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Lernstrategien auf dem Prüfstand

Eine Untersuchung zu den Potentialen und Grenzen von Lernstrategien zum fremdsprachlichen Wortschatzerwerb auf der Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse

Titel: Lernstrategien auf dem Prüfstand

Masterarbeit , 2021 , 82 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Psychologie - Intelligenz und Lernpsychologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit geht am Beispiel ausgewählter Lernstrategien zum fremdsprachlichen Wortschatzerwerb der Frage nach, ob diese kognitionswissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen. Der Begriff kognitionswissenschaftlich wird in der vorliegenden Arbeit – wenn aufgrund inhaltlicher Überschneidungen und Bezüge nicht weiter differenziert werden kann – zusammenfassend für folgende Forschungsrichtungen verwendet: Psychologie, Linguistik, Neurowissenschaften sowie deren Teildisziplinen Psycholinguistik, Kognitionspsychologie, Lernpsychologie, Neurolinguistik und angewandte Linguistik.

Darüber hinaus wird mit den Kognitionswissenschaften ebenfalls ein eigen-ständiger interdisziplinärer Wissenschaftszweig bezeichnet, der außerdem die Informatik, Anthropologie, Philosophie und Soziologie umfasst, hier aber nicht gemeint ist.
Im folgenden Kapitel erfolgt zunächst ein Aufriss zentraler fremdsprachendidaktischer Publikationen über Lernstrategien zum Wortschatzerwerb, der auch den aktuellen Forschungsstand berücksichtigt. Daraufhin wird im dritten Kapitel ein Überblick zu wesentlichen kognitiven Speicherungsmechanismen beim Wortschatzerwerb auf Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse gegeben.

Anschließend werden im vierten Kapitel konzeptuelle Grundlagen von Lernstrategien konkretisiert. Diese beinhalten in Kapitel 4.1. zunächst eine nähere Begriffsbestimmung. In Kapitel 4.2. wird darauffolgend anhand eines Vergleichs zweier Taxonomien von Lernstrategien ein Klassifikationsversuch unternommen. Aus den in Kapitel 3. dargelegten kognitionswissenschaftlichen Forschungserkenntnissen werden in Kapitel 4.3. speicherdienliche Kriterien für den Wortschatzerwerb abgeleitet. Diese werden in Form eines Kriterienkatalogs zur Überprüfung der Effizienz lexikalischer Lernstrategien zusammen-gestellt. Abschließend werden im fünften Kapitel drei Lernstrategien zum Wortschatzerwerb im Hinblick auf ihre Kompatibilität mit den Forschungserkenntnissen exemplarisch untersucht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fremdsprachendidaktischer Forschungsstand zu Lernstrategien für den fremdsprachlichen Wortschatzerwerb

3. Mentale Prozesse: Kognitionswissenschaftliche Grundlagen der Sprachverarbeitung sowie des Spracherwerbs

3.1. Die Funktionsweise der Hemisphären des menschlichen Gehirns

3.2. Das Gedächtnis: Die Fähigkeit der Informationsspeicherung

3.3. Kognitive Speichertheorien

3.3.1. Die Mehrspeichertheorie

3.3.2. Die Theorie der Verarbeitungstiefe

3.3.3. Die Theorie der dualen Kodierung

3.4. Das mentale Lexikon

3.4.1. Die Architektur und Funktionsweise des einsprachigen mentalen Lexikons

3.4.2. Das mehrsprachige mentale Lexikon

4. Lernstrategien zum fremdsprachlichen Wortschatzerwerb: Konzeptuelle Grundlagen

4.1. Begriffsbestimmung

4.2. Klassifikationsmöglichkeiten von kognitiven Lernstrategien zum fremdsprachlichen Wortschatzerwerb

4.3. Kriterienkatalog zur Überprüfung der Effizienz lexikalischer Lernstrategien auf der Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse

5. Eine Untersuchung ausgewählter Lernstrategien zum Wortschatzerwerb

5.1. Schlüsselwortmethode

5.2. Lernen mit Bewegung

5.3. Wörternetze

6. Fazit

7. Anhang

7.1. Anhang 1 Taxonomie Christiane Neveling

7.2. Anhang 2 Taxonomie Helga Haudeck

7.3. Anhang 3 Kriterienkatalog

7.4. Anhang 4 Kriterienkatalog Schlüsselwortmethode

7.5. Anhang 5 Kriterienkatalog Lernen mit Bewegung

7.6. Anhang 6 Kriterienkatalog Wörternetze

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht das Potenzial und die Grenzen spezifischer Lernstrategien beim fremdsprachlichen Wortschatzerwerb. Ziel ist es, durch die Analyse kognitionswissenschaftlicher Grundlagen der menschlichen Sprachverarbeitung zu eruieren, inwieweit etablierte Lernstrategien die kognitiven Lernprozesse effektiv unterstützen und fördern können.

  • Grundlagen der mentalen Sprachverarbeitung und Gedächtnismodelle
  • Struktur und Funktionsweise des mentalen Lexikons
  • Kritische Analyse und Klassifikation lexikalischer Lernstrategien
  • Entwicklung eines Kriterienkatalogs zur Wirksamkeitsprüfung
  • Exemplarische Überprüfung ausgewählter Lernstrategien (Schlüsselwortmethode, Lernen mit Bewegung, Wörternetze)

Auszug aus dem Buch

3.1. Die Funktionsweise der Hemisphären des menschlichen Gehirns

Ursprünglich gingen die Neurowissenschaften davon aus, dass die Sprachverarbeitung in einem bestimmten Bereich des menschlichen Gehirns stattfindet (vgl. Rolfing 2019: 39). Aktuelle Forschungsergebnisse legen nahe, dass diese Zuständigkeit nicht an ein einzelnes Hirnareal gebunden und eine eindeutige Verortung im Gehirn daher nicht möglich ist (vgl. ebd.). Unbestritten ist dagegen, dass die zwei Hälften, aus denen sich das Vorderhirn zusammensetzt, maßgeblich an der Sprach- und Informationsverarbeitung beteiligt sind.

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde außerdem die Ansicht vertreten, dass die beiden Gehirnhälften jeweils spezifische Funktionen ausführen und deren Mechanismen getrennt voneinander aktiv sind bzw. ablaufen. Insbesondere wurde bis dahin die Auffassung vertreten, dass ausschließlich die linke Hemisphäre für die Sprachfähigkeit zuständig ist (vgl. Müller 2013: 77). Unter anderem durch die Möglichkeiten neuerer neurowissenschaftlicher Methoden zur Identifizierung kognitiver Prozesse konnte mittlerweile jedoch gezeigt werden, dass stets beide Hemisphären an den mentalen Prozessen beteiligt und deren Aktivitäten vielmehr als Kontinuum zu verstehen sind (vgl. Rolfing 2019: 35; Stork 2003: 45).

Dennoch hat die Erkenntnis über eine gewisse Aufgabenteilung der beiden Hemisphären, die sogenannte Lateralisation, auch in Bezug auf die Sprachverarbeitung bis zum jetzigen Zeitpunkt weiter Bestand: die Sprachverarbeitung erfolgt im Gehirn des Erwachsenen überwiegend linkshemisphärisch (vgl. Müller 2013: 77). Die gängige Bezeichnung der linken Hemisphäre als die dominante Hemisphäre liegt darin begründet. Das dort lokalisierte Broca-Areal ist für die Sprachproduktion, das sogenannte Wernicke-Areal für die Sprachrezeption zuständig (vgl. ebd.). Allerdings haben beide Gehirnhälften essentielle Funktionen inne, die sich wechselseitig komplettieren (vgl. ebd.). Darüber hinaus ist die linke Hemisphäre für das logische und analytische Denken und die lineare Verarbeitung von Informationen verantwortlich. Während die rechte für die Aufnahme und Erinnerung visueller, taktiler und auditiver Informationen zuständig ist (vgl. Roche 2020: 61).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Wortschatzerwerbs als Basis der Kommunikation und identifiziert das Defizit bei der Umsetzung theoretischer Forschungserkenntnisse in die Schulpraxis als Ausgangslage.

2. Fremdsprachendidaktischer Forschungsstand zu Lernstrategien für den fremdsprachlichen Wortschatzerwerb: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über die Entwicklung der Wortschatzdidaktik seit den 1980er Jahren und die zunehmende Bedeutung individueller Lernstrategien.

3. Mentale Prozesse: Kognitionswissenschaftliche Grundlagen der Sprachverarbeitung sowie des Spracherwerbs: Hier werden die neurologischen und kognitiven Mechanismen, wie Gedächtnismodelle und das mentale Lexikon, als theoretische Basis für erfolgreiches Lernen analysiert.

4. Lernstrategien zum fremdsprachlichen Wortschatzerwerb: Konzeptuelle Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Lernstrategie, stellt existierende Taxonomien gegenüber und entwickelt einen Kriterienkatalog zur Bewertung.

5. Eine Untersuchung ausgewählter Lernstrategien zum Wortschatzerwerb: In diesem Hauptteil werden die Schlüsselwortmethode, das Lernen mit Bewegung und Wörternetze anhand des zuvor entwickelten Kriterienkatalogs kritisch auf ihre Effizienz geprüft.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert die Grenzen des Kriterienkatalogs und gibt Impulse für die zukünftige Forschung sowie die praktische Unterrichtsgestaltung.

Schlüsselwörter

Wortschatzerwerb, Lernstrategien, Kognitionswissenschaft, Mentales Lexikon, Gedächtnis, Mehrspeichertheorie, Verarbeitungstiefe, Schlüsselwortmethode, Wörternetze, Fremdsprachendidaktik, Kriterienkatalog, Sprachverarbeitung, Autonomie, Lateralisation, Wortschatzdidaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Masterarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Lernstrategien beim Erwerb von fremdsprachlichem Wortschatz auf Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse bewertet und optimiert werden können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die kognitive Psychologie des Spracherwerbs, die Architektur des mentalen Lexikons, verschiedene Taxonomien von Lernstrategien und die praktische Wirksamkeitsprüfung dieser Methoden.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Potenziale und Grenzen lexikalischer Lernstrategien aufzudecken und ein Instrumentarium (Kriterienkatalog) bereitzustellen, das Lehrkräften bei der Einschätzung der Lerneffizienz hilft.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine vergleichende Literaturanalyse durchgeführt sowie ein eigener Kriterienkatalog entwickelt, der anschließend auf drei ausgewählte Lernstrategien exemplarisch angewendet wird.

Was ist Gegenstand des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (mentale Prozesse) und die praktische Anwendung/Überprüfung der Strategien mittels des entwickelten Kriterienkatalogs.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wortschatzerwerb, kognitive Lernstrategien, mentales Lexikon, Gedächtnismodelle, Kriterienkatalog und Sprachdidaktik.

Warum ist das "mentale Lexikon" für den Wortschatzerwerb so entscheidend?

Weil es die Nahtstelle zwischen Sinneswahrnehmungen und Wissensrepräsentation bildet; die Struktur der neuronalen Vernetzung im Lexikon bestimmt maßgeblich, wie effektiv neues Vokabular gespeichert und abgerufen werden kann.

Was ergab die Analyse der "Wörternetze" im Vergleich zu anderen Methoden?

Obwohl Wörternetze das Prinzip der Vernetzung hervorragend abbilden, erfüllen sie in der untersuchten Reinform weniger Kriterien als erhofft, da sie andere wichtige Aspekte wie multisensorische oder affektive Einbindungen oft vernachlässigen.

Inwiefern kann der Kriterienkatalog in der Praxis helfen?

Er dient Lehrkräften als Testinstrument, um das vorhandene Strategieangebot im Unterricht kritisch zu hinterfragen und an die individuellen Bedürfnisse der Lernenden anzupassen.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Emotionen beim Lernen?

Die Arbeit betont, dass emotionale Verknüpfungen (affektive Netze) für eine tiefe Speicherung im Langzeitgedächtnis essenziell sind, weshalb Strategien, die diese Aspekte einbeziehen, eine höhere Wirksamkeit versprechen.

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Details

Titel
Lernstrategien auf dem Prüfstand
Untertitel
Eine Untersuchung zu den Potentialen und Grenzen von Lernstrategien zum fremdsprachlichen Wortschatzerwerb auf der Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse
Hochschule
Freie Universität Berlin
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
82
Katalognummer
V1035139
ISBN (eBook)
9783346443526
ISBN (Buch)
9783346443533
Sprache
Deutsch
Schlagworte
lernstrategien prüfstand eine untersuchung potentialen grenzen wortschatzerwerb basis erkenntnisse
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Lernstrategien auf dem Prüfstand, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035139
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Leseprobe aus  82  Seiten
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