Der Hitler-Putsch


Referat / Aufsatz (Schule), 2001
6 Seiten, Note: 13 Punkte

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Hitler-Putsch (8./9.11.1923)

Politischer Hintergrund:

Bayern hatte sich nach Kriegsende zu einer Enklave im deutschen Reich für reaktionäre Monarchisten und politische Opportunisten entwickelt. München wurde zur Hochburg der Rechtsradikalen; rechtsgerichtete Kreise, Verbände und Parteien breiteten sich immer mehr aus. (So hatte z.B. die NSDAP 1923 in Bayern 150.000 Mitglieder, davon allein 35.000 in München).

Die bayerische Landesregierung war verfassungs- und demokratiefeindlich und sah sich in ihrer konservativen Denkweise als „Ordnungsstelle“ gegenüber der marxistisch-sozialistischen Reichsregierung.

Hinzu kam noch die angespannte Lage im Reich aufgrund des Ruhrkampfes, auf den Bayern mit der Verhängung des Ausnahmezustandes reagierte, und die steigende Inflation (1 Dollar = 630 Milliarden Mark).

So hörte man in Bayern immer wieder die Forderung nach einer Loslösung des Freistaates vom deutschen Reich oder nach einem Aufzwingen der bayerischen Ordnung durch Waffengewalt oder einen Putsch. Diese aufgeheizte Stimmung machte sich Hitler zu Nutze.

Die Beteiligten:

Er versuchte, das sogenannte Triumvirat, bestehend aus Ø dem bayerischen Ministerpräsidenten Gustav Ritter von Kahr,

- dem Chef der Landespolizei Oberst Hans Ritter von Seißer - und dem Landeskommandanten der Reichswehr in Bayern Generalleutnant Otto von Lossow,

davon zu überzeugen, zusammen mit dem Kampfbund, einer Vereinigung von radikal völkischen Nationalisten, das gemeinsame Ziel zu verfolgen: Die nationale Revo- lution.

Die Vorstellungen über das „wo“ und „wie“ gingen jedoch weit auseinander: Hitler strebte eine deutsche Diktatur an, von Kahr wollte die bayerische Monarchie wiederherstellen.

Ein weiteres Problem war, dass sich die beiden „Partner“ gegenseitig misstrauten: Das Triumvirat konnte sich nicht sicher sein, ob Hitler nicht doch eigenmächtig handeln und so seine Ziele in Gefahr bringen würde und Hitler befürchtete, dass das Triumvirat wankelmütig werden könnte oder gar einen Putsch ohne ihn machen würde. Aus diesem Grund beschloss Hitler, das Triumvi- rat zu überrumpeln.

Der Putsch:

Als eine gute Gelegenheit dazu erschien ihm eine Ansprache von Ministerpräsident von Kahr am 08. November 1923 anlässlich des 5. Jahrestages der Revolution. Um 20:00 Uhr hatten sich alle prominenten Vertreter aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft und von der Königlich Bayerischen Armee sowie der Reichswehr im Bürgerbräukeller in München versammelt.

Um 20:30 Uhr drangen SA-Leute mit Maschinengewehr in den Saal ein und Hitler verschaffte sich mit einem Schuss in die Saaldecke Gehör. Er verkündete den Aus- bruch der nationalen Revolution und erklärte die Ab- setzung der bayerischen Regierung. Dann ließ er von Kahr, von Seißer und von Lossow in ein Nebenzimmer bringen, wo er versuchte sie mit Bitten und Drohungen auf seine Seite zu ziehen. Das Triumvirat stimmte schließlich zum Schein zu und erarbeitete gemeinsam mit Hitler und Ludendorff eine „Proklamation an das deutsche Volk“.

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In dieser Proklamation gab er die Absetzung der „Regie-

rung der Novemberverbrecher in Berlin“ und der bayerischen Landesregierung bekannt und eine „provisorische deutsche Nationalregierung“ bestehend aus Ludendorff, Hitler, von Lossow und von Seißer aus. Dann verließ Hitler den Bürgerbräukeller um die Vorgänge in der Stadt zu kontrollieren und ließ das Triumvirat unter der Aufsicht Ludendorffs zurück.

Um 22:40 Uhr ließ dieser die drei auf die Versprechung hin, nichts gegen den Putsch zu unternehmen, gehen. Er ahnte jedoch nicht, dass sie sich schon 4 Stunden später in einer öffentlichen Erklärung von ihnen lossagen und zusammen mit Landespolizei und Reichswehr gegen sie vorgehen würden.

Um 23:30 Uhr erfuhr die Regierung in Berlin vom Putsch in München. Daraufhin ernannte sie General von Seeckt mit sofortiger Wirkung zum Diktator um ein Niederschlagen des von Hitler geplanten „Marsches auf Berlin“ nach dem Vorbild von Mussolinis „Marsch auf Rom“ zu gewährleisten.

Am Morgen des 09. November 1923 hatte sich die Nachricht von der Distanzierung des Triumvirats vom Putsch in der ganzen Stadt verbreitet.

Da jedoch schon die Plakate mit der Proklamation auf- gehängt worden waren, machte sich bei der zuerst so be- geisterten Bevölkerung Unsicherheit breit. Als Hitler sich dieser veränderten Stimmung gegenüber sah, rief er zum sogenannten „Marsch auf die Feldherrnhalle“ auf, um so die Bevölkerung endgültig zur Revolution anzusta- cheln.

à Folie

Um 12:00 Uhr marschierte ein Zug aus ca. 3000 Mann, dem sich immer mehr Menschen anschlossen, Richtung Münchner Innenstadt. Hitler und Ludendorff wussten je- doch nicht, dass von Seißer mit der Landespolizei das gesamte Regierungsviertel abgeriegelt hatte. Um 12:45 Uhr trafen die Putschisten bei der Feld- herrnhalle auf die Polizei. Ein Schuss, dessen Herkunft nie geklärt werden konnte, tötete einen Polizisten, wor- aufhin beide Seiten das Feuer eröffneten. 14 Putschisten und 4 Polizisten kamen dabei ums Leben. Viele verletzte Putschisten, darunter auch Hitler, flüchteten. Ludendorff wurde an Ort und Stelle verhaftet, Hitler zwei Tage später im Haus eines Bekannten in Uffing am Staffelsee (ca. 40 km südlich von München).

Im Hochverratsprozess wurde Hitler zu 5 Jahren Fes-

tungshaft verurteilt, dem geringstmöglichen Urteil bei Hochverrat, und es wurde ihm eine frühzeitige Entlas- sung in Aussicht gestellt. Nach 9 Monaten wurde er aus der Festung Landberg am Lech entlassen. Hitlers Kon- sequenz:

Zitat: „ Wenn ich meine Tätigkeit wieder aufnehme, werde ich eine neue Politik einschlagen müssen. Statt die Macht durch Waffengewalt zu erringen, werden wir zum Ärger der Zentrumsleute und der Marxisten unsere Nase in den Reichstag stecken. Wenn es auch länger dauert, sie zuüberstimmen als sie zu erschießen, so wird uns schließ- lich ihre eigene Verfassung den Erfolg garantieren. Jeder legale Vorgang ist langsam ... früher oder später aber werden wir die Mehrheit haben - und damit Deutsch- land. “

6 von 6 Seiten

Details

Titel
Der Hitler-Putsch
Note
13 Punkte
Autor
Jahr
2001
Seiten
6
Katalognummer
V103514
Dateigröße
342 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hitler-Putsch
Arbeit zitieren
Regina Prestele (Autor), 2001, Der Hitler-Putsch, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103514

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