Thema der Sequenz: Ich-Du-Wir: Beziehungen und Familie leben und gestalten
Thema der Stunde: Wie verhält sich ein guter Freund oder eine gute Freundin?
Kompletter Unterrichtsentwurf zum Thema Freunde/Freundschaft, die ich Rahmen meines Referendariats in einer jahrgangsübergreifenden Klasse 1/2 gehalten habe. Entwurf thematisiert die sozialwissenschaftliche Perspektive. Aus Datenschutzgründen fehlt die Beschreibung der Lerngruppe. Individuelle Kompetenzentwicklungen einzelner Kinder sind (selbstverständlich OHNE Namen) komplett dabei. Ebenso aus Datenschutzgründen sind Materialien und Arbeitsblätter nicht dabei.
Inhaltsverzeichnis
0. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lehrenden
1. Thema der Sequenz
2. Kompetenzen und Standards
3. Allgemeine Lernvoraussetzungen
4. Didaktisch-methodische Entscheidungen und Begründungen
4.1 Begründung des Themas
4.2 Begründung der Methode
4.3 Fachlich-inhaltlicher Schwerpunkt
4.4 Erwartete Schwierigkeiten und Differenzierungsmaßnahmen
4.5 Maßnahmen zur durchgängigen Sprachförderung
4.6 Methodisch-didaktische Struktur der Stunde
5. Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Die Unterrichtsstunde zielt darauf ab, Schülerinnen und Schüler der jahrgangsübergreifenden Schuleingangsphase (Klasse 1/2) durch die Auseinandersetzung mit positiven Eigenschaften eines guten Freundes in ihrer sozialen Kompetenz zu stärken und sie zu befähigen, persönliche Wertvorstellungen zu reflektieren und sprachlich zu artikulieren.
- Identifikation und Kategorisierung von Eigenschaften eines guten Freundes.
- Erkennen der Subjektivität von Werten in Freundschaftsbeziehungen.
- Nutzung des Helfer-Systems zur Differenzierung und gegenseitigen Unterstützung.
- Förderung der Sprachkompetenz durch strukturierte Satzmuster und Wort-Bild-Verknüpfungen.
- Selbstreflexion durch die Erstellung eines individuellen "Freunde-Passes".
Auszug aus dem Buch
4.1 Begründung des Themas
Das Auseinandersetzen mit den Eigenschaften eines guten Freundes soll Anschluss an die bereits bestehenden Erfahrungen aus der Lebenswelt der Kinder ermöglichen. Laut Kahlert nehmen Kinder bereits in der Kita stark vereinfachte Unterscheidungen moralischer bzw. nicht moralischer Handlungsweisen und Eigenschaften wahr. Sie unterscheiden zwischen gerecht und ungerecht, zwischen gut und böse sowie zwischen richtig und falsch. Mit der Einordnung der Eigenschaften eines guten Freundes soll die ethische Fachperspektive des Sachunterrichts erschlossen werden, indem die SuS erarbeiten, welche Verhaltensweisen für eine gelingende Freundschaft wichtig sind. Vorhandene Erfahrungen und Wissen sollen vertieft, Werte einer Freundschaft als Richtschnur eigenen Handelns an die Hand gegeben werden.
Diese Erweiterung ist für den Alltag der Kinder, besonders aber für die Kompliment-Stunden in der Klasse wertvoll. Jeden Freitag gibt es in der Klasse eine feste Kompliment-Zeit, in der die SuS Klassenkameraden Komplimente für die zurückliegende Woche machen dürfen. Die Kinder freuen sich immer sehr auf diese Zeit und verteilen voller Freude Komplimente. Hauptsächlich sprechen die SuS dann ihren Freunden in der Klasse Komplimente aus. Es werden aber auch Kinder erwähnt, mit denen die SuS nicht befreundet sind, die aber geholfen und unterstützt haben oder mit denen in der Pause gespielt wurde. Die SuS achten dabei bewusst auf ihre Wortwahl und kennzeichnen Freunde tatsächlich mit dieser Bezeichnung. Bei anderen Kindern wird nur der Name genannt.
Obwohl die SuS mit Feuereifer dabei sind und versuchen, abwechslungsreiche Komplimente zu geben, ist dennoch festzustellen, dass sie häufig die gleichen Verhaltensweisen und Eigenschaften komplimentieren. Die in der Stunde zu erarbeitenden und zu kategorisierenden Eigenschaften sollen das sprachliche wie inhaltliche Repertoire der Kinder im Bezug auf Freundschaften ergänzen. Die SuS sollen neue Aspekte von Freundschaft kennenlernen und auf ihre Mitschüler übertragen. Ziel ist es, die neu gewonnenen Aspekte in der Kompliment-Zeit aktiv anzuwenden. So erweitert und festigt sich der Wortschatz wie auch die soziale Kompetenz nachhaltig. Der Freunde Pass, der am Ende der Stunde ausgegeben wird, kann anfangs noch eine kleine Stütze sein.
Zusammenfassung der Kapitel
0. Individuelle Kompetenzentwicklung der Lehrenden: Fokus auf eine passgenaue Unterrichtsplanung für unterschiedliche Differenzierungsstufen.
1. Thema der Sequenz: Übersicht über die sieben Unterrichtsstunden zum Themenkomplex "Ich-Du-Wir" mit Leitfragen und Kompetenzbereichen.
2. Kompetenzen und Standards: Einordnung der Stunde in den Rahmenlehrplan sowie Definition der angestrebten Lernstandards für Erst- und Zweitklässler.
3. Allgemeine Lernvoraussetzungen: Darstellung der Klassensituation, der Gruppenstruktur und des bewährten Helfer-Systems innerhalb der jahrgangsübergreifenden Klasse.
4. Didaktisch-methodische Entscheidungen und Begründungen: Ausführliche theoretische und praktische Herleitung der Themenwahl, der Methoden, der Schwierigkeiten und der Sprachförderung.
5. Verlaufsplanung: Tabellarische Aufbereitung der vier Unterrichtsphasen inklusive Lehrer- und Schülerhandlungen sowie der eingesetzten Medien.
Schlüsselwörter
Sachunterricht, Freundschaft, Schuleingangsphase, Sozialkompetenz, Werte, Differenzierung, Helfer-System, Kategorisierung, Sprachförderung, Subjektivität, Eigenschafts-Streifen, Freunde-Pass, Partizipation, soziale Interaktion, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein kompetenzorientierter Unterrichtsentwurf für den Sachunterricht in einer jahrgangsübergreifenden Klasse 1/2, der sich mit dem Thema Freundschaft und dem Verhalten untereinander befasst.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die ethische Perspektive auf Freundschaft, das soziale Handeln in einer Gemeinschaft sowie die Reflexion eigener Wertvorstellungen durch die Kategorisierung von Eigenschaften.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, dass die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Freundschaftswerte subjektiv sind, und ihre sozialen Kompetenzen durch eine gezielte Auseinandersetzung mit dem Thema "Wie verhält sich ein guter Freund?" erweitern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Unterricht nutzt methodisch das kooperative Lernen, das Helfer-System, die Arbeit an Stationen bzw. in Gruppen sowie die visuelle und auditive Unterstützung zur Sprachförderung und Inhaltserschließung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Begründung, didaktische Entscheidungen, die Berücksichtigung individueller Lernvoraussetzungen sowie eine detaillierte Verlaufsplanung für die verschiedenen Unterrichtsphasen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Freundschaft, Sachunterricht, Differenzierung, soziale Kompetenz, Schuleingangsphase und Reflexion charakterisiert.
Warum spielt das Helfer-System eine so wichtige Rolle in der Stunde?
Das Helfer-System ist in der Klasse etabliert und dient als Differenzierungsinstrument: Zweitklässler unterstützen Erstklässler bei der Texterschließung und Strukturierung, wodurch beide Gruppen individuell gefördert werden.
Welchen Zweck erfüllt der "Freunde-Pass" am Ende der Stunde?
Der Freunde-Pass dient als selbstreflexives Instrument, mit dem jedes Kind eine für sich persönlich wichtige Eigenschaft eines guten Freundes benennt und als "wertvolle Währung" in der Welt der Kinder festhält.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2020, Wie verhält sich ein guter Freund oder eine gute Freundin? Sozialwissenschaftliche Perspektive (Sachunterricht Klasse 1/2), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1034960