Die wirtschaftliche Nutzung des Ökosystems Savanne


Referat / Aufsatz (Schule), 2001

4 Seiten, Note: 11 Notenpu


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Geographie Hausarbeit zum 22. 03. 2001

Aufgabe:

Beschreiben sie eine Geozone ihrer Wahl unter Beachtung folgender Gesichtspunkte!

1.) Lage
2.) Klimatische Verhältnisse/ Klimamerkmale [aber keine Zirkulationsbeschreibung]
3.) Vegetation [Zonen- & Hauptmerkmale]
4.) Nutzung im Überblick
5.) Die zusätzlichen Schwerpunkte

Zur Auswahl stehen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

SAVANNEN

Die Savannen sind Grasländer innerhalb der tropischen Landschaftszone. Sie stellen die Übergangszone zwischen geschlossenen tropischen Wäldern und der Wüste dar. Die Savannen befinden sich hauptsächlich in Afrika und in Süd- und Mittelamerika, innerhalb der beiden Wendekreise. Weiterhin findet man Savannen in Nordaustralien, Indien und Südostasien. Es gibt Feucht-, Trocken- und Dornsavannen. Sie sind vor allem durch die unterschiedliche Wuchshöhe der Gräser, sowie durch Wuchsform und Dichte der Bäume und Sträucher zu unterscheiden. So wachsen in der Feuchtsavanne hauptsächlich bis zu mannshohe Gräser sowie dicht bis etwas locker stehende Laubbaumgruppen uns Sträucher. Diese werfen in der Trockenzeit einen Teil ihres Laubes ab, und werden bis zu 4 Meter groß. Die Feuchtsavanne ist die dem Äquator nähesten liegende Savanne. Ihr schließt sich die Trockensavanne an. Sie besteht vor allem aus einem niedrigen Grasflur und ebenfalls aus laubabwerfenden aber lockerer stehenden Bäumen welche man auch regengrüne laubwerfende Trockenwälder nennt. Diese werden aber nur noch bis zu 3 Meter groß. Die trockenste Savannenart ist die Dornstrauchsavanne . In ihrem Gebiet wachsen nur Dorngehölze und Sukkulentenarten (z. B. Kakteen,...). Bäume wachsen nur an wasserreichen Flüssen, bei denen sie mit ihren Wurzeln das Wasser erreichen können. Bei dieser Savannenart fällt der wenigste Niederschlag.

In der Feuchtsavanne gibt es 7 bis 10 humide Monate, die Trockensavanne hat nur noch 4 bis 7 humide Monate, und in der Dornsavanne sind es nur noch 2 bis 4 humide Monate. Im Jahr fällt in der Feuchtsavanne über 1000 mm Niederschlag, in der Trockensavanne 500 bis 1000 mm und in der Dornstrauchsavanne nur noch 250 bis 500 mm. Durch die periodisch wiederkehrenden Niederschläge kann man das Jahr in Regenzeit und Trockenzeit einteilen. Die Regenzeit ist so lang wie die humiden Monate und die Trockenzeit fällt immer auf den Winter der jeweiligen Halbkugel.

Deswegen nennt man diese Gebiete auch periodisch feuchte oder auch wintertrockene Gebiete. Dadurch wieder entstehen hauptsächlich in Afrika in der Trocken- und Dornstrauchsavanne Wadis (Trockentäler) und periodische Seen und Flüsse. Ein weiteres Merkmal ist das besonders tiefe Grundwasser. Dieses ist aber in Flußnähe höher gelegen, weswegen dort Bäume wachsen können.

Das Klima in der Savanne allgemein, wird vor allem durch die Passatzirkulation, und somit durch die Verschiebung des ITC (Innertropische Konvergenzzone) geprägt. In unmittelbarer Nähe der Innertropischen Konvergenzzone regnet es mehr als in Gebieten, welche weiter weg sind. Dies ist auf die unterschiedlich große Wolkenbildung in der Atmosphäre zurückzuführen. In der effektiven Gliederung nach Troll und Pfaffen sind die Savannen als tropische Feuchtklimate (Feuchtsavanne), tropische Trockenklimate (Trockensavanne) und tropische Halbwüstenklimate (Dornstrauchsavanne) gekennzeichnet. Die Jahresamplitude der Temperatur ist nicht größer als 10 0 C. In der ganzen Savanne sinkt die Temperatur nicht unter 180C und steigt normalerweise nicht über 280 C, wenn keine Dürre herrscht. In der genetischen Karte nach Neef ist die Savanne als tropisches Wechselklima eingezeichnet, wobei aufgrund der in Richtung Wendekreis sinkenden Niederschläge der Gebiete als Trockengebiete beschrieben werden müssen. Tropische Wechselklimazone heißt, daß im Winter die Passatströmung und die Passatluft wirken, und im Sommer die äquatorialen Westwinde und die Äquatorialluft einwirken.

In der Savanne gibt es nur eine spärliche Vegetation. Die Spärlichkeit nimmt in Richtung der Wendekreise zu. Gründe dafür ist der sinkende Niederschlage und die damit verbundenen Folgeerscheinungen, wie etwa niedriger Grundwasserspiegel, unvorhersehbare Dürreperioden und Überschwemmungen sowie Nährstoff- und Sauerstoffmangel des Bodens. Typisch für diese Geozone ist das Gras, welches in Äquatornähe noch mannshoch ist und in Richtung der Wendekreise kleiner wird. Zusätzlich gibt es vereinzelt stehende Laubbäume, welche in der Trockenzeit einen Teil ihres Laubes abwerfen. Diese Baumgruppen gibt es aber nur in der Feuchtsavanne und vereinzelt noch in der Trockensavanne. Waldstreifen, welche sich entlang von Flußläufen, Seen, sickerfeuchten Talhängen und in Schluchten entlang ziehen, nennt man auch Galeriewälder. Sie sind ein Zeichen für reichlich Wasser. Man unterscheidet in Galeriewälder der Feuchtsavannen, welche meist immergrün, artenreich, üppig und dem tropischen bzw. subtropischen Regenwälder ähnlich aussehen, und in die Galeriewälder der Trockensavannen, welche meist ihr Laub in der Trockenzeit abwerfen, sehr artenarm sind und de Trockenwald bzw. trockenen Monsunwald ähneln. Weiterhin gibt es aufgrund der abgezirkelten Abstände zwischen den Bäumen eine besondere Savannenart, welche „Obstgartensavanne“ genannt wird, aber eigentlich Gehölzsavanne heißt. Dies ist die häufigste Savannenform der Tropen. In der Dornstrauchsavanne wachsen, statt Bäume, eher Dorngehölze und Sukkulenten, wie zum Beispiel Kakteen. Aufgrund der unterschiedlichen Vegetation unterteilt man die Dornstrauchsavanne in drei Untergruppen. Es gibt die Dornbaum- und Sukkulentenwälder und die grasarme Dorn- und Sukkulentenstrauchformation, bei denen Dornsträucher und Sukkulenten in wechselnden Anteilen vorkommen. Die dritte Untergruppe ist die Dornstrauchsavanne an sich selbst. Sie wird durch bis zu 1 Meter großen Grasfluren und Dornhölzern geprägt.

Eine weitere durch die Vegetation geprägte Savannenform ist die Überschwemmungssavanne. Hier sind die Grasfluren über 3 Meter hoch und es besteht ein üppiger Baumbewuchs. Man findet sie meist auf den Dämmen der Flüsse.

Die Vegetation ist aber auch sehr vom Boden abhängig. Er ist sehr mächtig und rot- bzw. braungefärbt. In der Feuchtsavanne Lateritische Böden, welcher sehr humusarm und 8 bis 15 Meter mächtig ist. Er hat einen hohen Gehalt an Eisenverbindungen, wodurch eine Rotfärbung entsteht. Der Boden der Trockensavanne bildet einen Übergang vom Lateritischen zum Kastanienfarbenen Boden. Er hat ebenfalls eine dünne Humusschicht, ist aber trotzdem relativ nährstoffreich. Der

Boden ist circa 2,5 Meter mächtig und hat einen hohen Gehalt an Eisen- und Aluminiumverbindungen. Er ist Rot- und Braunfarben. In der Dornsavanne gibt es wieder nur eine Bodenart. Hier ist der Kastanienfarbene Boden vorherrschend. Er ist circa 1,5 Meter mächtig und hat einen hohen Gehalt an Aluminiumverbindungen. Er ist Braunfarben. Man kann erkennen, daß die Mächtigkeit der Böden vom Äquator weg stark abnimmt. Dies resultiert vor allem aus der unterschiedlich schnellen Verwitterung der organischen Reste.

Die tierische Welt, also das Bios, läßt sich schnell abarbeiten, denn, aufgrund der harten Lebensbedingungen müssen sich die Pflanzen und die Tiere angepaßt haben. Die Pflanzen tun dies, indem sie harte Blätter ausbilden und mit wenig Wasser lange Zeit auskommen. Die Tiere haben ähnliche Methoden sich anzupassen, welche aber hier nicht genannt werden müssen. Die wichtigsten Tiergruppen in der Savanne sind die Huf- und Großtierherden (z.- B. Antilopen, Zebras, Giraffen, Nashörner und Elefanten), die Raubtiere (z. B. Löwen) und die Aasfresser (z. B. Hyänen).

Die Savanne kann nur bedingt genutzt werden, weil man bei der Nutzung mit zahlreichen Problemen zu kämpfen hat. Einige Probleme wären zum Beispiel die Übersandung der Felder, die verstärkte Erosion durch starke Regenfälle, die hohe Staubbelastung der Luft in den Ackerbaugebieten, die Überweidung und ihre Folgen, die Absenkung des Grundwasserspiegels durch zu viele Brunnen und die Zerstörung des Baumbestandes für Bauzwecke und Bauholz. Wichtige Nutzungsarten in der Feuchtsavanne sind der Wanderfeldbau und die Brandrodung, der Anbau von Mais, Hirse und Knollenfrüchten, wie zum Beispiel Yams oder Maniok. Eine weitere Nutzung sieht die Bevölkerung in der Erdnuß- und Baumwollplantagenwirtschaft, welche aber nur mit Hilfe von der Bewässerung funktioniert. In den Feuchtsavannen nimmt die Großviehhaltung zu. In der Trockensavanne baut man Mais, Gerste und Hirse ohne Bewässerung, und Erdnüsse, Baumwolle und Zuckerrohr mit Bewässerung an. In Südamerika züchtet man nur Rinder, sonst werden aber auch andere Großtiere gehalten. In der Dornsavanne baut man nur noch Hirse an und man züchtet Rinder, Schafe, Ziegen und Kamele.

Um die wirtschaftliche Nutzung der Savanne zu verdeutlichen, zeige ich dies an dem Beispiel Nigeria. Obwohl Nigeria das bevölkerungsreichste Land von Afrika ist und es nach der Bevölkerung zu den zehn größten Ländern der Erde gehört, zählt es leider auch zu den 15 ärmsten Ländern der Welt. Denn neben einem Bruttosozialprodukt von nur 280 US-$ pro Kopfleben auch noch 29 % der Bevölkerung unter der Armutsgrenze. Aufgrund des schlechten Gesundheitssystems ist die Lebenserwartung bei 49 Jahren bei den Männern und bei 53 Jahren bei den Frauen sehr niedrig. Nigeria verfügt aber über reichhaltige Erdöl-, Erdgas- und Zinnvorkommen, und zählt damit zu den 5 größten Erdöl exportierenden Ländern. In Nigeria ist ein Süd-Nord-Gefälle zu erkennen. Die Küstenzone im Süden des Landes ist verkehrsmäßig am besten erschlossen, und die Industrien, wie Erdöl- und Erdgasindustrie, Maschinen-, Fahrzeug- und Gerätebauindustrie und chemische Industrie befinden sich im Süden. Im Süden hat Nigeria auch noch reiche Steinkohlevorkommen, welche sich bis nach Mittelnigeria erstrecken. Zusätzlich befindet sich im Norden und im Süden zu gleichen Teilen eine Nahrungs- und Genußmittelindustrie und eine Textil- und Bekleidungsindustrie. Mittelnigeria, welches durch die Feuchtsavanne geprägt ist, gilt als wirtschaftlich rückständig. Es befinden sich hier nur Zinn- und Columbitvorkommen. Es werden hier auf landwirtschaftlicher Seite nur Rinder gezüchtet. Nordnigeria ist wirtschaftlich weit interessanter als Mittelnigeria. Hier befanden sich früher Endpunkte der Karawanen aus der wüste, wodurch eine hohe Bevölkerungsdichte erreicht wurde. Um Kano, eine wichtige Stadt im Norden, befindet sich das Hauptanbaugebiet für Erdnüsse. Die Erdnuß ist eine wichtige Kulturpflanze der Tropen. Die Erdnüsse werden auf großen Plantagen, für den Export produziert. Das gleiche trifft auch für die Baumwolle im Westen von Kano zu. Im Norden Nigerias werden vor allem Ziegen und Rinder gezüchtet. Beide Plantagenarten benötigen ausreichend Bewässerung. Als weitere Produkte produziert Nigeria noch Kakao, Yams, Maniok Bohnen, Melone, Pfeffer, Mehlbohnen, Palmöl, Cashewnüsse und Gemüse. Davon werden Kakao, Melone, Pfeffer, Palmöl und Cashewnüsse fast vollständig exportiert, sie kommen also nicht der Bevölkerung zur Ernährung zugute. Zum größten Teil bauen heute Kleinbauer auf kleinsten Anbauflächen von nur ein bis zwei Hektar alles für den Eigenbedarf an. Die geschieht vor allem durch Mischkulturanbau, welcher bei einer Mißernte nicht gleich in der Katastrophe endet. Die wenigen Plantagen die sich in Nigeria befinden gehören entweder dem Staat selbst, oder einem ausländischen Konzern. Deren Monokulturprodukte, wie Kakao und Kautschuk, sind ganz auf dem Export ausgerichtet. Nigeria ist heute ein Staat, der sich vor den Entwicklungsmaßnahmen in bescheidenen Grenzen selbst mit Nahrungsmittel versorgen konnte, welcher aber durch falsche Fördermaßnahmen und durch falsch gelenkte Entwicklungsprojekte von Nahrungsmittelimport abhängig geworden ist.

In Nigeria gibt aber noch im Westen die marktorientierte Kakaowirtschaft. In Siedlungsnähe baut man zwischen den Resten des tropischen Regenwaldes Mehlbananen und Ölpalmen an. Der Kakaoanbau direkt erfolgt in einer etwas weiter entfernten Gegend, welche sich aber an die Siedlung anschließt. Zwischen den Kakaoplantagen werden Hackbaufelder betrieben, welche für den gemischten Anbau von Yams, Maniok, Bohnen, Melonen, Pfeffer und Gemüse bereitstehen. Die Kakaofelder werden unter den Sippen aufgeteilt.

In Südostnigeria wird die traditionelle Landwechselwirtschaft betrieben. Die Betreiber nutzen demnach das Feld im ersten Jahr um Yams anzubauen (Monokultur). Im zweiten bis fünften Jahr liegt es brach, und es wachsen wilde Sträucher auf dem Feld. Im sechsten Jahr wird noch einmal das Feld mit Yams und Maniok angebaut.

Quellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

4 von 4 Seiten

Details

Titel
Die wirtschaftliche Nutzung des Ökosystems Savanne
Note
11 Notenpu
Autor
Jahr
2001
Seiten
4
Katalognummer
V103475
Dateigröße
360 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kritiken, Vorschläge und Änderungswünsche sind erwünscht.
Schlagworte
Savanne, Ökozone, Geozone, Nigeria
Arbeit zitieren
Marc Wohlgemuth (Autor), 2001, Die wirtschaftliche Nutzung des Ökosystems Savanne, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103475

Kommentare

  • Gast am 23.2.2002

    danke!!!.

    du hast mich so grade eben vorm selbstmord gerettet!! ich sitzt hier schon fast 2 stunden und hüpfe von einer suchmaschine zur nächsten um was über savannen rauszufinden, bzw die wechselfeuchte tropenzone. du hast mich grade erlöst...

  • Gast am 3.4.2002

    Savanne.

    Danke!!!
    Des war meine allerletzte Rettung...

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