Das Ziel der vorliegenden Hausarbeit war es, zu ermitteln, warum das sexuelle Risikoverhalten Jugendlicher in Deutschland trotz vielseitiger Aufklärung zunimmt. Dazu wurden die verschiedenen Aufklärungswege zur Sexualität aufgezeigt sowie vier Gesundheitsmodelle erläutert und Informationen aus sieben Studien, die sich thematisch mit sexuellen Risikoverhaltensweisen Jugendlicher beschäftigen, zusammen getragen. Die wichtigsten Ergebnisse der Hausarbeit lauten:
Die Verhütungsmethoden der Jugendlichen sind nicht ausreichend, dies resultiert hauptsächlich aus einem geringen Wissensstand der Jugendliche über sexuelles Risikoverhalten. Es hapert besonders bei der sexuellen Aufklärung der Jugendlichen, die unbedingt verbessert werden muss, um das Gesundheitsverhalten der Jugend zu stärken.
Diese Hausarbeit ist besonders für jene Leser interessant, die sich mit den aktuell verbreiteten sexuellen Risikoverhaltensweisen von Jugendlichen auseinander setzen wollen. Der Leser erhält einen Einblick über verschiedene Themen, wie Sexting, sexuell übertragbare Infektionen und Schwangerschaften minderjähriger Mädchen, die auch in Zukunft gesellschaftlich eine große Rolle spielen werden, da die jugendliche Lebensphase tendenziell früher einsetzt und später endet.
Inhaltsverzeichnis
1 Abstract
2 Einleitung
2.1 Hinführung zum Thema und Erläuterung der Fragestellung
2.1.1 Sexuell übertragbare Infektionen
2.1.1.1 Überblick Sexually Transmitted Infections
2.1.1.2 Zusammenfassung STD
2.1.2 Schwangerschaften minderjähriger Frauen
2.1.3 Sexting
2.2 Umfang der Arbeit, Recherche und Quellenauswahl
2.3 Aktueller Forschungsstand
2.4 Definitionen
2.4.1 Sexuelles Risikoverhalten
2.4.2 Gesundheitsverhalten
2.4.3 Jugendalter
2.4.4 Sexuelle Aufklärung
3 Hauptteil
3.1 Sexuelle Aufklärung
3.1.1 Aufklärungskampagnen
3.1.1.1 Liebesleben
3.1.2 Aufklärung in der Schule
3.1.3 Aufklärung im Elternhaus
3.1.4 Zusammenfassung und Nutzen der Aufklärungsangebote
3.2 Gesundheitsmodelle
3.2.1 Health - Belief - Model
3.2.2 Theory of Reasoned Action
3.2.3 AIDS Risk Reduction model
3.2.4 Information – Motivation – Behavioral – Skills – Model
3.2.5 Gemeinsamkeiten der Modelle
3.3 Studien
3.3.1 Jugendsexualität 2015
3.3.2 Jugendsexualität: Verhütungsverhalten und Geschlechtsunterschiede
3.3.3 Einstellungen zu Sexualität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen
3.3.4 Dr.-Sommer-Studie – Liebe, Körper, Sexualität
3.3.5 Chlamydien – eine heimliche Epidemie unter Jugendlichen
3.3.6 Sexting and Mental Health
3.3.7 Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch bei minderjährigen Frauen
4 Diskussion
4.1 Hauptergebnisse
4.2 Methodische Kritik
5 Zusammenfassende Diskussion und Schlussfolgerung
5.1 Beantwortung der Fragestellung und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Diese Hausarbeit untersucht die Gründe für die Zunahme von sexuellem Risikoverhalten bei Jugendlichen in Deutschland trotz umfangreicher Aufklärungsangebote, wobei sie den Wissensstand, theoretische Gesundheitsmodelle und aktuelle Studien analysiert.
- Sexuelle Risikoverhaltensweisen bei Jugendlichen
- Die Wirksamkeit von Sexualaufklärung in Schule, Elternhaus und Medien
- Anwendung gesundheitspsychologischer Modelle zur Verhaltensvorhersage
- Analyse aktueller Studien zu STI, Verhütung und Schwangerschaft
- Psychosoziale Auswirkungen neuer Trends wie Sexting
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Sexting
Sexting ist ein Trend unter Jugendlichen der seit Jahren verbreitet wird. Der Begriff setzt sich aus den Worten „Sex“ und „Texting“ zusammen. Beim Sexting werden erotische Texte und freizügige Bilder über Smartphones verschickt. Dies kann aus verschieden Gründen geschehen: Zum einen wollen Jugendliche ihren Schwarm damit für sich gewinnen, sie verschicken einen digitalen Liebesbeweis. Zum anderen sind Mutproben und Gruppenzwang Teil dieses Trends geworden. Zur Verbreitung derartiger Texte, Bilder aber auch Videos sind Messenger- Apps wie Snapchat, Tinder oder Whatsapp beliebt (Stratenschulte, 2017).
Doch der Trend birgt Gefahren, derer sich viele Jugendliche nicht im Klaren sind. In einer Studie der University of Texas wurden von 110.000 Jugendlichen Informationen zum Thema Sexting verarbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass immer jüngere User Nacktfotos aufnehmen. Selbst bei Elfjährigen lässt sich der Sexting – Trend beobachten. Zudem sollen rund dreizehn Prozent der Befragten Jugendlichen Nacktfotos von Dritten weitergeleitet haben, ohne deren Einverständnis (Bronner, 2018).
Dieses sexuelle Risikoverhalten kann verschiedene psychosoziale Konsequenzen nach sich ziehen. So können die sogenannten Sexts an die Öffentlichkeit gelangen. Die Betroffenen leiden in solchen Fällen meist unter Mobbing, beispielsweise seitens der Mitschüler. Dies geht soweit, dass die Opfer psychiatrische Behandlung benötigen. Der Trend gipfelt mittlerweile im Suizid von einigen Jugendlichen, die den Mobbing – Attacken, nach der Veröffentlichung ihrer Sexts, nicht mehr standhielten.
Zusammenfassung der Kapitel
2 Einleitung: Beleuchtet den Trend zur früheren sexuellen Aktivität und die damit verbundene Relevanz des sexuellen Risikoverhaltens bei Jugendlichen.
3 Hauptteil: Präsentiert die Aufklärungswege, analysiert gesundheitspsychologische Modelle und diskutiert sieben ausgewählte Studien zum Thema.
4 Diskussion: Fasst die Hauptergebnisse zusammen und unterzieht die Arbeit einer methodischen Kritik hinsichtlich der Repräsentativität und Aktualität der Studien.
5 Zusammenfassende Diskussion und Schlussfolgerung: Synthetisiert die Ergebnisse, beantwortet die zentrale Forschungsfrage und gibt einen Ausblick auf die notwendige künftige Forschung.
Schlüsselwörter
Sexuelles Risikoverhalten, Jugendliche, Sexualaufklärung, Gesundheitsverhalten, STI, Verhütung, Sexting, Gesundheitsmodelle, Teenager-Schwangerschaften, Pubertät, Prävention, Aufklärungskampagnen, Sexualität, Adoleszenz, psychosoziale Folgen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen der vielseitigen sexuellen Aufklärung und dem dennoch zunehmenden sexuellen Risikoverhalten von Jugendlichen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zu den zentralen Themen gehören sexuell übertragbare Infektionen, Schwangerschaften bei Minderjährigen, das Phänomen Sexting, verschiedene Sexualaufklärungskonzepte und theoretische Gesundheitsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Gründe für das ansteigende Risikoverhalten trotz Aufklärung zu ermitteln und Verbesserungspotenziale für die Präventionsarbeit aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Autorin nutzte eine Literatur- und Studienanalyse, bei der sieben empirische Studien und verschiedene gesundheitspsychologische Modelle (z.B. Health-Belief-Model) ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Aufklärungswegen, die Erläuterung theoretischer Gesundheitsmodelle und die detaillierte Beschreibung sowie Diskussion relevanter Studien.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie sexuelles Risikoverhalten, Jugendalter, Aufklärung, Gesundheitsmodelle und Prävention definieren.
Warum wird dem Thema "Sexting" ein eigener Abschnitt gewidmet?
Da Sexting ein relativ neues und verbreitetes Phänomen unter Jugendlichen ist, das erhebliche psychische Gefahren wie Mobbing und Suizidgefährdung birgt, ist es für die aktuelle Risikobewertung essenziell.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Aufklärungsqualität?
Die Autorin schlussfolgert, dass Aufklärung zwar vielfältig vorhanden ist, aber an Spezifität und Qualität gewinnen muss, um die Jugendlichen tatsächlich zu erreichen und ihr Gesundheitsverhalten effektiv zu stärken.
- Quote paper
- Nele Bielenberg (Author), 2018, Sexuelles Risikoverhalten von Jugendlichen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1034925