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Traumatisierte Kinder und Jugendliche. Eine Pflegefamilie als besondere Lebensform zur Traumabewältigung

Titel: Traumatisierte Kinder und Jugendliche. Eine Pflegefamilie als besondere Lebensform zur Traumabewältigung

Bachelorarbeit , 2021 , 55 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Helena Straub (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die wissenschaftliche Arbeit soll die Forschungsfrage, inwiefern Pflegefamilien eine geeignete Lebensform für die Traumabewältigung bei Kindern und Jugendlichen darstellen, beantworten. Zudem werden Teilfragen aufgestellt, welche als roter Faden der Arbeit dienen und auf die Beantwortung der Forschungsfrage hinarbeiten sollen. Hierzu soll die Rolle der Pflegekinderhilfe bei der Vermittlung eines Pflegekindes sowie für ein gelingendes Pflegeverhältnis herausgestellt sowie diese Akteure charakterisiert werden. Zahlreiche Kinder und Jugendliche müssen aufgrund traumatischer Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie in einer Pflegefamilie fremduntergebracht werden und werden somit zu Pflegekindern.

Da es um traumatisierte Kinder und Jugendliche geht, ist es unabdingbar die Begriffe Trauma und Traumabewältigung zu thematisieren und sie in den Alltag der Pflegefamilie zu transferieren. Anhand einer Kombination der Schneeballmethode sowie der systematischen Literaturrecherche wurde zahlreiche Fachliteratur zusammengetragen, interpretiert und diskutiert. Der wissenschaftlichen Arbeit liegt das Ergebnis zugrunde, dass Pflegekinder in Pflegefamilien trotz besonders widriger Lebensumstände korrigierende Erfahrungen machen, Sicherheit finden und sich positiv zu einem selbstbemächtigen Menschen entwickeln können. Jedoch braucht es eine explizitere Forschung, eine stärkere Anerkennung dieser Form der Fremdunterbringung, eine kontinuierliche Weiterentwicklung sowie Qualifizierung der Pflegekinderhilfe und allen beteiligten Akteuren und die Förderung deren interdisziplinären Zusammenarbeit, um dies zu ermöglichen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Forschungsmethodik

3. Die Pflegekinderhilfe

3.1 Theoretische Grundlagen der Pflegekinderhilfe

3.2 Akteure der Pflegekinderhilfe

4. Das Trauma und die Traumapädagogik

4.1 Theoretische Grundlagen des Traumabegriffs

4.2 Ursachen, Auswirkungen und Traumafolgestörungen

4.3 Erläuterung, Verortung und Grundhaltung der Traumapädagogik

4.4 Kernthemen und konkrete Methoden der Traumapädagogik

5. Transfer in den Alltag einer Pflegefamilie

6. Grenzen der Traumabewältigung in Pflegefamilien

7. Diskussion

8. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwiefern Pflegefamilien eine geeignete Lebensform für die Traumabewältigung bei traumatisierten Kindern und Jugendlichen darstellen, wobei der Fokus auf der Rolle der Pflegekinderhilfe und der Bedeutung traumapädagogischer Ansätze im Alltag liegt.

  • Grundlagen der Pflegekinderhilfe und relevante Akteure
  • Traumadefinitionen, Ursachen und psychologische Folgen
  • Traumapädagogische Konzepte und Methoden (z.B. sicherer Ort)
  • Herausforderungen und Grenzen der Traumabewältigung im familiären Kontext

Auszug aus dem Buch

4.1 Theoretische Grundlagen des Traumabegriffs

Der Begriff des Traumas wird in der wissenschaftlichen Literatur nicht einheitlich definiert. Übersetzt man den Begriff aus dem Altgriechischen bedeutet er zunächst einmal Wunde oder Verletzung. Wie der Begriff des Traumas beziehungsweise der Wunde oder Verletzung interpretiert wird, ist abhängig von den verschiedenen Disziplinen, in welchen er Gebrauch findet. (Baer, 2019, S. 147) In der Medizin wird ein Trauma beispielsweise als eine körperliche Verletzung definiert, während aus der Perspektive der Psychologie, der Psychotherapie sowie der Sozialpädagogik das Trauma als eine seelische Verletzung interpretiert wird. (Baer, 2019, S. 147) Ein Trauma stellt keinen einheitlichen Begriff dar. Auch die Verwendung der Begriffe Trauma und Traumatisierung ist nicht einheitlich. (Weinberg, 2013, S.23) Beispielsweise kann der Begriff Traumatisierung zum einen als Reaktion auf ein traumatisches Ereignis gesehen oder zum anderen als Synonym zum Traumabegriff verwendet werden. (Baierl, 2015, S. 22 f.) Da häufig diskutiert wird, inwiefern der Begriff des Traumas sich auf das Ereignis selbst, die Reaktion, die Auswirkungen oder das subjektive Empfinden bezieht, lässt sich der Begriff des Traumas aus verschiedenen Teilaspekten zusammensetzen und kann dahingehend als Prozess verstanden werden. (Hantke & Görges, 2012, S. 53) Ein Trauma entsteht nach Hantke und Görges (2012, S. 54) aus einem Ereignis, welches subjektiv als potenziell lebensbedrohlich empfunden wird, mit überwältigenden Gefühlen von Angst und Hilflosigkeit einhergeht und daher weder direkt noch im späteren Verlauf, aufgrund von mangelnden Ressourcen, nicht bewältigt werden kann.

Daraus lässt sich schlussfolgern, dass ein Trauma nicht aus dem Ereignis selbst, sondern aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren entsteht. Ein Trauma entsteht, je nach Reaktion der betroffenen Person, vor allem in dem subjektiven Erleben nach dem eigentlichen Ereignis und ist abhängig von der individuellen Überforderung sowie den zur Verfügung stehenden Bewältigungsressourcen. (Hantke & Görges, 2012, S. 53 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Unterbringung traumatisierter Kinder in Pflegefamilien ein und definiert die Forschungsfrage sowie das Ziel der Arbeit.

2. Forschungsmethodik: Hier wird der wissenschaftliche Weg erläutert, insbesondere die Kombination aus Schneeballmethode und systematischer Literaturrecherche.

3. Die Pflegekinderhilfe: Dieses Kapitel beleuchtet die komplexen Strukturen der Kinder- und Jugendhilfe sowie die verschiedenen Akteure, die am Prozess beteiligt sind.

4. Das Trauma und die Traumapädagogik: Es werden zentrale Begriffe wie Trauma, Ursachen, psychologische Auswirkungen sowie die traumapädagogische Grundhaltung und Methoden definiert.

5. Transfer in den Alltag einer Pflegefamilie: Hier wird der Bezug zur Praxis hergestellt und erläutert, wie traumapädagogisches Wissen konkret in den Pflegefamilienalltag integriert werden kann.

6. Grenzen der Traumabewältigung in Pflegefamilien: Dieses Kapitel kritisiert bestehende Herausforderungen wie mangelnde Perspektivplanung und die Problematik von Beziehungsabbrüchen.

7. Diskussion: Die gewonnenen Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund der Forschungsfrage kritisch reflektiert und eingeordnet.

8. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf notwendige Entwicklungen in der Pflegekinderhilfe.

Schlüsselwörter

Pflegekinder, Pflegefamilien, Pflegekinderhilfe, Trauma, Traumabewältigung, Traumapädagogik, Bindung, Jugendamt, psychische Gesundheit, Resilienz, Traumafolgestörungen, pädagogische Grundhaltung, Fremdunterbringung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit traumatisierten Kindern und Jugendlichen und der Frage, wie eine Pflegefamilie als Lebensform zur Bewältigung dieser traumatischen Erfahrungen beitragen kann.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Die zentralen Themen sind das Verständnis von Trauma, die Strukturen der professionellen Pflegekinderhilfe und traumapädagogische Ansätze zur Unterstützung der Kinder im familiären Alltag.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es zu beantworten, inwiefern Pflegefamilien eine geeignete Lebensform zur Traumabewältigung für traumatisierte Kinder und Jugendliche darstellen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturarbeit, bei der mittels Schneeballmethode und systematischer Literaturrecherche einschlägige Fachliteratur analysiert und diskutiert wurde.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen der Pflegekinderhilfe, eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Traumabegriff und der Traumapädagogik sowie den Transfer dieser Inhalte in die Alltagspraxis einer Pflegefamilie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Pflegekinder, Trauma, Traumapädagogik, Pflegekinderhilfe, Resilienz und Bindung.

Welche Rolle spielt die „Grundhaltung“ in der Traumapädagogik?

Die Grundhaltung ist essenziell, da sie die Basis für die Interaktion mit dem traumatisierten Kind bildet. Sie beinhaltet Konzepte wie die Annahme des guten Grundes, Wertschätzung, Partizipation, Transparenz sowie Spaß und Freude.

Was bedeutet das Konzept des „sicheren Ortes“ für traumatisierte Kinder?

Der sichere Ort beschreibt eine Umgebung, in der traumatisierte Kinder ihre Kontrollverluste ablegen und durch klare Strukturen, Rituale und eine tragfähige Beziehung Sicherheit, Geborgenheit und Selbstwirksamkeit zurückgewinnen können.

Ende der Leseprobe aus 55 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Traumatisierte Kinder und Jugendliche. Eine Pflegefamilie als besondere Lebensform zur Traumabewältigung
Note
1,3
Autor
Helena Straub (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
55
Katalognummer
V1035935
ISBN (eBook)
9783346449108
ISBN (Buch)
9783346449115
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Pflegekinder Pflegefamilie Trauma Traumapädagogik Traumabewältigung Pflegekinderhilfe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Helena Straub (Autor:in), 2021, Traumatisierte Kinder und Jugendliche. Eine Pflegefamilie als besondere Lebensform zur Traumabewältigung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1035935
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Leseprobe aus  55  Seiten
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