die mit dem ersten entscheiden Ortswechsel von Rom nach Effide verbunden ist. Zunächst berichtet Gregor vom Abbruch des Studiums. Diese Abkehr vom Studium darf jedoch nicht als Bildungsfeindlichkeit oder Weltflucht im negativen Sinn missverstanden werden, sondern sie ist eine Frage nach Prioritäten; hier geht es um eine Grundentscheidung in seinem Leben.

Das Gregor Benedikt aus Rom weggehen lässt, hat nicht nur eine biographische Bedeutung. Benedikt flüchtet nämlich so aus einer Haupt- und Großstadt am Rande der sozialen und moralischen Auflösung. Denn schon lange vor Gregors Zeit gilt Rom als Synonym für Ausschweifung, Gleichgültigkeit, Profitgier und Laster. Rom ist eine Stätte des Lasters, die jeden in die Tiefe zu zeihen droht und daher nicht der richtige Ort für einen Mann wie Benedikt.

Als er Rom verlässt, ist Benedikt bereits geprägt. Gregor beschreibt ihn als einen jungen Mann mit weisem Herzen. Diese Aussage deutet vor allem das Leben Benedikts in der allgemeinen Vorstellung von der Unabhängigkeit des Lebensalters von der Nähe zu Gott.

die Hinwendung zum Mönchtum ist geprägt durch das biblische Motiv des Verlassens des Vaterhauses und des Besitzes.

b. Der dreistufige Weg

1. „unter der Erde“ - in der Höhle

Von Rom aus gelangt Benedikt zunächst nach Effide. Diesen Weg bestreitet er jedoch nicht ganz allein, sondern er wird von seiner Amme begleitet und findet zunächst Aufnahme in einer Gemeinschaft von Männern, die ein asketisches Leben führen. doch auch von Effide und seiner Amme trennt er sich nach kurzer Zeit und sein Aufstieg beginnt mit einem Abstieg. Er zieht sich in eine „ganz enge Höhle“ zurück, wo er 3 Jahre lebt bis er von Hirten entdeckt wird.

Sein aufstieg beginnt als Schritt nach unten, in die Verborgenheit und Einsamkeit. Er vollzieht also eine Rückkehr zu sich selbst, was als erster Schritt zur Gotteserfahrung zu verstehen ist. Gregor bezeichnet in seinem Text dieses Lebenserfahrung als das „wohnen in sich“ (habitare secum). Dieses Wohnen in sich selbst, allein unter den Augen Gottes, ist die erste Stufe mystischer Erfahrung und eine erste Sammlung aus der Zerstreutheit der Vielfalt in die Einheit Gottes.

Das Innere der Erde ist aber auch als Ort der dämonischen Mächte zu verstehen und so wird der ort unter der Erde zum spirituellen Raum des Abgrundes und der Versuchung.

2. auf der Erde - in Subiaco

Der geistliche Weg führt Benedikt nicht unmittelbar aus der Höhle auf den Berg, sondern es gilt zunächst, den Aufstieg am Fuße des Berges, in der Ebene gut vorzubereiten. Für Benedikt beginnt nun eine völlig neue Phase seines Lebens, denn nun befindet er sich in einer Zwischenzeit, da er nicht mehr in der Einsamkeit der Höhle lebt, aber auch von seinem Ziel, dem Berg, noch weit entfernt ist. Doch gerade diese Zeit in Subiaco ist für Benedikts Leben eine grundlegende Phase. Alles, was später auf dem Berg Montecassino entsteht , bildet sich hier in der Ebene bereits vor, denn auch bei Benedikt handelt es nicht um einen vollkommenen Menschen, sondern auch er verändert sich durch die gesammelten Erfahrungen und macht Fehler wie etwa in Vicovaro, wo er sich noch als ungeeignet erweist eine Gemeinschaft zu leiten, da er ohne Rücksicht auf die Brüder seine Vorstellungen verwirklichen will. Und so ist es kein Wunder das Benedikts erster Versuch ein Kloster zu leiten fehlschlägt.

In Subiaco sammeln sich dann die ersten Schüler um Benedikt und es entstehen 12 neue Klöster. In den nun folgenden Jahren verdeutlicht Benedikt die Grundlagen für ein gemeinsames Leben der Brüder und erkennt bereits die nötigen Grundwerte. Im Vergleich zu Vicovaro ist er also sichtlich gereift. Ausgelöst durch den Neid des feindlichen Priesters Florentinus wird der Auszug Benedikts von Subiaco auf den Montecassino notwendig und so gelangt Benedikt nun zur letzten Station seines Lebens - auf diesem berg liegt sein Ziel.

3. über der Erde - auf dem Berg

Benedikts letzter Lebensabschnitt beginnt mit dem Aufstieg auf den Berg Montecassino. Gregor beschreibt diesen Berg nicht umsonst als „hohen Berg, der mit dem Gipfel in den Himmel ragt“. Das Symbol des Berges hat unmittelbare religiöse Bedeutung, da Berge bereits in der hl. Schrift stets von großer Bedeutung waren und die Nähe zu Gott verdeutlichten. Auch in seiner Regel spricht Benedikt vom Ziel des Mönches als „Gipfel der Vollkommenheit“.

Für Gregor ist der Berg eng mit der Lebenssituation Benedikts verbunden. Erst hier auf dem Berg wird er zum eigentlichen Abt, zum Wächter auf der Höhe, zum guten Hirten und zum geistlichen Vater.

Der Abschnitt auf dem Montecassino ist Benedikts längster Lebensabschnitt und ist geprägt vom Bau des Klosters. Alles läuft auf das Endgültige zu. Unmittelbar vor dem Tod Benedikts berichtet Gregor auch von der Niederschrift der Regel. Und das hat einen Grund. In den meisten antiken Biographien spielen beim Tod bedeutender Männer und Frauen die letzten Worte eine wichtige Rolle. Sie sind deren Vermächtnis an die Nachwelt. Solche letzte Worte fehlen im Kapitel über Benedikts Tod und so kann man seine Regel als letzte Worte dieses großen Mannes sehen.

c. Benedikts Tod und die Himmelstraße

Das Sterben Benedikts gestaltet Gregor mit allen Elementen, die die Tradition für das Sterben eines Heiligen zur Verfügung stellt. So sagt Benedikt etwa den Ort seines Todes, nämlich das Oratorium des Klosters, genauso voraus wie den Tag seines Todes. Ebenso sind das Beten mit erhobenen Händen und die Anwesenheit der Brüder beim Sterben ein traditionelles Motiv im Christentum.

Doch trotzdem ist die Sterbeszene ganz typisch für das Leben Benedikts. Vor allem die Tatsache, dass Benedikt im Stehen stirbt ist ein noch nie da gewesenes Motiv, das die Einzigartigkeit Benedikts unterstreicht. Das Stehen ist immer die Haltung eines Wachposten und wahrscheinlich will Gregor dadurch betonen, dass Benedikt auch nach seinem Tod als Wächter für seine Mitbrüder da sein wird.

Benedikts Tod wird von Gregor als „transitus“, ein Hinübergang im eigentlichen Sinn beschrieben. Auf seinem Weg in den Himmel wandert Benedikt über eine Straße, die von seinem Kloster genau in östlicher Richtung in den Himmel führt und mit Teppichen ausgelegt und von vielen Lampen erleuchtet ist. Auch die Richtung, nämlich Osten ist nicht zufällig gewählt, sondern erinnert vielmehr an die Auferstehung Jesu bis zu seiner Wiederkunft. Benedikt gelangt also auf diesem Weg direkt zum auferstandenen Herrn, dem er ein Leben lang entgegen gegangen ist.

4.2. Die Wunder

a.Die Bedeutung der Wunder:

Kaum ein anderes Thema ist so typisch für die altkirchliche Vita wie die Wunder. Auch in der Vita Benedikts spielen sie eine großes Rolle. Dadurch wurde die Beschreibung des Lebens Benedikts als unseriös angesehen, aber Wunder gehören nun einmal zur literarischen Gattung der Vita. Sie verdeutlichen die Anerkennung des heiligen Menschen durch Gott, seinen Sieg über den Teufel, seinen tiefen Glauben und sein Streben nach Tugend.

In einigen der beschriebenen Wunder lassen sich Parallelen zur Bibel herstellen und sie erfüllen daher den Zweck, das Leben Benedikts in die Vorbilderkette aus Propheten und Aposteln nahtlos einzuordnen.

Doch bei der Betrachtung der Wunder muss man sich immer vor Augen halten, dass das Leben das Entscheidende ist und nicht die Wunder. Die Wunder sind vielmehr Anschauungs-- und Unterweisungsmaterial für das Leben im Kloster. Sie präsentieren Benedikt vor allem als Helfer seiner Mönche in hoffnungslosen und oft lebensgefährlichen Situationen für die ganze Gemeinschaft oder auch einen einzelnen. Häufig werden in den beschriebenen Szenen Grundthemen des klösterlichen Zusammenlebens angesprochen und oft provozieren die Mönche durch falsche Handlungen oder falsche Einstellungen das wundertätige eingreifen Benedikts, der mit seiner Hilfe dann eine Veränderung und Umkehr hervorrufen kann.

b.Der Stein in der Mitte(Kapitel 9)

Beim Bau des Klosters versperrt ein Stein in der Mitte den Weiterbau, da er so schwer ist, dass ihn die Brüder nicht bewegen können. Und so können ihn die Brüder nicht wie geplant für den Bau der Mauer verwenden und die Arbeit scheint zu scheitern. Doch der Stein liegt nicht zufällig in der Mitte. Es wird dadurch verdeutlicht wie gravierend das Problem ist und welche negativen Auswirkungen auf die Pläne der Mönche hat. Da die Gemeinschaft nicht weiterbauen kann, kann auch sie selbst nicht weitergebaut werden.

Benedikt erkennt jedoch mit Gottes Hilfe die Probleme genau und erkennt, dass der alte Feind den Stein besetzt hat. In seinem Gebet erkennt Benedikt die Mitte, auf die es ankommt, nämlich Jesus, und er ermöglicht es, dass die Blockade gelöst wird und die Brüder den Bau zu Ende führen können.

c.Das Scheinfeuer in der Küche

Ein weiteres Mal wird die Klostergemeinschaft auf die Probe gestellt, als ein Feuer, das vom Küchengebäude auszugehen scheint, alles bisher aufgebaute zu vernichten droht. Die Brüder lassen sich von diesem Augenschein der Bedrohung täuschen und sind von der Vorspiegelung der Bedrohung, die ihr ganzes Werk zerstören wird, überzeugt. Doch das hier beschriebene Feuer ist ein Symbol für alle zerstörerischen Mächte die in einem Kloster wirken können und von denen Benedikt einige schon selbst miterlebt hat: Verdächtigungen, Vorurteile, Unterstellungen, Neid und Eifersucht können sich wie ein Flächenbrand in einer Gemeinschaft ausbreiten und alles zerstören. Hier werden also alle möglichen Gefahren für ein gemeinsames Leben angesprochen und nur Benedikt kann es mit seiner starken geistlichen Persönlichkeit erkennen, dass die Flammen in der Küche nur eine Täuschung sind und so rettet er die Brüder durch seine Wahrnehmung der Realität.

d.Das fehlende Wasser

Durch das Fehlen des Wasser ist in Kapitel 5 der Fortbestand der ganzen Gemeinschaft gefährdet, da die Brüder die unzureichenden Lebensbedingungen nicht mehr länger ertragen können und der Weg zur nächsten Quelle auf Dauer viel zu gefährlich ist.

Das fehlende Wasser wird hier zum Symbol der Unfruchtbarkeit und Unerträglichkeit der Lebensbedingungen. In einer solchen Situation muss eine Gemeinschaft wohl zwangsläufig aufgeben und resignieren. Doch bevor die Brüder das tun, wenden sie sich an Benedikt um ihn um Hilfe zu bitten. In der Nacht geht er dann selbst zum Kloster und schafft es durch sein Gebet und seinen persönlichen Einsatz, dass Wasser fließen kann. So wird den Brüder das Verbleiben in ihrem Kloster gesichert.

Das Symbol des lebensnotwendigen Wassers übernimmt Gregor aus der Bibel, wo bereits Mose in der Wüste wasser aus einem Felsen schlagen konnte. Das Wasser ist hier als Zeichen der lebenserhaltenden Nähe Gottes zu verstehen. Doch auch Benedikts Bedeutung für die Mönche wird hier deutlich, da er der einzige ist, der sie aus ihrer Ausweglosigkeit mit Gottes Hilfe retten kann.

4.3. Der Kampf mit dem Alten Feind

Der Kampf mit den Mächten des Bösen stellt ein immer wiederkehrendes Thema in den Vitenerzählungen dar und darf daher auch bei der Erzählung über das Leben Benedikts nicht fehlen. Immer wieder erwähnt Gregor den „ Alten Feind“, z.B. beim Brand in der Küche oder beim unbeweglichen Stein. Und dieser Kampf mit dem Alten Feind, der als Symbol für die Versuchung und alles schlechte auf dieser Welt gesehen werden kann wiederholt sich im Laufe der Erzählung mehrmals.

4.4. Die Feindesliebe

a.Die Brüder in Vicovaro

Die erste große Herausforderung für Benedikt stellt die Situation in Vicovaro dar. Und hier scheitert er erstmals, da mit mehr in der Lage ist, diese zerbrochene Gemeinschaft und zerbrochene Beziehung zwischen ihm und den Mönchen auf ein Neues herzustellen. Nun wirft Gregor die Frage auf, wie Benedikt mit Misserfolgen und Scheitern umgehen kann. Eine mögliche Reaktion wäre sicher, Aggressionen an den Tag zu legen, entweder aus Zorn über die Mönche oder auf Grund seiner eigenen Unfähigkeit die Gemeinschaft nach seinen Idealen zu disziplinieren. Doch Benedikt verzichtet auf derartige Reaktionen. Er beweist die Bereitschaft zu vergeben wie es die Bergpredigt von den Menschen fordert. Benedikt beschließt, sich von der Gemeinschaft zu trennen, doch nicht mit Verbitterung oder wegen Resignation, sondern vielmehr deswegen, weil er eingesehen hat, dass es unmöglich für ihn ist, diese Brüder in seinem Sinne zu bekehren. Und so verlässt er sie, nachdem er ihnen das Erbarmen Gottes zugesprochen und ihnen durch die liturgische Lossprechungsformel auch seine eigene Verzeihung angeboten hat.

b.Der Priester Florentinus

Benedikt wird in Kapitel 8 nochmals mit einem Angriff auf sein Leben konfrontiert. Der benachbarte Priester Florentinus ist mit Neid auf Benedikt erfüllt und wünscht sich nichts sehnlicher als dessen baldigen Tod und so beschließt er, ihm ein vergiftetes Brot zu schicken. Doch wie schon in Vicovaro erkennt Benedikt die Gefahr rechtzeitig und entrinnt dem Mordanschlag. Wie jeden Tag kommt auch diesmal ein Rabe zum Kloster, um sich ein bisschen Brot zu holen. Benedikt erteilt dem Raben nun den Auftrag, dieses vergiftete Brot zu nehmen und es an einen Ort zu tragen, wo es niemandem mehr schaden kann und dieser fliegt nach anfänglichen Mühen auch tatsächlich mit diesem Brot davon und erhält bei seiner Rückkehr zum Dank eines neues Stück.

Florentinus lässt sich durch dieses Scheitern jedoch nicht von seinem Ziel abbringen und versucht weiterhin, Benedikt Schaden zuzufügen. Doch nun gilt der Angriff nicht mehr Benedikt selbst sondern seinen jungen Mitbrüdern. Florentinus schickt nämlich junge Mädchen ins Kloster, die nackt vor den Augen der jungen Mönche tanzen sollen. Aber auch diesen Angriff auf die Seelen seiner Mitbrüder kann Benedikt abwehren und wieder verzichtet er auf Vergeltung. Er beschließt, dem Priester keinen Grund mehr zum Neid zu geben und verlässt deswegen das Kloster Subiaco und zieht auf den Monte Cassino. Als er vom tragischen Unfalltod seines Feindes erfährt, reagiert er nicht mit Schadenfreude und Genugtuung, sondern fühlt Trauer und Schmerz, da er niemandem etwas Böses wünscht, auch nicht seinen Feinden. Damit wird er einmal mehr zu einem Musterbeispiel für gelebtes Christentum.

4.5. Die Beziehung zwischen dem Buch der Dialoge und der Benediktusregel

Gregor der Große verbindet die Regel des hl. Benedikt und ihren Inhalt mit der Lebensweise Benedikts.

Auffallend ist dies vor allem dadurch, dass es eine Vielzahl von inhaltlichen Parallelen der beiden Bücher gibt:

1.Das Bild des Abtes:

Hier ist die größte Parallele zur Benediktusregel erkennbar, da Gregor in seinem Portrait von Benedikt diesem alle Eigenschaften des in der Regel beschriebenen Abtes zuschreibt - Benedikt verkörpert also alle jene Werte, die er in seiner Regel vom Abt verlangt. Dadurch wirken die Dialoge vor allem als Illustration zu den Weisungen der Regel. Benedikt ist Wächter und Mahner, Vater und Lehrer, Helfer und Retter, maßvoller und tröstender Abt.

4.6. Gestalten der Lebensbegleitung:

a.) Gestalten der geistigen Begleitung - Theoprobus:

Benedikt sieht in einer Art Vision die Zerstörung von Montecassino voraus und weint daher bitterlich. In diesem Moment der Trauer tritt Theoprobus in seine Zelle ein. Er ist ein Mann, der sich vor langer Zeit der geistigen Führung Benedikts anvertraut hat und mittlerweile hat sich zwischen ihm und Benedikt ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufgebaut. Und genau dieses Vertrauensverhältnis macht es ihm jetzt möglich, zu einer Gestalt geistlicher Begleitung für Benedikt zu werden.

Benedikt teilt ihm nicht nur seine Vision vom Untergang Montecassinos mit sondern zeigt an dieser Stelle, dass auch er Trauer empfinden und diese mit anderen Menschen teilen kann. Er ist also auch in der Lage, mit einem anderen Menschen über seine Sorgen und seinen Schmerz zu sprechen. Dieses Gespräch mit Theoprobus zeigt aber auch klar auf, dass Benedikt keineswegs ein Mensch ohne Kummer war, sondern genauso wie alle anderen Menschen auch Leid empfand.

b.) Gestalten der Vollendung - Die Brüder bei seinem Tod:

Die Begleitung durch andere Menschen bleibt bis zum Tod Benedikts eines der Leitthemen der Vita Benedikts. Hier wird noch deutlicher als je zuvor klar, dass Benedikt auch nur ein Mensch war, der von den anderen - der Gemeinschaft - mitgetragen wurde.

Nun, kurz vor seinem Tod, ist es Aufgabe der Brüder ihn in die Kirche zu tragen. Hier erkennen wir, dass Benedikt nicht nur der Gebende war, sondern sehr wohl auch von der Gemeinschaft empfangen hat. Denn ohne Hilfe der Brüder wäre vieles nicht möglich gewesen, etwa sein Wunsch, im Stehen mit zum Himmel erhobenen Händen zu sterben.

Das Verhalten der Brüder bei seinem Tod wird so zu einem Symbol für die Wirklichkeit brüderlicher Gemeinschaft.

Quellennachweis:

Gregor der Große: „Der Hl. Benedikt“, erschienen im EOS Verlag, herausgegeben im Auftrag der Salzburger Äbtekonferenz 1995

V. Übersetzungen

Leben und Wunder des ehrwürdigen Abtes Benedikt: Herkunft und Jugend

Es war einmal ein verehrenswürdiger Mann(= ein Mann des verehrungswürdigen Lebens), er hieß Benedikt und durch die Gnade und den Namen war er gesegnet; schon in der Zeit seiner Jugend hatte er ein altes/reifes Herz. Er, der das Lebensalter freilich durch seine Sitten überschritten hat, gab keinem Vergnügen/ keiner Begierde den Verstand, sondern solange er bisher auf dieser Erde war, wo er zeitlebens frei genießen hätte können, hielt er die Welt doch schon für mit ihrer Blüte ausgetrocknet.

Dieser war aus einem angesehenen Geschlecht aus der Provinz Nursia, und war wegen der den freien Studien der Wissenschaften nach Rom geschickt worden. Aber als er viele von diesen in die Abgründe der Laster gehen sah, zog er diesen Fuß zurück, den er gleichsam in den Eingang der Welt gestellt hatte, damit er nicht auch von deren Lebensweise berührt werde und nicht auch selbst später ganz in bodenlose Tiefe gehe. Daher wandte er sich vom Studium der Wissenschaften ab und verließ das Haus und die Dinge des Vaters, und er sehnte sich, nur Gott zu gefallen und suchte das Gewand des heiligen Lebenswandels. Also zog er sich zurück; unwissend aber erfahren und ungelehrt aber weise.

2. Ich kenne nicht alle Details seines Lebens, aber das wenige, das ich erzähle, weiß ich von 4 Referenten, die dessen Schüler waren: nämlich Constantinus, einem sehr verehrten Mann, der diesem als Leiter des Klosters nachfolgte; auch von Valentnianus, der für viele Jahre im Kloster im Lateran vorstand; von Simplicius, der als dritter nach diesem die Gemeinschaft leitete; und durch Honoratus, der jetzt noch dem Kloster vorsteht, in dem Benedikt zuerst lebte.

Kapitel 1: Beginn in Effide

1. Er/ Dieser gab daher/also schon das Studium der Wissenschaften auf und entschloss, die Einsamkeit aufzusuchen, nur die Amme, die diesen so besonders liebte, folgte ihm. Wie auch immer, sie kamen zu einem Ort, der Effide genannt wird, dort führten viele angesehene Männer ein Leben in Gemeinschaft und sie hielten sich in der Kirche des heiligen Petrus auf.

Seine Amme erbat von den benachbarten Frauen ein Sieb um den Weizen zu reinigen, welches sie unbekümmert auf dem Tisch zurückließ, durch Zufall hinunterfiel und zerbrach, sodass es, nachdem es in zwei Teile getrennt worden war, entdeckt wurde. Als die Amme zurückkam und dies bald bemerkte, begann sie sehr heftig zu weinen, weil sie das Gerät, das sie zur Haftung empfangen hatte, zerbrochen sah.

2. Als aber Benedikt, der gottesfürchtige und fromme Knabe, seine Amme weinen sah, hatte er Mitleid wegen ihres Schmerzes, hob die beiden Teile des zerbrochenen Siebes auf und gab sich unter Tränen dem Gebet hin. Als sich dieser vom Gebet erhob, fand er das Gerät unversehrt so dicht neben sich, sodass bei diesem keine Spuren eines Bruches entdeckt werden konnten.

Bald aber tröstete er seine Amme schmeichelnd, gab dieser das unversehrte Sieb zurück, das er zerbrochen erhalten hatte. Diese Sache wurde an ebendiesem Ort von vielen wahrgenommen und erweckte (die Menschen) in einer so großen Bewunderung, dass die Einwohner dieses Ortes dieses Sieb selbst an den Eingang der Kirche hängten und alle sollten erkennen, wie weit, gegenwärtig und folgend der Knabe Benedikt mit so großer Vollendung die gnade des Lebenswandels begonnen hatte.

8. Benedikt und die Hirten

Zu dieser Zeit entdecken auch Hirten diesen in der Höhle, wo er sich versteckte. Sie hielten diesen für irgendein Tier, als sie ihn mit Fellen bekleidet im Geäst sahen, aber dann erkannten sie ihn als Diener Gottes und viele von ihnen wurden vom tierischen Verstand zu einer frommen Gnade umgewandelt. Dadurch wurde sein Name in der benachbarten Gegend allen bekannt, und so geschah es, dass es schon von jener Zeit an begann, dass er von vielen besucht wurde, die diesem die Nahrung für den Körper brachten in sie nahmen dafür in ihrem Herzen aus seinem Mund Nahrung für das Leben auf.

Kapitel 3: Scheitern in Vicovaro

1.GREGOR: Als die Versuchung also gewichen war, konnte die Saat/Frucht der Tugenden wachsen und der Mann Gottes brachte reiche Frucht , wie von Dornen gereinigtes Land. Daher wurde durch den Ruf seiner besonderen Lebensweise sein Name berühmt gehalten.

2. aber nicht weit entfernt war ein Kloster, dessen Vater der Gemeinschaft(=Abt) gestorben war, und alle aus jener Gemeinschaft kamen zu jenem ehrwürdigen Benedikt und ersuchten ihn mit großen Bitten, dass er ihnen vorstehen sollte(=ihr Abt sein sollte). dieser verzögerte lange, lehnte es dann ab und sagte voraus, dass deren Sitten nicht mit den seinen zusammenkommen können, aber irgendeinmal gab er sich ihren Bitten geschlagen und stimmte zu.

3. Und in diesem Kloster hielt er den Gebrauch des regelmäßigen Lebens(=des Lebens nach der Regel), damit keiner durch unüberlegtes Handeln wie früher nach rechts oder links vom Weg klösterlichen Lebens abweichen konnte, und daher begannen die Brüder, die sinnlos wütend waren und deren Leitung er übernommen hatte, sich Vorwürfe zu machen, weil sie diesen gebeten hatten ihnen vorzustehen, und so stieß sich deren Verkehrtheit an dessen Geradlinigkeit. Sie sahen nun, dass unter diesem Unzulässiges nicht erlaubt ist und es schmerzte sie, dass sie das Gewohnte zurücklassen müssen, und es war hart, dass sie gezwungen wurden, in der alten Gesinnung neues zu lernen, wie das Leben der Guten für Menschen mit schlechten Sitten immer schwer ist, und so versuchten sie irgendwie dessen Leben zum Tod zu führen.

4. Diese mischten, nachdem sie beraten hatten, Gift in den Wein. Und als das gläserne Gefäß, in dem der für jenen verderbliche Trank gehalten wurde, nach dem Brauch des Klosters bei Tisch dem Abt zur Segnung gebracht wurde, streckte Benedikt die Hand aus und machte das Zeichen des Kreuzes und so zerbrach das Glas, das durch das Zeichen länger gehalten wurde , als hätte er durch das Kreuz einen Stein auf jenes Gefäß geworfen. Sofort bemerkte der Mann Gottes, dass es einen Trank des Todes in sich hatte, weil es das Zeichen des Lebens nicht ertragen konnte und sofort erhob er sich und sagte mit friedfertigem Blick und ruhigem Verstand, nachdem er die Brüder zusammengerufen hatte: „ Der allmächtige Gott erbarme sich euer, Brüder. Weshalb wolltet ihr dies gegen mich machen? Habe ich euch denn nicht vorher gesagt, dass eure und meine Sitten nicht zusammenpassen? Geht und sucht euch freilich einen Abt mit euren Sitten, weil ihr mich nach diesem ganz und gar nicht haben könnt.

Rückkehr in die Einsamkeit:

5. Dann kehrte er an den Ort seiner geliebten Einsamkeit zurück und er lebte allein unter den Augen des überirdischen Betrachters, in sich selbst.

Die ersten Klostergründungen:

13. GREGOR: Als der heilige Mann in dieser Einsamkeit durch die Tugend und mit Zeichen heranwuchs, sind viele zu ihm gekommen um dem allmächtigen Gott zu dienen, sodass er(=Benedikt) dort 12 Klöster mit der Hilfe des allmächtigen Herren Jesus Christus erbauen ließ, in denen er je 12 Mönche und für jede Gemeinschaft einen Abt einsetzte. Nur wenige (Mönche) behielt er bei sich, die nach seinem Urteil bisher in seiner Gegenwart am meisten gelernt hatten.

14. Dann begannen auch vornehme und fromme Römer zu diesem zu kommen, und gaben ihm ihre Söhne, damit er sie für den allmächtigen Gott erziehe. Dann übergab auch Euthicus seinen Sohn Maurus der guten Hoffnung und der Patrizier Tertulus seinen Sohn Placidus. Von denen war Maurus jung, mit gutem/reifem Charakter vermögend, und begann des Meisters zu werden, Placidus aber war fast noch ein Kind.

Kapitel 5: Wasser aus dem Felsen

1.Aber von diesen Klöstern, die Benedikt in dieser Gegend errichtet hatte, waren 3 weit oben in den Felsen des Gebirges und es war für die Brüder immer sehr mühsam zu See hinabzusteigen, damit sie Wasser schöpfen konnten, vor allem weil die steil abfallende Bergwand sehr gefährlich war(= eine Gefahr war) und sie beim Abstieg Angst hatten.

Dann kamen die Brüder aus diesen drei Klöstern gemeinsam zum Diener Gottes Benedikt und sagten: „Es ist für uns sehr mühsam täglich wegen dem Wasser bis zum See hinabzusteigen und es ist notwendig, dass die Klöster daher von diesem Ort verlegt werden.

2. Benedikt tröstete diese liebevoll und schickte sie weg. In dieser Nacht stieg er mit dem kleinen jungen Placidus, den ich bereits erwähnt habe, zu den Felsen dieses Berges und dort hat er lange gebetet und nachdem das Gebet erfüllt worden war, legte er 3 Steine als Zeichen an diesen Ort und kehrte in sein Kloster zurück, wobei dort alle nichts bemerkt hatten.

3. Und als am anderen Tag die Brüder zu ihm zurückkamen und wegen der Notwendigkeit des Wassers vorsprachen, sagte er: „ Geht und höhlt jenen Felsen dort etwas aus, wo ihr 3 aufeinandergelegte Steine findet. Denn der allmächtige Gott kann auch aus jenem Stein des Berges Wasser hervorsprudeln lassen, um euch die Mühe des großen Weges zu ersparen.“ Diese gingen zum Felsen des Berges, den Benedikt vorhergesagt hatte und fanden den Fels, und da er schon feucht wurde, machten sie an diesem Ort ein Loch, das sich sofort Wasser füllte , das so reichlich floss, dass es bis heute reichlich hinabfließt und sich von jenem Gipfel des Berges bis ins Tal ergießt.

Kapitel 8: Die Anfeindung

1.GREGOR: Als sich in jener Gegend weit und breit die Liebe zu unserem Herrn und Gott Jesus Christus entzündete, verließen viele das weltliche Leben und beugten ihr zartes Herz unter dem Joch des Erlösers, sowie die Sitten der Sitten der Schlechten die Guten wegen deren anderer Tugend beneiden, die sie selbst nicht angestrebt haben.

So verhielt es sich auch mit Florentinus, dem Priester einer benachbarten Kirche, dem Großvater unseres Subdiakons Florentinus, der durch die Bosheit des alten Feindes angestachelt war, und er begann dem Wirken des hl. Mannes nachzueifern, auch dessen Mönchsleben zu vermindern/verleumden und wenn er auch konnte, jedem von einem Besuch bei jenen abzuraten.

2. Und als auch er einsehen musste, dass er dessen Ansehen nicht entgegenwirken konnte, und die gute Meinung von dessen Mönchsleben wuchs und sich viele unablässig fühlten durch die Kunde über ihn zum Zustand eines besseren Lebens gerufen zu sein, wurden er (Florentinus) durch die Flammen des Neides mehr und mehr entbrannt und schlechter, weil er das Lob dessen Mönchslebens selbst zu haben anstrebte, aber das lebenswerte Leben wollte er nicht haben. Dieser wurde blind durch die Dunkelheit seines Neides soweit geführt, dass er dem Diener des allmächtigen Gottes mit gift befallenes(=vergiftetes) Brot als ob es gesegnetes Brot sein, schickte. Als der Mann Gottes dies mit einer Tat des Dankes annahm, blieb ihm aber nicht verborgen, welches Unheil im Brot verborgen war.

3. Aber zur Stunde jener Mahlzeit pflegte ein Rabe aus dem nahen Wald zu kommen, um das Brot aus dessen Hand zu empfangen. Als der Rabe wie üblich kam, warf der Mann Gottes das Brot dem Raben hin, das ihm der Priester geschenkt hatte und trug ihm auf, indem er sagte: „Im Namen des Herren Jesus Christus, nimm das Brot und wirf es an einem solchen Ort weg, wo es von keinem Menschen gefunden werden kann.“ Dann öffnete der Rabe seinen Schnabel, breitete die Flügel aus und begann rund um dieses Brot zu hüpfen, krächzte, als ob er offen sagen müsste, dass er gehorchen wolle, und dennoch das Befohlene nicht ausführen könne. Wieder und wieder befahl ihm der Mann Gottes und sagte: „Heb es auf, heb es ruhig auf, und wirf es dort weg, wo es nicht gefunden werden kann.“

Nachdem dieser lange gezögert hatte, fasste der Rabe es endlich, hob es auf und flog davon. Nach drei Stunden aber kam er ohne das Brot zurück und erhielt aus der Hand des göttlichen Mannes sein Futter, wie er es gewohnt war.

4. Aber der ehrwürdige Vater sah, dass die Seele des Priesters gegen sein Leben entflammte, und es schmerzte ihn mehr um jenen als um sich selbst. Da der Priester Florentinus den Körper des Meisters nicht töten konnte, entflammte er um die Seelen der Schüler zu verderben, sodass er in den Garten des Klosters, in dem sich Benedikt befand, sieben nackte Mädchen vor deren Augen schickte, die deren Herz zu verkommener Gesinnung der Lust entflammen sollten, indem sie sich die Hände hielten und länger tanzten.

5.Das sah der heilige Mann von seiner Zelle aus und er fürchtete sehr den Fall der bisher noch nicht gefestigten Schüler, und überdachte, dass er (Florentinus) dies ganz allein zu seiner Verfolgung gemacht hatte, übergab dem Neid den Ort und ordnete alles in den Klöstern, die er erbaut hatte, setzte Obere ein und teilte ihnen Brüder zu und nahm nur wenige Mönche mit sich und veränderte die Siedlung des Ortes(=er zog an einen anderen Ort).

6. Bald war der Mann Gottes demütig vor dessen Hass gewichen, schlug der allmächtige Gott diesen grausam/furchtbar. Denn als der erwähnte Priester auf dem Balkon stand, erkannte er, dass Benedikt weggegangen war und prahlte, blieb das Haus mit dem ganzen Vorbau unbewegt und die Terrasse selbst, auf der er stand, fiel ein, erschlug ihn und löschte den Feind Benedikts aus.

7.Maurus, der Schüler des Mannes Gottes wollte dem ehrwürdigen Vater Benedikt, der bisher kaum 10 Meilen von diesem Ort entfernt war, dies sofort berichten und sagte: „Komm zurück, weil der Priester, der dich verfolgte, gestorben/vernichtet ist!!“ Als Benedikt, der Mann Gottes, dies hörte, begab er sich in schwere Klagen, entweder weil der Feind tot dalag oder weil der Schüler über den Tod des Feindes jubelte.. Deshalb ist es geschehen, dass er auch diesem Schüler eine Buße auferlegte, weil er es gewagt hatte, sich so sehr über den Untergang des Feindes zu freuen, als er dies überbrachte.

10. PETRUS: Ich bitte dich, nach diesem, mich wissen zu lassen, an welchen Ort der heilige Mann gezogen ist und ob er auch dort Wunder gezeigt hat.

Beginn in Montecassino(!)

GREGOR: Der heilige Mann zog an einen anderen Ort, der Feind änderte sich nicht. Denn von nun an hatte er ziemlich schwere Kämpfe zu erdulden, als er entdeckte, dass er gegen den Meister des Bösen selbst offen kämpfte.

Ein Lager, das Casinum heißt, war auf der Höhe des Berges gelegen. Dieser Ort schmiegt sich in eine weite Mulde des Berges, der sich über 3 Meilen in die Höhe erhebt, sodass der Gipfel gleichsam in den Himmel ragt. Dort war das sehr lange bestehende Heiligtum, in dem nach Brauch der alten Völker Apoll von der einfältigen Bevölkerung der ländlichen Gegend verehrt wurde. Ringsum waren Haine, die dem Dämonenkult dienten, gewachsen, in denen sich bis zu dieser Zeit eine unglückliche Menge der Ungläubigen mit ihren Götteropfern abmühte.

11. Dort kam der Mann Gottes hin, zerrieb das Götzenbild, stürzte den Altar um, holzte die heiligen Haine ab, und im Tempel des Apoll selbst errichtete er ein Oratorium des heiligen Martin, und wo der Altar des Apoll war, errichtete er ein Oratorium des heiligen Johannes, und der Menge, die ringsum verweilte/wohnte, verkündete er unentwegt die frohe Botschaft und rief sie zum Glauben auf.

12. Aber dies konnte der alte Feind nicht ruhig/schweigend ertragen, nicht im verborgenen oder im Schlaf, sondern deutlich sichtbar trat er vor die Augen des Vaters und klagte mit großem Geschrei dass ihm Gewalt angetan wird, so dass auch die Brüder die Stimmen/Rufe dessen hörten, auch wenn sie die Erscheinung ganz und gar nicht erkennen konnten. Wie der ehrwürdige Vater nämlich seinen Schülern erzählte, zeigte sich der alte Feind abscheulich und brennend vor seinen leiblichen Augen, und er schein mit Flammen aus dem Mund und den Augen gegen ihn zu wüten. Aber was er sagte, konnten alle hören. Zuerst rief diesen nämlich beim Namen. Als der Mann Gottes diesem ganz und gar nicht antwortete, stieß er (sofort) ein Wort der Beschimpfung heraus. Als er dann schrie und sagte: „ Benedikt, Benedikt!“ , und als er sah, dass ihm dieser( Benedikt) auf keine Art und Weise antwortete, schrie er weiter: „ Maledictus, nicht Benedictus - Verfluchter, nicht Gesegneter, was willst du von mir, warum verfolgst du mich??“

13. Aber nun kommen wir zu den neuen Angriffen des alten Feindes gegen den Diener Gottes. Er wollte diesem zwar den Kampf erklären, aber ungewollt bot er (ihm)Gelegenheiten zum Sieg dar.

Kapitel 9: Der unbewegliche Stein

An einem Tag, als die Brüder die Wohnräume des Klosters bauten, lag in der Mitte ein Stein, den sie ins Bauwerk einzubauen entschieden. Und als zwei oder drei diesen nicht bewegen konnten, gesellten sich mehrere dazu, aber er bleib so unbeweglich, als wenn er im Boden angewurzelt wäre, sodass sie bemerkten, dass der alte Feind selbst auf diesem saß, den die Hände so vieler Männer nicht bewegen konnten. Weil diese Schwierigkeit geschehen/aufgetreten war, schickten sie zum Mann Gottes, damit er komme und den Feind durch ein Gebet vertreibe, damit sie den Stein heben können. Dieser kam bald, machte ein Gebet und gab den Segen, und der Stein wurde so schnell emporgehoben, als ob er vorher kein Gewicht gehabt hätte.

Kapitel 10: Der Brand in der Küche

1.Da gefiel es in Gegenwart des Mannes Gottes, dass sie(die Brüder) den Boden an dieser Stelle aufgraben. Als sie diese tiefer ausgegraben hatten, fanden die Brüder dort ein bronzenes Götterbild. Dieses brachten sie zu dieser Stunde in die Küche, als plötzlich ein Feuer auszubrechen schien und in den Augen der ganzen Mönche schien es, als ob das Gebäude der Küche ganz in flammen aufging.

2. Als sie Wasser hinschütteten und dabei einen Lärm machten, weil sei glaubten, ein Feuer löschen zu müssen, kam der Mann Gotte durch diese Aufruhr beunruhigt herbei. Dieser erkannte, dass dieses Feuer nur in den Augen der Brüder war, denn er sah es nicht, beugte er den Kopf zum Gebet und rief die Brüder, die er von einem vorgetäuschten Feuer betrogen fand, zu dem zurück, was wirklich zu sehen war, sodass sie jenes Küchengebäude unbeschädigt dastehen sahen, und die Flammen, die der alte Feind vorgetäuscht hatte , nicht sahen.

Kapitel 12: Die Mahlzeit außerhalb des Klosters

1.Es war nämlich der Brauch des Klosters, dass die Brüder sooft sie zu irgendeiner Besorgung fortgingen, weder Essen noch Trinken außerhalb des Klosters entgegennahmen. Und weil sie den Gebrauch dieser Regel bewahrten( = sie sich vom Gebrauch dieser Regel hütete), gingen die Brüder an einem Tag zu einer Besorgung hinaus, an dem sie bis zu später Stunde zu tun hatten. Diese kamen auf den Gedanken bei einer religiösen Frau einzukehren, deren Haus sie betraten und Nahrung zu sich nahmen.

2. Und als sie schon ziemlich spät ins Kloster zurückkamen, erbaten sie wie üblich den Segen des Vaters. Doch jener fragte diese sofort, indem er sagte: „ Wo habt ihr gegessen?“ Diese antworteten ihm, indem sie sagten: „Nirgends“. Jener sagte zu diesen: „ Warum lügt ihr? Seid ihr nicht in das Haus bei jener Frau hineingegangen? Habt ihr nicht diese und jene Speisen angenommen? Und nicht so viele Becher getrunken?“ Als der ehrwürdige Vater diesen die Gastfreundschaft der Frau und die Arten der Speisen und die Zahl der Becher gesagt hat, erkannten sie alles, was sie getan hatten, fielen zitternd zu dessen Füßen und gestanden, dass sie Fehler gemacht hatten. Aber dieser verzieh die Schuld sofort, und er wusste, dass sie das in seiner Anwesenheit nicht mehr machen würden, wussten sei doch, dass er im Geiste gegenwärtig / bei ihnen war.

Kapitel 17: Die Zerstörung von Montecassino

1.GREGOR: Ein vornehmer Mann mit Namen Theopropus war durch die Mahnung des Vaters Benedikt bekehrt worden, der für den Verdienst seines Lebens bei diesem ein großes Vertrauen der Freundschaft hatte. Als dieser an einem Tag in Benedikts Zelle eintrat und diesen fand, der sehr bitter weinte. Und als er lange verharrte und dessen Tränen nicht zu enden schienen, aber der Mann Gottes doch nicht, wie er es gewöhnlich gemacht hatte, beim Beten weinte, sondern durch Kummer, fragte er welcher Grund so große Trauer hervorrufe. Der Mann Gottes antwortete diesem sofort: „Dieses ganze Kloster, das ich errichtet habe, und alles was ich für die Brüder hergerichtet habe, ist nach dem Urteil des allmächtigen Gottes fremden Völkern ausgeliefert. Ich konnte kaum erreichen, dass die Seelen/die Brüder mir aus diesem Ort zugestanden werden.

2. Theopropus hörte damals dessen Worte, aber sehen, die wir wissen, dass das Kloster bald vom Volk der Langobarden zerstört worden ist. Denn die Langobarden sind unlängst in der Nacht dort eingedrungen, als die Brüder schliefen und sie raubten alles, konnten aber nicht einmal einen Menschen dort ergreifen, sondern der allmächtige Gott erfüllte, was er dem treuen Diener Benedikt versprochen hatte, sodass er das Leben der Brüder schützen würde, wenn er das Hab und Gut den fremden Völkern ausliefere. Daher sehe ich, dass es Benedikt wie Paulus ergangen ist, als dessen Schiff die ganze Ladung verlor, aber er als Trost selbst das Leben aller empfing/bekam, die ihn begleitet hatten.

Kapitel 37: Der Tod des heiligen Benedikt

1. Aber in dem Jahr, in dem er aus diesem Leben scheiden sollte, sagte er einigen Schülern, die mit ihm zusammen gewohnt hatten, und einigen, die in der Ferne blieben, den Tag seines heiligen Todes voraus, und wies die, die gegenwärtig waren, an, dass sie das Gehörte mit Schweigen für sich behalten sollen, die Abwesenden wies er auf ein so beschaffenes Zeichen hin, wenn seine Seele aus dem Körper hinausgehen werde.

2. Sechs Tage vor seinem Tod befahl er sein Grab zu öffnen. Dieser wurde bald (darauf) von Fieber ergriffen, und die heftige Glut begann ihn zu schwächen. Und als sich von Tag zu Tag die Mattigkeit verschlechterte, ließ er sich von den Schülern am sechsten Tag in die Kirche tragen, und dort stärkte er sich für seinen Tod durch den Empfang des Körpers und des Blutes des Herren, und ließ seine kraftlosen Glieder zwischen/von den Händen der Schüler stützen, stand mit den Händen zum Himmel erhoben da und hauchte unter den Worten des Gebets den letzten Geist/ Atem aus.

3. An diesem Tag empfingen zwei Brüder von ihm eine Offenbarung durch die eine und gleiche Vision, der eine hielt sich in der Zelle/im Kloster auf, der andere aber lebte weiter entfernt. Denn sie sahen, wie eine mit Mänteln gepflasterte und mit Lampen funkelnde Straße von seinem Kloster genau in östlicher Richtung bis zum Himmel reichte. Auf dieser stand oben ein strahlender Mann mit verehrenswürdigem Aussehen und fragte, wessen Straße es sei, die sie sahen. Aber jene gaben zu es nicht zu wissen. Da sagte er selbst zu diesen: „ Das ist die Straße/ der Weg, auf der/ dem Benedikt, der von Gott geliebt wird, zum Himmel emporsteigt.“ Daher sahen so die Schüler, die anwesend waren, den Tod des heiligen Mannes, und die, die fern waren, erkannten es so durch das Zeichen, das er ihnen vorausgesagt hatte.

4. Er ist im Oratorium /in der Kirche des heiligen Johannes des Täufers begraben, das er selbst erbaute, nachdem der Altar des Apoll zerstört worden war.

21 von 21 Seiten

Details

Titel
Der heilige Benedikt in der Darstellung von Gregor dem Großen
Veranstaltung
Spezialgebiet für die Matura
Autor
Jahr
2001
Seiten
21
Katalognummer
V103456
Dateigröße
391 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Habe im vergangenen Jahr an einem internationalen Wettbewerb über den heiligen Benedikt teilgenommen und jetzt für die Matura eine ziemlich umfangreiche Arbeit geschrieben, is sowohl für Latein als auch für Religion brauchbar!
Schlagworte
Benedikt, Darstellung, Gregor, Großen, Spezialgebiet, Matura
Arbeit zitieren
Christian Barnath (Autor), 2001, Der heilige Benedikt in der Darstellung von Gregor dem Großen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103456

Kommentare

  • Gast am 23.12.2002

    Benedikt - Gregor.

    Sehr geehrter Herr Christian Barnath

    Bei der Lektüre Ihrer Arbeit über Benedikt und Gregor bin ich geradezu schockiert gewesen über die Menge von Orthographie- und Stilfehlern. Wenn eine Arbeit schon im Internet publiziert wird, dürfte man eine korrigierte Version erwarten.

    Ich habe auch einen Schüler, der im vergangenen Oktober 02 in Melk am Benediktuswettbewerb teilnahm und mit einem "solacium" ausgezeichnet wurde. Auch er hat eine Maturaarbeit über Benedikt geschrieben.

    Mit freundlichen Grüssen

    P. Romuald Mattmann, Engelberg CH

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Titel: Der heilige Benedikt in der Darstellung von Gregor dem Großen


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