Stärkung der Macht Caesars durch den Gallischen Krieg


Referat / Aufsatz (Schule), 2000
16 Seiten, Note: 1

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Inhaltsverzeichnis

1. Karriere CAESARs

2. Das Triumvirat

3. Der Gallische Krieg
3.1 Ursache und Anlass
3.2 Verlauf
3.3 Ende des Gallischen Krieges

4. Machtstärkung Caesars durch den Gallischen Krieg

5. Schlussbetrachtung zu CAESAR

6. Anhang und Literaturverzeichnis

7. Selbstständigkeitserklärung

1. Karriere Caesars

Über keine Person der Geschichte wurde so viel geschrieben und publiziert wie über Gaius Julius CAESAR. Kaum eine Figur hat einen solchen Status auf der politischen Weltbühne erlangt wie er, der größte Vertreter eines politischen Systems, das er selbst zerstörte.

Gaius Julius CAESAR wurde um 1001 vor unserer Zeitrechnung als Sproß einer der ältesten Familien Roms geboren. Die Julier gehörten zum Patriziat, hatten den Höhepunkt ihres Glanzes aber schon über- schritten. Durch seinen Onkel, den berühmten MARIUS hatte die Familie von CAESARs Mutter, AURELIA, großen Einfluss wiedererlangt. Sie forcierte den Aufstieg ihres Sohnes, wodurch er schnell zum „flamen dialis“2 geweiht wurde. Trotz dieser guten Ausgangssituation für eine erfolgreiche Karriere hatte er selbst kein großes Interesse daran, sich nach oben zu arbeiten. So war seine Jugend im (Ge- burts-) Stadtteil Subura, der auch Geburtsort von SULLA war, unauffällig und unspektakulär. So lies er sich von dem vorprogrammierten Werdegang des römischen Systems nach oben tragen.

Ein erster Wandel in seinem Verhalten kann 69 festgestellt werden. In diesem Jahr starben sowohl seine Gattin CORNELIA als auch seine Tante JULIA, die Witwe MARIUS'. 69 wurde er in seine erste Ma- gistratur, die Quaestur, gewählt. In diesem Amt scheint sein Ehrgeiz erwacht zu sein, denn von nun an plante er zielstrebig seine Karriere. Das Ausschlaggebende dafür scheint eine Begegnung mit einer Statue ALEXANDERs im spanischem Gades3 zu sein. Diese Anekdote ist durch den berühmten Chronisten SUETON überliefert: „Beim Anblick des Standbildes ALEXANDERs des Großen in der Nähe des Herkulestempels musste er laut aufseufzen, und wie angewidert über seine eigene Untätigkeit - hatte er doch in einem Alter, in dem ALEXANDER schon die Welt unterworfen hatte, noch nichts bemerkens- wertes geleistet -, forderte er sofort seine Entlassung, um möglichst rasch in Rom Gelegenheit zu grösse- ren Unternehmungen zu erhalten.“

Im Jahre 67 wurde CAESAR zum Curator über die Via Appia bestimmt, ein Amt das für die Instandhaltung der Infrastruktur zuständig war, dessen Kosten der Amtsinhaber selbst zu tragen hatte. Ähnlich verhielt es sich mit der Aedilität, die CAESAR im Jahre 66 erhielt.

Es ist nachgewiesen, daß CAESAR und CRASSUS in die zweite Catilina-Verschwörung im Jahre 63 verstrickt waren. Trotzdem kamen beide mit einem blauen Auge davon und wurden nicht, wie von den Senatoren gefordert mit den Verschwörern getötet oder von jeglichen politischen Ämtern ausgeschlos- sen.

Nach dem Tod des Pontifex Maximus4 Quintus Metellus PIUS im Frühjahr 63 konnte sich CAESAR durch massige Bestechungen dieses Amt und ein wenig später auch das Praetoriat sichern. Dadurch war er so hoch verschuldet, dass er die ganze Zeit in Spanien, seiner propraetorianischen Provinz, nutzen musste, seine Finanzen wieder aufzufrischen.

Durch eine Zweckgemeinschaft1 konnte er in seinem Consulat, das er im Jahre 60 innehatte, erfolgreich agieren.

Als proconsularische Provinzen erhielt CAESAR Oberitalien und Illyrien. Nach dem unerwarteten Tod des Quintus Caecilius Metellus CELER erhielt er durch einige politische Winkelzüge auch dessen Provinz Gallia Narbonennsis.

Im Jahre 49 überschritt CAESAR mit seinen Legionen den Rubicon mit den legendären Worten: „Alea iacta est!“2. Damit verstiess er gegen ein uraltes römisches Gesetz und begann damit offiziell den Bürger- krieg. Nachdem POMPEIUS und seine Anhänger aus der Stadt geflüchtet waren, zog CAESAR nach Spanien um dort die ersten Gegner zu vernichten. Als er nach Rom zurückkehrte bekam er vom Senat die Diktatur übertragen. Er siegte über POMPEIUS bei Pharsalos, woraufhin dieser nach Ägypten floh, wo er erdolcht wurde. CAESAR eilte von jetzt an durch die bekannte Welt und stellte sich jedem Kon- flikt, den er finden konnte, um von der Hauptstadt wegzubleiben. Hierzu gehört auch die „Alexandrini- sche Episode“3 und die anschließende Affäre mit KLEOPATRA, die ihm seinen einzigen Sohn gebar.

Das Fest anläßlich seines Triumphes über Gallien, Alexandria, Kleinasien und Africa dauerte vierzig Tage. Er wurde vom Senat mit Ehrungen, Auszeichnungen und Titeln überhäuft. Nach einigen Monaten in Rom brach er bereits wieder nach Spanien auf, um die Söhne des POMPEIUS und seinen alten Gefährten LABIENUS zu bekämpfen.

Gemächlich kehrte CAESAR nach Rom zurück. In seinen letzten Monaten wirkten seine politischen Entscheidungen oftmals unglücklich und waren nur noch wenig von seiner sonstigen Weisheit und seinem Weitblick geprägt. So legte er beispielsweise sein Consulat nieder, um es an Freunde aufzuteilen, die ihm zu Diensten waren. Dies brachte ihm Hohn und Spott beim Volk ein. Kaum einer der noch lebenden Senatoren hatte auch nur ansatzweise sein politisches Format oder Geschick. Einzig sein Grossneffe OCTAVIAN, der sich später AUGUSTUS nannte, war in der Lage, sein Erbe anzutreten

2. Das erste Triumvirat

Im Jahre 59, zum Consulat CAESARs, schlossen sich die drei mächtigsten Männer Roms zu einem Bündnis zusammen - damals etwas absolut Neues.

Es war üblich, dass jeder Politiker versuchte, ohne die Hilfe eines anderen nach oben zu kommen. Aber das sich gerade die Männer zusammenschlossen, die schon an der Spitze der Republik standen, zeigt bloß, in welch schlechtem Zustand sich dieses politische System befand.

CRASSUS, der reichste Mann seiner Zeit sagte einmal: „Ein Mann ist erst dann richtig reich, wenn er seine eigene Armee finanzieren kann.“ Ihm gehörte ein Teil der Hauptstadt. Er half finanziell Aedilen aus, den Inhabern des teuersten Amtes, wenn er sich dadurch politisch ihren Einfluss sichern konnte. Er hatte alles, was er in seinem Leben erreichen wollte - bis auf nennenswerten Kriegsruhm. Er war berühmt für seine Geldgier. CRASSUS war äußerst neidisch und eifersüchtig auf die Erfolge des zweiten Triumvirn (POMPEIUS). Alles, was er noch erreichen wollte, war: sich mit einem überragenden und unvergeßlichen Triumphfest in die Geschichte Roms schreiben. Doch die Möglichkeit dazu sollte er erst vier Jahre später, bei der Neuauflage des Triumvirats, erhalten.

Der Zweite im Bunde, war der militärisch überaus erfolgreiche POMPEIUS. Er war ein Emporkömmling unter SULLA und hatte seit der Zeit der Proskriptionen große Erfolge, die aber nicht ausschließlich ihm zuzuschreiben waren, denn meist ergatterte er den Oberbefehl in den Kriegen, nachdem der Gegner schon außerordentlich geschwächt war. Trotzdem war er beim Volk besonders beliebt, denn immer wenn er einen großen Krieg gewonnen hatte, durfte er einen Triumphzug abhalten, der im allgemeinen zu einem großen Volksfest ausartete. Die Frage, warum er nicht schon früher versuchte die absolute Macht an sich zu reißen, kann nicht beantwortet werden. Wahrscheinlich versuchte er auf einem legalen Weg die Diktatur zu erreichen. Fest steht, dass er für sich einen Platz an der Spitze anstrebte. Mit einer Unzahl von treuen Veteranen im Rücken, war er die zweite tragende Macht.

Der dritte und entscheidende Mann des Triumvirates war CAESAR. Er wollte mit dem Bündnis errei- chen, dass er im Senat genügend Rückendeckung für seine Aktionen erhielt. Er wusste von Anfang an, was er wollte und wie er es bekommen könnte. Seine Ziele mit dem Bündnis, das er auf wundersame Weise zwischen den beiden verfeindeten Männern CRASSUS und POMPEIUS zustande brachte, wa- ren: die eigene Macht auszubauen und seine größten Konkurrenten in Schach zu halten, wobei CRASSUS bei weitem nicht so gefährlich war wie POMPEIUS. CAESARs Beliebtheit im Volk war unentbehrlich für das Bündnis.

So schlossen sich diese drei Männer zusammen, um zumindest für ein paar Jahre an einem Strang zu ziehen. Sie beschlossen, dass CAESAR als proconsularische Provinzen Gallia Cisalpina1 und Illyrien bekam, statt der Aufsicht über Feldwege und Wälder in Italien, die ihm der Senat als erstes übertragen wollte. Nach dem überraschenden Tod des Metellus CELER sicherte POMPEIUS ihm auch die Provinz Gallia Narbonennsis. Dieses Proconsulat wäre ohne die Hilfe der beiden nicht gelungen, denn die Sena- toren befürchteten, dass CAESAR zu mächtig werden könne - womit sie Recht behalten sollten.

Für POMPEIUS sollte erreicht werden, dass seine Veteranen endlich Land in Italien zugesprochen be- kamen, welches sie bewirtschaften konnten. Auch dies wäre ohne die Unterstützung der anderen nicht gelungen, denn auch hier fürchtete der Senat, dass durch die Ballung der Veteranen, die ihren General über alles schätzten, eine Gefahr für die Regierung entstehen könne. Es wäre ja nicht das erstemal, dass ein General mit seinen Truppen die Hauptstadt eroberte. Ein Zweites, was für ihn erreicht wurde, war die Chance zur Neuordnung des Ostens, die er sich seit längerer Zeit erhoffte.

Auch CRASSUS wurde zufriedengestellt, denn CAESAR setzte einen Pachtnachlass für die Ritter, die Steuerpächter in Asien waren und die den größten Teil von CRASSUS Klienten ausmachten, durch, den der Senat CRASSUS vorher verweigert hatte.

Doch POMPEIUS und CRASSUS lebten sich in der Zeit, als CAESAR in Gallien war, immer weiter auseinander. Das Triumvirat drohte zu scheitern. In dieser prekären Situation zeigte sich erneut das Ge- nie und der Einfallsreichtum CAESARs. Er organisierte ein Treffen der Triumvirn in Luca1, bei dem sich nebenbei auch noch etliche Senatoren einfanden. Damit trafen sich die verfeindeten Verbündeten auf dem Boden CAESARs und er wurde zu ihrem Einiger. Damit konnten diese drei Mächtigen die Zügel weiter in der Hand halten.

CRASSUS und POMPEIUS sollten im Jahre 55 Consuln werden. Die Wahlen für das Amt sollten auf den Herbst 56 verschoben werden, damit sie durch beurlaubte Soldaten, die CAESAR schickte, gesi- chert wären. Sowohl POMPEIUS als auch CRASSUS sollten Proconsulate erhalten, die dem CAE- SARs gleichkamen. POMPEIUS Spanien, CRASSUS Syrien, zusätzlich zu einem außerordentlichen Kommando für den Krieg gegen die Erben des Seleukidenreiches, die Parther. CAESARs Proconsulat sollte verlängert werden, so dass er nach zehn Jahren nach Rom zurückkehren und erneut für das Con- sulat kandidieren konnte.

Wie oft sich wohl POMPEIUS später im Bürgerkrieg für seinen Anteil an der Unterstützung CAESARs im Triumvirat geohrfeigt hat, wäre wohl eine interessante Frage.

3. Der Gallische Krieg

3.1. Ursache und Anlass

Der Gallische Krieg wurde weder auf einer moralisch noch rechtlich vertretbaren Basis begonnen, sondern aus Machthunger von einem Mann, dem es gleich war, mit wem er es aufnehmen musste. Die Kelten waren bloß zur falschen Zeit am falschen Ort. Genauso gut hätte es auch die Parther oder die Numider treffen können. Das einzige Kriterium für CAESAR schien die geographische Nähe des Volksstammes zu sein. Wie sich jedoch Jahrhunderte später herausstellen sollte, war es für den römischen Staat auf Dauer absolut notwendig, die Grenze nach Norden zu sichern.

„Gallien in seiner Gesamtheit zerfällt in drei Teile: (...)” So beginnt CAESARs berühmtes Werk „Bellum Gallicum”. Tatsächlich bestand Gallien natürlich aus erheblich mehr Teilen2. Das Land war den Römern fast völlig fremd, sozusagen eine terra incognita der Antike. Die Römer hielten sich lieber von den hünen- haften aber als undiszipliniert geltenden Kelten fern, genau wie diese sich von den Römern, die sie als

zähe Gegner kennengelernt hatten, fernhielten. Es bestanden zwar Handelsbeziehungen, dennoch war das keltische Gebiet des heutigen Frankreichs beinahe völlig unerschlossen für die Römer.

„Die Kelten“ sollte man allerdings nicht als ein Volk ansehen. Dies mag zwar ethnographisch korrekt sein, jedoch teilten sie sich in dutzende, vielfach rivalisierende Stammesverbände auf. Wieviel Stämme es gewesen sein mögen, die CAESAR nach und nach zum Kampfe herausforderte, ist nicht bekannt, ebensowenig wie hoch die Gesamtbevölkerung des damaligen Galliens war.

Dennoch, Gallien war nicht primitiv. Kunst und Kultur waren hochentwickelt. Es bestand ein ausgedehntes Strassennetz, das den Handel von der Kanalküste zur Mittelmeerküste überhaupt ermöglichte. Auch die weit verzweigten Flusssysteme1 erleichterten den Handel. Als CAESAR im April 58 in seiner Provinz eintraf, gab es keinen Grund, einen solch gewaltigen Krieg zu führen, denn die Jahre zuvor hatten nichts als recht florierenden Handel und kaum kriegerische Auseinandersetzungen erbracht.

Die einen Autoren behaupten, CAESAR hätte den Kriegsausbruch wohlwollend provoziert, während andere ihn freisprechen. Fakt ist, dass die keltischen Helvetier ihre ursprünglichen Siedlungsgebiete verlassen hatten und durch Gallien ziehen wollten. Warum sie ihre Heimat nördlich des Genfer Sees, wo sie erst in der zweiten Generation lebten, verliessen, ist ungewiss. Die einen behaupten, es handelte sich um ein typisches Wandervolk, die anderen gehen davon aus, dass der Germanenfürst ARIOVIST die Helvetier vertrieben hatte, um sich linksrheinisch festzusetzen. Als CAESAR von der Wanderung hörte, reiste er überstürzt aus Rom ab und erreicht innerhalb von acht Tagen Genf.

Die Helvetier waren allerdings weniger angriffslustig, als es CAESAR lieb gewesen sein kann. Sie schickten eine Gesandtschaft und baten um friedlichen Durchzug. Zwei Wochen später wolle er ihnen eine endgültige Antwort geben. Die Verhandlungen mit den Helvetiern hielten ihn nicht ab, zwischen Rhone und Jura einen Wall anlegen zu lassen. Nachdem sie von CAESAR eine Abfuhr erhielten, ver- suchte nur ein kleiner Teil des Stammes mit Booten überzusetzen, der Rest verschwand friedlich im Hin- terland, um nach einer Route zu suchen, die nicht römisches Gebiet kreuzte. So zogen sie durch das Ge- biet der Sequaner. So leicht entkamen sie den Kriegsplänen CAESARs nicht, den obwohl die Sequaner mit den Römern nichts zu tun hatte, waren sie nach CAESARs Angaben unmittelbare Nachbarn der Haeduern2, die ein Klientelvolk der Römer waren. Aufgrund ihrer geringen Geographiekenntnisse be- merkten die Senatoren den Betrug nicht, oder sie waren von den Ergebnissen der Kämpfe geblendet. CAESAR meinte eine Gefahr für die Provinz Gallia Narbonennsis feststellen zu können und hatte nun endlich einen Kriegsgrund gefunden. Ob die Gefahr wirklich bestanden hat, kann man bezweifeln, da die Helvetier bisher stets eine Konfrontation mit Rom vermieden hatten. CAESAR konnte die Maske nun jedoch fallen lassen und ein Verteidigungskrieg wurde zu einem Angriffs- und Präventivkrieg.

3.2. Verlauf des Gallischen Krieges

Mit einer Streitmacht von sechs Legionen (mehr als ihm zugestanden hätten) überquerte er den Zusammenfluss von Rhone und Saone und folgte dem helvetischem Trek. Er bewegte sich damit außerhalb der Legalität, schließlich hatte er selbst als Consul ein Gesetz1 verabschiedet, das so etwas verbot. Später entschuldigte er dies mit der Notwendigkeit raschen Handelns, um die akute Gefahr möglichst schnell beseitigen zu können. Zuerst unternahm er noch einen Versuch, sein Handeln als legal darzustellen. CAESAR instruierte DIVIACUS, seinen Verbündeten bei den Haeduern, einen Hilferuf in Namen seines Volkes zu formulieren, damit CAESAR endlich angreifen konnte. Seinerseits unterstützte CAESAR den Haeduer gegen seinen Konkurrenten und Bruder DUMNORIX.

CAESAR überraschte die Helvetier beim Überschreiten der Saone zwischen Lyon und Macon. Er vernichtete sofort den bereits übergesetzten Teil des Stammes und formulierte so hohe Kapitulationsbedingungen2 für den restlichen Teil des Stammes, dass diese sie nicht annehmen konnten. Sie zogen weiter, hartnäckig von CAESAR verfolgt, bis es schließlich zu der heißersehnten Schlacht kam, bei der beide Seiten einen hohen Blutzoll zahlen mussten. Die Niederlage der Helvetier war vollständig. Die Überlebenden der Schlacht wurden entweder als Sklaven verkauft oder als Verbündete in ihrem alten Gebiet angesiedelt und erhielten weitgehende kommunale Autonomie.

Nun konnte er sich seinem zweitem Gegner, dem Germanen ARIOVIST zuwenden. Wieder war der Kriegsgrund von seinem Vasall DIVIACUS fingiert. Die Germanen hatten die Gebiete der Sequaner und Haeduer besetzt und es drohten weitere Germanen über den Rhein zu kommen. Das Hilfegesuch, das diesmal der Wahrheit entsprach kam allerdings erst, als CAESAR schon gegen ARIOVIST im Felde stand.

CAESAR handelte schnell und eroberte im Handstreich Vesontio, die Hauptstadt der Sequaner. Seine Truppen meuterten aus Angst vor den Germanen, konnten jedoch durch CAESARs rhetorisches Geschick überzeugt werden, weiter zu kämpfen.

ARIOVIST, eine offene Konfrontation mit dem starken römischen Heer fürchtend, schickte eine Ge- sandtschaft, die mit kaum annehmbaren römischen Forderungen zurückkam. CAESAR stellte seinen Gegner und die mit diesem verbündeten Völker (Haruder, Markomannen, Nemeter, u.a.). Es wurde zu einem Debakel für die Germanen, die schon nach kurzem Kampf die Flucht ergriffen. Nach diesem zweiten Sieg, schickte er seine Soldaten ins Winterquartier und begab sich selbst nach Oberitalien, um möglichst nahe bei Rom zu sein.

Nachdem er die Germanen über den Rhein zurückgedrängt hatte, ging CASAR im zweiten Kriegsjahr daran, Gallien vor weiteren Einfällen zu sichern indem der Rhein zur neuen Grenze wurde. Dafür wurden die dortigen Völker unterworfen. Dies waren die Belger, die sich erst im Frühjahr 57 zu einem Verteidi-gungsbündnis zusammengeschlossen hatten. CAESAR stellte sie als Angreifer dar und nutzte die Gelegenheit, weitere Legionen, die XIII. und die XIV.1, auszuheben.

Im Frühsommer 57 zog CAESAR in Besancon eine Armee von 40.000 Mann zusammen und zog ins nördliche Gallien, wobei sich die Remer, die ursprünglich zur gallischen Koalition gehörten, kampflos ergaben. CAESAR stellte zwar das Koalitionsheer, vermied jedoch eine große Schlacht. Seine Gegner lösten sich wegen Versorgungsmangels auf und flüchteten zurück in ihre Siedlungsgebiete. Das Ergebnis der Verfolgungsjagd war die schnelle Unterwerfung der Suessionen, der Ambianer und der Bellovacer. Die einzigen die sich auf einen Kampf mit dem römischen Heer einließen, waren die Nervier, die mäch- tigste aller belgischer Stämme, etwa gleichstark mit dem römischen Heer. Sie brachen aus Wäldern her- vor und brachten die überraschten Legionen schnell in Bedrängnis. CAESAR kämpfte persönlich in der vordersten Reihe. Damit konnte die Niederlage bis zum Eintreffen zweier weiterer Legionen hinausge- schoben werden. Das wendete das Schlachtenglück. Die Nervier mussten schreckliche Verluste hin- nehmen und ergaben sich.

Im Spätsommer belagerte er die Hauptstadt der Atuatucer, die als uneinnehmbar galt. CAESAR lies Belagerungstürme und Rammböcke bauen, woraufhin die Einwohner die Kapitulation anboten. Da nur eine Teilentwaffnung der Bevölkerung geschah, wurde die Stadt gestürmt und die Überlebenden (nach CAESAR 53.000) wurden als Sklaven verkauft.

Während CAESAR gegen die Belger kämpfte, besiegte der von ihm entsandte Sohn des Triumvirn CRASSUS, Publius CRASSUS, in der Normandie und der Bretagne die Kelten. Im Glauben, Gallien sein endlich befriedet, lies CAESAR seine Legionen in ins Winterlager gehen. Nach Angriffen von ein- heimischen Stämmen mussten sie sich wieder auf römisches Territorium zurückziehen. Auf die Nachricht von der Befriedung Galliens hin wurde ihm ein fünfzehn Tage langes Fest gewährt - eine Ehrung, die niemandem vor ihm zuteil geworden war. In Rom rückte POMPEIUS daraufhin von CAESAR und CRASSUS ab. Ende des Jahres brachte CAESAR das zweite Treffen zusammen, das dem Triumvirat neuen Aufschwung bringen sollte2.

Des Proconsulats für weitere fünf Jahre sicher, begab sich CAESAR 56 rasch wieder nach Gallien, um die aufständischen Veneter zu unterwerfen. Teilheere schickte er nach Aquitanien und in die Normandie. Er versuchte, das Gebiet der Moriner3 einzunehmen, kam aber nicht sehr weit, da diese sich in Wäldern und Sümpfen versteckten. Publius CRASSUS beendete erfolgreich die Schlacht gegen die Aquitanier und auch die Normandie wurde befriedet. Ansonsten verlief das Jahr recht ereignislos.

Im Jahre 55 fielen zwei Germanenstämme4 in das Land der Belger ein. Als sie eine Gesandtschaft schickten, statuierte CAESAR, der seine Invasionspläne in England gefährdet sah, rücksichtslos ein Ex- empel. Er setzte die Gesandten gefangen und griff die Germanen mit voller Heeresmacht an, wobei er sie nahezu auslöschte. In Rom wurde ihm zu Ehren ein Fest von zwanzig Tagen beschlossen, wobei seine erbitterten Feinde forderten, ihn wegen dieses Frevels an die Germanen auszuliefern. Dieser Antrag wurde aber abgelehnt. Im Neuwieder Becken lies CAESAR eine Brücke über den Rhein schlagen, und zog für drei Wochen auf das rechtsrheinische Gebiet, wobei die geplante Strafexpedition gegen die Su- gamber ins Wasser fiel, da dieser Stamm es vorzog sich zu verstecken. Es folgte kurze Zeit später die erste Britannienüberfahrt, die den römischen Bürgern sicherlich wie ein Vorstoss ans Ende der Welt vor- kam. Dieser Überfall sollte aber lediglich als Erkundungsreise für die Invasion im nächsten Jahr dienen. Am Ende des Jahres musste er in seiner anderen Provinz Illyrien kämpfen, was seine Ankunft in Gallien bis Juni verzögerte.

Im Sommer 54 musste er einen regional beschränkten Aufstand der Treverer niederschlagen, was zeigte, dass Gallien noch immer nicht endgültig befriedet war. Gerade zu diesem Zeitpunkt fielen auch die ver- bündeten Haeduer unter ihren Führer DUMNORIX ab, wodurch CAESAR endlich die Gelegenheit erhielt, den unbeliebten Fürsten umzubringen. Nach seiner Überfahrt mit fünf Legionen nach Britannien stellte er fest, dass dies ein ziemlich trauriges Fleckchen war. Im Gegensatz zum reichen Gallien gab es hier kaum etwas, das sich lohnte mitzunehmen. Trotzdem stieß er bis über die Themse vor und besiegte einen britischen König namens CASSIVELLANUS und eroberte seine Stadt. Die Britannier stimmten Tributzahlungen zu, die ausblieben, sobald CAESAR wieder in Gallien war. Im Winterlager wurde der römischen Streitmacht die schwerste Niederlage im Kriegsgeschehen beigebracht, indem der Eburonen- fürst AMBIORIX 15 römische Kohorten durch eine Falle auslöschte. Daraufhin erhoben sich die Ebu- ronen zur offenen Rebellion und die Carnuten ermordeten den von CAESAR eingesetzten König TASGETIUS. Unter der Leitung des AMBIORIX erhoben sich auch die Nervier und Atuatucer, die das Winterlager des Quintus CICERO, dem Bruder des CICEROs, angriff, der nur durch CAESARs Gewaltmärsche gerettet werden konnte. Auch CAESARs Legat, LABIENUS, musste sich durch eine Schlacht der Treverer erwehren.

Anfang 53 wurden zwei weitere Legionen in Oberitalien ausgehoben und CAESAR bekam noch eine von POMPEIUS geliehen. Mit dieser gewaltigen Streitmacht wurde das Nervierland überfallen und zum zweiten Mal unterworfen. Danach fiel CAESAR in Eilmärschen in das Land der Senonen und der Carnuten ein, worauf diese sich kampflos ergaben und fegte mit seiner Heeresmacht durch das waldige Gebiet der Menapier. LABIENUS unterwarf die Treverer. CAESAR überschritt zum zweiten Male den Rhein, verscheuchte die anrückenden Sueben, zog sich zurück und lies die Brücke diesmal als Warnung mit Wachkohorten stehen. Als Rache für die Vernichtung der 15 Kohorten verwüstete er mit voller Heeresmacht das Land der Eburonen, wobei er das Volk nach eigenen Angaben auslöschte. AMBIORIX entkam ihm zwar, dennoch fiel ihm der Senonenfürst ACCO in die Hände.

Im Frühling 52 stürmten Carnuten ihre Hauptstadt Cenabum1 und erschlugen dort jeden Römer. Auf dieses Signal erfolgte ein allgemeiner Gallieraufstand unter dem Arvernerkönig VERCINGETORIX. Im Februar oder März traf CAESAR in Narbo2 ein, wurde jedoch von seiner Haupttruppe abgeschnitten. Mit dem kleinem Kampfverband überschritt er die verschneiten Cevennen, verwüstete das Gebiet der Arverner, eroberte Cenabum und ließ es zur Strafe brandschatzen. Desweiteren gelang es ihm, sich mit seinem Heer zu vereinen. VERCINGETORIX griff ihn nicht an, sondern verfolgte eine spezielle takti- sche Marschroute - die „Taktik der verbrannten Erde“. Hierbei vernichtete er alles Brauchbare, vor allem Lebensmittel. CAESAR belagerte die befestigte Hauptstadt der Biturigen, Avaricum3, und eroberte sie ihm Mai 52. Er zog mit einem Teilheer gegen Gergovia, die Hauptstadt der Arverner, und schickte LABIENUS mit vier Legionen gegen die Senonen und Parisier. VERCINGETORIX schürte im Hinter- grund Unruhe bei den verbündeten Haeduern, worauf bald eine anti-römische Revolte in ihrem Stamm- land ausbrach, die CAESAR befrieden musste, um das Bündnis nicht zu verlieren. Die Belagerung Ger- govias musste aufgegeben werden, da der Gegner dem römischen Belagerungsheer mit einer Guerillatak- tik immer wieder kleine Verluste zuführte. LABIENUS brach seinen Marsch auf Lutetia1 ab und verei- nigte sich wieder mit CAESAR.

3.3. Das Ende des Gallischen Krieges

CAESAR erfuhr auf dem Rückzug, dass VERCINGETORIX sein Heer bei Alesia versammelte. Wa- rum dieser von der erfolgreichen Defensivtechnik zur Offensive überging ist unerklärlich. Der Arverner beging den strategischen Fehler, nach einer peinlichen Niederlage der römischen Kavallerie den Feind nicht mit seiner erdrückenden Übermacht zu vernichten. CAESAR hingegen zögerte nicht einen Moment und schloss ihn in Alesia ein. Dieser schickte ein Hilfegesuch an seine Verbündeten ab. CAESAR voll- brachte nun eines seiner größten militärischen Meisterwerke, denn er überstand eine Belagerung wäh- rend einer Belagerung. VERCINGETORIX verfügte über 80.000 Mann, die herbeieilenden Gallier wa- ren noch zahlreicher2. CAESAR wird kaum mehr als über 50.000 Mann verfügt haben.

Die römischen Soldaten erschufen trotz wiederholter Ausbruchs- und Störversuche der Eingeschlossenen ein Belagerungswerk, welches einem Kunstwerk gleichkam. In nur einem Monat trieb CAESAR seine Soldaten dazu an, einen 17 Kilometer langen Wall um Alesia auszuheben und ließ Gräben ziehen. Angesichts der Bedrohung durch das anrückende gallische Entsatzheer liess CAESAR einen weiteren 21 Kilometer langen Wall aufwerfen, befestigt mit Türmen, Wassergräben, Fallgruben, Pallisaden, Fussangeln und Bodenhindernissen. Es kam zu viertägigen äußerst heftigen Gefechten. Ein einziges Mal gelang es einer gallischen Kavallerieeinheit die Pallisaden zu durchbrechen. Dieser Durchbruch wurde durch den tollkühne Einsatz von LABIENUS und CAESAR abgewehrt. Die gallischen Belagerer gaben enttäuscht, und die belagerten Gallier langsam verhungernd auf. VERCINGETORIX wurde gefangengenommen und sechs Jahre später bei einem Triumphzug hingerichtet.

Im Jahre 51 folgten weitere Strafexpeditionen gegen widerspenstigen Gallier. CAESARs Unterfeldherren besiegten die Anden und einige Küstenvölker. CANINIUS, später FABIUS und auch CAESAR belagerten schließlich die letzte Hochburg der Carnuten, Uxellodunum. Nach der Eroberung bewies CAESAR hochmütige Grausamkeit: Er liess zwar jeden am Leben, jedoch wurde ihnen als warnendes Beispiel die rechte Hand abgeschlagen.

Im Jahre 50 beruhigte CAESAR auch die letzten widerspenstigen Stämme Galliens. Der Krieg hatte mehr als eine Million Menschenleben gekostet und Gallien wirtschaftlich und militärisch ausgeblutet. Wi- derstand gegen Rom sollte auf Jahrzehnte nicht möglich sein und bis dahin war die keltische Bevölkerung schon romanisiert. Was CAESAR schon 57 nach Rom gemeldet hatte, war jetzt wahr geworden: Gallien war (für Rom) befriedet.

4. Machtstärkung CAESARs durch den Gallischen Krieg

Bereits während des Gallischen Krieges zeichnete sich ein Bürgerkrieg ab. Man wusste bloß noch nicht, zwischen wem. Da CAESAR, POMPEIUS und CRASSUS schon seit Jahren die Macht unter sich aufteilten, war es klar, dass es zwischen zweien der drei einen Krieg gab, wenn der Dritte sich nicht mehr in die kleinen Machtkämpfe einmischte. Nach CRASSUS‘ Tod im Jahr 53 kam es zu einem grausamen Bürgerkrieg zwischen POMPEIUS und CAESAR, dessen Ausgang den Niedergang der schon so lange sterbenden Republik besiegelte. Hätte ein Römer zehn Jahre zuvor behauptet, dass CAESAR seinen grossen Gegner und Widersacher besiegen könne, hätte man ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt. Wie kam es also, dass dieser Mann soviel Macht erlangte?

CAESAR verstand es schon immer, sich als schillernde Persönlichkeit in der Öffentlichkeit bejubeln zu lassen, während seine Amtskollegen meist über Missachtung klagten. Außerdem umgab er sich mit allerlei zwielichtigen Gesellen. Er feierte berüchtigte Orgien und empfing Abschaum, Speichellecker und politische Trittbrettfahrer mit denen er gemeinsame Sache machte. Er bediente sie selbst und machte sie sich zu Diensten, um sie später für sich auszunutzen. Dies brachte ihm zwar die Verachtung der Optimaten, jedoch Bewunderung des einfachen Volkes und der Popularen ein.

Er war offensichtlich ein großer Meister der Psychologie, der Kommunikation und Selbstdarstellung. Dies zeigte sich am markantesten zur Zeit seines Aedilats1. CAESAR veranstaltete grossartige Spiele, auch dank der finanziellen Unterstützung seines Kollegen M. BIBULUS, der sich zu der Äusserung hinreissen ließ: „Ich teile das Schicksal des Pollux; wie man den Dioskurentempel auf dem Forum nur als Castortempel bezeichnet, so schreibt man CAESARs Freigebigkeit CAESAR alleine zu.“. Auf eigene Kosten ließ er 320 Gladiatorenpaare in Silberrüstungen zu Ehren seines verstorbenen Vaters gegeneinander fechten, was ihn zwar gewaltig verschuldete, beim Volk ebenso unermeßlich beliebt werden ließ. Er verstand es perfekt seine eigenen Schulden als politisches Machtinstrument einzusetzen. Das Volk liebte ihn und spätere Spiele wurden an denen CAESARs gemessen.

Eine Machtursache war sein persönlicher Mut. Den er z.B. bewies, als er die Gefangenen der CATILINA - Verschwörung2 verteidigte und zeigte, dass er notfalls auch alleine gegen den Senat kämp- fen konnte. Er zeigte ein unglaublich gutes Gespür, wann Standhaftigkeit angebracht war. Die Verteidi- gung brachte ihm die Achtung des Senates und gleichzeitig auch die absolute Sympathie des Volkes ein.

CAESAR wusste, dass ihm ein erfolgreicher Feldzug in Gallien viel Ruhm bringen würde. Die Chancen, dass ein Feldherr je von dort lebend wiederkehren würde, waren ohnehin schon auf dem Tiefpunkt, da die Römer die Gallier, besonders aber die Germanen, die sich anschickten den Rhein zu überqueren, fürchteten. Vor dem Gallischen Krieg galt CAESAR als ein weichlicher römischer Lebemann, der oftmals kränkelte. Jeder wusste, wenn er ein paar Jahre in Gallien überlebte, würde er von den Bürgern in Rom so verehrt werden, dass es für andere Politiker schwer werden würde, Gesetze zu erlassen, die in irgendeiner Weise zu einer Macht- und Befugnisbeschneidung CAESARs führen sollten, ohne dass es zu einer Revolte käme. Das war eine Säule auf die er sich immer stützen konnte.

Er kam durch den Krieg zu beträchtlichem Reichtum und konnte seinen legendären Schuldenberg „ab- bauen“. Ein weiterer Machtfaktor waren die „Freunde“ und politischen Verbündeten, die er kaufte1 und die seine Interessen in Rom durchsetzten, während er in Gallien mit Krieg führen (und Geld verdienen) beschäftigt war. So wurde zum Beispiel in seinem ersten Jahr in Gallien sein Handlanger CLODIUS, der gleichzeitig auch einer der beiden bedeutensten römischen Schlägerbandenführer war, durch seine groß- zügige Unterstützung zum Volkstribun gewählt. Das Amt des Volkstribuns war in der untergehenden Republik verhältnismässig mächtig und als einziges sakrosankt2. CLODIUS nutzte dies um die meisten lauthals agitierenden Gegner CAESARs ins Exil zu verbannen, was in der damaligen Zeit als schlimmer erachtet wurde, als der Tod. Manche stimmten, selbst nach ihrer Rückberufung, nicht wieder gegen CAESAR3. Im zweiten Kriegsjahr (57 v. u. Z.) war einer seiner angeheirateten Verwandten Consul. CAESAR hatte also immer jemanden, der ihn offen unterstütze und über den er ins Geschehen in Rom eingreifen konnte4.

CAESARs politisches Lager wurde auch von Senatoren gestärkt, die ihn unter normalen Umständen nie unterstützt hätten. Dies kam daher, dass sie die Wahl hatten zwischen den beiden Triumvirn, und den Stern des CAESAR am steilsten aufsteigen sahen. So unterstützten sie ihren Favoriten, in der Hoffnung, dass er sich ihnen dafür dankbar zeigen würde. Hierbei spielte besonders der Machtkampf zwischen den beiden Parteien5, den Popularen und Optimaten, eine grosse Rolle, denn jeder Politiker der sich gerne als Förderer des Volkes zeigen wollte, musste zwangsläufig den Kopf der Partei der Popularen, CAESAR, unterstützen.

Eine weitere Machtsäule stellten CAESARs Legionäre dar. Abgesehen von der Anzahl seiner Legionen, waren diese Legionäre ihm treu ergeben. Ein Grund dafür war, dass der Feldherr ab dem Zeitpunkt, an dem er seine Truppen aushob, für sie verantwortlich war. Er konnte unter anderem auch festlegen, wie- viel sie von der Beute erhalten sollten. Und bei CAESAR war das Verhältnis zwischen Feldherrn und Soldaten ein ganz anderes, als zu Zeiten von MARIUS oder SULLA. Auch wenn das überaus gute

Verhältnis der Legionäre zu MARIUS schon legendär war, wurde es doch zu dem zu seinem angeheira- teten Neffen CAESAR weit übertroffen. Die Art mit der dieser mit seinen Soldaten umging, war nicht ausschlaggebend, da er genauso hart zu ihnen war, wie jeder andere Feldherr. Bedeutend ist, was er sich selber antat. Er scheute nicht davor, die selben Mühen auf sich zu nehmen, die seine Legionäre auch durchstehen mussten. In Notzeiten teilte er Rationen und Schlafplatz mit ihnen. Aus dem Gallischen Krieg wurde uns eine Szene überliefert, die dies treffend illustriert: Als sein Gefährte OPPIUS erkrankte, verzichtete CAESAR auf die einzige verfügbare Hütte und schlief unter freiem Himmel. Er verzichtete in manchen Schlachten auch auf sein Pferd, um mit den Soldaten Rücken an Rücken zu kämpfen. Er be- wies, dass er ein äußerst talentierter General war. Gleichzeitig muss er von etwas Besonderem, einer Aura, umgeben gewesen sein, die andere entweder sofort in seinen Bann schlug oder abgrundtiefen Hass hervorrief. In den acht Jahren in Gallien bewies er unglaubliche Zähigkeit und ging an die Grenzen seiner körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit. Sein aggressives und rasches Handeln legte er bis zu sei- nem Tod nie wieder ab. Dies übertrug er auch auf seine Politik. Je mehr CAESAR die Gewohnheiten eines eisernen Feldherren verinnerlichte, desto mehr begann er das Leben in Rom zu verabscheuen. So war er in den letzten vierzehn Jahren seines Lebens kaum länger als fünfzehn Monate in der Hauptstadt. All dieses machte ihn bei seinen Soldaten zu ihrem heißgeliebten Führer, den sie freiwillig bis in den Tod folgen wollten1. Nachdem die letzten Kriegshandlungen (50 v. u. Z.) beendet waren, bildeten Offiziere und Soldaten eine harmonisierte Gemeinschaft, die es in dieser Weise noch nie gab und auch nie wieder erreicht werden sollte. Gleichzeitig diente ihm der Gallische Krieg als „Kaderschmiede“, d.h. als der Ort wo er politische und militärische Talente bei seinen Untergebenen - Offizieren und Soldaten - beobach- ten und erproben konnte, die durch die gemeinsamen Erlebnisse und Gefahren zu einer effektiv struktu- rierten und präzise zusammenarbeitenden Gemeinschaft zusammenwuchs2, die es gewohnt war einen Willen auszuführen - CAESARs.

5. Schlussbetrachtungen zu CAESAR

CAESARs Tod, an den Iden des März3 44, wäre vermeidbar gewesen, denn bereits Wochen zuvor häuften sich die Anzeichen einer Verschwörung. Während er einen gewaltigen Kriegszug gegen die Parther plante erhielt er mehrere Warnungen vor einem drohenden Komplott, welches sich aufgrund seiner Machthäufungen und unverhältnismässigen Ehrungen bildete. Ab Februar, als er erkennen musste, dass der Griff zur Königskrone, weder vom Volk noch von der Nobilität akzeptiert worden wäre, verfiel er in einer gewissen Schwermut. Er wies keinerlei Gespür mehr für Diplomatie und Verhältnissmässigkei- ten auf.

Warum CAESAR sich so blind gegenüber allen Anzeichen verhielt, wird von den Autoren unterschied- lich beurteilt. CICERO sagte später zu der Ermordung, sie wäre unnötig gewesen, da CAESAR sowie- so nicht von seinem gigantischen Partherfeldzug zurückgekehrt wäre, da er nicht zurückkehren wollte. Glaubte er, politisch gescheitert zu sein? Wähnte er sich in einer Sackgasse, aus der es kein Entrinnen gab? Weswegen der ebenso gefahrvolle wie unnötige Kriegszug? Glaubte er unantastbar zu sein?

Resignation, Fatalismus, Selbstüberschätzung, Realitätsverlust...? CAESAR scheint sich klar gewesen zu sein, dass seine politische Entwicklung einen toten Punkt erreicht hatte. Den Königstitel hätte er nur gegen den Willen des Volkes und der Patrizier erlangen können. Wählte er also nicht vielleicht den einfachsten Ausweg, als er die Curia des POMPEIUS betrat und da- mit unerreichte geschichtliche Größe erlangte? Der große CAESAR, auf dem Höhepunkt seiner Macht, zu Fall gebracht durch den Neid von Kleingeistern und durch den Dolch von Brutus und anderen, da- durch von noch größeren Taten abgehalten. Das ist es, was ein POMPEIUS oder SULLA nicht und ein ALEXANDER nur bedingt aufweisen kann, denn letzterer wurde von der eigenen Trunksucht zu Fall gebracht und nicht durch einen brutalen Mord - den vielleicht berühmtesten Mord in der Geschichte. War CAESARs psychologische Klarsicht eventuell so groß, dass er (instinktiv?) begriff, dass er damit die größte Chance hatte, zum Mythos zu werden? Zum mythischen Namen den die grössten und mäch- tigsten Herrscher der Zeit annehmen sollten? Zum Symbol für absolute Herrschaft: zum KAISER.

6. Literaturverzeichnis

„Atlas zur Geschichte“, Gotha / Leipzig, VEB Hermann Haack, 1973 (Kartenmaterial) Gaius Julius Caesar: „Der Gallische Krieg“, Leipzig, Verlag Reclam Junior, 1988.

Andreas Mehl / Wolfgang Christian Schneider: „Die Krise der Römischen Republik“, Stuttgart, Ernst Klett Schulbuchverlag, 1988.

Theodor Mommsen: „Römische Geschichte“, Athenaion Verlag.

Plutarch in: Mehl / Schneider „Die Krise der Römischen Republik“, Stuttgart, Ernst Klett Schulbuchver- lag, 1988.

John Maddox Roberts: „Tod eines Centurio. Ein Krimi aus dem alten Rom“, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1995

William Shakespeare: „Julius Caesar“, Berlin, A. Weichert Verlagsbuchhandlung und Buchdruckerei.

Time Life: „Grossreiche der Antike. Spektrum der Weltgeschichte 400 v. Chr. - 200 n. Chr.“, Amsterdam, 7. Auflage, 1993.

[...]


1 Einige Quellen nennen die Jahreszahl 102 andere die Jahreszahl 100

2 Unterster Rang der römischen Staatsreligion

3 Heutiges Cadiz

4 Der Pontifex Maximus war die höchste Position, die man in der Staatsreligion besetzen konnte. Diese Position ist heute zu vergleichen mit der des Papstes.

1 Siehe Punkt 2.

2 Alea iacta est = „Der Würfel ist gefallen“.

3 CAESARs Legionen stellten die Ordnung wieder her, indem sie zugunsten KLEOPATRAs in die innerägyptischen Machtkämpfe eingriffen.

1 Oberitalien

1 Heutiges Lucca

2 Siehe Karte im Anhang

1 Flüsse wie Rhone, Saone, Seine, Loire ...

2 Sie lebten bei Tolouse.

1 „Dem Statthalter ist es verboten, die Provinz zu verlassen, Truppen aus dessen Gebiet zu führen, auf eigene Faust einen Krieg anzufangen, ohne Weisung des Senats oder des römischen Volkes in ein Königreich einzufallen.“

2 Überzogen hohe Forderungen an Geiseln, Reparationen und die vollständige Unterwerfung.

1 Ohne Erlaubnis des Senats hatte er damit die ihm zugestandene Truppenstärke verdoppelt.

2 Zum Thema Triumvirat siehe „2. Das Triumvirat“.

3 Heutiges Flandern.

4 Die Usipeter und die Tenkteren

1 Heutiges Orleans.

2 Heutiges Narbonne.

3 Heutiges Bourges.

1 Heutiges Paris.

2 Wahrscheinlich waren es über 250.000 Mann.

1 Im Jahre 62 v. Chr. bekleidete er das Aedilat.

2 CATILINA ist eine Person, die von den meisten Geschichtsautoren einen kranken Geisteszustand zugeschrieben bekam. Er versuchte zweimal die Macht durch eine Verschwörung an sich zu reissen. Die erste war im Jahr 65, die zweite Ende 63. Eine Beteiligung CAESARs an der ersten Verschwörung ist sehr umstritten.

1 „Gold, Silber und die sonstige reiche Beute, die er in den vielen Kriegen gewann, sandte er nach Rom, verwandte sie zu Bestechungen und half den Aedilen, Praetoren, Consuln und ihren Frauen, ihren Aufwand zu bestreiten und schuf sich so einen grossen Anhang“ Plutarch, Pompeius 51, übers. Von K. Ziegler, Bd. III, S. 215 f.

2 Gegen den Volkstribun durfte die Hand nicht erhoben werden. Keinem war es erlaubt, dem Amtsinhaber dieser Position in irgendeiner Weise Schaden zuzuführen. Er war in seiner Amtszeit absolut unantastbar, was von einigen auch für Schandtaten missbraucht wurde.

3 So unter anderem auch der wahrscheinlich grösste Redner der damaligen Zeit, CICERO, der von CLODIUS ins Exil geschickt wurde und damals als eine der wichtigsten Waffen gegen das Triumvirat gehandelt wurde. Nach seiner Rückberufung überlegte er sich sehr genau, gegen wen und gegen was er stimmte.

4 „Während dieser Zeit hoben die Gallischen Kriege CAESAR hoch empor und während er dem Anschein nach sehr weit von Rom entfernt war [...], wußte er dank seiner überlegenen Klugheit unvermerkt inmitten des Volkes und der bedeutensten Geschäfte POMPEIUS zu überspielen.“ Plutarch, Pompeius 51, übers. Von K. Ziegler, Bd. III, S. 215 f.

5 Nicht mit den heutigen Parteien zu vergleichen.

1 Bevor er den Rubicon überschritt und offiziell den Bürgerkrieg begann, stellte er seinen Soldaten frei, ob sie weiter mit ihm kämpfen wollten, oder ob sie als Kriegshelden in ihre Heimat zurückkehren wollten.

2 „Von seiner Kriegsmacht wie von einem lebendigen Körper rings umgeben, gebrauchte er sie nicht eigentlich gegen die Barbaren, als er sie in den Kämpfen gegen diese wie auf Jagden und Tierhetzen übte, abhärtete und zu einem furchtbarem, unwiderstehlichen Werkzeug umschuf.“ Plutarch, Pompeius 51, übers. Von K. Ziegler, Bd. III, S. 215 f.

3 15. März 44 vor unserer Zeitrechnung.

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Stärkung der Macht Caesars durch den Gallischen Krieg
Note
1
Autor
Jahr
2000
Seiten
16
Katalognummer
V103509
Dateigröße
370 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Ein muss für jeden Fan der römischen Geschichte!
Schlagworte
Caesar, Gallischer Krieg, Pompeius, Rubikon
Arbeit zitieren
Mathias Krätzer (Autor), 2000, Stärkung der Macht Caesars durch den Gallischen Krieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103509

Kommentare

  • Gast am 21.6.2003

    Meine Meinung.

    Diese Arbeit ist ein ZEICHEN der Misstände an unseren Schulen! Die Qualität war schlecht und die sprachliche Leistung war ebenso INDISKUTABEL! Ich wollte nur sagen:ES KOTZT MICH AN! Solche Leistungen werden in Zukunft von mir NICHT mehr akzeptiert!

  • Mathias Krätzer am 5.1.2004

    Re:.

    Ahja. Also induskutabel. So, dann zeige mir mal bitte auf, welche Stellen deiner Meinung nach so schlecht sind. Und wenn wir dann schon dabei sind, dann kannst du mir auch gleich mal aufzeigen, wo hier ein Lapsus drin verborgen zu sein scheint, der den Inhalt der Arbeit qualitativ beeinflusst.

    Dies hier ist eine geschichtliche Abhandlung und kein Gedicht. Wenn du was schönes und literarisch überaus anspruchvolles, dann musst du Gedichte von Schiller und Goethe lesen und keine geschichtliche Abhandlung!

    Du bist sicherlich auch einer dieser Spaßvögel, die genau diesen Kommentar unter einem Auszug aus dem BGB setzen würden!

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