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Hass und Gewalt. Fußball Hooligans in Deutschland und die Theorie der sozialen Identität

Titel: Hass und Gewalt. Fußball Hooligans in Deutschland und die Theorie der sozialen Identität

Hausarbeit , 2018 , 19 Seiten , Note: 1.0

Autor:in: Tom Neugebauer (Autor:in)

Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Hausarbeit befasst sich mit Fußball Hooligans in Deutschland und welche vorherrschenden (Gruppen-) Dynamiken zu Konflikten oder fremdenfeindlichen Einstellungen gegenüber anderen Gruppen führen können. Es soll aufgezeigt werden, welche psychologischen Prozesse bei intergruppalem Verhalten stattfinden, inwiefern sich hieraus soziale Zwänge ergeben und welchen Einfluss diese auf eventuelle Gruppenkonflikte haben.

Als theoretische Basis dient die Theorie der sozialen Identität, welche erstmals in den späten 1970er-Jahren von den britischen Sozialpsychologen Henri Tajfel und John C. Turner vorgestellt wurde. Sie entstand aus den sogenannten Minimalgruppen-Experimenten, die ebenfalls von den zwei genannten Forschern einige Jahre zuvor durchgeführt wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischer Hintergrund

2.1 Das Minimalgruppen-Paradigma

2.2 Die Soziale Identitätstheorie

3 Fußball Hooligans in Deutschland

4 Analyse

5 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologischen Prozesse und Dynamiken innerhalb der deutschen Fußball-Hooligan-Szene unter Anwendung der Theorie der sozialen Identität nach Henri Tajfel und John C. Turner, um die Entstehung von Enthumanisierung und gruppenbezogener Gewalt zu analysieren.

  • Anwendung der Theorie der sozialen Identität auf Fußball-Hooligans
  • Analyse des Minimalgruppen-Paradigmas und dessen Übertragbarkeit
  • Untersuchung von Enthumanisierungsprozessen bei Intergruppenkonflikten
  • Diskussion von Strategien zur Aufrechterhaltung eines positiven Selbstkonzepts
  • Einordnung von Hooligan-Strukturen in soziologische Typisierungen

Auszug aus dem Buch

Die Soziale Identitätstheorie

Die Aufdeckung eines signifikanten Zusammenhangs zwischen der sozialen Identität und diskriminierendem Verhalten veranlasste die beiden Sozialpsychologen Henri Tajfel und John C. Turner die Theorie der sozialen Identität aufzustellen. Aus der Feststellung, dass die im vorangegangenen Unterkapitel dargelegte Gruppenvoreingenommenheit bereits durch vollkommene willkürliche Einteilung in Gruppen entsteht, ergaben sich einige theoretische Grundannahmen.

Zunächst streben Menschen stets nach der Herstellung und Aufrechterhaltung eines positiven Selbstkonzepts (vgl. ebd.). Aufgrund der Auffassung, dass das Selbstbild einer Person maßgeblich durch die soziale Identität beeinflusst wird, ist eine positive Bewertung der eigenen Gruppenzugehörigkeit unerlässlich, um gleichzeitig zu einem positiven Selbstkonzept zu gelangen. Die Neigung von Menschen, das gesamte Leben strukturieren zu wollen, indem sie Personen anhand von scheinbar selbstverständlichen Merkmalen verschiedenen Gruppen zuordnen, kann nach Tajfel als soziale Kategorisierung bezeichnet werden und erklärt aufgrund der Allgegenwärtigkeit von Vergleichsgruppen gleichzeitig die enorme Bedeutung des positiven Zugehörigkeitsgefühls (vgl. Tajfel 1978b: 61). Die Bewertung der Eigengruppe ergibt sich allerdings erst aus dem direkten Vergleich mit einer relevanten Fremdgruppe. Eine Fremdgruppe wird dann relevant, wenn diese Merkmale oder Eigenschaften aufweist, welche als beneidens- oder verachtenswert eingestuft werden. So werden bestimmte Gruppenmerkmale erst dann überhaupt wahrgenommen und bedeutungsvoll, mit dem Gruppenvergleich deutlich wird, dass eine Fremdgruppe diese Merkmale besitzt oder ebendiese gar nicht aufweist (vgl. ebd.: 66f.). Das Erlangen einer Überlegenheit der eigenen Gruppe (positive soziale Distinktheit) wurde in den Minimalgruppen-Experimenten durch die Zuteilung verschiedener Geldbeträge erreicht. In realen Situationen findet dies mit den unterschiedlichsten Hilfsmitteln statt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Gewalt in der Fußball-Hooligan-Szene ein und stellt die Forschungsfrage nach der Relevanz der Theorie der sozialen Identität für Enthumanisierungsprozesse.

2 Theoretischer Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert das Minimalgruppen-Paradigma sowie die darauf aufbauende Theorie der sozialen Identität zur Erklärung von Intergruppenverhalten.

3 Fußball Hooligans in Deutschland: Es erfolgt eine Darstellung der Hooligan-Szene unter Berücksichtigung soziologischer Klassifizierungen und aktueller Erscheinungsformen von Gruppengewalt.

4 Analyse: Die theoretischen Ansätze von Tajfel und Turner werden auf die beobachteten Phänomene innerhalb der Hooligan-Szene angewandt, um Mechanismen der Enthumanisierung zu deuten.

5 Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis ab, dass die Theorie der sozialen Identität ein geeigneter Rahmen ist, um die Dynamiken von Intergruppenkonflikten im Hooligan-Kontext zu verstehen.

Schlüsselwörter

Fußball Hooligans, soziale Identität, Enthumanisierung, Minimalgruppen-Paradigma, Intergruppenverhalten, Gruppenzugehörigkeit, Selbstkonzept, soziale Kategorisierung, Gruppendynamik, Fußballrowdys, soziale Distinktheit, Intergruppenkonflikte, Diskriminierung, Identitätsstiftung, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die psychologischen Mechanismen und Gruppendynamiken innerhalb der deutschen Fußball-Hooligan-Szene durch die soziopsychologische Brille der Theorie der sozialen Identität.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf den Prozessen der sozialen Kategorisierung, der Suche nach positiver sozialer Distinktheit sowie dem Phänomen der Enthumanisierung von Fremdgruppen.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern in der deutschen Fußball-Hooligan-Szene eine Enthumanisierung gegenüber anderen Gruppen nach den Theorien von Henri Tajfel und John C. Turner zu beobachten ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird für die Untersuchung genutzt?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse, bei der existierende sozialpsychologische Theorien auf das Phänomen der Hooligan-Gewalt angewandt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit inhaltlich behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch das Minimalgruppen-Paradigma und die Soziale Identitätstheorie sowie die darauf folgende fallbezogene Analyse der Hooligan-Strukturen in Deutschland.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird wesentlich durch die Begriffe Soziale Identität, Hooliganismus, Gruppendynamik, Diskriminierung und Enthumanisierung geprägt.

Wie unterscheidet sich der Hooligan-Fan vom erlebnisorientierten Fan nach Heitmeyer?

Nach Heitmeyer zeichnet sich der Hooligan durch eine deutlich geringere Identifikation mit dem Verein aus, wobei das Interesse primär dem Erleben von aufregenden, oft gewaltsamen Situationen gilt.

Warum spielt das Bedürfnis nach einem positiven Selbstkonzept eine so wichtige Rolle für Hooligans?

Die Theorie postuliert, dass Individuen nach einer Aufwertung der eigenen Gruppe streben, um ein positives Selbstbild zu wahren, was bei Hooligans oft in der Abwertung und Enthumanisierung von Fremdgruppen resultiert.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hass und Gewalt. Fußball Hooligans in Deutschland und die Theorie der sozialen Identität
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Soziologie)
Veranstaltung
(Wer) sind sie und weshalb? - Eine Einführung in soziologische Identitätstheorien
Note
1.0
Autor
Tom Neugebauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
19
Katalognummer
V1036038
ISBN (eBook)
9783346449818
ISBN (Buch)
9783346449825
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozial Identität Theorie Identitätstheorie Tajfel Turner Minimalgruppen Minimalgruppenparadigma Minimalgruppen-Paradigma Fußball Fußball hooligans Hooligans Stadion Deutschland Bundesliga Marylinn Brewer Henri Tajfel John C Turner Polizei Gewalt Hass Aufstände Gruppendynamik Gruppen Soziale Gruppen Sozialpsychologie Psychologie Soziologie Sozialwissenschaften
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tom Neugebauer (Autor:in), 2018, Hass und Gewalt. Fußball Hooligans in Deutschland und die Theorie der sozialen Identität, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1036038
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Leseprobe aus  19  Seiten
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