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Ethnische Minderheiten in den Alpen

Title: Ethnische Minderheiten in den Alpen

Term Paper (Advanced seminar) , 2002 , 30 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Dipl. Kulturwirt Univ. David Altmann (Author)

Geography / Earth Science - Demographics, Urban Management, Planning
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Die Alpen - traumhaft schön und Sinnbild für unberührte Natur.
Dies oder ähnliches wird wohl ein jeder Befragter im Hinterkopf haben, wenn er versucht, sich ein Bild über die grösste europäische Berglandschaft zu machen. Weisse Gipfel, grosse schneebedeckte Hänge die zum Wintersport einladen, Wandern, Klettertouren, Paragliding, um nur einige Aspekte zu nennen, die einem spontan beim Gedanken an diese durchaus faszinierende Bergwelt durch den Kopf schiessen.
Jedoch sind diese Gedanken eher neuzeitlicher Natur, soll heissen, sie beziehen sich auf Aktivitäten oder Umstände, die sich erst im Laufe des vergangenen Jahrhunderts herausgebildet haben. Nun sind die Alpen aber mit ihren unzähligen Erhebungen, Tälern, Schluchten und Hängen ein regelrechtes Labyrinth, an manchen Stellen so gut wie nicht passier-, geschweige denn erreichbar. Gerade dieser Umstand aber dürfte eine wesentliche Rolle dafür spielen, dass die Alpen, und das ist durch archäologische Funde nachgewiesen, schon seit Menschen Gedenken und sogar noch länger Lebensraum für den Menschen darstellen - dies trotz ihrer vor allem klimatischen Ungunsträume. Somit entwickelten sich die Alpen schon früh vor allem für kleinere Volksgruppen zu Rückzugsräumen, in denen sie weitgehend ihre Kultur entwickeln und besonders ihre Sprache ohne grössere äussere Einflüsse bis in die heutige Zeit retten konnten.
Jedoch scheint gerade diese Schutzfunktion durch technische Errungenschaften der Moderne wie dem Automobil aufgehoben zu werden und ethnische Minderheiten, jahrhundertelang sozusagen abgeschieden vom Rest der Welt, sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Sprache und Kultur gegenüber grösseren Sprachgemeinschaften behaupten zu müssen. Ein Kampf David gegen Goliath scheint für diese Minderheiten begonnen zu haben.

Im Folgenden soll anhand der Beispiele der Rätoromanen im schweizerischen Kanton Graubünden, der Dolomitenladiner und der Friulaner in Italien deren Entwicklung von ihren gemeinsamen Anfängen bis in die heutige Zeit verfolgt werden. Dabei scheint es vor allem wichtig, einen Überblick über die jeweilige heutige Situation zu geben, um zu sehen, in wie fern diese Minderheiten von ihrem Umfeld beeinflusst werden und welche Stellung sie innerhalb der Staaten in denen sie sich befinden, haben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Alpen als menschlicher Lebensraum

2.1 Die Alpen - ein europäisches Hochgebirge

2.2 Grenzen der menschlichen Siedlungen und des landwirtschaftlichen Anbaus

3. Entstehung und Entwicklung der einzelnen Minderheiten

3.1 die gemeinsamen Wurzeln

3.2 Entwicklung der Bündnerromanen

3.2.1 Lokalisierung der Bündnerromanen

3.2.2 geschichtliche Entwicklung bis zur frühen Neuzeit

3.2.3 aktuelle Situation der Bündnerromanen in Graubünden

3.2.3.1 Bevölkerungsentwicklung der Bündnerromanen

3.2.3.2 Stellung der Bündnerromanen innerhalb der Schweiz

3.3 Entwicklung der Dolomitenladiner

3.3.1 Lokalisierung der Dolomitenladiner

3.3.2 geschichtliche Entwicklung bis zur frühen Neuzeit

3.3.3 aktuelle Situation der Dolomitenladiner

3.3.3.1 Bevölkerungsentwicklung der Ladiner

3.3.3.2 die Stellung der Dolomitenladiner innerhalb Italiens

3.4 Entwicklung der Friulaner

3.4.1 Lokalisierung der Friulaner

3.4.2 geschichtliche Entwicklung bis zur frühen Neuzeit

3.4.3 aktuelle Situation der Friulaner

3.4.3.1 Bevölkerungsentwicklung der Friulaner

3.4.3.2 die Stellung der Friulaner innerhalb Italiens

4. Fazit

5. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung ethnischer Minderheiten im Alpenraum mit dem primären Ziel, deren historische Genese sowie ihre aktuelle gesellschaftliche und politische Stellung in den jeweiligen Nationalstaaten zu analysieren, um Unterschiede im Minderheitenschutz aufzuzeigen.

  • Physisch-geographische Grundlagen der Alpen als Siedlungsraum
  • Gemeinsame rätoromanische Wurzeln der untersuchten Volksgruppen
  • Vergleichende Analyse der Bündnerromanen, Dolomitenladiner und Friulaner
  • Auswirkungen sozioökonomischer Faktoren und Assimilierungspolitik
  • Gegenüberstellung des Minderheitenschutzes in der Schweiz und Italien

Auszug aus dem Buch

3.1 die gemeinsamen Wurzeln

Will man sich die Entstehungsgeschichte der drei Sprachminderheiten vor Augen führen, so muss man das Rad der Geschichte ein beträchtliches Stück weit zurückdrehen, denn die Geschichte derer, die man heute gemeinhin als Rätoromanen bezeichnet, beginnt nach herrschender Meinung mit dem Volksstamm der Räter und Kelten. Diese Ureinwohner besiedelten schon 8000 Jahre v. Chr. den Alpenraum vom Gotthart bis an die Adria und bis an die Grenzen Istriens, spätestens aber seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. sind die Räter mit Sicherheit als geschlossene Volksgruppe mit einheitlicher Sprache und Kultur nachgewiesen.

Nachdem ihnen jahrhundertelang keine Aufmerksamkeit geschenkt worden war (weshalb man heute, von einigen Funden abgesehen, relativ wenig über sie weiss), kamen sie spätestens im Jahr 15 v. Chr. im Rätischen Krieg mit den Römern in ernsthaften Konflikt, da diese der ständigen Einfälle der Nachbarn überdrüssig geworden zu sein schienen, unter anderem zerstörten sie im Jahr 88 v. Chr. die Stadt Como. So führte also der Feldzug des Drusus und Tiberius des Jahres 15 v. Chr. dazu, dass Rätien eine römische Provinz und von den Römern kolonisiert wurde. Dies hatte zur Folge, dass die Urbevölkerung romanisiert wurde und somit auch das Lateinische Einzug hielt. Die Sprache der Alpenbewohner, also der Räter, vermischte sich auf diese Weise mit dem Vulgärlatein, wodurch im Laufe der Zeit das Rätoromanische entstanden ist. Eben dieses Rätoromanisch gilt als gemeinsame (sprachliche) Wurzel der heutigen Bündnerromanen, Ladinern und Friulanern.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Einleitung in das Thema, Vorstellung der Problematik durch den zunehmenden Einfluss der Moderne auf die Abgeschiedenheit alpiner Minderheiten.

2. Die Alpen als menschlicher Lebensraum: Darstellung der Alpen als geographischer Rückzugsraum und Analyse der Siedlungsgrenzen sowie klimatischer Bedingungen.

3. Entstehung und Entwicklung der einzelnen Minderheiten: Detaillierte Betrachtung der Herkunft und des spezifischen historischen sowie aktuellen Kontextes der drei untersuchten Gruppen.

4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse mit Fokus auf die Diskrepanz des Minderheitenschutzes zwischen der Schweiz und Italien.

5. Bibliographie: Auflistung der verwendeten wissenschaftlichen Literatur und Online-Quellen.

Schlüsselwörter

Alpen, Rätoromanen, Bündnerromanen, Dolomitenladiner, Friulaner, Minderheiten, Sprachminderheiten, Besiedlung, Kulturraum, Assimilierungspolitik, Minderheitenschutz, Hochgebirge, Bevölkerungsentwicklung, Rätien, Sprachpolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung und die gegenwärtige Situation ethnischer Sprachminderheiten in den Alpen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die geographischen Bedingungen alpiner Lebensräume, die gemeinsame Entstehungsgeschichte der Minderheiten sowie deren politischer Status in der Schweiz und Italien.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist ein Überblick über die Entwicklung dieser Gruppen, um die Einflüsse ihres Umfelds und ihre jeweilige rechtliche und soziale Stellung innerhalb der Nationalstaaten zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Es handelt sich um eine Literaturanalyse, die auf geographischen, historischen und sozioökonomischen Quellen basiert, um die Situation der Minderheiten vergleichend darzustellen.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine allgemeine Beschreibung der Alpen als Lebensraum sowie eine detaillierte Analyse der Bündnerromanen, Dolomitenladiner und Friulaner hinsichtlich ihrer Herkunft, Bevölkerungsentwicklung und politischen Stellung.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?

Die wichtigsten Begriffe sind Alpen, Rätoromanen, Minderheitenschutz, Assimilierung, Siedlungsgeschichte und kulturelle Identität.

Warum ist der Status der Bündnerromanen in der Schweiz ein Sonderfall?

Im Gegensatz zu den Minderheiten in Italien genießt das Rätoromanische in der Schweiz durch den Status als vierte Nationalsprache und institutionelle Förderung eine hohe gesellschaftliche Anerkennung und Absicherung.

Welches spezifische Problem behindert den Erhalt der ladinischen Sprache in Italien?

Neben der administrativen Zersplitterung des Siedlungsgebietes stellt vor allem der starke Assimilierungsdruck durch das italienische Bildungssystem und die mangelnde Förderung in Medien und Schulen ein großes Hindernis dar.

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Details

Title
Ethnische Minderheiten in den Alpen
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Geographie)
Course
HS Geographie Kulturraum und Hochgebirge
Grade
2,0
Author
Dipl. Kulturwirt Univ. David Altmann (Author)
Publication Year
2002
Pages
30
Catalog Number
V10355
ISBN (eBook)
9783638168045
ISBN (Book)
9783638948944
Language
German
Tags
ethnische Minderheiten Alpen Friaul Ladinien Ladiner Friulaner Dolomiten Graubünden Italien Schweiz Gebirge Hochgebirge Lebensraum
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Dipl. Kulturwirt Univ. David Altmann (Author), 2002, Ethnische Minderheiten in den Alpen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/10355
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