Luzides Träumen . Eine Chance zum motorischen Lernen im luziden Schlaf?


Facharbeit (Schule), 2021

20 Seiten, Note: 1+

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition/Grundlagen vom luziden Träumen

3. Anregung des motorischen Lernprozesses durch mentales Training und Bewegungsvorstellung

4. Umfrage zum motorischen Lernen im luziden Traum

5. Beantwortung der Fragestellung – Schlussreflektion

6. Tabellen- und Abbildungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis :

motorisches Lernen im luziden Traum = mLilT.

beziehungsweise = bzw.

Links-Rechts = LR.

zum Beispiel = z.B.

1. Einleitung

Motorisches Lernen im Schlaf. In der Theorie klingt das erstmal paradox, denn wer schläft, der bewegt sich nicht. Wie soll man also Bewegungen lernen, ohne sich tatsächlich zu bewegen? In der folgenden Arbeit soll untersucht werden, inwiefern dies mithilfe von luziden Träumen möglich ist. Im luziden Traum ist sich der Träumende bewusst, dass er sich in einem Traum befindet und kann dadurch das Traumgeschehen kontrollieren. Es ist also möglich, im Schlaf gezielt Fähigkeiten zu trainieren. Die Frage, die sich dann aber stellt, ist, ob sich das Training des Körpers im luziden Traum auf den Körper im Wachzustand auswirkt. Diese Frage soll durch Betrachtung verschiedener Studien geklärt werden. Außerdem werden ausgewählte Antworten einer Umfrage mithilfe der gewonnenen Erkenntnisse auf ihre Umsetzbarkeit bewertet.

Das Thema soll in dieser Facharbeit erörtert werden, da ich vor einiger Zeit von luzidem Träumen im Internet erfahren habe. Ich finde das Thema sehr spannend und habe mich daraufhin weiter damit auseinandergesetzt. Bei der Suche nach einem Thema für die Facharbeit stellte ich mir dann die Frage, ob man luzides Träumen nicht nutzen könnte, um Vorteile im echten Leben zu haben. Danach habe ich mich dazu entschlossen, mit einer Facharbeit auf diese Frage eine Antwort zu finden.

Auf dem Deckblatt ist ein Cartoon zu sehen, welches Paul Tholey darstellt. Er war einer der führenden Wissenschaftler zum Thema motorisches Lernen im luziden Traum. Er forschte viel darüber und schrieb mehrere Bücher. Unteranderem brachte er sich im Alter auch das Skateboard Fahren im luziden Traum bei. Sicherlich nicht ausschließlich, allerdings genug, um den ersten Platz eines Wettbewerbs zu belegen. Seine Geschichte hat mich inspiriert, weshalb ich ihn auf meinem Deckblatt dargestellt habe.

2. Definition/Grundlagen vom luziden Träumen

Obwohl schon in der Antike Klarträume von Aristoteles erwähnt werden, ist das Phänomen in der Wissenschaft erst seit den 1980er-Jahren bekannt. Dabei handelt es sich bei Klarträumen um Träume, bei denen sich der Träumende bewusst ist, dass er gerade schläft und somit die Kontrolle über das Traumgeschehen hat. Was erstmal unglaubwürdig klingt, lässt sich aber erklären. Bei einem Traum beruht die Wahrnehmung nicht auf externen Reizen, sondern auf der zentralnervösen Aktivierung des Gehirns. Somit beruht das im Klartraum echt erscheinende Körpergefühl ausschließlich auf im Gehirn entstehende Impulse.1 Für Menschen, welche noch nie selbst einen klaren Traum erlebt haben, klingt diese Art des Träumens seltsam. Deswegen möchte ich an einem Beispiel den typischen Ablauf eines Klartraumes erklären.

„Mitten auf der Straße griff mich plötzlich ein übel aussehender Kerl mit erhobenem Knüppel an. Ich lief sofort weg, doch der Kerl verfolgte mich. Da rief vom Bürgersteig aus ein kleines Männchen, das ich zuvor gar nicht bemerkt hatte: „Schau Dir doch den Kerl genauer an! Solche Figuren gibt es doch nur im Traum!“ Ich blickte zurück. Der Verfolger sah wirklich nicht wie ein gewöhnlicher Mensch aus; er war riesengroß und erinnerte mich an Rübezahl. Mir war jetzt klar, dass ich mich im Traum befand, und setze mit etwas Erleichterung meine Flucht fort. Da fiel mir plötzlich ein, dass ich gar nicht fliehen brauchte, sondern etwas anderes tun konnte. Ich erinnerte mich daran, dass ich im Traum eine andere Person ansprechen wollte. Deshalb blieb ich stehen und fragte den Verfolger, was er denn eigentlich wolle. Seine Antwort lautete: „Woher soll ich das denn wissen; dies ist doch schließlich Dein Traum, und außerdem hast Du doch Psychologie studiert und nicht ich“.“.2

Dieses Beispiel illustriert sehr anschaulich den typischen Ablauf eines Klartraums. Die Handlung in einem Traum beginnt mittendrin. In dem Beispiel ist der Träumende augenblicklich auf der Flucht. Der Klartraum beginnt mit der Erkenntnis, dass es sich um einen Traum handelt. Bis zu diesem Zeitpunkt handelt es sich um einen gewöhnlichen Traum. Die Entwicklung zu einem luziden Traum geschieht meistens durch die Feststellung eines ungewöhnlichen oder sogar unmöglichen Ereignisses, hier: die Verfolgung durch eine riesengroße Person. Viele luzide Träumer berichten ab diesem Augenblick von einer qualitativen Veränderung des Traumes. Die visuelle Wahrnehmung wirkt schärfer und das Traumgeschehen kann wie im Wachzustand kontrolliert werden.3 Weitere wichtige Kriterien für luzide Träume sind, dass der Träumende sowohl im Traum Zugriff auf Informationen aus dem Wachleben hat, als auch, dass der Träumende sich nach dem Aufwachen an den Trauminhalt erinnert.4 Sobald alle drei Kriterien erfüllt sind, wird der Traum als klar oder, um es mit dem lateinischen Wort zu sagen, luzide (lat. luzide = klar) bezeichnet.

2.1 Häufigkeit

Um zu untersuchen, wie verbreitet das luzide Träumen ist, kann die Häufigkeit in zwei verschiedenen Kategorien bewertet werden. Dabei erfasst die Prävalenz wie viele Menschen luzid Träumen können, und die Frequenz wie regelmäßig diese Menschen luzide Träume erleben. In einer für Deutschland repräsentativen Befragung gaben 49% der Befragten an, noch nie einen luziden Traum erlebt zu haben. Im Gegensatz dazu stehen allerdings 51% der Befragten, welche angaben schon mindestens einen luziden Traum erlebt zu haben. Um aber in der Traumforschung Ergebnisse zu erzielen, bedarf es geübter Träumer, welche gezielt luzide Träume auslösen können. Bei den Befragten waren es nur 11 von 919 Personen, welche angaben mehrmals die Woche luzide Träume zu haben. Mit ihrer Hilfe können dann in einem Schlaflabor Versuche durchgeführt werden, welche weitere Erkenntnisse über luzides Träumen bringen werden. Betrachtet man die Frequenz der Häufigkeit, stellt sich heraus, dass knapp 60% der Menschen, welche schon mindestens einen luziden Traum erlebt haben, nur weniger als einmal im Monat luzid träumen. Ihnen gegenüber stehen die 40%, denen es möglich ist mehrmals im Monat ihren Traum in einen luziden Traum zu wandeln.5 Daraus lässt sich schließen, dass es viel Übung braucht, um gezielt und häufig luzide Träume erleben zu können. Tatsächlich üben die meisten mehrere Jahre, bevor sie kontrolliert und zuverlässig einen luziden Traum auslösen können. Nur wenigen Menschen gelingt es ohne viel Übung regelmäßig luzid zu träumen. Im Vergleich zu der Umfrage von Daniel Erlacher und Micheal Schredl kann man an meiner eigenen Umfrage auch gut erkennen, dass es nur wenige Menschen mit viel Erfahrung mit luziden Träumen gibt. Von zehn Befragten aus einem Forum für luzide Träume haben sechs weniger als einmal die Woche einen luziden Traum.6 Das ist zwar mehr als in der Umfrage von D. Erlacher und M. Schredl, die Befragten waren allerdings keine willkürlich ausgesuchten Menschen, sondern Menschen, welche sich mit dem Thema luzides Träumen auseinandersetzen. Lediglich zwei von zehn gaben an, mehr als achtmal im Monat luzid zu träumen.7 Wenn man dabei wieder die Zielgruppe der Umfrage beachtet, lässt sich auch hier wieder sagen, aktives und regelmäßiges luzides Träumen ist nicht einmal unter davon begeisterten Menschen verbreitet.

2.2 Methoden zum Erlernen von luziden Träumen

Wie in Kapitel 2 schon erwähnt, ist das Schwierigste auf dem Weg vom Traum zum luziden Traum das Erkennen, dass es sich um einen Traum handelt. Um einen luziden Traum zu induzieren, gibt es keine klare Technik, welche unter Garantie zum Erfolg führt.8 Im Laufe der Zeit haben sich allerdings verschiedene Techniken etabliert, die bei regelmäßiger Anwendung zu luziden Träumen führen können. Dabei lässt sich zwischen „Klarheit gewinnenden Techniken“9 und „Klarheit bewahrenden Techniken“10 unterscheiden. Unter Klarheit gewinnenden Techniken versteht man Methoden, welche dem Träumendem helfen sollen während des Traumes zu erkennen, dass er träumt.11

Dabei ist die einfachste Methode die Autosuggestion, wobei der Träumende sich vor dem Schlafengehen suggeriert „Ich werde heute Nacht einen luziden Traum haben“.

Eine weitere Methode ist die sogenannte MILD-Methode von Stephen LaBerge. Bei ihr werden im Wachzustand unmögliche Dinge mit der Idee „Ich träume.“ verknüpft. So kann man sich hier zum Beispiel vor dem Schlafengehen sagen „das nächste Mal, wenn ich fliege, werde ich wissen, dass ich träume.“.12

Zusätzlich können diese beiden Techniken durch Handlungsvorsätze ergänzen werden: „Das nächste Mal, wenn ich fliege, werde ich wissen, dass ich träume und durch eine Wand gehen.“. Laut Carlos Castaneda reiche das aus, um den luziden Traumzustand zu erreichen.13

Paul Tholey berichtete 1982 noch von einer weiteren Klarheit gewinnenden Technik, der kritischen Selbstreflexionstechnik. Dabei wird sich mehrmals täglich die kritische Frage gestellt „Träume ich?“. Diese Angewohnheit überträgt sich dann auch auf die Traumwelt, in welcher man zu der Erkenntnis kommen sollte zu träumen.14 Typische Situationen sind dabei das Fliegen, das Sprechen mit bereits verstorbenen Personen oder auch die nicht vorhandenen bzw. fehlerhaften physikalischen Gesetze und/oder Naturgesetze. Voraussetzung für diese Methode ist allerdings eine gute Traumerinnerung. Diese kann allerdings auch trainiert werden, indem man sich morgens an seine nächtlichen Träume erinnert. Am effektivsten ist hierbei das Führen eines Traumtagebuchs, indem jeder Traum direkt nach dem Aufwachen beschrieben wird.15

2.3 Physiologische Grundlagen

Um luzides Träumen zu verstehen, ist es notwendig die physiologischen Grundlagen des Schlafs zu kennen. In der Schlafforschung klassifiziert man dabei den Schlaf anhand der drei physiologischen Parameter: Gehirnwellen, Augenbewegung und dem Muskeltonus. Diese werden wiederum durch die Elektroenzephalographie (EEG), das Elektrookulogramm (EOG) und die Elektromygraphie (EMG) erfasst. Betrachtet man nun diese Messergebnisse über die Nacht, so lassen sich zyklisch wiederholende Veränderungen feststellen. Anhand dieser kann der Schlaf in fünf verschiedene Schlafphasen eingeteilt werden:16

„ Stadium W (Wachzustand) - Das EEG enthält Alpha-Aktivität und/oder niedergespannte gemischtfrequente Aktivität.

Stadium 1 - Ein relativ niedergespanntes, gemischtfrequentes EEG ohne schnelle Augenbewegungen (REMs).

Stadium 2 - Schlafspindeln mit 12-14 Schwingungen pro Sekunde und K-Komplexen auf dem

Hintergrund relativ niedergespannter, gemischtfrequenter EEG-Aktivität.

Stadium 3 - Moderate Anteile von hochamplitudiger, langsamwelliger Aktivität.

Stadium 4 - Hohe Anteile von hochamplitudiger, langsamwelliger Aktivität.

Stadium REM - Ein relativ niedergespanntes, gemischtfrequentes EEG in Verbindung mit episodisch auftretenden schnellen Augenbewegungen (REMs) und einem niederamplitudigen Elektromyogramm (EMG).“17

Das Phänomen des luziden Träumens findet im REM-Schlaf (Rapid Eye Movement) statt. Im Gegensatz zu dieser Phase steht der NREM-Schlaf (non-REM). Er setzt sich zusammen aus den Phasen 1-4. Untersucht man nun wann diese Phasen während des Schlafens auftreten, lässt sich feststellen, dass NREM-Schlaf und REM-Schlaf innerhalb von 90 Minuten zyklisch aufeinander folgen. Dabei ist jedoch der Tiefschlaf (Stadium 3 und 4) in der ersten Nachthälfte und der REM-Schlaf in der zweiten Nachthälfte dominant. Bei einer Schlafzeit von acht Stunden ergeben sich dabei fünf bis sechs dieser Zyklen.18

Auch auf funktionaler Ebene werden die Schlafstadien unterschieden. Stadium 1 bezeichnet dabei das Einschlafstadium. Der eigentliche Schlaf findet aber erst im zweiten Stadium statt. Prozentual ist Stadium 2 dabei der größte Teil des Schlafs. Die Stadien 3 und 4 werden als Tiefschlaf bezeichnet. Die Herz- und Atemfrequenz ist dort sehr langsam und die Muskeln erschlaffen. Der REM-Schlaf, in welchem fast ausschließlich alle Träume stattfinden, ist durch rasche Augenbewegungen gekennzeichnet. Das Gehirn ist ähnlich aktiv wie in Stadium 1. Im Gegensatz zu diesem ist der Schlaf im REM-Stadium jedoch viel tiefer und völlig befreit vom Muskeltonus. Im Vergleich zum NREM-Schlaf weisen nicht nur Muskeltonus, Gehirnwellen und Augenbewegungen Unterschiede auf, auch Motorik, Herz- und Kreislauffunktion, Atmung, Sexualorgane, hormonelle Sekretion und andere funktionelle Systeme verhalten sich im REM-Schlaf anders als im NREM-Schlaf. Eine weitere wichtige Eigenschaft des REM-Schlafs ist die Traumerinnerung. Beobachtungen zufolge ist es deutlich wahrscheinlicher, dass sich der Träumende an seinen Trauminhalt erinnert, wenn er während des REM-Stadiums geweckt wird. Bei einer Weckung während des NREM-Stadiums ist der Traumbericht in der Regel kürzer und nicht so detailliert.19

2.4 Kommunikation während des Träumens

Durch eine vollkommende Muskelerschlaffung während des Träumens ist es dem Träumenden nur schwer möglich von der Traumwelt aus mit der realen Welt zu kommunizieren. Hebt der Träumende in seinem Traum den Arm, bleibt der Arm des schlafenden Körpers unten. Gleiches gilt für die Stimme. Schreit der Träumende im Traum, so bleibt es neben dem schlafenden Körper still. Es gibt allerdings Ausnahmen. Wie der Name der Schlafphase Rapid Eye Movement schon vermuten lässt, lassen sich die Augen während des Träumens bewegen. Während der ganze Körper paralysiert ist, korrespondiert ein Teil der Augenbewegungen im REM-Schlaf mit den im Traum ausgeführten Augenbewegungen. Sieht der Träumende während des REM-Schlafs nach rechts oder links, lassen sich diese Bewegungen auch beim schlafenden Körper anhand des EEGs, EOGs, und EMGs beobachten.20 Um solche psychophysiologischen Zusammenhänge zwischen geträumten Handlungen und Veränderung am schlafenden Körper zu untersuchen wurden mithilfe von Testpersonen Schlaflaborstudien angefertigt. Diese sind gut dafür geeignet Träume und besonders luzide Träume zu untersuchen und dadurch besser zu verstehen. Mithilfe dieser Schlaflaborstudien wurde eine weitere Ausnahme entdeckt: die Herzfrequenz. Bei einer Studie dazu wurden Klarträumer angewiesen während des luziden Traumes Kniebeugen zu machen. Dabei wurde ein leichter Anstieg der Herz- und Atemfrequenz gemessen. In einer weiteren Studie haben Testpersonen während des Klartraums die Hand geöffnet und geschlossen. Währenddessen wurden entsprechende EEG-Aktivitäten im Motorikzentrum des Gehirns gemessen. Es ist also möglich von der Traumwelt aus mithilfe des schlafenden Körpers der realen Welt etwas mitzuteilen und zu kommunizieren.21 Aber auch andersrum ist es möglich. Dazu führte der Mediziner Johannes Strelen eine Untersuchung durch.

„Der Träumer hörte die gesamte Nacht im Schlaflabor hohe und tiefe Töne („Bips“ und „Bups“). Der Testschläfer sollte nun einschlafen und in seinem Traum hineinhorchen und den Bips und Bups lauschen. Für den experimentellen Beweis sollte er immer mit einer LR-Augenbewegung antworten, wenn er ein Bip hörte – die Bups sollte er jedoch ignorieren.“.22

Den Klarträumern gelang es tatsächlich diese Aufgabe zu lösen. Somit ist auch die Kommunikation von der realen Welt über den schlafenden Körper zu dem Körper in der Traumwelt möglich. Zumindest solange die Form der Kommunikation einfach bleibt.23

2.4.1 Die Relation der Zeit im luziden Traum

Wie vergeht die Zeit im luziden Traum? Um diese Frage zu beantworten haben Klarträumer im Schlaf bis 10, 20 und 30 gezählt und jedes Intervall mit einer Links-Rechts-Links-Rechts (LRLR) Augenbewegung markiert. Die Ergebnisse des Experiments veranschaulicht Abbildung 124. Dort sind klar die LRLR Augenbewegungen zu erkennen. Jeweils nach dem Zählen bis 10, 20 und 30 sind in den Aufzeichnungen des EEGs und EOGs deutliche Ausschläge zu sehen. Das Experiment zeigt also deutlich, dass die Zeit im Traum vergleichbar mit der Zeit im Wachzustand ist. Sie vergeht weder schneller noch langsamer.

3.Anregung des motorischen Lernprozesses durch mentales Training und Bewegungsvorstellung

Mentales Training beschreibt in der Sportpraxis ein „Fertigkeitstraining ohne gleichzeitigen Einsatz des Körpers“25. Mentales Training spielt somit eine wichtige Rolle beim motorischen Lernen im luziden Traum (mLilT.), da Bewegungen in der Vorstellung trainiert werden, während der Körper motorisch inaktiv ist. Heutzutage findet mentales Training in verschiedenen Formen, vor allem im Spitzensport seinen Platz. Es können bereits erlernte Bewegungen intensiver trainiert werden (z.B. bei Kampfsportarten), verlernte Bewegungen wieder erlernt werden (z.B. bei Rehabilitation) oder sich auf noch nie ausgeführte Bewegungen vorbereitet werden (z.B. bei erstmaligen Fallschirmsprüngen). Dadurch werden die vielen Anwendungsmöglichkeiten von mentalem Training deutlich. Ebenso vielfältig sind die Strategien des mentalen Trainings: vom visuellen Vorstellen, über inneres Mitsprechen bis zu einfachem daran Denken oder suggerieren. Alle diese Strategien funktionieren unterschiedlich, haben allerdings eine Gemeinsamkeit, denn während der Ausführung kommt es zu keiner motorischen Handlungsausführung. Die Ausführung bezieht sich lediglich auf die mentale Ebene. Somit geht es beim mentalen Training ausschließlich um die Realisierung der motorischen Bewegung. Der Trainierende soll den Bewegungsablauf mental üben, um beim Training im Wachzustand eine bessere Koordination und Ausführung zu haben. Es geht nicht um das Trainieren der Muskulatur. Dies ist nicht möglich, da während des mentalen Trainings keine motorischen Handlungsausführungen ausgeführt werden; die Muskeln arbeiten also nicht. Es gibt allerdings eine Ausnahme, bei welcher mentale Bewegungsausführungen gleichzeitig minimale Mitbewegungen der entsprechenden Gliedermaßen auslösen können. Dieses Phänomen wird Carpenter-Effekt genannt. Untersuchungen beweisen allerdings, dass diese minimalen Muskelaktivitäten keinen Einfluss auf den Erfolg des mentalen Trainings haben.26

[...]


1 Vgl. Erlacher: Anleitung zum Klarträumen, S. 16.

2 Tholey: Gestalttheorie von Sport, Klartraum und Bewusstsein, S. 100 Zeile 35-S. 101 Zeile 5.

3 Vgl. Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 23-24.

4 Vgl. Tholey & Utecht: Schöpferisch Träumen, S. 29.

5 Vgl. Tabelle 1.

6 Vgl. Tabelle 2.

7 Ebd.

8 Vgl. Erlacher: Anleitung zum Klarträumen, S. 27.

9 Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 35 Zeile 5.

10 Ebd. S. 36 Zeile 29.

11 Vgl. Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 36.

12 Ebd. S. 35.

13 Ebd. S. 35-36.

14 Ebd. S. 36.

15 Ebd.

16 Vgl. Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 38.

17 Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 38 Zeile 21-32.

18 Vgl. Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 38.

19 Vgl. Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 39.

20 Vgl. Erlacher: Anleitung zum Klarträumen, S. 23-25.

21 Ebd. S. 25-26.

22 Erlacher: Anleitung zum Klarträumen, S. 26 Zeile 7-14.

23 Vgl. Erlacher: Anleitung zum Klarträumen, S. 26.

24 Vgl. Abbildung 1.

25 Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 6 Zeile 14.

26 Vgl. Erlacher: Motorisches Lernen im luziden Traum, S. 6-9.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Luzides Träumen . Eine Chance zum motorischen Lernen im luziden Schlaf?
Note
1+
Jahr
2021
Seiten
20
Katalognummer
V1034760
ISBN (eBook)
9783346442680
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Traum, Träume, luzide Träume, Klarträume, klarträumen, luzid träumen, motorisches Lernen im luziden Traum, motorisches Lernen, Bewegung
Arbeit zitieren
Anonym, 2021, Luzides Träumen . Eine Chance zum motorischen Lernen im luziden Schlaf?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1034760

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