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Bildungsungerechtigkeit in der Migrationsgesellschaft durch institutionelle Diskriminierung

Inwiefern geschieht die institutionelle Diskriminierung in deutschen Schulen in Bezug auf die Bildungsungerechtigkeit der Kinder mit Migrationshintergrund und welche Bedeutung hat die Professionalisierung der Lehrkräfte?

Titel: Bildungsungerechtigkeit in der Migrationsgesellschaft durch institutionelle Diskriminierung

Seminararbeit , 2021 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die institutionelle Diskriminierung in der Schule genauer betrachtet und der Frage nachgegangen, inwiefern die institutionelle Diskriminierung in deutschen Schulen in Bezug auf die Bildungsungerechtigkeit der Kinder mit Migrationshintergrund von statten geht. Zudem wird kurz erläutert, welche Bedeutung diese Erkenntnisse auf die Professionalisierung der Lehrkräfte haben. Begonnen wird mit einem kurzen Einblick in die aktuelle Situation von Schülern/Schülerinnen mit Migrationshintergrund und deren Schulerfolge. Daraufhin wird die institutionelle Diskriminierung nach Gomolla und Radtke beleuchtet, sowie deren Untersuchung von institutioneller Diskriminierung in der Beispielstadt Bielefeld bezüglich des Schulsystems. Nachdem die Ursachen der herrschenden Bildungsungerechtigkeit aufgrund von institutioneller Diskriminierung dargelegt wurden, wird kurz auf die Maßnahmen gegen die institutionelle Diskriminierung und die Bedeutung der Professionalisierung der Lehrkräfte eingegangen. Zum Schluss folgt ein zusammenfassendes Fazit.

„Das Thema Bildung dominiert den aktuellen Integrationsdiskurs wie kein anderes. Tatsächlich kommt Bildung im Integrationsprozess eine doppelte Bedeutung zu. Sie ist Grundlage für die Partizipationschancen des Einzelnen in Beruf und gesellschaftlichen Leben und sie ist eine wichtige Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft wie der Bundesrepublik, zu deren Grundwerten die Chancengerechtigkeit in und durch Bildung gehört.“ Die Bedeutung von Bildung im Kontext der Integration wird durch dieses Zitat deutlich. Dies ist Deutschland als Einwanderungsland auch bewusst. Dennoch herrschen weiterhin erhebliche Benachteiligungen für Menschen mit Migrationshintergrund bezüglich ihrer Bildungschancen. Bei der Ursachenforschung für eine solche Bildungsungerechtigkeit findet man oftmals den Begriff der „Institutionellen Diskriminierung“. Dabei geht man davon aus, dass nicht die Bevölkerungsgruppen und ihre Eigenschaften der Grund für die bestehende Benachteiligung sind, sondern die Effekte der Strukturen, Regeln und Routinen in den Institutionen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Migration und Schulerfolg

3. Institutionelle Diskriminierung nach Gomolla und Radtke

4. Untersuchung von institutioneller Diskriminierung in der Schule

4.1 Vorgang der Strukturanpassung vom Schulsystem an die Umwelt

4.2 Entscheidungsmuster seitens der Lehrkräfte

4.3 Einschulung in separate Vorbereitungsklassen

4.4 Zurücksetzung in den Schulkindergarten

4.5 Sonderschulüberweisungen

4.6 Übergangsempfehlungen in die Sekundarstufe

4.7 Resultat der Untersuchung von institutioneller Diskriminierung in der Schule

5. Maßnahmen gegen Diskriminierung und für den Bildungserfolg von Migrantenkindern

5.1 Professionalisierung der Lehrkräfte

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der institutionellen Diskriminierung in deutschen Schulen und dessen Auswirkungen auf die Bildungsungerechtigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund. Dabei wird analysiert, wie schulische Strukturen, Entscheidungsmuster von Lehrkräften und institutionelle Routinen zur Benachteiligung beitragen und welche Rolle die Professionalisierung der Lehrkräfte bei der Lösungsfindung spielt.

  • Grundlagen der institutionellen Diskriminierung nach Gomolla und Radtke
  • Analyse der Selektionsentscheidungen an Grundschulen
  • Strukturelle Anpassungsprozesse des Schulsystems an demographische Veränderungen
  • Bedeutung von Lehrkräfte-Professionalisierung und Sprachförderung
  • Ansätze zur Minderung von Bildungsungerechtigkeit

Auszug aus dem Buch

4.2 Entscheidungsmuster seitens der Lehrkräfte

Ein weiterer Untersuchungsgegenstand war der Verteilungsprozess beziehungsweise das Übergangsverhalten von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen und die Bedeutung der Entscheidungen seitens der Schule für die deutschen und ausländischen Kinder. In Bielefeld stellte sich heraus, dass die Anzahl ausländischer Kinder, welche vor Eintritt in Grundschule als noch nicht schulfähig oder nach Eintritt in die Grundschule als lernbehindert gelten, fast doppelt so hoch ist wie die Anzahl deutscher Kinder im gleichen Alter (vgl. Gomolla/ Radtke 2009: 145). Auch diese Erscheinung zeigt sich bis heute in deutschen Schulen. Die Präsenz ausländischer Kinder ist in Sonderschulen deutlich höher als die von deutschen Kindern (vgl. Fürstenau/ Gomolla 2009: 29).

Begründungen dieser Erscheinung, welche auf die Sprachprobleme oder kulturellen Differenzen verweisen, wären durch schulrechtliche Rahmenvorgaben nicht zugelassen. Äußerlich betrachtet könnte demnach eine direkte oder indirekte Diskriminierung vorliegen. Um dies zu untersuchen, überprüft Gomolla, wie diese Effekte zustande kommen (vgl. Gomolla/Radtke 2009: 145). Dazu wurde das Entscheidungsverhalten der LehrerInnen und SchulleiterInnen (besonders aus den Grundschulen und Sonderschulen, da an diesen Stellen die Vorentscheidung über die weitere Bildungskarriere des Kindes fällt) durch Gespräche beleuchtet. Die Befragten führten zur Legitimierung ihrer Entscheidungen solche Deutungsmuster an, von denen sie wissen, dass diese institutionell zugelassen sind und akzeptiert werden. Werden sie mit einer anderen Realität und impliziten Diskriminierungsanschuldigungen konfrontiert, so zeigen sie sich empört und ihre vorigen legitimierten Konstruktionen und Entscheiden gelten als objektiv betrachtbar (vgl. ebd.: 152-153).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Bildungsungerechtigkeit ein und skizziert den theoretischen Fokus auf die institutionelle Diskriminierung sowie den Aufbau der Arbeit.

2. Migration und Schulerfolg: Es werden statistische Daten zur Situation von Kindern mit Migrationshintergrund dargestellt, die deren überproportionale Benachteiligung im deutschen Bildungssystem belegen.

3. Institutionelle Diskriminierung nach Gomolla und Radtke: Dieser Abschnitt definiert den theoretischen Rahmen und unterscheidet zwischen direkter und indirekter institutioneller Diskriminierung innerhalb von Organisationen.

4. Untersuchung von institutioneller Diskriminierung in der Schule: Hier wird die Studie zur Beispielstadt Bielefeld analysiert, wobei zentrale Gelenkstellen wie die Einschulung und Übergangsempfehlungen im Fokus stehen.

4.1 Vorgang der Strukturanpassung vom Schulsystem an die Umwelt: Das Kapitel behandelt, wie Schulen auf demographische Veränderungen und die Schülerschaft mit spezifischen Organisations- und Überlebensstrategien reagieren.

4.2 Entscheidungsmuster seitens der Lehrkräfte: Hier werden Deutungsmuster und Argumentationsweisen von Lehrkräften bei der Einschätzung von Kindern mit Migrationshintergrund beleuchtet.

4.3 Einschulung in separate Vorbereitungsklassen: Das Kapitel erläutert die Praxis der Zuweisung in Vorbereitungsklassen und deren Ambivalenz zwischen Förderung und Ausgrenzung.

4.4 Zurücksetzung in den Schulkindergarten: Hier wird analysiert, wie sprachliche Defizite oft mit anderen Entwicklungsverzögerungen verknüpft werden, um Rückstellungen zu legitimieren.

4.5 Sonderschulüberweisungen: Es wird untersucht, warum Migrantenkinder überproportional häufig an Sonderschulen für Lernbehinderte verwiesen werden.

4.6 Übergangsempfehlungen in die Sekundarstufe: Dieses Kapitel beleuchtet die zentrale Selektionsschwelle beim Wechsel auf weiterführende Schulen und die damit verbundenen informellen Kriterien.

4.7 Resultat der Untersuchung von institutioneller Diskriminierung in der Schule: Es werden die zentralen Erkenntnisse der Untersuchung zusammengefasst und die Rolle der Fehlinterpretation von Sprachkenntnissen betont.

5. Maßnahmen gegen Diskriminierung und für den Bildungserfolg von Migrantenkindern: Dieses Kapitel stellt politische Strategien und Qualitätsmerkmale erfolgreicher Schulen vor.

5.1 Professionalisierung der Lehrkräfte: Der Fokus liegt hier auf der Lehrer-Schüler-Beziehung, Sprachförderung und der Qualifizierung durch Fortbildungen wie MIKS.

6. Fazit: Das Fazit fasst die wesentlichen Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, sowohl die Schulkultur als auch die Professionalität der Lehrkräfte grundlegend weiterzuentwickeln.

Schlüsselwörter

Institutionelle Diskriminierung, Migrationshintergrund, Bildungsungerechtigkeit, Schulsystem, Bielefeld, Gomolla und Radtke, Lehrkräfte, Professionalisierung, Selektion, Übergangsentscheidungen, Sprachförderung, Mehrsprachigkeit, Chancengleichheit, Schulentwicklung, Lehrer-Schüler-Beziehung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der institutionellen Diskriminierung von Kindern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und hinterfragt die Ursachen für bestehende Bildungsungerechtigkeiten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Untersuchung von Selektionsmechanismen, der Rolle der Lehrkräfte, den Auswirkungen von Sprachdefiziten auf Schullaufbahnen sowie Möglichkeiten der Professionalisierung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie institutionelle Routinen und Entscheidungsmuster in Schulen zur Benachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund führen und welche Ansätze für mehr Chancengerechtigkeit existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und stützt sich maßgeblich auf die langjährige empirische Studie von Gomolla und Radtke zur Stadt Bielefeld.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der institutionellen Diskriminierung, insbesondere in den Bereichen Einschulung, Sonderschulüberweisung und Übergangsempfehlungen in die Sekundarstufe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe umfassen institutionelle Diskriminierung, Bildungsungerechtigkeit, Migration, Selektionsprozesse im Schulsystem und professionelle Lehrerbildung.

Wie beeinflussen Sprachdefizite laut der Untersuchung die Schullaufbahn?

Die Studie zeigt, dass Sprachdefizite häufig als Indikator für Lernbehinderungen oder allgemeine Entwicklungsverzögerungen fehlinterpretiert werden, was oft in ungerechtfertigten Rückstufungen oder Sonderschulüberweisungen resultiert.

Welche Bedeutung kommt der Professionalisierung der Lehrkräfte zu?

Professionalisierung, etwa durch Qualifizierungsmaßnahmen wie MIKS, soll das Bewusstsein für Mehrsprachigkeit schärfen, die Lehrer-Schüler-Beziehung verbessern und den Umgang mit kultureller Vielfalt kompetenter gestalten.

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Details

Titel
Bildungsungerechtigkeit in der Migrationsgesellschaft durch institutionelle Diskriminierung
Untertitel
Inwiefern geschieht die institutionelle Diskriminierung in deutschen Schulen in Bezug auf die Bildungsungerechtigkeit der Kinder mit Migrationshintergrund und welche Bedeutung hat die Professionalisierung der Lehrkräfte?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
19
Katalognummer
V1035692
ISBN (eBook)
9783346446794
ISBN (Buch)
9783346446800
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bildungsungerechtigkeit migrationsgesellschaft diskriminierung inwiefern schulen bezug kinder migrationshintergrund bedeutung professionalisierung lehrkräfte
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2021, Bildungsungerechtigkeit in der Migrationsgesellschaft durch institutionelle Diskriminierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035692
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Leseprobe aus  19  Seiten
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