Im Rahmen dieser Hausarbeit soll untersucht werden, ob und wie die Mediennutzung im Jugendalltag in Coming-of-Age-Filmen aufgenommen wird. Dafür hat sich die Autorin ich beispielhaft die Jugendserie "Druck‘‘ ausgesucht. Die Serie zeichnet sich durch eine hohe Authentizität aus. Die Szenen werden als nah am täglichen Leben dargestellt, keine Übertreibungen. Es wird großen Wert auf die Onlinepräsenz gelegt. Auf fast allen beliebten Plattformen sind die Figuren und die Serie vertreten. Die Serie wird auf YouTube ausgestrahlt, sodass die Heranwachsenden leichten Zugang haben. Daher eignet sich diese Serie zur Veranschaulichung der Einbettung von Medien in Jugendfilme.
Zunächst sollen knapp die Begriffe Jugendfilme, Coming-of-Age Filme sowie Jugendserie erläutert werden. Daraufhin setzt sich die Autorin mit der Mediennutzung der Jugendlichen auseinander, wofür die JIM-Studie zurate gezogen wird. Anschließend werden drei Sequenzen der Serie analysiert, die die Integration der Mediennutzung von Jugendlichen in die Jugendserien darstellen. Die Sequenz wird anhand visueller Merkmale untersucht, wobei sich die Autorin dann mit der Bedeutung der einzelnen Merkmale befasst und die Rolle der sozialen Netzwerke für die Serie, sowie Figuren hervorhebt. Im Fazit geht Sie dann nochmal auf Erkenntnisse ein und Fragestellungen, die sich ergeben haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition Jugendfilm, Coming-of-Age-Film und Jugendserie
3. Mediennutzung der Jugendlichen
4. filmische Umsetzung der Mediennutzung am Beispiel der Serie ,,Druck‘‘
4.1 Serienhandlung- und Vorstellung
4.2 Sequenzielle Beispiele und ihre Analyse
4.2.1 Erste Sequenzanalyse
4.2.2 zweite Sequenzanalyse
4.2.3 dritte Sequenzanalyse
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Mediennutzung von Jugendlichen im Alltag in zeitgenössischen Coming-of-Age-Formaten thematisiert und integriert wird, wobei die deutsche YouTube-Serie „Druck“ als zentrales Fallbeispiel dient.
- Charakterisierung von Jugendfilmen und Jugendserien
- Analyse der Mediennutzungsgewohnheiten Jugendlicher auf Basis der JIM-Studie
- Untersuchung der filmischen Gestaltungsmittel zur Darstellung digitaler Kommunikation
- Evaluation der Identifikationsmöglichkeiten durch authentische Medienintegration
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Erste Sequenzanalyse
Die erste Sequenz, die ich analysieren ist die Folge 3 Staffel 1 ab 2‘41‘‘ bis 3‘56‘‘. In dieser Sequenz sitzt Hanna in ihrem Zimmer mit dem Handy in der Hand. Nachdem sie Mia auf einer Party kennengelernt hat, will Hanna der Mia über Instagram anschreiben. Hanna wollte nicht langweilig wirken, weswegen sie auf ein normales Anschreiben wie ,,Hey, wie geht’s dir?‘‘ verzichtet. Sie wählt lieber eine lustige Alternative, die mit den Geschehnissen auf der Party übereinstimmen. Auf der Party versuchte Leonie nämlich Hanna runter zu machen und beleidigte sie als ,,Schlampe‘‘. Mia half Hanna und ging dazwischen. Deshalb schreibt Hanna Mia stattdessen mit ,,Hey Schlampe, wie geht’s?‘‘ an. Nach einem kurzen Augenblick wurden die Nachrichten gesehen und ignoriert. Hanna schämte sich, versuchte die Beleidigung ,,Schlampe‘‘ zu erklären, indem sie sie mit den Ereignissen auf der Party verbindet. Mia antwortet trotzdem nicht, und Hanna fühlt sich schlecht (Druck, 2018).
Die Sequenz besteht aus 22 Einstellungen. Die Einstellung wechselte zwischen Hanna und ihrem Handy. Die Einstellungsgröße ist anfangs die Halbtotale Einstellung, der Zuschauer kann zunächst einen Einblick gewinnen, wo sich Hanna befindet (vgl. Staiger, 2008). Danach wechselt die Einstellung häufig zwischen Nahe Einstellung und Großeinstellung. Immer wieder wird das Handy fokussiert, damit der Zuschauer/-innen mit Hanna gemeinsam die Nachrichten abtippen, abschicken und lesen kann. Nachdem Hanna eine Nachricht abgetippt und verschickt hat, wurde sie in der Nahen Einstellung gefilmt. So kann der Zuschauer/-innen die direkte Gefühlswelt von Hanna miterleben. Jede Nachricht wird mit den Zuschauern abgetippt. Anfang ab 2‘41‘‘ bis 3’06 läuft Off Screen eingespielte Musik (Lied: Post Malone – Psycho). In diesem Abschnitt überlegt Hanna, ob sie an Mia schreiben soll und was sie schreiben soll. Erst nachdem sie die Nachricht abschickte, lief keine Musik mehr im Hintergrund. Die Musik erhöht die Spannung der Zuschauer/-innen, sie fühlen mit Hanna mit. Wie öfter schon erwähnt, legt die Serie einen großen Wert auf Authentizität und Realitätsnähe. Weswegen die Beleuchtung einer Normalbeleuchtung und die Kameraperspektive einer Normalsicht entspricht (vgl. ebd.). Insbesondere in dieser Sequenz wird die Subjektive Kamera erkennbar, der Zuschauer/-in kann die Situation und den emotionalen Zustand der Figur verfolgen. Entsprechend verstärkt es, die emotionale Anteilnahme der Zuschauer/-innen (vgl. Eder, 2014, S.601ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Mediennutzung in Jugendserien ein und formuliert das Ziel, die Integration digitaler Medien am Beispiel von „Druck“ zu untersuchen.
2. Definition Jugendfilm, Coming-of-Age-Film und Jugendserie: Das Kapitel definiert zentrale Begriffe des Genres und erläutert die Besonderheiten in der Darstellung des Übergangs vom Kindes- zum Erwachsenenalter.
3. Mediennutzung der Jugendlichen: Hier wird anhand der JIM-Studie der Stellenwert digitaler Medien und des Internetgebrauchs für Jugendliche statistisch untermauert und analysiert.
4. filmische Umsetzung der Mediennutzung am Beispiel der Serie ,,Druck‘‘: Dieses Hauptkapitel analysiert die Struktur der Serie, deren Handlung sowie drei spezifische Sequenzen hinsichtlich ihrer visuellen und narrativen Medienintegration.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Serie durch die direkte Integration sozialer Medien eine hohe Authentizität erreicht, aber auch Risiken wie die schnelle Verbreitung von Inhalten verdeutlicht.
Schlüsselwörter
Jugendserie, Coming-of-Age, Mediennutzung, Druck, YouTube, digitale Identität, Sequenzanalyse, Authentizität, soziale Netzwerke, JIM-Studie, Adoleszenz, Smartphone, Kommunikation, Binge-Watching, Filmästhetik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Einbettung und Bedeutung digitaler Mediennutzung im Alltag von Jugendlichen, wie sie in modernen Jugendserien dargestellt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind Adoleszenz, Identitätsfindung, mediale Sozialisation sowie die ästhetische Gestaltung von Coming-of-Age-Formaten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit sich Jugendserien an das veränderte Mediennutzungsverhalten anpassen und wie sie diese Medien in ihre filmische Narration integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine sequenzielle Filmanalyse angewandt, um die visuelle und inhaltliche Darstellung der Mediennutzung in ausgewählten Szenen der Serie „Druck“ zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Begriffsdefinitionen, eine statistische Einordnung der Mediennutzung sowie die konkrete Analyse dreier Filmszenen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Jugendserie, Mediennutzung, „Druck“, Authentizität, soziale Netzwerke und Sequenzanalyse.
Welche spezifische Rolle spielt die Echtzeit-Strategie in der Serie „Druck“?
Die Echtzeit-Strategie sorgt dafür, dass Zuschauer das Geschehen hautnah mitverfolgen können, da Szenen zeitnah zu ihrem „Ereignis“-Zeitpunkt online gestellt werden, was die Identifikation mit den Charakteren stärkt.
Wie bewertet die Autorin die Gefahren sozialer Medien innerhalb der Serie?
Anhand der dritten Sequenz wird aufgezeigt, dass die schnelle Verbreitung von Informationen über soziale Medien auch zur Stigmatisierung und Bloßstellung von Charakteren führen kann.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2021, Mediennutzung Jugendlicher in Coming-of-Age-Serien. Die Serie "Druck‘", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035903