Das Heiligtum der Fortuna in Praeneste


Ausarbeitung, 2001

2 Seiten


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Johannes-Gutenberg-Universität Mainz Institut für klassische Archäologie Proseminar: Römische Tempelbauten Leitung: Dr. P. Schollmeyer

Referent: Simon Sulk

12.06.2001

DAS TERRASSENHEILIGTUM DER FORTUNA IN PRAENESTE

1. LAGE

Praeneste, oder Palästrina wie es seit dem 8.Jhd. heißt, liegt 23 römische Meilen (40km) südöstlich von Rom in der Landschaft Latium. Die Stadt liegt direkt an der Via Praenestina. Durch seine hohe Lage, bis zu etwa 752 m über NN war es schon in der antike als Sommeraufenthalt, u.a. von Augustus und Tiberius sehr geschätzt. Die dichte Besiedlung zum Berg hin und die erhöhte Lage machten Praeneste zu einem wichtigen und schwereinnehmbaren Kontrollpunkt für die Wege von und nach Rom aus südlicher Richtung.

2. GRÜNDUNG UND GESCHICHTE

Mehrere Gründer sind laut sage für Praeneste bekannt.

Zum einen soll Caeculus, ein Sohn Vulcanos, der sein Leben als Räuber verbrachte, sich mit seiner Horde niedergelassen haben, zum anderen soll Praenestes, ein Enkel des Odysseus sagenhafter Gründer Praenestes gewesen sein.

Die Gründung der Stadt geht wohl bis ins 9. oder sogar 10. Jahrhundert zurück, wobei die ersten Bewohner noch auf dem Hügel siedelten.

Bis etwa 500 vChr. Gehörte Praeneste zum latinischen Bund, fiel dann aber zu den Römern. Ab dem Jahr 381 fallen sie wieder von Rom ab und gebieten ihrerseits über acht umliegende Städte. 338 wird Praeneste erneut untertan Roms unter der Bezeichnungcolonia Im Jahr 198 verschanzten sich aufständige römische Sklaven in den Mauern Praenestes. Während desbellum marianumbesetzte Marius Praeneste, wurde jedoch von Sulla vernichtend geschlagen (82 vChr.) und die Stadt wurde fast vollständig zerstört. Sulla baute sie daraufhin wieder auf und siedelte seine Veteranen nun hier an. Durch diese Besiedelung breitete sich die Stadt bis vor die Mauern aus, wodurch ihre Stellung als befestigte Stadt verloren ging.

Noch einmal, im Jahr 63 versuchte Catillina die Stadt zu erobern, dies wurde jedoch von Cicero verhindert.

3. BESCHREIBUNG DER STADT

Sowohl die vorsullanische Altstadt, als auch die wiederaufgebaute und ausgedehnte Neubesiedelung durch Sullas Veteranen erfolgte nach dem strengdurchgehaltenen Achsen in Himmelsrichtungs- Prinzip. Es gab zwei Foren, eines in der Altstadt (das sog. Forum inferior) und ein größeres, das sogenannte Forum Superior zu Füssen des Heiligtums, welches unter Sulla neu errichtet worden war. Besonders zu erwähnen sind folgende Bauwerke: Eine Grotte, der ein rechteckiger Platz vorgelagert war. In dieser Grotte befand sich ein Fischmosaik , das einen Altar, sowie eine Säule mit Steuerrad und Dreizack geschmückt darstellt. In östlicher Richtung folgt eine etwa 55x30m große Basilika. An diese schließt sich wiederum in östlicher Richtung ein rechteckiger Saal. An diesem Saal liegt in der abgrenzenden Felswand eine Grotte, deren Boden einst mit dem bekannten Nilmosaik geschmückt war.

4. BESCHREIBUNG DES HEILIGTUMS

4.1. BAUMATERIALIEN

Die Gebäude des Heiligtumsbestehen im wesentlichen aus Mörtelwerk Es wird benützt für Mauern, Decken und Fußböden. Die Decken sind halbrunde Tonnengewölbe, Quadermauern bestehen hauptsächlich aus grauem Tuff, der aus Cave in der Nähe stammt. Für Pflasterplatten wurde der helle Kalkstein des Berges verwendet. Die meisten sichtbaren Teil waren mit einer 2-5mm starken Stuckschicht verkleidet.

4.2. DER AUFBAU DER TERRASSEN

Um den Niveauunterschied von 90metern auszugleichen, baut sich das Heiligtum aus sechs übereinander aufragenden Terrassen auf.

Die ersten beiden Terrassen dienen eigentlich eher zur Stütze des Bauwerks dar und sollen hier nicht weiter erwähnt werden.

Von der zweiten Terrasse führen zwei Treppen in der Stützmauer zur dritten.

Von dort aus steigen zwei Rampen hinauf, beide überdeckt von einer Wandelhalle. Diese Rampen führen auf eine Art Balkon, von dem das ganze Umland überschaubar ist. Auf dieser vierten Terrasse zieht sich nun eine Säulenhalle lang, welche durch die Freitreppe zur fünften Terrasse mittig geteilt wird. In der Mitte jedes dieser Flügel liegt eine Exedra, wobei die Säulen hier vom dorischen zum ionischen Typus wechseln. In jeder dieser beiden Exedren befinden sich Sitzmöglichkeiten für Gläubige, ihr vorgelagert sind jeweils die Fundamente eines rechteckigen-, sowie an der westlichen die Fundamente eines Rundaltars. An der östlichen Exedra befindet eine Brunnenöffnung. Mit der fünften Terrasse ist wiederum nur ein Übergang zur sechsten, die das Ziel eines Pilgers ausmacht. Durch die direkt anschließende Treppe betritt man nun die sechste Terrasse. Man erreicht nun einen etwa 100x50 Meter großen Platz, auf der Seiten umgeben von Säulenhallen. Überschreitet man den Platz, nähert man sich einer großen Exedra, welche auf einem theaterähnlichen unterbau steht. Das Ringförmige Fundament dieser „siebten“ Terrasse hat eine Durchmesser von 11,5metern.

5. LITERATURNACHWEIS

R.V.D. Magoffin: A Study of the topography and municipal history of Praeneste, in: Studi su Praeneste, Peruggia 1978

Richard Delbrueck: Hellenistische Bauten in Latium, Buch I, Strassburg 1907

H. Kähler: Das Fortunaheiligtum von Palästrine Praeneste, in: Annales Universitates Saraviensis, Saarbrücken 1958

Filippo Coarelli: I santuari del lazio in età repubblicana

Gerhard Radke , REC XXII 2, 1954, Sp.1549-1556, Praeneste

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Details

Titel
Das Heiligtum der Fortuna in Praeneste
Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Autor
Jahr
2001
Seiten
2
Katalognummer
V103590
Dateigröße
323 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Heiligtum, Fortuna, Praeneste
Arbeit zitieren
Simon Sulk (Autor), 2001, Das Heiligtum der Fortuna in Praeneste, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/103590

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