Kästner, Erich - Das fliegende Klassenzimmer - Filmanalyse


Hausarbeit, 2001
16 Seiten, Note: 2,0

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Gliederung

1.) Die Begründung für meine Themenwahl

2.) Der Autor: Erich Kästner

3.) Allgemeine Punkte zum Film

4.) Die Qualität des Filmes

5.) Inhaltsangabe

6.) Themenstruktur

7.) Die Botschaft des Films

8.) Die Analyse des Filmes
a) Gliederung des Filmes in Szenen
b) Charakterisierung der Filmszenen
1. Vorspann
2. Beschreibung des Handlungsortes
3. Charaktere werden vorgestellt
4. Theaterprobe in der Turnhalle
5. Nichtraucherwagon
6. Konflikt Tertianer - Realschüler
7. Bestrafung
8. Deutschstunde
9. Justus und der Nichtraucher
10. Eisbahn
11. Kneipe
12. Aufführung des Theaterstücks
13. Heimfahrt in die Ferien
14. Nachspann

9.) Die Rahmenhandlung im Film

10.) Die Wirkung des Films auf mich (im Jahre 1987)

11.) Die Wirkung des Films auf Schulkinder (im Jahre 2001)

Die Begründung für meine Themenwahl

Ich entschied mich, den Film von Erich Kästner: „Das fliegende Klassenzimmer“ zu analysieren, da ich den Film früher selber oft gesehen habe und dieser mir in verschiedenen Punkten immer sehr imponiert hat. In dem Film ist ein sehr großer Zusammenhalt von Kindern zu erkennen, die zusammen für alles kämpfen, was ihnen wichtig ist. Diese Eigenschaft ist heute nicht mehr in dem Ausmaße wiederzufinden.

Des weiteren ist Erich Kästner ein sehr bekannter Kinderbuchautor, der viele ausgezeichnete Kinderbücher mit großem Erfolg geschrieben hat und weltweit großen Anklang findet. Viele seiner Bücher wurden verfilmt, sogar in der heutigen Zeit wird auf seine Werke zurückgegriffen um aus deren Kernaussagen Kinofilme zu produzieren.

Das Buch „Das fliegende Klassenzimmer“ war für Erich Kästner das bedeutenste, welches er je geschrieben hat. Da ich schon immer großer Anhänger Erich Kästners war, lag mir daher nichts näher, mich etwas weiter mit der Thematik auseinanderzusetzen und den Film zu analysieren.

Der Autor: Erich Kästner

Der Dichter wurde 1899 in Dresden geboren. Schon seit frühester Kindheit war der junge Kästner eigentlich ein Außenseiter - einerseits aufstiegsorientierter Schüler, der aus dem kleinbürgerlichen Milieu heraus wollte, andererseits ein scharfer Kritiker der verlogenen Formen und Formeln der bürgerlichen Gesellschaft.

Diese Ambivalenz zieht sich auch durch sein Werk. Während er in seinen Lyrikbänden (Herz auf Taille, Lärm im Spiegel, Ein Mann gibt Auskunft und Gesang zwischen den Stühlen) mit Satire und Ironie die herrschenden Zustände, die verlogenen Gesellschaftsformen und die Torheit und Kurzsichtigkeit seiner erwachsenen Zeitgenossen attackiert, zeigt er in seinen Jugendbüchern (Das doppelte Lottchen, Emil und die Detektive, Pünktchen und Anton, das fliegende Klassenzimmer u.a.m.), wie man "Musterschüler" und "doller Bengel" gleichzeitig sein kann.

Als Motor seines Schaffens sieht er "die Hoffnung, dass die Menschen vielleicht doch ein wenig, ein ganz klein wenig besser" werden könnten, wenn man sie einerseits oft genug beschimpft, bittet, beleidigt und auslacht, wenn man ihnen andererseits positive Figuren als Identifikationsmodelle präsentiert, wie dies in seinen Kinderbüchern geschieht. Mit diesem Anliegen wird er letztlich zum Schulmeister und Moralisten, der einen Humanisierungsprozess der Gesellschaft in Gang setzen wollte. 1974 starb Kästner in München, ohne sein Ziel erreicht zu haben.

Allgemeine Punkte zum Film

Der Film wurde 1954 in Deutschland unter der Regie von Kurt Hoffmann gedreht. Das Drehbuch zu dem Film schrieb Erich Kästner selbst nach seinem Roman „Das fliegende Klassenzimmer“. Der Film wurde damals im schwarz/weiß Format aufgezeichnet und dauert 92 Minuten.

Die Qualität des Filmes

Die Aufnahme des Filmes wurde im schwarz/weiß Format aufgezeichnet. Die Qualität der Bilder ist, durch die Auflösung bedingt, nicht sehr hoch, aber dennoch kann man den Film einwandfrei erkennen. Der Ton, der den Film untermalt, ist hingegen teilweise recht unangenehm. Die Stimmen der Schüler sind nicht klar und manchmal ist sogar ein Rauschen heraus zu hören. Sicherlich ist das Alter des Films der Grund, warum so viele Mängel an der Aufnahme zu erkennen sind.

Inhaltsangabe

Der Roman „Das fliegende Klassenzimmer“ von Erich Kästner spielt in einer kleinen Stadt namens Kirchberg, welche, durch die winterliche Jahreszeit bedingt, völlig friedlich und eingeschneit daliegt. Der Film handelt von Gymnasiasten, Tertianern, und Realschülern, die sich überhaupt nicht ausstehen können. Die jungen Tertianer leben zusammen im Internat und sind die besten Freunde, die man sich vorstellen kann. Jeder Junge bringt sehr unterschiedliche Fertigkeiten, wie Mut, Fingerfertigkeit, Redegewandtheit und musisches Talent, mit in den Film ein.

Eines Tages nehmen die Realschüler einen Gymnasiasten, der die Diktathefte seiner Klasse dabei hat, gefangen. Die Tertianer mischen sich ein und versuchen, eine diplomatische Lösung zu erreichen. Nachdem die Verhandlungen erfolglos bleiben, kommt es zu einer Schneeballschlacht auf einem großen Platz.

Selbstverständlich kann das unerlaubte Verlassen des Schulgeländes nicht ohne Bestrafung bleiben, und so werden die Tertianer zu einer seltsamen Strafe, einen Abend bei Kaffee und Kuchen bei ihrem Hauslehrer Justus, verurteilt. Er erzählt eine Geschichte, wie ein Tertianer öfters das Schulgelände verlassen hat und sein Freund aufgepasst hat, dass keiner etwas davon merkt. Während der Lehrer diese Geschichte erzählt, erkennen die Tertianer, dass Justus von sich selber und dem „Nichtraucher“, einem Vertrauten der Tertianer, erzählt. Daraufhin führen Johnny und Martin den Hauslehrer zu dem Nichtraucher, welcher in einem alten Eisenbahnwagon wohnt. Die beiden alten Freunde freuen sich sehr, sich wiederzusehen.

An einem anderen Tag will der kleine Ulli, einer der Tertianer, endlich seine Tapferkeit unter Beweis stellen. Er bestellt alle Freunde um 15.00 Uhr zur Eisbahn, um dort mit Hilfe eines Regenschirmes einen tollkühnen Sprung von einem hohen Gerüst zu wagen. Er springt und bricht sich dabei ein Bein. Schnell eilt der „Nichtraucher“ herbei, der in seit einigen Jahren seine Tätigkeit als Arzt aufgegeben hat, um dem Verletzten zu helfen.

Als weiteren Höhepunkt in diesem Film ist die Aufführung des Theaterstücks „Das fliegende Klassenzimmer“, dass von Tertianer geschrieben wurde, zu nennen. Die Aufführung findet vor den Weihnachtsferien statt und ist ein großer Erfolg für die Schüler, die alle bis auf Martin anschließend in den Ferien nach Hause fahren. Als Justus bemerkt, dass Martin deswegen Kummer hat und nur wegen des Fahrtgeldes nicht heimfahren kann, gibt er es ihm und so können alle ein besinnliches Weihnachtsfest feiern.

Themenstruktur

In dem Film sind verschiedene Themenbereiche zu unterscheiden. Der Hauptaspekt beruht auf der Thematik der Freundschaft. Die Schüler geben einander ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und streben danach, ihre Ziele zu verwirklichen, wie zum Beispiel die Aufführung ihres selbst geschriebenen Theaterstücks. Der Aspekt der Freundschaft tritt aber nicht nur unter den Schülern auf, sondern ist auch bei ihrem Hauslehrer zu entdecken, der seinen ehemaligen Schulkameraden nach Jahren durch die Hilfe seiner Schüler wiedertrifft.

Auch das Thema Feindschaft findet zentrale Stellung in der Handlung dieser Geschichte. Denn der permanente „Krieg“ zwischen den Tertianern und den Realschülern darf nicht außer Acht gelassen werden. Die Problematik der Feindschaft wird den Zuschauer bewusst, als die Realschüler einen Tertianer gefangen nehmen, fesseln und ihm sogar stündlich 6 Ohrfeigen verpassen. Folge dessen eskaliert die Situation und es entsteht ein Bandenkrieg in Form einer Schneeballschlacht.

Die Angst, ein weiterer Themenbereich, wird von dem kleinen Ulli verkörpert: Er stellt sich selbst den ganzen Film über als Feigling dar. Durch einen Impuls seines Freundes Matz ist er gewillt, seiner Angst ein Ende zu bereiten, welches darin endet, dass er sich durch einen Sprung von einem hohen Gerüst ein Bein bricht.

Die Botschaft des Films

Die zentrale Botschaft des Filmes ist, dass es nichts wichtigeres im zwischenmenschlichen Leben geben kann, als die Freundschaft. Freundschaft tritt hier in verschiedenen Dimensionen auf und ist kontinuierlichen durch den ganzen Film zu erkennen. Johnny erzählt Martin, dass er seine wahren Eltern nicht kennt und darunter sehr leidet. Diesen Schmerz möchte er mit seinem besten Freund teilen. Der „Nichtraucher“ trifft seinen ehemals besten Schulfreund Justus wieder, und zusammen lassen sie die alten Zeiten wieder aufleben.

Der Gefangene wird von den Tertianern aus dem Kellerloch befreit. Die Kinder, die über die Ferien nicht nach Hause fahren konnten oder vor Ort wohnen, leisten Krankenpflege bei Ulli.

Die Analyse des Filmes

a) Gliederung des Filmes in Szenen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

b) Charakterisierung der Filmszenen

1. Vorspann

Zu Beginn als Einstimmung läuft eine schnelle, spritzige Musik, die den Vorspann untermalt und den Zuschauer auf den Film vorbereiten soll.

Der Autor des Buches zu dem Film, Erich Kästner, ist zu Beginn des Films persönlich zu sehen. Er erzählt eine kurze Einleitung zu dem Film, die sich über ungefähr fünf Minuten erstreckt. Während seiner Erzählung im Sommer bei 39°C leitet er kurioser Weise eine Geschichte, die im Winter spielen wird, ein. Seine ruhige gleichmäßig klingende Stimme lässt den Zuhörer sachte in eine andere Welt in Kirchberg hinübergleiten. Die Bilder, die zu Beginn des Films die Einleitung ins Geschehen von Erich Kästner untermalen, sind naturnah gewählt. Diese Szenenwechsel erfolgen allerdings nicht abrupt, sondern sie gehen leicht in einander über.

2. Beschreibung des Handlungsortes

Erich Kästner stellt den Zuschauern den Handlungsort dieser Weihnachtsgeschichte vor. Er zeigt die Stadt in seiner hochsommerlichen Vielfalt und deren Schauplätze, auf denen die Geschichte spielt.

Das Internat wird als etwas besonderes dargestellt. Mit vielen Richtlinien und Aufgaben leben dort die jungen Internatsschüler zusammen und müssen miteinander zurecht kommen. Es gibt Geheimwege, wenn man die Sperrzeit überschritten hat und sonstige Kleinigkeiten, die das Internatsleben für die Tertianer interessant machen.

Kameratechnisch sind die ganzen Szenen der Stadt und des Internats aus der Vogelperspektive gefilmt. Noch wird dem Zuschauer eine Art Distanz vermittelt, die ihn vor dem Eintauchen in die Handlung fernhält. Die gedrehten Aufnahmen vermitteln keine Nähe, meist werden Großaufnahmen von Plätzen gezeigt und auch das Internat erscheint dem Zuschauer zunächst als eine kleine Festung auf einem Berg über der Stadt.

Der Übergang vom Hochsommer in die winterliche Zeit und zur eigentlichen Geschichte wird mit Hilfe eines Kirschbaumes dargestellt. Zu Beginn der Szene ist er noch mit sommerlichen Blüten geschmückt, welche dann mit Hilfe des Zeitrafferformats verblühen. Schließlich fallen die Blätter ab und kurz darauf rieselt Schnee auf den Baum hinunter.

3. Charaktere werden vorgestellt

Im winterlichen Kirchberg stellt Kästner nun die kurz die wichtigsten Charaktere des Filmes dar. Zuerst ist eine knappe Beschreibung über das Kind zu hören, welches zu sehen ist, dann folgt ein Dialog des Kindes oder eine auffällige Aktion seinerseits, die allerdings nicht gestellt, sondern aus dem täglichen Leben aufgegriffen ist. Durch diese Einführung versteht der Zuschauer gleich, sich mit den Charakteren zu identifizieren und erkennt die Rolle, die das jeweilige Kind im Film übernimmt. Mit „Rolle“ ist sind die Verhaltensweisen Charakterzüge, wie Schüchternheit, Mut, Tapferkeit, Cleverness und Taktgefühl gemeint.

Durch den ganzen Film ist Erich Kästners Stimme zu erkennen, die als Erzähler weiterhin die Szenen untereinander verknüpft. In einer Szene, in der der kleine Ulli und der kräftige Matthias, genannt Matz, zusammen in der Konditorei sitzen, wird dem Zuschauer sofort deutlich, dass Matz nicht der hellste im Kopf ist, jedoch für sein Leben gerne isst und dass er viel Mut in sich trägt. Hingegen wird Ulli als ruhig, zurückhaltend, aber pflichtbewusst beschrieben.

In einem Frisörsalon möchten die Schüler eine Perücke für ihr Theaterstück ausleihen. Währenddessen taucht ein weiterer Junge auf. Er stellt sich selbst als Sohn des Deutschlehrers vor. In einer melancholischen Szene, weiht Johnny seinen Freund Martin in sein größtes Geheimnis ein: Der Kapitän ist nicht sein leiblicher Vater. Danach wird eine Rückblende eingeleitet, um Johnnys Erzählung zu verbildlichen. Da diese Geschichte nun von Johnny erzählt wird, kommentiert er auch die Bilder, die der Zuschauer sieht.

Technisch wurde die Rückblende durch ein milchiges Objektiv gefilmt, welches sich langsam aufklärt und seine Geschichte dramatischer zeigt. Um den Effekt der Rückblende beizubehalten, sind die Ecken des Bildes weiterhin weißlich und dadurch wird dem Zuschauer der Zustand der Rückblende bewusst.

Durch Johnnys Erzählweise wird die Dramatik, die er damit verbindet, etwas geschürt. Die zu sehenden Bilder drücken eine gewisse Traurigkeit über einen dreijährigen Jungen aus, der ganz verlassen am Hamburger Hafen steht. Bei dieser Erzählung wird dem Zuschauer bewusst, dass heranwachsende Jungen tief sitzende Probleme haben, die nicht mit einem Stück Schokolade aus der Welt geschaffen sind.

Eine Geographiestunde zeigt danach erstmals ein wenig über das Schulleben, welches wir uns in Wirklichkeit nicht so vorstellen. Der Lehrer Johannes Bökh, genannt Justus, betritt den Klassenraum und findet eine absolut ruhige Klasse voller unreifer Tertianer vor sich, die ihm ein Modell der Alpen als Geschenk gebastelt haben. Die Schüler sind begeistert von ihrem Lehrer und engagieren sich den gesamten Unterricht in Form von Mitarbeit. Der Musiker der Klasse, genannt Beethoven, ist nicht unter ihnen und deshalb wird ein Schüler geschickt, um ihn zu holen. Justus hält trotz seiner unentschuldigten Abwesenheit mit jedem Kommentar zurück. Er ist einer der wenigen Erwachsenen mit denen sich die Schüler auch privat verstehen und dem sie ihre Probleme erzählen.

Die Kameraführung ist einfach gehalten. Ohne Standortortwechsel schwenkt der Kameramann in der fünfminütigen Szene zwischen den Handelnden hin und her und nutzt die Zoomtechnik, um die Szene etwas abwechselungsreich zu halten.

Die Einführung der Charaktere dauert bis einschließlich der Szene im Schlafsaal, in der dem starken Matz ein übler Streich mit einer wassergefüllten Bettpfanne gespielt wird. Nun sind die Zuschauer mit den wesentlichen Charakteren bekannt. Sie kennen den kleinen schmächtigen Ulli, den starken, aber geistig etwas beschränkten Matz, den Autor des aufzuführenden Weihnachtsstückes „Das fliegende Klassenzimmer“ Johnny, Martin, als einen cleveren Jungen und guten Zuhörer, Kreuzkamp, den Sohn des Deutschlehrers und Justus, den Vertrauens- und Geographielehrer.

4. Theaterprobe in der Turnhalle

Als Überleitung in die Szene, in der die Tertianer für ihr Theaterstück proben wollen, schweift die Kamera für einen kurzen Augenblick über das verschneite Kirchberg mit dem Abschlussbild des Internates, um dem Zuschauer zu verdeutlichen, dass nun ein neuer Abschnitt beginnt.

In dieser Szene wird ein Konflikt zwischen den jüngeren und ältern Schülern bewusst. Obwohl die Tertianer nun offiziell die Turnhalle für ihre Zwecke nutzen dürfen, weigern sich die Oberprimaner zunächst, die Halle freizugeben. Doch Martin schafft es mit ein wenig diplomatischem Druck die Älteren zu verscheuchen.

Oft werden in Filmen bei dramatischen Szenen viele schnelle Kamerawechsel eingesetzt, um zusätzlich Spannung zu erzeugen. Hier wird darauf verzichtet: In nur vier Kamerapositionen wird die Szenerie in der Turnhalle festgehalten, wobei es aber keine ständigen Kamerawechsel gibt.

5. Nichtraucherwagon

Optisch steht ein alter Eisenbahnwagon etwas abgelegen von Kirchberg auf einer kleinen Lichtung im Wald. Der Wagon ist durch das Nichtrauchersymbol gekennzeichnet und trägt daher seinen Namen. Der Nichtraucherwagon dient den Tertianern als Ruhepol und Beratungsstelle.

Der Bewohner des Wagons ist ein netter Mann, der sich von seinem vorherigen Leben verabschiedet hat und nun die Einsamkeit genießt. Bei den Schülern ist er allgemein als „Nichtraucher“ bekannt, sein eigentlicher Name fällt in dieser Szene nicht, und so wirkt er den Zuschauern gegenüber als eine Person, die ihre Distanz zum Geschehen wahren möchte.

Zu Beginn der ersten Kameraeinstellung wird der Wagon circa eine Minute von außen gezeigt, während zwei Jungen, Matz und Ulli, ein ausführliches Gespräch über Mut führen. Als Zuschauer ist man sich bei dieser Szene nicht sicher, worauf man achten soll: Einerseits erscheint der Wagon sehr wichtig, da er fast von allen Seiten genau gezeigt wird, andererseits muss sich der Zuschauer auch auf dieses Gespräch der beiden Tertianer konzentrieren.

6. Konflikt Tertianer - Realschüler

Die Gymnasiasten haben Probleme mit den Realschülern. Doch diesmal haben sie den Bogen überspannt und den Sohn des Deutschlehrers samt den Diktatheften gefangen genommen. Martin versucht auf diplomatischem Wege die Situation wieder ins Lot zu bringen, jedoch ohne Erfolg. So kommt es zu einem Zweikampf eines Realschülers und des Tertianers Matz, den Matz klar gewinnt. Doch die Realschüler weigern sich, Kreuzkamp mit den Diktaten herauszugeben und so machen sich drei Tertianer auf den Weg, den Jungen zu befreien.

Währenddessen setzt der Rest der Tertianer und Realschüler auf dem Schlachtfeld eine große Schneeballschlacht in Gang. Dieser Kampf der Schüler wird mit der tosenden und aufbrausenden Musik des Anfangs untermalt und lässt das Bild der Schlacht wie einen erbosten und hitzigen Kleinkrieg wirken. Die Musik ist bei dieser Schlacht das einzige Medium, was verwendet wird, um der Geschichte Tempo zu verleihen. Kamerawechsel sind nur recht spärlich zu erkennen. Meist werden per Zoomtechnik die interessanten Momente eingefangen.

In dieser Szene kommen die Charaktereigenschaften der Tertianer, so wie sie dem Zuschauer zu Beginn des Filmes präsentiert wurden, besonders gut zum Vorschein. Martin versucht, sich mit Hilfe seiner guten diplomatischen Fähigkeiten für seinen Freund Kreuzkamp einzusetzen und ihn mit den Diktatheften zu befreien. Matz stellt seinen Mut und seine Kraft im Zweikampf unter Beweis und versucht so ebenso Kreuzkamp zu retten. Ulli hingegen ist schüchtern bei der Schneeballschlacht und zieht sich aus Angst zurück.

7. Bestrafung

Für ihr unerlaubtes Verlassen des Schulgeländes werden die Tertianer dem Hauslehrer Justus vorgeführt um ihr Verhalten zu erklären. Justus billigt ihr Verhalten, ist aber entsetzt darüber, dass seine Schüler kein Vertrauen zu ihm haben, und ihm die Situation nicht erklärt haben. Die Jungen rechtfertigen sich damit, dass Justus nur Probleme erhalten hätte, wenn er sie hätte gehen lassen. Jedoch kann Justus die Hausordnung nicht ändern und erteilt ihnen eine Stunde Arrest auf seinem Zimmer bei Kaffee und Kuchen nach dem Abendbrot.

Als eigentliche Strafe müssen sich die Jungen eine Geschichte von einem Tertianer anhören, der in einer extremen Situation ähnlich wie die Schüler gehandelt hat. Die Tertianer erkennen, dass Justus über sich selbst erzählt und dass der Freund, den er in der Geschichte erwähnt, wohl möglich ihr Freund, der „Nichtraucher“ sein könnte. Weiterhin hat Justus Erzählung keine Konsequenzen für die Jungen und sie gehen zu Bett.

Zu Beginn dieser Szene merkt man, wie bedrückt Justus wirkt, als er erfährt, dass seine Schüler hinter seinem Rücken etwas auf eigene Faust unternehmen. Er spricht die Frage: „Habt ihr kein Vertrauen zu mir?“ sehr niedergeschmettert aus und schaut dabei melancholisch aus seinem Turmfenster.

Diese ganze Einstellung wurde mit zwei Kamerawechseln (Schüler - Justus - Schüler) gedreht. Es ist ein sehr ruhiges und ernstes Bild, dass dem Zuschauer vermittelt wird, welches durch die wenigen Kamerawechsel und die nicht vorhandene Musik bzw. Untermalung deutlich wird.

Die anschließende Szene, in der Justus seine Geschichte erzählt, wirkt vom Aufbau recht ähnlich. Die Schüler sind auf einen Punkt im Raum konzentriert (hier: Tisch; vorher: in einer Gruppe stehend), Justus gehend und stehend, meist vor dem Fenster. Für Justus scheint es wie eine Aufarbeitung seiner Jugendzeit und Erinnerung an einen sehr guten Freund. Die Schüler verhalten sich passiv und werden in der gesamten Abendszene nur recht kurz gezeigt, Justus übernimmt den Hauptteil.

Man bekommt zum ersten mal Hintergrundinformationen über Justus. Er offenbart den Jungen einen schmerzlichen Teil seiner Persönlichkeit und untermalt damit die enge Beziehung, die zwischen ihm und dem „Nichtraucher“ besteht. Er möchte die Tertianer durch seine Worte, ohne anschließende Frage oder Bezug zu ihnen, zum Nachdenken über ihr Verhalten bewegen. Er appelliert an ihre Moral und versucht gleichzeitig, Verständnis in seine Erzählung zu bringen, welches hervorragend gelungen ist.

In dieser Szene wird auch auf Musik oder Hintergrundtöne verzichtet. Die Szene soll für sich selbst sprechen.

8. Deutschstunde

Als Professor Kreuzkamp die Klasse betritt, teilt Martin ihm mit, dass die Diktathefte auf dem gestrigen Heimweg verbrannt wurden. Auf dem Pult liegt die Asche der verbrannten Hefte als Beweis für die Tat. Der Professor erkundigt sich, wer die Hefte mitnahm und wie es dazu kam, dass sie verbrannt wurden.

Merkwürdig und für den Zuschauer lustig und verwirrend zugleich ist, dass der Professor seinen eigenen Sohn, dem er die Hefte mitgab, nicht als Sohn anspricht, sondern als Schüler behandelt. Er hält eine kleine Moralpredigt und meint zum Abschluss, dass er wohl mal mit seinem Vater reden müsste. Diesmal ist genau die umgekehrte Situation im Vergleich zu Beginn des Filmes in dem Frisörsalon eingetreten, in der der Professor gesagt haben soll, dass er wohl mal mit seinem Deutschlehrer reden müsste. Die Schüler haben sich noch einen weiteren Scherz erlaubt, indem sie den kleinen Ulli in einem Papierkorb an der Decke des Klassenzimmers aufgehangen haben. Als der Professor dies entdeckt, scheit er sichtlich verärgert, doch er weiß sich zu helfen. Er lässt die Jungen ein sehr schwieriges Diktat schreiben, so dass den Tertianern nach 30 Minuten die Köpfe rauchten.

Technisch ist dieses Diktat sehr interessant umgesetzt worden: Zu Beginn diktiert Professor Kreuzkamp, bis seine Stimme nach wenigen Sekunden ausgeblendet wird. Dann ertönt Erich Kästners Stimme, der den Horror, welcher sich den Kinderköpfen abspielt, beschreibt. Auch seine Stimme wird kurz daraufhin ausgeblendet und es tritt eine Musik ein, die die schwierige Situation der Schüler beschreibt.

Kameratechnisch ist ein ständiger Wechsel zwischen Schüler und Lehrer zu sehen. Die Bilder gleiten in einander über und man hat das Gefühl, dass man Momentaufnahmen zu Gesicht bekommt, die aber trotzdem als Film wirken. Am Ende der Stunde werden die Hefte eingesammelt und Kreuzkamp geht hinaus ohne sich zu verabschieden.

Den Abschluss der Szene im Klassenraum leitet der kleine Ulli ein, der sich vor die Klasse stellt und diese bittet, um drei Uhr zur Eisbahn zu kommen.

9. Justus und der Nichtraucher

Martin und Johnny unternehmen mit Justus einen Spaziergang zum Nichtraucherwagon. Sie lassen Justus allerdings im Unklaren darüber, da die zwei sich nicht hundertprozentig sicher sind, ob der Nichtraucher wirklich der Mann ist, den Justus in seiner kleinen Geschichte erwähnt hat. Die drei führen ein kurzes Gespräch, in dem die Jungen erfahren, dass Justus ehemaliger Freund Arzt war. An ihren Gesichtern ist zu erkennen, dass sie ein richtiges Gefühl hatten, ihn zum Wagon zu führen.

Durch unwegsames Gelände näher sie sich dem Wagon. Martin klopft und der Nichtraucher tritt hinaus. Er sieht sprachlos in das Gesicht von Justus. Beiden Männern steht Verwunderung und Freunde im Gesicht geschrieben und einigen Sekunden fallen sie sich herzlich in die Arme. Martin und Johnny gehen.

Die Szene unmittelbar vor dem Nichtraucherwagon läuft fast ohne Worte ab. Der Ausdruck auf den Gesichtern benötigt keine Worte und so dient die Mimik als Impulsmittel, die Situation für den Zuschauer deuten zu können. Im Hintergrund ist ganz zarte ruhige Musik zu hören, die dem Ambiente zusätzlich eine warme Note gibt.

10. Eisbahn

Die Überleitung zur Eisbahnszene erfolgt durch Martin und Johnny, die sich gerade vom Nichtraucherwagon entfernen. Sie stellen fest, dass es bereits drei Uhr ist und dass Ulli sie zur Eisbahn gebeten hat. Als die zwei an der Eisbahn ankommen ist es schon fast zu spät. Auf der Eisbahn stehen viele Kinder, die zu Ulli mit dem geöffneten Regenschirm auf dem Gerüst hinauf blicken. Keine warnenden Rufe halten Ulli davon ab hinunter zu springen. Doch er tut es und bricht sich das Bein. Rasch wird der Nichtraucher zu Hilfe geholt, der sich um das verletzte Bein kümmert.

Das Hauptaugenmerk liegt auf Ullis Sprung. Als er oben steht und hinunter blickt lässt der Kameramann das Bild verwischen und kurz unscharf erscheinen, um das Gefühl der Unsicherheit und der Angst aufkommen zu lassen. Während er dort oben steht herrscht vollkommene Stille. Dann wird der Sprung gezeigt: Es ertönt eine schnelle, laute und dramatische Musik als seine Freunde herannahen, um ihn zu helfen. Als sie unmittelbar vor ihm knien, wird die Musik ruhig und melancholisch, und das bedrückte Gesicht von Matz erscheint, der sich selbst Schuld an dem Unglück zuschreibt. Der Rest der Szene läuft recht sachlich ab.

11. Kneipe

Die Überleitung zu dieser Szene beginnt im Schafsaal, als Justus den Jungen eine gute Nacht wünscht und sie über Ullis Zustand informiert. Er kündigt an, dass er heute einen Abend auswärts verbringen möchte und ermahnt sie, artig zu sein.

Die Einleitung zu dem Geschehen in der Kneipe beginnt mit der Einstellung auf einer Zitter, die den Abend des Nichtrauchers mit Justus untermalt. Dann schwenkt die Kamera langsam durch die Kneipe, bis sie die beiden im Bild hat und sie über ihre alten Zeiten reden. Den Abschluss der Kneipenszene bildet wieder das Bild der Zitter ein, die dann langsam verklingt. Der Heimweg der nicht mehr ganz nüchternen Freunde wirkt auf den Zuschauer, als ob nun der Alltag bei den beiden wieder eingekehrt ist und dass sich solche Abende gewiss wiederholen werden.

12. Aufführung des Theaterstücks

Die Aufführung des Weihnachtsstückes der Tertianer wird durch einen Tannenbaum und das Orchester der Schule eingeleitet. Das Stück ist in fünf Bildern geschrieben worden (1. In der Schule; 2. Auf dem Vesuv; 3. In Ägypten; 4. Am Nordpol; 5. Bei Petrus). Das erste Bild wird dem Zuschauer ganz gezeigt, zwischendurch schwenkt die Kamera immer wieder zu dem Publikum, insbesondere zu Justus, um ihre Reaktion einzufangen. Die nächsten drei Bilder werden nur in Ansätzen und mit ihren Höhepunkten gezeigt, die vom Erzähler Erich Kästner kommentiert werden. Das letzte Bild sieht der Zuschauer wieder ohne Kommentar mit der Überleitung des Liedes „ O Tannenbaum “ zur eigentlichen Weihnachtsfeier.

Das Publikum ist begeistert von dem Werk, dass die Schüler ohne fremde Hilfe, geschrieben und komponiert haben, welches deutlich auf ihren Gesichtern zu erkennen ist.

13. Heimfahrt in die Ferien:

Es herrscht frohe Aufbruchsstimmung am Bahnhof von Kirchberg. Die Schüler steigen ein und winken mit weißen Taschentüchern den Schülern, die in Kirchberg wohnen und nicht wegfahren. Doch Johnny macht sich Sorgen um Martin, da er ihm den ganzen Tag ausgewichen ist und sagte, dass er mit einem späteren Zug fahren würde. Johnny geht zu Justus und bittet ihn, mit Martin zu reden. Das Bild, welches Justus bietet, als er Johnny in der Turnhalle findet ist sehr traurig.

Martin steht alleine in dem großen Raum und klimpert zaghaft das Lied „O Tannenbaum“, so dass der Zuschauer ein Gefühl von Mitleid für ihn empfindet. Justus tröstet ihn, und als er erfährt, dass es sich um das Fahrtgeld handelt, bricht die Szene ab. Die Kamera blendet um und zeigt ein Weihnachtsgeschenk, welches Martin seinen Eltern per Post geschickt hat, als er erfuhr, dass er über Weihnachten im Internat bleiben muss. Sein Vater steht melancholisch am Fenster und ist sehr traurig darüber, dass er es finanziell nicht ermöglichen konnte seinen Sohn nach Hause zu holen.

Doch plötzlich klingelt es an der Tür. Ein Tusch und herzliche Musik ertönen, als Martin in die Wohnung tritt. Sofort wird dem Zuschauer bewusst, dass Justus ihm das Geld für die Fahrt gegeben hat und seiner Familie ein schönes Weihnachtsfest zu ermöglichen.

In dieser Szene wird wieder Justus Einsatz für seine Schüler verdeutlicht. Er übernimmt eine Art Vaterrolle, ohne sich in diese hineinzudrängen. Er handelt für den Zuschauer zwar intuitiv, es ist aber erkennbar, dass er die Jungen als seine eigene Familie ansieht, und ihnen das Gefühl von Vertrauen geben möchte. Parallelen sind auch zu seiner eigenen Kindheit zu erkennen, als er im selben Alter wie die Tertianer war: Als seine Mutter damals schwer krank war, wurde es ihm nicht erlaubt sie täglich länger als die Besuchszeit zu sehen. Er wollte Johnny einen ähnlichen Kummer ersparen, nämlich seine Familie an besonderen Tagen im Jahr nicht zu sehen, und so gab Justus ihm eine Möglichkeit, die er früher nicht bekommen hat.

Kurz bevor am Abend die Feierlichkeiten in seinem Zimmer beginnen, steht Justus melancholisch am Fenster und schaut den rieselnden Schneeflocken zu, die vom Himmel fallen. Der Zuschauer merkt, dass er sich nochmals für einen kurzen Augenblick in die Vergangenheit flüchtet.

14. Nachspann

Das eingeschneite Internat erscheint auf einmal wieder im hochsommerlichen Glanz. Es wird ein Eiscafé gezeigt, in dem Erich Kästner sitzt und Zeitung liest. Kurz darauf erscheinen Johnny und sein Adoptivvater, der Kapitän, die sich zu Erich Kästner an den Tisch setzen. Aus Neugier fragt Erich Kästner Johnny sehr explizit über das Internatsleben aus. Er erkundigt sich, ob es bei Martin besser läuft, ob Ulli wieder gesund ist, wie es dem neuen Schularzt geht und nach Matz Appetit. Johnny beantwortet die Fragen offen und macht sich Gedanken darüber, woher der fremde Mann so viel über ihn und seine Freunde weiß. Er fragt ihn, erhält aber keine Antwort.

Johnny soll seine Freunde und alle anderen herzlich von einem guten Freund grüßen. Mit diesen Worten geht er von dem letzten Schauplatz ruhig davon. Daraufhin folgt ein kurzes Gespräch mit dem Kapitän, der auch stutzig bei der Nachfrage des Fremden geworden ist, ob Johnny den Mann wirklich nicht kenne.

Im Hintergrund bittet ein Mann Erich Kästner, ein Buch zu signieren. Und so wird jedem Zuschauer bewusst, falls er es noch nicht gewusst hat, dass der Erzähler, der den Vor- und Nachspann eingeleitet hat, auch der Autor dieses Buches sein muss.

Die Rahmenhandlung im Film

Der Film „Das fliegende Klassenzimmer“ ist eine Rahmenerzählung. Dies erkennt man daran, dass es zwei gravierende Zeitsprünge gibt. Einmal vom Hochsommer zurück in den letzten Winter und nach der eigentlichen Geschichte geht das winterliche Bild wieder in das des Hochsommers über. Es ist so, als ob man einen Einblick in Erich Kästners Gedanken bekommen hat, so wie er sich diese Geschichte vorstellt. Am Anfang sitzt Kästner auf der Wiese und nimmt den Zuschauer mit auf eine winterliche Reise. Kurze, knappe Kommentare seinerseits sind wichtige Strukturelemente, die den ganzen Film auftreten. Seine angenehme Erzählstimme nimmt man wahr und sieht kurzzeitig ein Bild des Mannes, der auf der Wiese sitzt und seine Geschichte erzählt. Durch seine konstante Anwesenheit im Film ist man am Ende auch nicht verwundert darüber, dass Kästner auch im Nachspann auftritt. So, wie er den Film ruhig und idyllisch eingeleitet hat, lässt er ihn auch ganz langsam ausklingen, in dem man ihn ganz langsam weggehen sieht. Die Szene ist aus dem Eiscafé gefilmt, wo man ihn in der Ferne verschwinden sieht.

Durch die Signation des Buches wird der Autor und Erzähler nochmals geehrt, einerseits als Erzähler und Schauspieler, andererseits als Autor dieses Buches.

Die Wirkung des Films auf mich (im Jahre 1987)

Als ich damals mit meinen Bruder im Grundschulalter den Film „Das fliegende Klassenzimmer“ in der Version von 1954 angesehen habe, war ich sehr fasziniert von dem Film. Meine Augen wandten sich nicht von der Mattscheibe ab und ich war fasziniert von diesem Film. Die Schneeballschlacht, der Nichtraucherwagon, das Internat und die Schüler fand ich eine spannende Kombination. Der Film wirkte auf mich beruhigend aber auch ermutigend. Ich hatte nach dem Film das Gefühl, mit meinen Freunden auch so eine ehrliche und intensive Freundschaft führen zu wollen, wie ich sie in dem Film wahrgenommen habe. Der Film verging für mich wie im Fluge, was auch ein Indiz dafür ist, dass mich die Thematik gepackt hat und ich für 92 Minuten in eine andere Welt hinüber geglitten bin.

Die Tatsache, dass der Film im schwarz/weiß Modus gedreht worden ist, hat mich damals nicht gestört, denn es gab immer schwarz/weiß Fernsehen. So war es für mich keine große Umstellung. Die Qualität eines Filmes wirkte für mich nur minimal schlechter.

Die Wirkung des Films auf Schulkinder (im Jahre 2001)

Als ich mein achtjähriges Patenkind Max zu mir einlud, um diesen Film zu schauen, kam er mit großer Begeisterung zu mir. Der Film begann und das erste, was er mit enttäuschtem Gesicht sagte, war, dass der Film ja nur in schwarz/weiß ist. Im heutigen Zeitalter sind die Kinder es nicht mehr gewohnt, einen Film oder eine Serie im Zweifarbenmodus anzusehen. Es kam eine Reaktion, die ich im Vorfeld schon erwartet hatte: Nach seiner Feststellung folgte gleich die Frage: „Gibt es den denn nicht auch in Farbe?“ Diese Frage zeigt eindeutlich, dass Kinder nicht von dem Standard, dem Farbfernsehen, abweichen wollen, da sie daran gewöhnt sind.

Der Film begann und Max saß ganz ruhig vor dem Fernseher ohne Bewegung oder Reaktionen. Ab und zu wich er ab und schaute kurz durch das Zimmer, aber weitestgehend konzentrierte er sich auf die Handlung. In spannenden Momenten, wie zum Beispiel bei den Szenen mit der Schneeballschlacht oder Ullis Sprung vom Gerüst, schaute er ganz gebannt auf den Fernseher. Bei anderen wie zum Beispiel der Szene in der Kneipe wirkte sein Blick ein wenig desinteressiert.

Nach dem Film stellte ich ihm einige Fragen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Fazit:

Man merkt, dass Kinder in der heutigen Zeit viel schwieriger einen Zugang zu alten, klassischen Filmen finden als Kinder beispielsweise in meiner Zeit. Für Max war es schwieriger, sich in die Thematik des Films hineinzuversetzen, als für mich damals. Der Film ist nun fast ein halbes Jahrhundert alt und man kann verstehen, dass der damalige Stand der Bild- und Kameratechnik sowie die Tonqualität Grundschulkinder nicht stark begeistern kann.

Zur damaligen Zeit wurden andere Redewendungen verwendet, mit denen die Kinder von heute nichts mehr anfangen können oder sie gar nicht verstehen. Es war interessant, ein Kind dabei zu beobachten, wie es auf einen Film reagiert, der nicht dem entspricht, was es täglich im Fernsehen zu sehen bekommt.

16 von 16 Seiten

Details

Titel
Kästner, Erich - Das fliegende Klassenzimmer - Filmanalyse
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Veranstaltung
WS 2000/2001
Note
2,0
Autor
Jahr
2001
Seiten
16
Katalognummer
V103548
Dateigröße
377 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kästner, Erich, Klassenzimmer, Filmanalyse
Arbeit zitieren
Georgina Richter (Autor), 2001, Kästner, Erich - Das fliegende Klassenzimmer - Filmanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103548

Kommentare

  • Gast am 26.12.2002

    Frage zum Theaterstueck.

    Dieses ist leider keine Bewertung sonderen eine Frage. Und zwar interessiert es mich welcher Schauspieler, in der Urauffuerung am 23.12.1933, von Petrus im 5. Akt des Theaterstueckes befreit wird.
    Es wuerde mich riesig freuen, wenn sie mir einen Anhaltspunkt oder neuen Gedanken zu dieser Frage geben koennten.
    Hoffentlich koennen sie sich bald melden.
    Ansonsten gibt es bei ihrem Beitrag nichts zu beanstanden.
    Ich wuensche noch einen guten Rutsch in das neue Jahr und verabschiede mich hier mit.
    Marcus Braeger

  • Gast am 16.5.2008

    Achtung! Viele Fehler.

    Liebe Leser, ich möchte Sie darauf aufmerksam machen, dass diese Arbeit stark fehlerbehaftet ist. Es werden Namen falsch zitiert (es muss Kreuzkamm und nicht Kreuzkamp heißen, der Nichtraucher heißt auch nicht Guthoff sondern Uthoff), Sachverhalte werden falsch dargestellt (nicht Martin ist der vierte Jungeg im Frisörsalon sondern Sebastian, zudem stellt sich Rudi Kreuzkamm in dieser Szenen nicht selbst vor, sondern wird von Sebastian eingeführt). usw. Daher würde ich davon abraten Informationen aus dieser Arbeit zu entnehmen.

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Titel: Kästner, Erich - Das fliegende Klassenzimmer - Filmanalyse


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